Der Mittwochsbahnhof, Teil 26.1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 21.06.2017, 21:00 (vor 3195 Tagen)

Moin!

Jetzt, da die Tage am längsten sind, nehmen wir mal Bilder aus der Zeit, in der die Nacht am längsten ist. Auch heute wieder stehen zwei Ziele auf dem Programm, sie sind sogar umsteigefrei miteinander verbunden.


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Die Oldenburgische Südbahn hatten wir gerade letztes Mal schon besucht, da erübrigt sich eine erneue Vorstellung. Von ihr zweigten einst in Ahlhorn eine, in Cloppenburg zwei sowie in Essen, Quakenbrück, Bersenbrück und Hesepe jeweils eine auch im Personenverkehr bediente Strecke ab. Ferner gab es in Cloppenburg und Quakenbrück noch jeweils eine Schmalspurbahn, die sind aber längst Geschichte. In Cloppenburg, Essen und Bersenbrück zweigt mittlerweile nur noch jeweils eine Güterstrecke ab, in Ahlhorn und Quakenbrück bestenfalls ein Radweg. In Hesepe aber, liebe Leserinnen und Leser, in Hesepe zweigt noch immer eine im Personenverkehr bediente Strecke ab. Dieser wichtige Bahnhof verfügt über zwei Gleise, drei Weichen, ein paar Signale und einen Bahnsteig. Wenn da also, wie am Besuchstag erlebt, die Nordwestbahn ihren Geist aufgibt, dann muß der Halt entfallen.


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Die Hesepe in die Südbahn einmündende Strecke kommt von Delmenhorst. Sie hatte einstmals vier von sich abzweigende Strecken: Von Vechta aus ging es per Staatsbahn nach Ahlhorn und per Kleinbahn nach Cloppenburg (und somit an die Südbahn), von Lohne aus ging es privat nach Dinklage. Und Holdorf hatte einen richtigen Keilbahnhof. Dort schloß die kurze Strecke nach Damme an, die in Damme wiederum auf die Wittlager Kreisbahn über Bohmte nach Holzhausen-Heddinghausen überging. Von diesen vier Nebenstrecken wird keine mehr betrieben, nur die Wittlager Kreisbahn gibt es unter anderem Namen teilweise noch.

Die Bahnstrecke von Delmenhorst nach Hesepe wurde in drei Etappen eröffnet. Erster war der Mittelabschnitt von Vechta nach Lohne (1. September 1888). Der war eine Verlängerung der am 1. Oktober 1885 eröffneten Stichstrecke von Ahlhorn nach Vechta. Am 1. Mai 1898 ging der Nordabschnitt von Delmenhorst nach Vechta in Betrieb. Von Lohne aus ging es am 1. November 1899 weiter bis Neuenkirchen, ehe am 1. Mai 1900 Hesepe erreicht werden konnte. Zu Bundesbahnzeiten setzte ein Niedergang ein, die Stillegung stand im Raum. Aber die Strecke wurde modernisiert und wird heute von der Nordwestbahn mit ihren Lint-Triebwagen im Stundentakt bedient.

Die Bahnstrecke von Holdorf nach Damme wurde am 1. Mai 1900 durch die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen eröffnet (die Gesellschaft eröffnete auch die anderen hier erwähnten Staatsbahnstrecken). Am 15. Februar 1952 endete unter Regie der Bundesbahn der Reiseverkehr, mit dem Ende der Bundesbahn war auch der Güterverkehr auf den gut sieben Kilometern Geschichte. Zum 1. Januar 1996 erfolgte die Stillegung; mittlerweile ist die Strecke ein Fall für bahntrassenradeln.de. Ebenfalls zu empfehlen ist ein Besuch auf laenderbahn.info.

Ich besuchte beide Stationen am 12. November 2016. Von Osnabrück aus ging es zunächst nach Holdorf und dann nach Hesepe. Der kaputte Zug dort war weggeschafft worden, das Bahnsteiggleis somit wieder frei. Von den Zügen Oldenburg - Osnabrück halten in Hesepe übrigens nur einige wenige.


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Schnipp.


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