Der Mittwochsbahnhof, Teil 20 (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 10.05.2017, 18:45 (vor 3240 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Mittwoch, 10.05.2017, 18:45

Moin.

Das Zugangebot ist so gut wie nie. Da liegt es doch nahe, daß man per Bus anreist, oder? ;-)


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Lange Zeit war sie ein Stiefkind im Regionalverkehr: Stundenlange Taktlücken machten Fahrten von und zu Unterwegsstationen der Strecke Groß Gleidingen - Hildesheim unattraktiv. Das änderte sich zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015, als das ElektroNetz Niedersachsen Ost seinen Betrieb aufnahm, das sich ganz akronym Enno nennt. Eingesetzt werden Grinsekatzen aus salzgitteraner Produktion (Baureihe 1440) in seltsamen, aber nicht uneleganten, Farben und mit seltsamen Sitzen; der Betreiber ist Metronom. Somit besteht eine ziemliche Inkongruenz zwischen den Farben der Züge und der Unternehmensbekleidung des Personals. Das Enno-Netz unter Federführung des Zweckverbandes Großraum Braunschweig umfasst den RE 30 Hannover - Wolfsburg und den RE 50 Hildesheim - Wolfsburg. Letzterer bedient als ersten Zwischenhalt hinter Hildesheim Hoheneggelsen. Und das im Stundentakt mit mo-fr neunzehn Zugpaaren. Im Jahresfahrplan 2015, also vor Inkrafttreten des Verkehrsvertrages, waren es zehn weniger.


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Die Bahnstrecke Groß Gleidingen - Hildesheim war einstmals dafür bekannt, die einzige längere eingleisige Strecke Deutschlands mit stündlichem ICE-Verkehr und Zugkreuzungen mit dem Regionalverkehr auf der Strecke zu sein, denn die ADAC-Bahn sieht ja bekanntlich fast nur Intercitys. Aber seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2012 wird die Strecke zweigleisig betrieben. Im Zusammenhang mit dem zweigleisigen Ausbau verschwanden auch die örtlich bedienten Stellwerke (für Hoheneggelsen nennt stellwerke.de den 16. Oktober 2011 als Tag der Außerbetriebnahme).
Der Bau der Strecke erfolgte erst einige Jahre, nachdem die ersten Ideen aufgekommen waren: Am 16. August 1888 wurde der Abschnitt Hildesheim - Hoheneggelsen in Betrieb genommen, am 1. Februar des Folgejahres auch die Fortsetzung nach Groß Gleidingen. Dort schließt unsere Strecke an die Hauptbahn Hannover - Helmstedt an. Seit dem 25. Mai 1976 besteht elektrischer Betrieb. Nach der Wiedervereinigung besteht seit 1991 nennenswerter Fernverkehr in der Relation Berlin - Frankfurt (Main), seit 1993 sind hier ICEs zu sehen.

Hoheneggelsen wurde 1046 als Ecgoluesheim erstmals erwähnt. Es liegt am alten Handelsweg zwischen Braunschweig und Hildesheim, heute Teil der Bundesstraße 1. 1235 wurden die Kirchen des Ortes erstmals erwähnt, die Wehrkirche St. Martinus im Ober- und sowie St. Matthias im Unterdorf. 1542 wurde die Reformation eingeführt. Am 1. März 1974 wurde Hoheneggelsen Teil der Gemeinde Söhlde. Die Namensgebung gefiel in Hoheneggelsen nicht und so wurde per Landesgesetz die Gemeinde am 1. Mai 1981 in Hoheneggelsen umbenannt. Das wiederum gefiel Justitia nicht: Am 12. Januar 1982 erklärte das Bundesverfassungsgericht die Umbenennung für nichtig. Sie sei ein unzulässiger Eingriff ins Namensrecht der Gemeinde gewesen. Am 7. April 1982 erfolgte die offizielle Rückumbenennung.

Hoheneggelsens Bahnhof liegt außerhalb des Ortes. In seiner Umgebung befindet sich die 2005 geschlossene Sondermülldeponie, die den Ort auch überregional bekannt machte. Wir beginnen unseren Besuch im Oberdorf und gehen via Unterdorf und den heutigen Haltepunkt zum modernen Bahnhof.


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1 St. Martin.


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2 Straßenkreuzung.


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3 Die Hauptstraße heißt auch so.


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4 Die Heimatstube, am Thieplatz.


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5 Nochmal die Hauptstraße. Die Gastwirtschaft nennt sich "Restaurant", aber den Saal, den gibt es.


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6 St. Matthias. Im Winter ist hier dreimal im Monat Gottesdienst, im Sommer nur einmal.


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7 Die ersten Meter der Bahnhofstraße.


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8 Eine Kurve. Wie so oft ist auf den Bildern aus dem Spätsommer 2016 ein Wahlplakat zu sehen. Mann mit Bart, Brille und Schlips.


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9 Nach der Kurve.


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10 Am Ortsende ist immer noch kein Bahnhof in Sicht.


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11 Blick zurück zum Oberdorf mit Kirche und dem Tudor-Herrenhaus des Ziegeleibesitzers (links). Davor ein kleines Neubaugebiet.


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12 Der Zug ist weg.


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13 Wir kommen!


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14 Richtung Hildesheim.


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15 Richtung Groß Gleidingen.


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16 Die Bahnsteige wurden beim Streckenausbau nicht angerührt.


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17 Dem Empangsgebäude wurden immerhin ein paar Stahlplatten und eine neue Tür verpasst.


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18 Nur den Stationsnamen kann man nicht lesen, aber den wißt ihr ja schon.


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19 Gleich geht es weiter, aber das Bild erspare ich euch.


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20 Groß Himstedt.


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21 Auf Gleis 2 fahren die Züge gen Hildesheim.


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22 Wir nehmen stattdessen diesen Weg.


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23 Denn der führt zum Empfangsgebäude.


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24 Von der anderen Seite.


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25 Noch ein Zug gen Hildesheim.


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26 Das heutige Bahnhofsgebäude.


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27 Der Bahnübergang zwischen Steinbrück und Groß Himstedt.


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28 Östlich von ihm der moderne Überholungsbahnhof. Am anderen Ende sieht es >>so<< aus.


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29 Signalparade.


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30 Von der Rückseite.


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31 Zurück am Empfangsgebäude.


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32 Die Haustür. Ob alles richtig gemacht wurde, möge man bitte vor Ort erkunden.


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33 Bahnsteigbild.


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34 Zu den Zügen.


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35 Fahrradbügel.


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36 Technikschränke und Funkmast.


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37 Ohne Worte.


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38 Ein paar Häuser stehen am Bahnhof. Die paar Anwohner hier haben einen besseren Anschluß an den öffentlichen Verkehr als die gut 1900 Einwohner des Dorfes. Aber dorthin gibt es mo-fr auch 15 Fahrten.


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39 Glücksspielautomat.


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40 Und wir warten weiter auf den Zug.


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Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

(OT:) Sören, ich bin schockiert!

Blaschke, Mittwoch, 10.05.2017, 19:59 (vor 3240 Tagen) @ Sören Heise

Huhu.

denn die ADAC-Bahn sieht ja bekanntlich fast nur Intercitys.

Wie bitte???

Planmäßig wird auch die ADAC-Bahn im Stundentakt in jede Richtung vom Nahverkehr befahren!

Deswegen heißt sie ja auch so. Wegen der Unterwegshalte

Amelsbüren
Davensberg
Ascheberg
Capelle


Schöne Grüße von

jörg

(OT:) Sören, ich bin schockiert!

Marvin-GE, NRW, Mittwoch, 10.05.2017, 20:08 (vor 3240 Tagen) @ Blaschke

Huhu.

denn die ADAC-Bahn sieht ja bekanntlich fast nur Intercitys.


Wie bitte???

Planmäßig wird auch die ADAC-Bahn im Stundentakt in jede Richtung vom Nahverkehr befahren!

Er wollte sagen, dass im Fernverkehr fast nur IC fahren und nur selten mal ein ICE.

Richtig

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 12.05.2017, 19:12 (vor 3238 Tagen) @ Marvin-GE
bearbeitet von Sören Heise, Freitag, 12.05.2017, 19:12

Er wollte sagen, dass im Fernverkehr fast nur IC fahren und nur selten mal ein ICE.

Das ist korrekt erkannt. Ich habe leider keine Goldwaage für meine Worte. Oder Wörter. Immerhin kann ich meinem Schwedisch-Wörterbuch entnehmen, dass Goldwaage auf schwedisch guldvåg heißt. Och guldvåg heter på tyska Goldwaage, säger den svensk-tyska delen.


Mvh Sören

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