HSL-Zuid: "Kreuzung war's nicht, eher kaputtes Handy" :) (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 17.12.2009, 10:34 (vor 5968 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Donnerstag, 17.12.2009, 10:35

Hallo ICE-Fans,


Gute Zeiten, schlechte Zeiten auf der HSL-Zuid: eine neue Folge in diesem tragikomischen Seifenoper!

Ich berichtete schon über das Kreuzungsphänomen. Genauer: zwei THA durften sich nicht innerhalb 4 Minuten über die Grenze fahren. Wenn doch, löst ERTMS beim zweiten Zug eine Zwangsbremsung aus.

Mitglieder von einem NL-Eisenbahnforum haben die Kreuzung zweier Thalys als Ursache des Ausfallens widerlegt:
Wenn der THA nach Paris um nn:15 über die Grenze fährt und der THA von Paris macht dasselbe um nn:45, wie sollen denn die beiden Züge genau an der Grenze kreuzen?
"Sollten die beiden Züge trotzdem dort kreuzen, muss also einer der beiden +30 haben. Also bitte zuerst das Problem lösen, bevor man wieder 'das böse, böse ERTMS' in die Tonne kippt!"
Und die Probleme des Ausfallens gibt es kontinuierlich, nicht zufälligerweise.

Was könnte dann der Grund sein...?

Jetzt vermutet man eine Lücke im GSM-R Netzwerk. Wir wissen: ERTMS (Management) = ETCS (Sicherung) + GSM-R (Kommunikation). Freiwillige vom Forum haben sich schon gemeldet, die Empfangqualität des Grenzgebietes mit einem Handy zu testen...:)))

Inzwischen versuchen Infrabel (BE) und Infraspeed (NL) einander den Schuld der Verspätungen in die Schuhe zu schieben...

Trivia: "opeenshadikhet" (deutsch: "einmal hatte ich es im Kopf") ist ein NL-Eisenbahnforum, in dem auch Mitarbeiter von NS, Prorail, NS Hispeed und Railion beteiligt sind. Inklusive Lokführer, Schaffner, Fahrplanschreiber usw.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

HSL-Zuid: "Kreuzung war's nicht, eher kaputtes Handy" :)

Fabian318, Münster i. W., Donnerstag, 17.12.2009, 15:41 (vor 5968 Tagen) @ Oscar (NL)

Wir wissen: ERTMS (Management) = ETCS (Sicherung) + GSM-R (Kommunikation)

Aber mit GSM-R werden in ETCS L2 doch auch die Fahrfreigaben erteilt, so dass bei fehlendem GSM-R-Netz eine Zwangsbremsung erfolgt, ähnlich wie wenn es im LZB-Kabel eine Störung gibt.

Naja, und das Abprüfen des Empfangs wird nichts bringen, da die wenigsten Personen ein GSM-R-Gerät besitzen, sondern nur "normales" GSM...

HSL-Zuid: "Kreuzung war's nicht, eher kaputtes Handy" :)

JW, Freitag, 18.12.2009, 00:21 (vor 5968 Tagen) @ Fabian318

Hallo Fabian,

eine Funklücke im GSM-R führt nicht sofort zu einer Zwangsbremsung, denn der Zug hat ja eine gültige Movement Authority bis zum Streckenkilometer xy. Ein Problem mit der Funkabdeckung entsteht eigentlich nur dann, wenn die Movement Authority im Funkloch endet und der Zug dann dort zum stehen kommt. Dann besteht entsprechend keine Möglichkeit dem Zug eine neue Movement Authority zu übermitteln.
Es ist aber im ETCS Datenmodell vorgesehen, Funklöcher und Bereiche mit schlechten Empfang zu definieren. Dann erteilt die Streckenzentrale RBC keine Movement Authoritys die in diesem Bereich enden. Der Zug muss also vor dem Funkloch halten oder er darf über das Funkloch hinaus fahren.
Es gibt mit ERTMS-Regional auch eine kostenoptimierte Nebenstrecken-Variante, in der dieses Feature eingesetzt in dem nur in den Bahnhofsbereichen GSM-R installiert werden muss. Dadurch hat man zwar eine niedrige Streckenkapaziät, da ein Zug erst abfahren kann wenn der vorrausfahrende Zug aus dem Funkloch ist, aber auf Nebenstrecken, die heute im Zugleitbetrieb betrieben werden ist dies ein erheblicher Fortschritt.

Gruß Jörg

HSL-Zuid: "Kreuzung war's nicht, eher kaputtes Handy" :)

sappiosa, Donnerstag, 17.12.2009, 20:57 (vor 5968 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Gute Zeiten, schlechte Zeiten auf der HSL-Zuid

So langsam möchte ich fragen: Hatte die eigentlich schon mal gute Zeiten?

Mitglieder von einem NL-Eisenbahnforum haben die Kreuzung zweier Thalys als Ursache des Ausfallens widerlegt:
Wenn der THA nach Paris um nn:15 über die Grenze fährt und der THA von Paris macht dasselbe um nn:45, wie sollen denn die beiden Züge genau an der Grenze kreuzen?
"Sollten die beiden Züge trotzdem dort kreuzen, muss also einer der beiden +30 haben. Also bitte zuerst das Problem lösen, bevor man wieder 'das böse, böse ERTMS' in die Tonne kippt!"

Du siehst mich etwas irritiert...
Wenn sich die beiden Züge fahrplanmäßig an der Grenze nicht kreuzen, warum sollte das dagegensprechen, dass ERTMS aufgrund eines Fehlers die Grätsche macht, wenn sie es ausnahmsweise mal doch tun? 30 Minuten Verspätung sollen halt gelegentlich vorkommen :-( , und dass dazu vorher schon etwas schiefgegangen sein muss, ist keine Entschuldigung für einen weiteren Fehler.

Und die Probleme des Ausfallens gibt es kontinuierlich, nicht zufälligerweise.

Tja, das steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Übrigens: Wenn ERTMS eine Zwangsbremsung auslöst, muss das doch noch nicht den Strom im Zug lahmlegen?


Jetzt vermutet man eine Lücke im GSM-R Netzwerk. Wir wissen: ERTMS (Management) = ETCS (Sicherung) + GSM-R (Kommunikation). Freiwillige vom Forum haben sich schon gemeldet, die Empfangqualität des Grenzgebietes mit einem Handy zu testen...:)))

Ist doch gut, wenn man mal ein einfaches Test-Werkzeug hernehmen kann :-) .

Bleibt natürlich die Frage, ob das nicht bei Testfahrten hätte auffallen müssen. Ich kann nur vermuten, dass DB nicht die einzigen sind, die an der Erprobung sparen. :-((


Inzwischen versuchen Infrabel (BE) und Infraspeed (NL) einander den Schuld der Verspätungen in die Schuhe zu schieben...

Schon klar. Wichtig ist nicht, die Lage zu verbessern, wichtig ist, dass man selbst nicht schuld an der Lage war.

@ICE-T-Fan: So langsam möchte ich diesem Deinem Beitrag entgegenhalten, dass wir in Deutschland offenbar im Vergleich doch gar nicht so schlecht dastehen, wie wir glauben.

Tot ziens
Daniel (aka Sappiosa)

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