Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut - Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Samstag, 27.05.2017, 17:58 (vor 3228 Tagen) @ TD

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...und so folge ich noch der stillgelegten Strecke zum früheren Bahnhof Kammer-Schörfling. Durch die Verkürzung der Strecke konnten zwei Bahnübergänge aufgelassen und seenahe Immobilienflächen für eine andere Nutzung gewonnen werden.

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Der alte Bahnhof soll abgerissen werden, ist bei meinem Besuch aber noch unversehrt und atmet noch den Geist der 70er-Jahre.

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Das Gebäude ist verschlossen, durch das Fenster ist ein Blick ins Innere mit Warteraum und Schalter möglich.

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Rechts zwischen den Gebäuden ist der Attersee zu erahnen. Die Gleise führten früher sogar noch ein Stück weiter bis ans Seeufer. Kammer war ursprünglich als Seebahnhof konzipiert, um Güter von der Bahn aufs Schiff umzuladen. Auch eine Rollbahn für den Stückgutverkehr gab es damals.

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Schließlich kehrt auch mein Bruder von seiner Angeltour zurück. Während ich auf einen interessanten und erfolgreichen Bahntag zurückblicken kann, ist auch mein Bruder angesichts acht Hechten mit der Ausbeute überaus zufrieden und wir verbringen den Abend nun am Ufer des Attersees.

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Tag 8: Kammer-Schörfling – Vöcklabruck – Salzburg – Zürich - Konstanz

So, der letzte Reisetag ist angebrochen, heute fahren wir zurück nach Hause an den Bodensee. Dazu fahren wir zunächst mit dem Kammerer Hansl nach Vöcklabruck und dann via Salzburg und über die Arlbergstrecke.

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Vorbei an der Pfarrkirche von Seewalchen...

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...laufen wir am Ufer des Attersees zum Haltepunkt Kammer-Schörfling. Bei diesem traumhaften Wetter fällt der Abschied vom Salzkammergut schwer. Am linken Ufer das Seeschloss Kammer. Wie auch gestern steht ein Triebwagen der Reihe 5047 zur Fahrt nach Vöcklabruck bereit.

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Noch ein Blick zurück bei der Ausfahrt aus Kammer-Schörfling, links der Endhaltepunkt. Die Ager fließt von hier zur Traun, auf dem Fluss wurde früher Flößerei betrieben, auch die Geschichte der Lenzing AG ist mit dem Fluss verbunden.

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Die Höchstgeschwindigkeit auf der Kammerer Bahn liegt bei 60 Stundenkilometern, eine gute Viertelstunde dauert die Fahrt bis Vöcklabruck. Die letzten etwa zwei Kilometern verlaufen auf den Gleisen der Westbahn.

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Mit einem Intercity fahren wir anschließend auf der Westbahn nach Salzburg. Rund vierzig Minuten dauert die Fahrt durch die sanfte Landschaft des Alpenvorlands.

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In Salzburg wechseln wir auf den Railjet nach Zürich. Der RJ 162 kommt aus Budapest und hat hier in Salzburg etwa die Hälfte seiner Fahrzeit hinter sich.

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Der Zug fährt über das Deutsche Eck, also die deutsche Bahnstrecke über Rosenheim und Kufstein (nicht dass jetzt hier wieder jemand an Koblenz denkt). Hier passieren wir gerade das Ettendorfer Kircherl im Chiemgau.

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Zwischendurch schauen wir mal, was das Onlineportal im Zug zu bieten hat. Es gibt es den Fahrplan mit Fahrtverlauf und Anschlussinformationen, außerdem...

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...Infos zur Fahrt wie die aktuelle Geschwindigkeit. Ich frage mich ja, warum man hier kein Foto einer Lok im Railjet-Design verwendet hat, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen.

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Außerdem kann man sich durch die Wagen klicken und die jeweiligen Ausstattungsmerkmale anzeigen lassen, beispielsweise Wagen 26, in dem wir sitzen. Und im Wagen 25 können wir schon mal die Speisekarte anschauen.

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Und dann gibt es noch die ORF TVthek mit Nachrichten und Infotainment. Wir verfolgen nun aber lieber wieder das Live-Kino am Zugfenster,...

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...denn der Zug hat die Tunnelstrecke der Unterinntalbahn verlassen und wir fahren durch das Flusstal gen Innsbruck, gleich queren wir den Inn.

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Dann beginnt die Fahrt auf der Arlbergstrecke. Von Innsbruck aus überwindet der Zug nun über 700 Höhenmeter hinauf zum Scheitelpunkt im Arlbergtunnel auf 1.311 Metern über dem Meer.

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Ist es nur meine subjektive Wahrnehmung, dass die Zuverlässigkeit der Gastronomie im Railjet höher ist als bei einer gewissen anderen Bahn? Ich finde auch die Karte mit den österreichischen Gerichten gut, heute serviert Henry am Zug überbackene Pilzfleckerl.

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So, und hier sind wir auch schon auf der Talfahrt hinunter nach Vorarlberg. Dann fahren wir durch das Fürstentum Liechtenstein und über den Rhein ins schweizerische Buchs.

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Jetzt kommen auch schon die beiden Klassiker, dich ich wohl bei jedem Reiserbericht auf dieser Strecke im Portfolio habe: die Fahrt entlang der beiden so unterschiedlichen Seen, erst der Walensee mit den schroff abfallenden Felswänden, danach der Zürichsee mit der sanften Uferlinie.

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Die Reise ist nun bald auserzählt, ein letztes Mal wechseln wir den Zug und steigen in Zürich um auf einen Interregio nach Konstanz.

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Im Stadtgebiet von Zürich queren wir die Limmat, dann geht es über Winterthur, Frauenfeld und Weinfelden an den Bodensee. Das letzte Bild zeigt die Fahrt über den Seerücken von Weinfelden nach Konstanz, damit schließen wir diesen Bericht.

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Vielen Dank für das Interesse an dem Reisebericht und die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den bisherigen Teilen.

Im echten Leben ging es nur vier Tage später schon auf die nächste Tour, allerdings bin ich mit den Reiseberichten nicht ganz so schnell. Deshalb dauert es jetzt etwas, bis es irgendwann weiter geht in den Süden.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Tobias

PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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