Neige-ICE ist nicht winterfest (Allgemeines Forum)

Frank-RE, Recklinghausen, Mittwoch, 23.12.2009, 18:33 (vor 6047 Tagen)
bearbeitet von Frank-RE, Mittwoch, 23.12.2009, 18:34

Hier der Bericht aus dem SPIEGEL:
Meinen Kommentar dazu:... Bei so vielen Nieten die Im Vorstand der DB beheimatet sind; zu jedenm Fahrplanwechsel mit einer Dreistigkeit die Preise erhöhen das einem schlecht wird; dazu mit schönber Regelmäßigkeit in jedem Winter ein Komplettversagen des Verkehrs in irgendeinem Bereich.

Im letzten Jahr waren es die Achsen die mangelhaft gewartet wurden, und wo es dann erforderlich wurde einen großteil der Flotte stillzulegen.
Da kann man echt nur auf den Börsengang hoffen und warten bis diese Nieten in Berlin durch fallende Börsenkurse abgestraft werden.

Mal sehen was im kommenden Jahr dann wieder alles anliegt.
Garantiert gibt es wieder urplötzlich ab Dezember einen Winter;-)

Erst das Chaos bei den Eurostar-Zügen - jetzt fallen auch ICE der Deutschen Bahn reihenweise aus, offenbar wegen ähnlicher technischer Probleme. Ausgerechnet im Weihnachtsverkehr wird die Strecke Berlin-München nur eingeschränkt befahren.


Berlin - Vielen Fahrgästen der Bahn stehen unfrohe Weihnachten bevor. Auf der Strecke Berlin-München fährt bis Sonntag nur jeder zweite ICE. Auch auf anderen Verbindungen könnten einzelne Züge ausfallen, sagte ein Bahn-Sprecher am Mittwoch in Berlin. Die Reisenden müssten deshalb mit überfüllten Zügen rechnen. Grund für die Ausfälle seien Schnee, Eis und Kälte in den vergangenen Tagen. Das habe zu vielfältigen Defekten an den ICE mit Neigetechnik geführt, sagte der Sprecher in der Bahn-Zentrale. Es liege aber "kein systematischer Fehler" vor.


Der Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Böhnisch, räumte dagegen ein grundsätzliches Problem mit den sogenannten ICE-T ein: "Die Fahrzeuge sind nicht so gebaut, dass sie diesen sibirischen Temperaturen standhalten", sagte er im Mitteldeutschen Rundfunk. Sie seien auf einen normalen mitteleuropäischen Winter ausgelegt.

Böhnisch nannte als Beispiel die Wasser- und Abwasserleitungen, die am Fahrzeugboden verlegt sind. Diese seien zwar isoliert, aber nicht so stark, dass sie nicht bei minus 15 bis 20 Grad einfrieren könnten. Auch seien Züge "reihenweise kaputtgegangen", weil wie bei den Eurostar-Zügen, die unter dem Ärmelkanal fahren, "dieser trockene Pulverschnee durch die Lüftungsgitter in die Fahrzeuge flutscht und dabei die elektrischen Bauteile in Mitleidenschaft ziehen kann".

Die TGV-Hochgeschwindigkeitszüge von Eurostar hatten den Wintereinbruch und den Wechsel zwischen eisiger Außentemperatur und warmer Tunnelluft nicht verkraftet. Der Schnee sei nach Angaben des Unternehmens im Tunnel getaut, das Kondenswasser habe dann Kurzschlüsse verursacht und die Züge gestoppt. In der Nacht zum Samstag waren mehrere Eurostar-Züge im Tunnel stehengeblieben, mehr als 2000 Fahrgäste steckten stundenlang fest.


Der ICE-Hersteller Siemens nahm zu den Problemen nicht direkt Stellung. Ein Sprecher wies aber auf die Erfahrungen des Unternehmens bei der Konstruktion von Zügen hin, die auch unter Extremtemperaturen fahren. "Gerade erst haben wir den Hochgeschwindigkeitszug Sapsan" nach Russland ausgeliefert, der auch sibirischen Temperaturen bis minus 50 Grad standhält", sagte er. Und in Spanien fahre der Hochgeschwindigkeitszug "Velaro auch bei Temperaturen bis plus 50 Grad.

Der Bahn-Sprecher in Berlin verwies auf die geringe Fahrzeugreserve. Die Achsen der Züge vom Typ ICE-T, die auf der Strecke Berlin-München unterwegs sind, müssten nach wie vor in kurzen Abständen per Ultraschall untersucht werden und seien entsprechend häufig in der Werkstatt. Wenn dann noch zusätzliche Störungen wie jetzt hinzukämen, könne man das nicht ausgleichen.

Die aktuellen Ausfälle beträfen ausschließlich die ICE-T auf der Strecke Berlin-Leipzig-München, betonte ein Konzernsprecher am Mittag. Grundsätzlich halte die Bahn ihre ICE-Hochgeschwindigkeitszüge für wintertauglich. Von den mehr als 1400 Fernverbindungen täglich fielen derzeit nur etwa 20 aus, das heißt über 98 Prozent des Fernverkehrs der Bahn laufe störungsfrei, betonte der Sprecher.

Um die Ausfälle auf der Nord-Süd-Verbindung "planbar" zu machen, habe das Unternehmen sich entschlossen, jeden zweiten Zug auf dieser Linie bis Sonntag nicht einzusetzen. Fahrgäste, die erst eine Stunde später als geplant reisen können, erhalten von der Bahn 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Bei zwei Stunden Verspätung werden nach den üblichen Regeln 50 Prozent erstattet.

Wer von der Reise ganz zurücktritt, weil sein Zug nicht wie geplant fährt, bekommt den vollen Fahrpreis zurück. Die Kunden erhielten auch das Geld für verfallene Platzreservierungen wieder, sagte der Sprecher.


Der Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter warf allerdings der Bahn vor, seine Kunden hinters Licht zu führen. "Nach internen Informationen aus dem DB-Konzern werden ICE zwischen Berlin und München keineswegs wegen der Witterung aus dem Verkehr gezogen. Richtig ist vielmehr, dass die Wartungskapazitäten für die ICE nicht ausreichen", erklärte Hofreiter in Berlin. Dies sei ein weiterer Beleg für Fehlplanungen des Konzerns.

abl/dpa

Neige-ICE ist nicht winterfest

Graukärtchenfahrer, Symbaden, Mittwoch, 23.12.2009, 18:39 (vor 6047 Tagen) @ Frank-RE

Wird schon hier diskutiert und eigentlich hätte auch ein Link auf den Artikel genügt :-)
Wäre es nicht besser aufgrund diversen Copyrights nicht besser das Vollzitat aus dem Forum zu entfernen?

230.000 Nieten

BenjaRa, Mittwoch, 23.12.2009, 18:50 (vor 6047 Tagen) @ Frank-RE

wie gut, dass du jede Niete persönlich kennst, um dir so ein Urteil zu erlauben.

230.000 Nieten

Frank-RE, Recklinghausen, Mittwoch, 23.12.2009, 19:11 (vor 6047 Tagen) @ BenjaRa

Mein Urteil besteht darin das ich jedes Jahr brav meine jetzt 3800 euro bezahle und nicht das bekomme wofür ich bezahle.
Oder sind die Fahrpläne der DB nur "Unverbindliche Vorschläge wie man fahren könnte?

ich komm mir ehrlich gesagt verarscht vor... das 2 Jahr in Folge..
Aber nach 6 Jahren BC 100 stumpft man halt ab, weil man auf diesen Sauhaufen angewiesen ist. Der Stammkunde wird wie ein lästiger Bittsteller behandelt. Dafür wird dann lieber versucht die "Schwache Auslastung" mit Lidl, Ferrero (demnächst vielleicht KIK, Taco-Moden u.ä) zu kompensieren.


Und nur als Notiz... ich hab vom Vorstand gesprochen der für diese Misere verantwortlich ist.... nicht von den 230.000 Beschäftigten....

230.000 Nieten

ICE-T-Fan, Mittwoch, 23.12.2009, 19:38 (vor 6047 Tagen) @ BenjaRa

Es reicht schon in irgendeinem Geschäftsbereich eine einzelne Oberniete, um die restlichen 229.999 Mitarbeiter als Idioten dastehen zu lassen...

Im Endeffekt werden die Entscheidungen nur von einem kleinen Personenkreis getroffen.

Das Problem sehe ich eher darin, dass keiner der Untergebenen mal aufsteht und ein "jetzt reicht es langsam mal" von sich gibt und eigenverantwortlich eine dauerhafte Lösung sucht.

Zumindest die Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt können durch eigenverantwortliche Kulanz viele Probleme abfedern, was dann auch dazu führt, dass nicht gleich das gesamte System zusammen bricht und die Leute massenhaft in die Autos flüchten.

Wenn sollte man sich eher bei den meisten Mitarbeitern dafür bedanken, dass sie trotz der Probleme dem Kunden gegenüber sehr loyal sind und manche Dinge ermöglichen, die rein vom komplizierten Regelwerk her viel schlechter zu Lasten der Kunden entschieden werden würden, wenn es nur 1:1 nach Konzernrichtlinie geht.

Arbeigeber und Arbeitnehmer

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Mittwoch, 23.12.2009, 19:43 (vor 6047 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo,

Das Problem sehe ich eher darin, dass keiner der Untergebenen mal aufsteht und ein "jetzt reicht es langsam mal" von sich gibt und eigenverantwortlich eine dauerhafte Lösung sucht.

ich weiß ja nicht, was du beruflich machst, aber allzuviel Berufserfahrung hast du, wenn ich das so lese, vermutlich nicht.

Zumindest die Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt können durch eigenverantwortliche Kulanz viele Probleme abfedern, was dann auch dazu führt, dass nicht gleich das gesamte System zusammen bricht und die Leute massenhaft in die Autos flüchten.

Wer die Musik bestellt, entscheidet, was gespielt wird. Egal ob ich Arbeiter, Angestellter oder Beamter bin. Ich bin meinem Arbeitgeber bzw. Dienstherrn verpflichtet. Der von ihm gewährte Rahmen legt meinen Entscheidungsspielraum fest.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
[image]

Arbeigeber und Arbeitnehmer

Frank-RE, Recklinghausen, Mittwoch, 23.12.2009, 20:25 (vor 6047 Tagen) @ Holger_HAM
bearbeitet von Frank-RE, Mittwoch, 23.12.2009, 20:28

Du redest mir aus der Seele;-)
Hab gerade mit der Hotline tel.

Eine sehr verständnisvolle Mitarbeiterin die sich für die derzeitigen Ausfälle, und auch die kommenden (RESET 2010) entschuldigte. Für die jetzigen und alle darrauffolgen "Unannehmlichkeiten" ist sie mir (im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Rücksprache beim Vorgesetzten) sehr kulant entgegengekommen.

Tenor des Gesprächs war: "Wir können unten ausbaden was oben verbockt wird".

um nochmal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen.
ich will für mein Geld keine Zeitungen, keinen APS, keine Lounge, keine Comfort-Plätze, keine Erfrischungstücher, kein Bonusprogramm mit dämlichen Prämien die in keinem Verhältnis zum Umsatz stehen.... ich will einfach nur Züge an denen die Achsen während der Fahrt nicht abbrechen, die Schneeflocken im Lüftungsschlitz abkönnen (Eurostar) bzw Züge die auch im Winter fahren können und dann der Lokus nicht vereist.
Im Sommer geht ja auch nicht immer alles, weil dann die Klimaanlagen nicht funktionieren; im Herbst ist es das Laub und im Frühjahr der Sturm der die Bäume knickt die zu nah am Bahngleis stehen.

Baumschnitt wird angeblich nur 1 mal im Jahr kontrolliert. Eigentlich ist nie Bahnwetter....

Man kann sich auch totsparen.

Arbeigeber und Arbeitnehmer

chritz, Mittwoch, 23.12.2009, 20:30 (vor 6047 Tagen) @ Frank-RE

Zum Thema "Baumschnitt", der bei der Eisenbahn "Grünschnitt" genannt wird, kann ich nur soviel sagen, dass mittlweile zumindest in meinem Bereich täglich (ausser Winter logischerweise) Grünschnitttrupps unterwegs sind.

Alle Bäume dürfen gar nicht gefällt werden, da sind wieder irgendwelche Regularien zu beachten (Naturschutz etc vermute ich mal).
Trotzdem kommt es zu den bekannten Streckensperrungen wegen Baum im Gleis. Gabs vor 30 Jahren aber genau so wie jetzt, auch wenn manche da anderes behaupten. Damals fiels nur nicht so auf.

gruß
chris

Arbeigeber und Arbeitnehmer

ICE 2, Mittwoch, 23.12.2009, 20:40 (vor 6047 Tagen) @ chritz

Der vermehrte Grünschnitt ist auf das EBA zurückzuführen!

Signalsicht...? (owT)

Frank Augsburg, Ansbach, Mittwoch, 23.12.2009, 22:04 (vor 6046 Tagen) @ ICE 2

nix

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Signalsicht...? (owT)

ICE 2, Donnerstag, 24.12.2009, 13:40 (vor 6046 Tagen) @ Frank Augsburg

Signalsicht ist ein Grund. Ein weiterer ist, dass Randwege (wenn vorhanden) frei sein müssen. Für die Eisenbahner an der Strecke ist das sehr wichtig. Dazu müssen Notausgänge aus Lärmschutzwänden ohne Probleme begehbar sein. Die E-Technik ist auch froh, wenn das Grün an der Bahn nicht in ihre Oberleitungen ragt, und bei einen lauen Lüftchen nicht gleich wieder eine Streckensperrung mitsich zieht.

In Sachen "Nieten" usw.

Frank Augsburg, Ansbach, Mittwoch, 23.12.2009, 21:54 (vor 6046 Tagen) @ Frank-RE

Hallo Frank-RE,

winterfest waren die ICE-T schon vor Jahren nicht, man (auch ich) hat daran geschraubt und dann funktionierte die Lösung auch recht gut.
Nun also ist mal wieder was, offiziell heißt es "nicht winterfest", aber wenn ich mir die Texte so durchlese, kommen mir leise Zweifel. Irgendwie klingt das nach "Schutzbehauptung". Ich kann mich aber auch irren.
Kann sein, in einigen Tagen oder Wochen kommt heraus, was wirklich die Ursache war.

Eines wollte ich noch anmerken: Vor ein paar Jahren, noch in Dennis' Forum, ging es mal um einen Pauschal- Rundumschlag gegen die Schienenfahrzeugindustrie. Bevor hier jemand was in den falschen Hals kriegt: In diesem Thread geht es darum nicht. Ich hatte seinerzeit geantwortet und auch ein Zitat eingefügt, ohne diesen Satz allerdings als Zitat kenntlich zu machen. Der Satz begann damit: "Was wollt Ihr blöden Konstrukteure denn...?".
Nun lies das mal ohne die Anführungszeichen und sofort ändert sich der Sinn.
Was damals passierte, ist leicht auszurechnen, die geballte Kritik prasselte auf mich nieder. Übrigens zu Recht!
Worum es mir geht: Ich kenne einige Eisenbahner/ Eisenbahnerinnen und ich bin sicher, ihnen stoßen so Formulierungen wie "Nieten" oder "Sauladen" sauer auf. Ja, ich weiß, die "Nieten" bezogen sich auf die Vorstände, auch wenn die mit der Technik der ICE-T herzlich wenig zu tun haben. Ich würde leise anregen, die Wortwahl etwas zu überdenken.
Wenn ich was schreibe oder schreiben will, dann zuerst in WORD, da kann ich noch nach Herzenslust korrigieren.
Ich sage bei solchen Gelegenheiten immer: "Jaja, unser geliebter Laden mit dem Keks macht uns heute wieder richtig Freude...".
Sags mit einem Augenzwinkern, das finden auch die hier mitlesenden Eisenbahner okay.

In dem Sinne - ich denke das Grundanliegen ist angekommen, die Feinheiten überlegen wir uns noch.

Viele Grüße aus Ansbach
Frank

...der nun doch am 23. am Computer hängt. Okay, da hätte ich den Weihnachtsgrußstart auch um einen Tag verschieben können - wenn ich es gewußt hätte!

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Nachtrag dazu

Frank Augsburg, Ansbach, Donnerstag, 24.12.2009, 23:02 (vor 6045 Tagen) @ Frank Augsburg

Hallo nochmal,


bin heute mal in meine alte Heimat Leipzig gefahren, und in Leipzig Hbf habe ich mir den Tf gegriffen und ihn gefragt, was mit den 411 los ist.
Hin und Her, wer bist Du usw.
Dann sagt er frei heraus: Erdschluß an den Fahrmotoren. Wartungsproblem.
Häh?
(ich frage nach)
Ja, sagt er, ein 411 ist im Prinzip symmetrisch aufgebaut, die jeweils 3 ersten Wagen bilden technisch eine Einheit, und wenn dort ein Problem wie Erdschluß auftritt, sind freilich 50% der Antriebsleistung im Eimer. Das bedeutet:
- der betreffende Zug geht nicht mehr über die NIM,
- der betreffende Zug kommt nicht mehr den Frankenwald hoch.

Schlußfolgerung für mich (der ich kein Elektriker bin): Vergeßt den ganzen "witterungsbedingten" Schmarrn. DB Bahn hat einfach ne Instandhaltungsstufe vergessen, so ist es.

So, nun kann jeder für sich entscheiden, bei wem der "Sauladen" festzumachen ist und wer die "Deppen" in dem ganzen Szenario sind.

Wollte Euch das nicht vorenthalten.

Viele Grüße und immer noch frohe Weihnacht
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Nachtrag dazu

Frank-RE, Recklinghausen, Freitag, 25.12.2009, 07:02 (vor 6045 Tagen) @ Frank Augsburg
bearbeitet von Frank-RE, Freitag, 25.12.2009, 07:07

Offiziell führte die DB als Grund für die Ausfälle das Winterwetter der vergangenen Tage mit Schnee, Eis und Kälte an. Das habe zu vielfältigen Defekten an den ICE mit Neigetechnik geführt. Der Bahn-Sprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Böhnisch, sagte gegenüber dem "Mitteldeutschen Rundfunk", die ICE-T-Züge seien nicht so gebaut, dass sie diesen "sibirischen Temperaturen" standhielten. Sie seien auf einen normalen mitteleuropäischen Winter ausgelegt.

Kritiker sehen hinter den Zugstreichungen allerdings ganz andere Gründe. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, sagte, an der Misere sei nicht, wie von der Bahn behauptet, das kalte Wetter der vergangenen Tage schuld, sondern fehlende Wartungskapazitäten. "Nach internen Informationen aus dem DB-Konzern werden ICE zwischen Berlin und München keineswegs wegen der Witterung aus dem Verkehr gezogen. Richtig ist vielmehr, dass die Wartungskapazitäten für die ICE nicht ausreichen", erklärte Hofreiter in Berlin.

Ein Bahn-Sprecher in Berlin bestätigte dies indirekt, wobei er auf die geringe Fahrzeugreserve verwies. Die Achsen der Züge vom Typ ICE-T, müssten nach wie vor in kurzen Abständen per Ultraschall untersucht werden und seien entsprechend häufig in der Werkstatt. Wenn dann noch zusätzliche Störungen wie jetzt hinzukämen, könne man das nicht ausgleichen. Der Grünen-Politiker Hofreiter sieht in den zu geringen Werkstattkapazitäten dagegen ein weiterer Beleg für Fehlplanungen des Konzerns. Die Konzernspitze sei "ihrem Kerngeschäft nicht gewachsen". Es sei an der Zeit, dass das Verkehrsministerium seiner Eigentümerverantwortung gerecht werde.


Meine Anmerkung dazu stammt von Ulrich Wickerts Buch: Gauner muss man Gauner nennen ! Oder halt Nieten ,-)
Für solche Fehlplanung ist nach meiner Meinung doch wohl der Vorstand zuständig. Und nicht die bösen Schmiergeldverteiler von Siemens....

Bevor jetzt wieder was losgetreten wird an Diskussionen... Der letzte Satz ist Ironie

Kommentar aus DSO dazu

ICE-T-Fan, Mittwoch, 23.12.2009, 23:49 (vor 6046 Tagen) @ Frank-RE
bearbeitet von ICE-T-Fan, Mittwoch, 23.12.2009, 23:49

-> http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?3,4592330,4592343#msg-4592343

Man hat Angst wegen den in ihren Dimesionen zu kleinen Achswellen.

Diese Achswellen sind für die auftretenden Achsial und Radialkräfte
etwas unterdimensioniert...

Kommentar aus DSO dazu

Frank Augsburg, Ansbach, Freitag, 25.12.2009, 23:00 (vor 6044 Tagen) @ ICE-T-Fan

Man hat Angst wegen den in ihren Dimesionen zu kleinen Achswellen.

Diese Achswellen sind für die auftretenden Achsial und Radialkräfte
etwas unterdimensioniert...

Sagt wer...? Sorry, lieber ICE-T- Fan, das soll keine Kritik an Dir sein. Du hast die Themen einfach verlinkt, das ist i.O., und ich gebe hier bloß meinen Senf dazu.

Hallo zusammen,

eine Radsatzdiskussion soll von meiner Seite aus hier nicht erneut losgetreten werden. Warum? Weil die Dinge etwas verwickelter sind als die bloße Reduktion auf "Axial- und Radialkräfte". Das klingt, als wäre die Sache sehr einfach und sehr schnell in den Griff zu bekommen.
Die Praxis zeigt da ein anderes Bild.
Wer einmal in der Situation war, eine Radsatzwelle bzw. einen kompletten Radsatz konstruktiv und festigkeitsmäßig normenkonform hinkriegen zu wollen bzw. das auch schafft, weiß wovon hier die Rede ist. Da geht ein Jahr schon mal für die Neuentwicklung ins Land. Minimum.
Frage: Hat die Neuentwicklung überhaupt schon begonnen? Und wenn ja, nach welchen Gesichtspunkten? Es wird ja postuliert, daß die hierfür anzuwendenden EN 13103/ 13104 nicht ausreichen. Also sollte hierfür ein Ersatz her, eine anerkannte Regel der Technik, welche die auftretenden Belastungen entweder zutreffend beschreibt. Oder falls nicht, dann mit besseren Zuschlagfaktoren als besagte EN arbeitet.
Frage: Gibt es diese die EN substituierende anerkannte Regel der Technik? Ist diese auch von den Aufsichtsbehörden abgesegnet? D.h. erkennt die Bahnaufsicht die Neuauslegung an? Falls nein = Problem!
Wir haben es hier mit den ICE3/ ICE-T mit existierenden Fahrzeugen zu tun. Da ist eine Neudimensionierung der Radsatzwellen nicht eben mal im Handstreich zu erledigen, denn es hängen eine Menge Dinge ("Schnittstellen") dran. Daran wird zwangsläufig auch "rumgeschraubt". Am Ende bedeutet das ein Haufen Einzelnachweise für die neue Lösung. Eine (mögliche) Zeitschiene will ich da gar nicht äußern. Vielleicht bekommt aber jeder ein Gespür dafür, was alles dran hängt. Wenn es neue Radsatzwellen geben sollte, dann ist die Neuentwicklung möglicherweise umfassender und nicht nur auf die Welle beschränkt.

Ihr seht schon: Fragen über Fragen, und ein Detail ist verwickelter als das vorige. Wenn ich mir die Publikationen zu dem Thema ansehe, werde ich auch nicht schlauer.
Also: Ich schenke dem Kommentar aus DSO keinerlei Beachtung, abgesehen von der ebenso erquickenden wie nachdenklich machenden Stellungnahme Jörg Blaschkes.

Viele Grüße aus Ansbach
und Euch allen noch einen schönen 2. Feiertag
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

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