Acht Tage zwischen Ostsee und Salzkammergut 2/6 Fortsetzung (Reiseberichte)
Gegen 22 Uhr finden wir uns im U-Bahnhof Deutsche Oper ein. Der Bahnhof in Charlottenburg wurde 1906 unter dem Namen Bismarckstraße eröffnet und später mehrfach umbenannt. 1983 wurde der Bahnhof modernisiert und verlor seine ursprüngliche Gestaltung. Im Jahr 2000 brannte ein Zug im Bahnhof aus, wodurch auch der Bahnhof schwer beschädigt wurde. Bei der nun folgenden Sanierung wurde der Bahnhof wieder in den Ursprungszustand versetzt. Der Bahnhof hat zwei Bahnsteige mit vier Gleisen, wobei für den Regelverkehr nur die Außengleise genutzt werden. Somit stehen die Mittelgleise für Einsatzzüge und andere Zwecke zur Verfügung – so auch für das U-Bahn-Cabrio.
Die Berliner Verkehrsbetriebe bieten zu bestimmten Terminen Nachtfahrten durch den Berliner Untergrund an. Für diese ungewöhnlichen Rundfahrten steht ein Zug mit offenen Plattformwagen bereit, wir sind auf die Tour um 22.30 Uhr gebucht.
Die offenen Loren sind mit Sitzplattformen versehen, für jeden Fahrgast liegt ein Schutzhelm bereit, zudem erhält man ein Headset für die Moderation.
Dann kann die Tour jetzt ja starten. Mit etwa 35 Stundenkilometern geht es durch den Untergrund. Zunächst fahren wir durch das Überführungsgleis zum U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz, dann geht es auf den Gleisen der U 7 zum U-Bahnhof Berliner Straße.
Während der Fahrt gibt ein Moderator interessante Informationen zur Geschichte der Berliner U-Bahn und den U-Bahnhöfen, zur Tunnelbauweise und der Technik. Als wir durch den Bahnhof Konstanzer Straße fahren, passiert dem Moderator allerdings ein Fauxpas, erklärt er den Ort doch tatsächlich zu einer „schwäbischen Stadt“. Gut, für einen Berliner mag Konstanz irgendwo tief im Süden sein wenn nicht schon in der Schweiz – aber muss man deswegen gleich Badener zur Schwaben machen?
Nachdem wir am Bahnhof Berliner Straße auf die Strecke der U 9 gewechselt hatten und dann durch den Verbindungstunnel am U-Bahnhof Leopoldplatz gefahren waren, haben wir bei diesem Bild den U-Bahnhof Seestraße der U 6 erreicht. Hier gibt es eine Foto- und Toilettenpause. Wir nutzen den Aufenthalt für einen Blick auf den Zug. Die Akku-Lok 4052 wurde 1997 gebaut, sie ist 40 Stundenkilometer schnell und wird über Batterie- oder Stromschienenspannung angetrieben.
Am anderen Ende hängt ein Steuerwagen, der zweiachsige Spitzenwagen stammt aus dem Jahr 1999. Weiter geht die Fahrt zum Nauener Platz, dann auf der U 8 zum Hermannplatz und auf der U 7 wieder zum Richard-Wagner-Platz sowie zum Start- und Zielbahnhof Deutsche Oper.
Sehr amüsant ist auch die Fahrt durch die Bahnhöfe. Die Reaktionen der dort wartenden Fahrgäste sind ein Erlebnis für sich, wenn statt eines erwarteten U-Bahnzugs die Wagenschlange mit den behelmten Fahrgästen auftaucht. Bei der ungewöhnlichen Fuhre wechseln die Gesichtsausdrücke zwischen Überraschung, Erstaunen und Erheiterung.
Nach rund zwei Stunden und einer zurückgelegten Strecke von etwa 35 Kilometern endet schließlich diese außergewöhnliche Stadtrundfahrt. Bis vor ein paar Jahren gab es mit der Panorama-S-Bahn ja auch die Möglichkeit für eine oberirdische Schienenrundfahrt durch Berlin. Wie ist es eigentlich um jenen Zug bestellt, wird er jemals wieder fahren?
Wir sind nun aber am Ende dieses Berichtsteils angelangt. Am dritten Reisetag geht es an die Ostsee, aber dazu dann mehr in den nächsten Tagen.
Viele Grüße
Tobias
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TD,
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TD,
13.05.2017, 17:26
- Danke für deinen Bericht! -
Berlin-Express,
13.05.2017, 21:25
- Danke für deinen Bericht! +1 - JeDi, 17.05.2017, 10:49
- Danke! - oppermad, 15.05.2017, 07:53
- Vielen Dank:) - 462 001, 15.05.2017, 19:19
- Danke für deinen Bericht! -
Berlin-Express,
13.05.2017, 21:25
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