Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 13.06.2017, 16:43 (vor 3218 Tagen)

13.06.2017
Nur 3,6 % der täglich 2,2 Millionen Menschen, die täglich die Schweizer Grenzen überqueren, nutzen die Bahn.
Alle anderen sind Pkw-Nutzer, da das Bundesamt für Statistik (BFS) die Nutzer von Fernbussen und Rädern wie auch die Fußgänger nicht erfasst hat. Innerhalb der Schweiz nutzen laut BFS 16,8 % den Zug. Für die SBB ist der niedrige Anteil beim internationalen Verkehr eine Frage der Kantone, die das regionale Angebot bestellen. Derzeit gibt es 23 Bahnstrecken, die ins Ausland führen, eine 24. ist im Tessin in Bau.

http://www.eurailpress.de/news/bahnbetrieb/single-view/news/schweiz-auslandsverkehre-fa...

Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto

Chrispy, Dienstag, 13.06.2017, 17:30 (vor 3218 Tagen) @ Henrik

Für die SBB ist der niedrige Anteil beim internationalen Verkehr eine Frage der Kantone, die das regionale Angebot bestellen. Derzeit gibt es 23 Bahnstrecken, die ins Ausland führen, eine 24. ist im Tessin in Bau.

Ich verstehe hier die Kritik der SBB an den Kantonen nicht wirklich (Falls diese tatsächlich so geäussert wurde). Es sind ja weit mehr Strecken im (Aus)Bau begriffen als die neue linie Mendrisio-Varese. Da wäre das Milliardenprojekt CEVA in Genf, welches Genf mit Annemasse verbinden soll (Link1, Link2). Auch zu erwähnen wäre da die Wiederinbetriebnahme der strecke Delle-Belfort (Link) mit Umsteigemöglichkeiten auf die LGV Rhin-Rhône. Desweiteren investieren der Bund und die Kantone auch in die elektrifizierung der Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen und in den Ausbau für einen stündlichen RE St.Gallen-Konstanz. Sind diese Projekte erst mal fertiggestellt dürfte man sicherlich auch mehr grenzüberschreitenden Regionalverkehr sehen.

Zudem sollte man auch etwas die Rolle der SBB in dem ganzen Spiel beleuchten. Denn es war die SBB welche am Regionalverkehr und dem Autoverlad zwischen Brig und Domodossola so gar kein Interesse mehr bekundete (Link dazu).

Grenzüberschreitendes Angebot hat sich verschlechtert

Mike65, Mittwoch, 14.06.2017, 01:46 (vor 3217 Tagen) @ Chrispy

Zudem sollte man auch etwas die Rolle der SBB in dem ganzen Spiel beleuchten. Denn es war die SBB welche am Regionalverkehr und dem Autoverlad zwischen Brig und Domodossola so gar kein Interesse mehr bekundete (Link dazu).

Der von der SBB betriebene Seehaas fuhr anfangs über die Grenze bis Kreuzlingen. Jetzt endet er in Konstanz. Kein Wunder, das Grenzgänger hier auf das Auto umsteigen.

Grenzüberschreitendes Angebot hat sich verschlechtert

JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 14.06.2017, 02:25 (vor 3217 Tagen) @ Mike65

Der von der SBB betriebene Seehaas fuhr anfangs über die Grenze bis Kreuzlingen. Jetzt endet er in Konstanz. Kein Wunder, das Grenzgänger hier auf das Auto umsteigen.

Als der Seehas noch bis Kreuzlingen (oder weiter) fuhr, wurde er nicht von den SBB betrieben.

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Weg mit dem 4744!

Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto

akbar23, Dienstag, 13.06.2017, 18:54 (vor 3217 Tagen) @ Henrik

Ich kann es irgendwie nicht glauben, dass jeden Tag 2,2 Mio Menschen die Schweizer Grenzen überqueren... 1,1 vielleicht in Eisenach Richtungen, wobei selbst das sehr viel wäre.

79.200 Zugreidende

Blaschke, Dienstag, 13.06.2017, 19:03 (vor 3217 Tagen) @ akbar23

Huhu.

3,6 Prozent sind 79.200 Paxe, die täglich in grenzüberschreitenden Zügen sitzen.

Ob das hinkommen kann?

Schöne Grüße von

jörg

79.200 Zugreidende

Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Dienstag, 13.06.2017, 21:37 (vor 3217 Tagen) @ Blaschke

Glaube ich schon... Vor allem Grenzgaenger in Basel, und noch mehr in Genf. Der Verbund TiLo (Ticino-Lombardia) karrt auch einiges ueber die Grenze in Chiasso.

Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto

tommie, Dienstag, 13.06.2017, 19:03 (vor 3217 Tagen) @ akbar23

Ich kann es irgendwie nicht glauben, dass jeden Tag 2,2 Mio Menschen die Schweizer Grenzen überqueren..

Schonmal an einem Samstag in Konstanz, Jestetten, Singen, etc. gewesen?

(Wobei Konstanz für Einkaufstouristen sogar per GA zu erreichen ist.)

Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto

Meinrad aus Kanada, Oakville, Canada, Dienstag, 13.06.2017, 21:34 (vor 3217 Tagen) @ akbar23

Ich kann es irgendwie nicht glauben, dass jeden Tag 2,2 Mio Menschen die Schweizer Grenzen überqueren... 1,1 vielleicht in Eisenach Richtungen, wobei selbst das sehr viel wäre.

Ich bin mir im Zweifel, was genau "Eisenach Richtungen" sind, aber hier ein paar Zahlen, die die 2.2 Millionen etwas plausibler machen.
Offiziell arbeiten 320'000 Grenzgaenger in der Schweiz, die morgens ueber die Grenze zur Arbeit fahren, und abends wieder zurueck (muessen!). Das sind dann 640'000 Grenzuebergaenge, die meisten davon ueber die Grenze nach Frankreich.

Estaunlicherweise gibt es eine (kleinere) Migration in die Gegenrichtung. Ich selbst kenne einen Schweizer aus Schaffhausen, der als Ingenieur Naehe Singen arbeitet und jeden Tag die Grenze ueberschreitet. Schaetzwert: Vielleicht 25'000 pro Tag.

Weiterhin weisen die Flughaefen jaehrlich uber 50 Millionen internationale Passagiere auf, das sind dann weitere 135'000 Grenzuebertritte pro Tag.

Dann muessten noch etwa 1.4 Millionen Grenzuebertritte in Bus, Bahn und Auto erfolgen. Kommt mir auch viel vor. Die richtig vollbeschaeftigten Uebergaenge wie Chiasso, Konstanz, Genf oder Weil bringen sicher 30'000 oder mehr pro Tag, aber davon gibt es keine 40.

Schweiz: Auslandsverkehre fast ausschließlich mit dem Auto

hema, Mittwoch, 14.06.2017, 13:50 (vor 3217 Tagen) @ Meinrad aus Kanada

Ich kann es irgendwie nicht glauben, dass jeden Tag 2,2 Mio Menschen die Schweizer Grenzen überqueren... 1,1 vielleicht in Eisenach Richtungen, wobei selbst das sehr viel wäre.


Ich bin mir im Zweifel, was genau "Eisenach Richtungen" sind, aber hier ein paar Zahlen, die die 2.2 Millionen etwas plausibler machen.

Vermutlich gemeint 1,1 Millionen (im Schnitt) in einer Richtung.

Offiziell arbeiten 320'000 Grenzgaenger in der Schweiz, die morgens ueber die Grenze zur Arbeit fahren, und abends wieder zurueck (muessen!). Das sind dann 640'000 Grenzuebergaenge, die meisten davon ueber die Grenze nach Frankreich.

Estaunlicherweise gibt es eine (kleinere) Migration in die Gegenrichtung. Ich selbst kenne einen Schweizer aus Schaffhausen, der als Ingenieur Naehe Singen arbeitet und jeden Tag die Grenze ueberschreitet. Schaetzwert: Vielleicht 25'000 pro Tag.

Weiterhin weisen die Flughaefen jaehrlich uber 50 Millionen internationale Passagiere auf, das sind dann weitere 135'000 Grenzuebertritte pro Tag.

Dann muessten noch etwa 1.4 Millionen Grenzuebertritte in Bus, Bahn und Auto erfolgen. Kommt mir auch viel vor. Die richtig vollbeschaeftigten Uebergaenge wie Chiasso, Konstanz, Genf oder Weil bringen sicher 30'000 oder mehr pro Tag, aber davon gibt es keine 40.

Nach der verlinkten Quelle wurden nur Bahn- und Autofahrer erfasst:

Alle anderen [neben Bahnfahrern] sind Pkw-Nutzer, da das Bundesamt für Statistik
(BFS) die Nutzer von Fernbussen und Rädern wie auch die Fußgänger nicht erfasst hat.

Flugreisende werden nicht explizit genannt, sind nach meinem Verständnis aber auch nicht in den 2.2 Millionen enthalten.

LG hema

Wenig verwunderlich

flierfy, Dienstag, 13.06.2017, 18:57 (vor 3217 Tagen) @ Henrik

Die Staatsgrenze ist fast überall auch eine Tarifgrenze. Sie zu überschreiten ist im Bahnverkehr überproportional teurer als innerhalb eines Tarifgebietes zu bleiben. Mit einem Auto sind die Kosten dagegen konstant, egal ob man über Grenzen fährt oder nicht.

Ausserdem benutzen die Meisten dann doch lieber ein Automobil, wenn sie €50'000 in bar über Grenze schaffen. In solchen Situationen hat man ungern Fremde um sich rum.

Schweizer NV für Deutsche auch teuer (P/L)

Höllentalbahn, Dienstag, 13.06.2017, 19:41 (vor 3217 Tagen) @ flierfy

- kein Text -

Ein Deutscher der in der Schweiz arbeitet verdient auch mehr

Chrispy, Dienstag, 13.06.2017, 22:29 (vor 3217 Tagen) @ Höllentalbahn

- kein Text -

Als wer?

wachtberghöhle, Mittwoch, 14.06.2017, 08:30 (vor 3217 Tagen) @ Chrispy

Verdient ein Deutscher in der Schweiz mehr als ein Schweizer in derselben Position?

Ein Deutscher, der in der Schweiz arbeitet und lebt überlegt sich genau wir ein Schweizer, ob er sich VC oder GA anschafft.

Wer pendelt, für den lohnt sich oft das GA.

Ich bin aber ein Deutscher, der in Deutschland gerne lebt und arbeitet und gerne in der Schweiz urlaubt. Mit Familie, als Kleingruppe empfinde ich die Preisgestaltung unabhängig davon als unverschämt.

Als wer?

462 001, Taunus, Mittwoch, 14.06.2017, 08:46 (vor 3217 Tagen) @ wachtberghöhle

Ich bin aber ein Deutscher, der in Deutschland gerne lebt und arbeitet und gerne in der Schweiz urlaubt. Mit Familie, als Kleingruppe empfinde ich die Preisgestaltung unabhängig davon als unverschämt.

Jup, die Preis für Bahnfahrten im gelobten Bahnland sind schon ganz ordentlich.

Tageskarten kann man nur mit Halbtax nutzen. Das HT und die Tageskarten selber haben aber auch einen "guten" Preis.

Da ich oft in der Schweiz bin, habe ich mir ein Halbtax zugelegt.

--
Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

Als Deutsche, die in Deutschland arbeiten.

Chrispy, Mittwoch, 14.06.2017, 09:42 (vor 3217 Tagen) @ wachtberghöhle
bearbeitet von Chrispy, Mittwoch, 14.06.2017, 09:47

Ich bezog diese Aussage auf die Grenzgänger, welche den Grossteil der Grenzübertritte ausmachen. So wie es auch im verlinkten Artikel im Ursprungsbeitrag mehrheitlich um Pendler/Nahverkehr geht.

Die Schweiz ist ein Land mit hohem Lohnniveau, daher auch die Preise. Allerdings gibt es da auch Angebote für Familien und preisbewuste Reisende:

- Kindertageskarte (Für Kinder unter 16 Jahren)

- Swisstravelpass (Für Bahnreisen ab 3 Tagen)

- Sparbillette (Für flexible Reisende)

- Halbtax (Rechnet sich oft schon ab wenigen Fahrten und ist in DE, AT, FR, IT und FL erhältlich)

Als Deutsche, die in Deutschland arbeiten.

JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 14.06.2017, 09:50 (vor 3217 Tagen) @ Chrispy

- Sparbillette (Für flexible Reisende)

Nein, für eben nicht flexible Reisende. Die haben nämlich Zugbindung.

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Weg mit dem 4744!

Als Deutsche, die in Deutschland arbeiten.

musicus, Mittwoch, 14.06.2017, 09:53 (vor 3217 Tagen) @ JeDi

- Sparbillette (Für flexible Reisende)

Nein, für eben nicht flexible Reisende. Die haben nämlich Zugbindung.

Er meinte sicherlich Reisende, die so flexibel sind, dass sie die konkrete Verbindungswahl dem niedrigen Preis unterordnen können.

Als Deutsche, die in Deutschland arbeiten.

JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 14.06.2017, 09:59 (vor 3217 Tagen) @ musicus

Er meinte sicherlich Reisende, die so flexibel sind, dass sie die konkrete Verbindungswahl dem niedrigen Preis unterordnen können.

OK, so ist die Aussage natürlich sinnvoll. Danke!

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Weg mit dem 4744!

Genau so war's gemeint.

Chrispy, Mittwoch, 14.06.2017, 11:29 (vor 3217 Tagen) @ musicus

- kein Text -

Als wer?

Aphex Twin, Mittwoch, 14.06.2017, 17:59 (vor 3217 Tagen) @ wachtberghöhle

Ich bin aber ein Deutscher, der in Deutschland gerne lebt und arbeitet und gerne in der Schweiz urlaubt. Mit Familie, als Kleingruppe empfinde ich die Preisgestaltung unabhängig davon als unverschämt.

Es ist unverschämt dass der Kurs des Schweizer Franken allein in den letzten zehn Jahren um 50% gegenüber dem Euro gestiegen ist?

Als wer?

GibmirZucker, Mittwoch, 14.06.2017, 20:18 (vor 3216 Tagen) @ Aphex Twin

Es ist unverschämt dass der Kurs des Schweizer Franken allein in den letzten zehn Jahren um 50% gegenüber dem Euro gestiegen ist?

Anders: Es ist unverschämt, dass der Euro gegenüber dem Franken um über einen Drittel gesunken ist? Dannn bitte sich bei der richtigen Adresse beschweren....

YEAH. Wasser auf meine Mühle!

Blaschke, Dienstag, 13.06.2017, 19:07 (vor 3217 Tagen) @ Henrik

Huhu.

Mein langjähriges Reden: grenzüberschreitende Züge einstellen!!!!!!

Ich fühle mich bestätigt. Für die paar wenigen Hanseln muss man den Aufwand nicht betreiben.

Mögen die Bahnen ENDLICH die Konsequenzen draus ziehen!!!

Schöne Grüße von

jörg

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