[CA] Mit Viarail durch Ostkanada I: Toronto (m.v.B.) (Reiseberichte)

kcp, Dienstag, 21.03.2017, 21:12 (vor 3290 Tagen)

Hiho,

weil mir der Sinn nach Winter stand, ging es für drei Wochen mit Via Rail durch den Osten Kanadas. Los ging es in Toronto (und dann weiter nach Niagara Falls, London, Windsor, Kingston, Ottawa, Montréal, Québec City und Halifax).

In den ersten 24 Stunden hatte ich den Eindruck, der Trip stände unter keinem guten Stern: Mein IC zum Flughafen war 30 Minuten zu spät, bei der Airportsecurity hieß es auch eine halbe Stunde warten (die waren von Anzahl der Leute, die kurz vor Karneval fliegen wollen, irgendwie überrascht), der Flieger startete mit über einer Stunde Verspätung (als Folge der Unwetter über Brexitanien am Tag vorher), in Toronto fuhr der UP Express im 30- statt normalen 15-Minutentakt (wie ich später erfahren sollte, hatte morgens ein Ausfall der Leitstelle der Canadian National den Zugverkehr zum Erliegen gebracht) und das Hotel wollte mir Geld fürs Frühstück abnehmen, obwohl ich einen Inklusivtarf gebucht hatte (was sich aber dank meines Ausdrucks der Buchungsbstätigung zu meinen Gunsten klären lies). Nach dem Anfang, konnte es nur noch nach oben gehen - und das ging es dann auch ;-).

Nach dieser Vorrede, zu den Eindrücken aus Toronto (da war von Winter nichts zu spüren, sondern es herrschten 12° und meist Sonne). Ein kurzer Fährhüpfer hinüber nach Toronto Island erlaubt einen tollen Bild auf die Skyline mit dem Wahrzeichen "CN Tower"

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Große Bahn

Zu dessen Füßen kann man den Bahnverkehr zur Union Station verfolgen. Ein Zug des Union Pearson Express, der zwischen Flughafen und Union pendelt (Einzelfahrt kostet 12 CAN-$).

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Ein Zug von Via Rail (in der 150-Jahre-Kanada-Sonderlackierung) und im Hintergund ein Vorort-Zug von Go Transit (deren grüne 10-Dosto-Wagen-Garnituren, sind schon ein eindrucksvoller Anblick)

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Steuerwagen von Go Transit

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Einen kurzen Fußmarsch weiter, zieht eine Diesellok von Go vor Hochhauskulisse die Wagen zur Union Station

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Im Hintergrund schleicht sich eine Straßenbahn durchs Bild (man beachte auch die verschieden Grünvarianten der Go-Wagen).

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Via Züglein mit 4 Wägelchen trifft auf Go Lindwürmer

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Go Züge warten auf ihren Einsatz in der abendlichen Rush Hour

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Die Go-Kampagne zur mehr Sicherheit an Bahnübergängen regt zum Nachdenken an

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Das Design der GE Genesis Lokomotiven gefällt mit einfach

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Die Hauptarbeitstiere von Via sind aber die GMD F40PH - hier in der Anfahrt zur Union Station

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Tram

Toronto hat ein recht großes Straßenbahnnetz mit einem gemischten Fuhrpark. Eher rustikal diese Bahn (im Hintergrund die anglikanische Kathedrale)

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Tramway in the night, ...

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Modell Rustikal-Gelenk (oder rote Tram trifft rotes Haus)

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Bei den alten Bahnen steigt man vorne beim Fahrer ein und wirft sein Token (ja, sowas gibt es noch) in einen Einwurfschlitz. In neuen Bahnen kommt man nicht mehr dem Fahrer in Kontakt, sondern wirft sein Token in einen Automaten im Fahrzeug. Der spuckt dann ein Transfer-Ticket als sogenannten "Proof of Payment" (kurz POP) aus, damit man bei einer Kontrolle nachweisen kann, daß man gezahlt hat. Bei der Straßenbahn scheint die TTC (der Betreiber des ÖPNV) die Linien schrittweise mit der Umstellung auf die neuen Bahnen auch auf POP umzustellen. Auch in der Subway war man gehalten, sich ein Transfer zu ziehen, wenn man mit Token zahlt.

Neue Tram trifft alte Architektur

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Neben Tokens gibt es noch Presto-Smartcards für Pendler und Tageskarten (sogenannte Passes) entweder auf Papier oder per App. Bei der Papiervariante rubbelt man den Tag frei, andem man den Pass nutzt. Links der jungfräuliche Pass, rechts in Nutzung und im Hintergrund die App-Variante (die habe ich am ersten Tag genutzt, weil ich mir dem Gang zum Schalter nach der Ankunft ersparen wollte). In der Subway kommt man mit Pass (auch auch App) - im Gegensatz zu Presto und Token nicht durch die Drehkreuze - sondern muß immer am Schalter vorbei und vorzeigen. In der Straßenbahn kann damit aber (wie mit Presto) einsteigen wo man will, weil Pass und App als POP zählen.

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Regelmäßige Kontrollen, ob man sein POP dabei hat, gab es im Verbindungsgang von der (unterirdischen) Tramstation zur Subway an der Union Stattion, weil man auf diesem Weg ohne Drehkreuz zur Subway kommt.

Subway

Nachdem die Subway schon ein paar Mal erwähnt wurde, jetzt ein paar Bilder. Da das Netz auch oberidische Teile hat, ließen sich die Züge bei natürlichem Licht ablichten. Ein Zug der neueren Bauart (Toronto Rocket genannt) in der Anfahrt auf "Davisville" (Linie 1)

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An der Station liegt ein Depot. Dieser Zug schlängelt sich zur Abstellung

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Blick die Gleisanlagen des Depots

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Gleich heißt es abtauchen gen Downtown

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Zugkreuzung auf der Linie 1

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Die Halteansagen waren lustig, weil der Name der Station immer doppelt genannt wurde: "The next station is Queen (kurze Pause) Queen Station". Ein Blick in Innere

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Säulenkunst in der Haltstelle "Museum"

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Das Gebäude des nahgelegenen "Royal Ontario Museums" ist auch ein echter Hingucker

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Auf der Linie 2 fahren ältere Fahrzeuge. Hier in der Anfahrt auf "Warden"

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Randnotiz: Subway und Straßenbahn in Toronto fahren nicht mit Normalspur, sondern mit Spurweite 1495 mm.

An die Linie 2 schließt die "Scarborough Rapid Transit"-Linie (kurz RT) an (auf einer geschmackvoll in die Landschaft geknallen Hochtrasse). Einige Züge waren blau lackiert

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Es gibt seit Jahren Diskussionen, wie mit der RT umgegangen werden soll, weil die Kapazitäten nicht mehr ausreichen und sie ein Fremdkörper ist, weil sie nicht zum restlichen Subwaynetz kompatibel ist (wenn man Wikipedia glauben darf, war die Technikauswahl damals eher nach politischen, denn verkehrtechnischen Kriterien erfolgt). Auch werden die eingesetzen Fahrzeuge von Bombardier nicht mehr gebaut, die Nachfolgemodelle würden große Umbauten der Stationen erforden. Daher soll die Subwaylinie 2 (um eine Station) bis Scarboruogh verlängert werden (aber nicht über die aktuelle RT Trasse, sondern mit einem anderen Streckenverlauf) - die ganze Nummer hat aber ein Millarden-$-Preisschild. Ursprüngliche Pläne der Erschließung von Scarborough mit Straßenbahnen sind unter dem Koks-Bürgermeister Ford gekippt worden.

Das Innenleben der RT

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