Drei Tage durch die Schweiz (Teil 2b m. 45 B.) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zu Teil 2b unserer Kreuz-und-quer-Tour durch die Schweiz. Heute also nun der zweite Teil des zweiten Reisetags. In Teil 2a waren wir über Singen und Stein am Rhein nach Zürich gefahren und hatten die BDWM besucht.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/073-Drei-Tage-Schweiz/73-000Karte.jpg)
Nachdem wir mit der S 26 von Wohlen nach Aarau gefahren sind, wollen wir uns nun einem Teilast der S 14 widmen. Wie so oft in der Schweiz verbirgt sich auch hier hinter einer schnöden Liniennummer eine eigene Bahngesellschaft. Und so wechseln wir von den Normalspurgleisen der SBB...
...zum Bahnhof der WSB, der Wynental- und Suhrentalbahn. Die WSB betreibt zwei von Aarau ausgehende Meterspurstrecken, die ursprünglich völlig getrennt von unterschiedlichen Unternehmen betrieben wurden. 1958 fusionierten die Bahnen und seit 1967 sind beide Strecken auch baulich und betrieblich verbunden. Die Züge verkehren heute durchgehend von Menziken, dem Endpunkt der Wynentalbahn über Aarau nach Schöftland, dem Endpunkt der Suhrentalbahn. Wir haben heute allerdings nur Zeit für einen der beiden Äste und haben uns für die Suhrentalbahn entschieden.
Die Züge firmieren unter der Dachmarke AAR bus+bahn. Der Doppeltriebwagen ist nicht durchgängig, in der Wagenmitte gibt es eine komfortable erste Klasse.
Die Suhrentalbahn war ursprünglich als Straßenbahn konzipiert, heute verlaufen die Gleise nur noch auf wenigen Abschnitten auf der Straße, hier die Ortsdurchfahrt von Oberentfelden. Weiter geht die Fahrt durch das recht flache Suhrental.
Nach gut 10 Kilometern endet die Strecke in Schöftland, einer 4.000-Einwohner-Gemeinde. Für Schöftland hatte ich nicht so viel Zeit eingeplant, deshalb nur ein kurzer Blick durch den Schlosspark zur Kirche.
In Schöftland befinden sich Depot und Betriebswerkstatt, hinter dem Bahnhofsgebäude einige abgestellte Fahrzeuge. Die Suhrentalbahn nahm im Jahr 1901 den Betrieb auf. Für uns ist nun schon wieder Zeit für die Rückfahrt.
Die eher unspektakuläre Strecke durch das Suhrental hält aber noch eine interessante Stelle bereit, nämlich...
...die Kreuzung mit einer normalspurigen SBB-Strecke. In Oberentfelden gibt es ein Gleiskreuz, wo sich die Strecken beinahe rechtwinklig begegnen. Hier treffen nicht nur Normalspur- und Schmalspur aufeinander, sondern auch Wechselstrom und Gleichstrom. Parallel zur Straße geht es nun weiter nach Aarau.
Die Suhrentalbahn war noch nicht die letzte Schmalspurbahn für heute, aber jetzt wechseln wir erstmal wieder zur SBB. Ich hatte damals noch nicht auf dem Schirm, dass es im Bahnhof Aarau mit Gleis 0 noch Besonderheit gibt, sonst hätte ich dort vielleicht noch vorbeigeschaut. Und so geht es stattdessen von Gleis 5 aus weiter, mit einem Umstieg in Olten fahren wir nach Langenthalt. Das erste ist ein RegioExpress, das zweite ein InterRegio. Da jedoch beide Züge aus Regio-Dostos gebildet sind, spart mir das zwei Bilder.
Hier sitzen wir schon im IR und blicken über die Aare zurück nach Olten, in etwa 10 Minuten steht in Langenthal der nächste Umstieg an.
Unser nächster Zug ist ein Star. Wobei ich das besser in Großbuchstaben schreiben sollte, denn auch STAR ist ein Akronym aus dem Hause Stadler und steht für „Schmalspur Triebzug für Attraktiven Regionalverkehr“. Wir befahren nun die Meterspurstrecke der ehemaligen Langenthal-Jura-Bahn, die heute zur Aare Seeland mobil AG (asm) gehört.
Die Strecke führt zunächst durch den Oberaargau im eher flachen Mittelland. Hier die idyllische Ortsdurchfahrt von Aarwangen.
Bei Niederbipp trifft die Bahnstrecke aus Langenthal auf die Meterspurstrecke der ehemaligen Solothurn-Niederbipp-Bahn, die heute ebenfalls zur Aare Seeland mobil gehört.
Die Meterspurgleise aus Langenthal führen von hier weiter parallel zu den SBB-Gleisen der Strecke Solothurn-Olten bis Oensingen.
Unsere Bahn der Relation Langenthal-Solothurn befährt nun den Streckenabschnitt Niederbipp-Oensingen doppelt. Nach dem Fahrtrichtungswechsel in Oensingen geht es zurück nach Niederbipp und weiter am Fuße des Jura Richtung Solothurn.
Hier sind wir schon am Bahnhof von Oberbipp. Die Solothurn-Niederbipp-Bahn wurde 1918 eröffnet, im Volksmund wird sie üblicherweise „Bipperlisi“ genannt. Weiter geht die Fahrt am Jurasüdfuß.
Ursprünglich endete die Solothurn-Niederbipp-Bahn am Rande der Altstadt von Solothurn, später wurde eine straßenbahnähnliche Streckenführung durch die Stadt und über die Aare bis zum Bahnhof von Solothurn gebaut. Auf dem Bahnhofsvorplatz von Solothurn endet die Strecke.
So, in Solothurn legen wir jetzt eine kleine Pause ein. Zu Fuß geht es zurück über die Aare hinüber in die Altstadt. Das Landhaus im Vordergrund wurde 1722 als Lagerhaus für Salz und andere Güter errichtet.
Über den Dächern der Stadt erhebt sich die St.-Ursen-Kathedrale, unser Spaziergang führt uns zum Westportal des 1769 erbauten Gotteshauses.
Der Zeitglockenturm gilt als das älteste Bauwerk der Stadt. Weiter geht es für uns durch die Altstadt und wieder zurück zum Bahnhof.
Es geht gleich weiter...
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