Trauriges Eisenbahnjubileum heute (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Dienstag, 22.12.2009, 22:51 (vor 6047 Tagen)

-> http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/6958644.html

Zum 70. mal jährt sich das bisher schwerste Zugunglück auf deutschen Schienen.

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal daran erinnern und den Opfern gedenken.

Alle denken immer sofort an das ICE-Unglück bei Eschede, dabei wird übersehen, dass es früher viel schwerere Zugunglücke mit viel mehr Toten gab, die in diesem Zusammenhang immer gerne verdrängt werden.

Trauriges Eisenbahnjubileum heute

HTschirner, Berlin, Mittwoch, 23.12.2009, 00:36 (vor 6047 Tagen) @ ICE-T-Fan

Die Bilanz dieses Tages ist ja noch viel Schlimmer: bei diesem, etwa zur gleichen Zeit geschehenen, Unglück am südlichen Ende des gerade ins kollektive Unglück sinkenden Reiches gab es ebenfalls über 100 Tote:

http://www.badische-zeitung.de/binzen/gedenkgottesdienst-zum-zugunglueck-von-markdorf--...


Zitat aus Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophen_im_Schienenverkehr

Markdorf/Kluftern (Deutschland) Frontal-Zusammenstoß
Am gleichen Tag, dem 22. Dezember 1939, kam es zu einem weiteren schweren Eisenbahnunglück. Bei dichtem Nebel nachts um 22:19 Uhr stießen ein voll beladener Güterzug und ein gut besetzter Personenzug frontal und ungebremst auf der eingleisigen Bodenseegürtelbahn entlang des Nordufers des Bodensees in Lipbach zwischen Markdorf und Kluftern zusammen. 106 Menschen starben in den Trümmern, weitere 9 noch vor Ort an den Folgen. Im Personenzug, einem Bedarfszug aus Oberstdorf, saßen Einwohner aus Weil am Rhein und Umgebung, die zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ins Allgäu evakuiert worden waren und sich nun kurz vor Weihnachten auf die Rückkehr in die Heimat freuten. Die Fahrdienstleiter in Markdorf und Kluftern hatten beide die Signale auf freie Durchfahrt gestellt. Die Züge hätten planmäßig in Markdorf kreuzen sollen, aufgrund von Nichteinhalten der Vorschriften hatte der Fahrdienstleiter jedoch dem Güterzug freie Fahrt erteilt.

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Beste Grüße
Harald

Trauriges Eisenbahnjubileum heute

Manitou, Mittwoch, 23.12.2009, 23:42 (vor 6046 Tagen) @ HTschirner

Der 22. Dezember 1939 war der schwärzeste Tag der deutschen Eisenbahngeschichte. Der schlimmste Unfall in Europa soll sich jedoch während des ersten Weltkrieges in Frankreich ereignet haben, als auf Befehl eines Offiziers der französischen Armee (Amtsanmaßung, gefährlicher Eingriff in den Eisenbahnverkehr) ein Truppentransport-Zug auf einer Strecke starken Gefälle ohne ausreichende Bremsbestzung (Handbremsen) und einer zu schwachen Lok (bzw. mit einer unzulässig hohen Last) weiterfahren mußte. Die Anzahl der Toten bei der Entgleisung soll zwischen 500 und 800 gelegen haben. Der Unfall ist in der Literatur (Preuß?) dokumentiert, ich habe das entsprechende Buch jedoch nicht zur Hand.

Trauriges Eisenbahnjubileum heute

HTschirner, Berlin, Donnerstag, 24.12.2009, 13:29 (vor 6046 Tagen) @ Manitou

Dieser Unfall ist beschrieben im Buch "Katastrophen auf Schienen" von Ascanio Schneider und Armin Massé, erschienen im Orell Füssli Verlag, Zürich, 1968.

Kurzer Hergang: Am 12.12.1917 wird ein Militärzug mit 1026 Soldaten an Bord und 551 Tonnen Zuggewicht trotz schwacher Lok (zugelassen für 144 t Last!)und zuwenig Bremsleistung per militärischem Befehl vom italienisch/französischen Grenzbahnhof Modane nach St-Michel-de-Maurienne zu Tal abgelassen. In einer Kurve entgleist der Zug, nicht aber die Lok, bei ca. 150 km/h, die Holzwagen türmen sich übereinander, Feuer bricht aus und Munition explodiert. An Zahlen werden genannt: 425 Tote identifiziert, 135 Tote nicht identifiziert, insgesamt sollen aber um die 800 umgekommen sein. Die Lok (eine 2´C mit der Nummer 2592) fährt trotz entgleistem Laufgestell weiter, der Lokführer (vom Heizer ist keine Rede) überlebt, wird angeklagt und als unschuldig frei gesprochen.

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Beste Grüße
Harald

Trauriges Eisenbahnjubileum heute

Manitou, Samstag, 26.12.2009, 00:13 (vor 6044 Tagen) @ HTschirner

Danke für den Nachtrag der Details.

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