Drei Tage durch die Schweiz (Teil 3b m. 53 B.) (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 21.03.2017, 18:35 (vor 3290 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum letzten Teil unserer Schweiztouren. Wir schreiben den dritten Reisetag, im Teil 3a waren wir über die Rigi nach Vitznau gefahren und hatten für die Weiterreise am Ufer des Vierwaldstättersees den Bus nach Brunnen genutzt.

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Am Bahnhof von Brunnen wechseln wir nun wieder auf die Bahn, auf unserem Plan steht jetzt der InterRegio auf der Gotthardbahn bis Göschenen.

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Der Zug verfügt über einen Panoramawagen, wobei ich für die Fahrt auf der Gotthardbahn den Blick aus dem letzten Wagen als Alternative entdecke.

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Über die Gotthard-Bergstrecke wurde im Zusammenhang mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels viel geschrieben und es waren viele Bilder zu sehen. Von daher halte ich mich etwas zurück und lasse nur ein paar Bilder der Gebirgsbahn sprechen.

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Gut, die Pfarrkirche von Wassen darf natürlich bei einem Fahrt auf der Gotthardstrecke nicht fehlen. Wegen der Kehrtunnel sieht der Reisende die Kirche dreimal aus unterschiedlichen Perspektiven, wir beschränken uns auf zwei Bilder.

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In Göschenen verlassen wir den InterRegio und wechseln auf den Bahnhofsvorplatz, wo der Regio der MGB zur Fahrt auf der Schöllenenbahn hinauf nach Andermatt wartet.

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Nachdem die meterspurige Zahnradbahn den Bahnhof Göschenen verlassen hat, gibt es bei der Fahrt über die Reuss einen Blick über die Gleise der Gotthardbahn. Am rechten Bildrand liegt das Nordportal des Gotthardtunnels. Wir fahren nun durch die Schöllenenschlucht mit einer Maximalsteigung von 179 Promille nach Andermatt, ein Großteil der Strecke verläuft in Tunneln bzw. Schutzbauten.

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Mit der Teufelsbrücke über die Reuss folgt nun ein weiteres bekanntes Bauwerk. Die wilde Schlucht war früher ein beschwerliches Hindernis auf der Route über den Gotthardpass. Nach 11 Minuten und 3,7 Kilometern endet die kurze Fahrt am Bahnhof Andermatt.

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Die Bahnstrecke über den Oberalppass kenne ich schon – neu für mich ist aber der „Oberalp Openair Express“. In den Sommermonaten bietet die Matterhorn Gotthard Bahn zwischen Andermatt und Disentis unter diesem Namen die Mitfahrt im offenen Wagen an. Dazu werden dem Regelzug in Andermatt ein Nostalgiewagen sowie ein offener Wagen beigestellt.

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Und dann kann es auch schon losgehen, in Serpentinen erklimmt der Zug mit einem Zahnstangenabschnitt den Oberalppass. Ab Andermatt ist der offene Wagen nur mäßig besetzt, das wird sich auf der weiteren Fahrt aber noch ändern.

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Aus mehreren Ebenen gibt es nun einen Blick auf Andermatt und in das Urserental. Auch der Bahnhof von Andermatt ist gut zu sehen, die Strecke rechts führt nach Göschenen, geradeaus ins Tal die Strecke der Furka-Oberalp-Bahn nach Brig.

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Der Oberalppass verbindet Andermatt im Urserental mit Disentis/Muster in der Surselva. Der höchste Punkt der Strecke liegt auf 2.033 Metern über dem Meer, die Bahn kommt trotz dieser Höhe fast ohne Tunnel aus. Durch das kahle Hochtal nähern wir uns nun dem Oberalpsee und dann dem Scheitelpunkt der Strecke.

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Nicht minder beeindruckend ist die Landschaft auf der Talfahrt in die Surselva. Die Strecke folgt nun dem Tal des Vorderrheins. Hier irgendwo tief unter uns verläuft der Gotthard-Basistunnel, wir passieren nun bald Sedrun, bekannt durch das Projekt des Tiefbahnhofs Porta Alpina.

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Bei der Zugkreuzung in Mumpe Tujetsch sind wir noch auf etwa 1.350 Metern über dem Meer und das Tal weitet sich nun.

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Nach der Ankunft in Disentis gibt es noch ein Bild des Openair-Wagens. Der Wagen wurde im Jahr 2001 aus einem ehemaligen Pullmannwagen der BVZ Zermatt-Bahn zum Aussichtswagen umgebaut. Wir wechseln nun das Gleis hinüber...

Es geht gleich weiter...

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Drei Tage durch die Schweiz (Fortsetzung Teil 3b)

TD, Dienstag, 21.03.2017, 18:36 (vor 3290 Tagen) @ TD

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...zum Anschlusszug der Rhätischen Bahn. Mit dem RegioExpress geht es gleich weiter nach Chur, wir folgend dabei weiter dem Rhein durch die Surselva.

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Auf der Fahrt ändert sich dann die Landschaft vor dem Zugfenster und die Strecke führt durch das Ruinaulta, die rund 13 Kilometer lange, tief eingeschnittene Schlucht des Vorderrheins.

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In Chur endet unser Ausflug auf Schmalspurgleisen und wir treten nun die Heimfahrt an den Bodensee an. Hier gibt es eigentlich zwei Routen, im Fernverkehr über Zürich oder im Regionalverkehr entlang von Rheintal und Bodenseeufer – und beide Varianten kenne ich schon zur Genüge. Und so komme ich auf die Idee: warum nicht mal den Zwischenweg wählen und dabei noch ein paar Strecken sammeln?

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Und so fahren wir zunächst mit einem RegioExpress nach Ziegelbrücke. Die Strecke führt durch das Rheintal, dann folgt die Fahrt am Ufer des Walensees.

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Am Bahnhof Ziegelbrücke wechseln wir auf die S 6 nach Rapperswil. Mit einem NPZ Domino fahren wir nun durch das Linthgebiet, dann am Nordufer des Obersees des Zürichsees.

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Die Bahnstrecke Ziegelbrücke-Rapperswil wurde 1859 eröffnet, sie ist damit die ältere der beiden Strecken am Obersee. Nachdem 1875 die linksufrige Zürichseebahn eröffnet wurde, hat die Strecke den Fernverkehr verloren, sie blieb eingleisig und wird heute planmäßig nur noch vom Regionalverkehr befahren.

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Dieser Teil des Reiseberichts artet jetzt in richtigen Stress aus. Nach der Ankunft in Rapperswil noch schnell ein Bild des NPZ, dann gegenüber ein Bild der Dosto-S-Bahn und gleich rein in den Zug, bei einem planmäßigen 2-Minuten-Übergang darf man nicht trödeln.

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Jedenfalls sind wir jetzt in der S 5 und fahren durch das Zürcher Oberland nach Wetzikon. Für die viertelstündige Fahrt muss ein Bild genügen...

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...dann finden wir uns schon in der S 3 wieder. Charakteristisch für die Gegend sind Ortsnamen, die auf „ikon“ enden. Und so fahren wir nun von Wetzikon nach Effretikon, die Strecke ist auch als Kempttalbahn bekannt. Die leicht hügelige Landschaft des Züricher Oberlands ist nett aber unspektakulär.

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Ok, mal kein ikon. Die Bahnhöfe entlang der Kempttalbahn wie hier Fehraltorf entstanden beim Bau der Strecke in den Jahren 1873 bis 1876 in Fachwerkausführung mit hölzernem Güterschuppen. Seit 1990 ist der Bahnhof eine S-Bahn-Station.

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Ja, das ist schon der nächste Zug. Mit der S 8 zwischen Effretikon und Weinfelden ist das auch die dritte Baureihe der S-Bahn-Doppelstockzüge auf unserer Tour. Der RABe 514 stammt aus der Siemens Desiro Double Deck Familie. Wir sind jetzt auf der Bahnstrecke Zürich-Winterthur-Weinfelden unterwegs, die wir schon von der Hinfahrt kennen.

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Das allerletzte Mal umsteigen: In Weinfelden wechseln wir von der S 8...

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...auf die S 14 nach Konstanz. Im Thurbo-GTW geht es jetzt noch über den Seerücken, dann sind wir zu Hause am Bodensee.

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Nach der Ankunft in Konstanz machen wir noch einen kurzen Abstecher an den Gondelhafen – und das durchaus mit gewissem Bahnbezug. Denn hier treffen wir wieder auf eine Erinnerung an Graf Ferdinand von Zeppelin, nachdem wir im letzten Teil des Reiseberichts mit dem ICN ‚Graf Zeppelin‘ gefahren waren.

So, und damit sind wir nun am Ende dieser Reihe angelangt. Mancher mag sagen, was ist die Schweiz doch für ein tolles Bahnland, andere haben jetzt vielleicht genug und würden gerne auch mal was andere sehen als immer nur Schweiz. Ich denke ich kann beiden Fraktionen gerecht werden, denn ich habe noch drei weitere Touren aus 2016 in Arbeit, da wird es dann im Transit durch die Schweiz in andere Länder gehen.

Vielen Dank für das Interesse an dem Reisebericht und die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den bisherigen Teilen.

Viele Grüße

Tobias

PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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Drei Tage durch die Schweiz (Fortsetzung Teil 3b)

Twindexx, St. Gallen (CH), Dienstag, 21.03.2017, 21:18 (vor 3290 Tagen) @ TD

Hoi TD,

Vielen Dank für das Interesse an dem Reisebericht und die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den bisherigen Teilen.

Danke und Gerne. ;-)

Die Bahnstrecke Ziegelbrücke-Rapperswil wurde 1859 eröffnet, sie ist damit die ältere der beiden Strecken am Obersee. Nachdem 1875 die linksufrige Zürichseebahn eröffnet wurde, hat die Strecke den Fernverkehr verloren, sie blieb eingleisig und wird heute planmäßig nur noch vom Regionalverkehr befahren.

Nicht mehr lange. Bis Ende 2019 wird die Stecke Uznach-Schmerikon auf Doppelspur ausgebaut. Damit kann die S4 aus St. Gallen und der Voralpenexpress ab Uznach ohne Halt bis Rapperswil verkehren. Die Fahrzeit St. Gallen-Rapperswil wird sich im VAE auf 48 Minuten reduzieren. Die bestehenden Zwischenhalte Schmerikon und Blumenau werden halbstündlich von der S4 aus Sargans-Ziegelbrücke und der S6 bedient. Die neue Doppelspur wird also auf dem Abschnitt Uznach-Rapperswil vier Züge pro Stunde und Richtung ermöglichen.

Was den Fernverkehr betrifft, empfindet der Kanton St. Gallen die VAE-Verbindung als Fernverkehr, genauso wie den neuen RE St. Gallen-Konstanz, aber der Bund hat bisher keine Anstalten gemacht, am Status dieser Verbindungen als bestellter Regionalverkehr etwas zu ändern. Es bleibt wohl dabei, dass der VAE als hochwertige Verbindung, von der Haltepolitik und vom Rollmaterial her, bestellt wird. In der jetzigen Form erreicht die SOB mit dem VAE einen Kostendeckungsgrad von etwa 70%. Damit erreicht man im bestellten Regionalverkehr immerhin einen klar überdurchschnittlichen Wert.

...dann finden wir uns schon in der S 3 wieder. Charakteristisch für die Gegend sind Ortsnamen, die auf „ikon“ enden. Und so fahren wir nun von Wetzikon nach Effretikon, die Strecke ist auch als Kempttalbahn bekannt. Die leicht hügelige Landschaft des Züricher Oberlands ist nett aber unspektakulär.

Gäb da noch bei Pfäffikon ZH noch Reste eines Römerkastells neben der Strecke.

Ok, mal kein ikon. Die Bahnhöfe entlang der Kempttalbahn wie hier Fehraltorf entstanden beim Bau der Strecke in den Jahren 1873 bis 1876 in Fachwerkausführung mit hölzernem Güterschuppen. Seit 1990 ist der Bahnhof eine S-Bahn-Station.

Bis Ende 2015 wurden die Bahnhöfe Illnau und Pfäffikon ZH ausgebaut. Seitdem wird zur Hauptverkehrszeit die S19 halbstündlich von Effretikon bis Pfäffikon ZH verlängert, sodass Pfäffikon-Effretikon zur HVZ vier S-Bahnen pro Stunde verkehren.

Ja, das ist schon der nächste Zug. Mit der S 8 zwischen Effretikon und Weinfelden ist das auch die dritte Baureihe der S-Bahn-Doppelstockzüge auf unserer Tour.

Bald würde das so nicht mehr funktionieren. Mit den veränderten Schnellzugfahrzeiten nach Romanshorn und Konstanz würde es im Thurgau einen Trassenkonflikt mit der S8 geben. Deswegen wird künftig die S24 statt der S8 stündlich ab Winterthur weiter bis Weinfelden verkehren (in der anderen halben Stunde verkehrt die S24 schon stündlich bis Thayngen). Von der S3 aus Wetzikon hat man jedoch in Effretikon keinen Anschluss an die S24 Richtung Winterthur-Thayngen/Weinfelden, da die S24 vier Minuten früher als die S8 verkehrt.

Ich bleib weitergin bei den Fahrzeugtypen statt Baureihen bei helvetischen Fahrzeugen ;-)

Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Merci

462 001, Taunus, Mittwoch, 22.03.2017, 19:19 (vor 3289 Tagen) @ TD

Hey Tobias,

vielen Dank für diesen wundervollen Bericht. Alle 4 Runden haben sehr gefallen:))

So, und damit sind wir nun am Ende dieser Reihe angelangt. Mancher mag sagen, was ist die Schweiz doch für ein tolles Bahnland, andere haben jetzt vielleicht genug und würden gerne auch mal was andere sehen als immer nur Schweiz. Ich denke ich kann beiden Fraktionen gerecht werden, denn ich habe noch drei weitere Touren aus 2016 in Arbeit, da wird es dann im Transit durch die Schweiz in andere Länder gehen.

Klar andere Länder haben auch ihren Reiz, aber die Schweiz ist einfach ein wunderschönes Land was sich immer lohnt(nur leider ist es verdammt teuer).


Gruß aus dem Taunus von
Marcel

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

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