Drei Tage durch die Schweiz (Teil 2b m. 45 B.) (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 14.03.2017, 17:42 (vor 3295 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zu Teil 2b unserer Kreuz-und-quer-Tour durch die Schweiz. Heute also nun der zweite Teil des zweiten Reisetags. In Teil 2a waren wir über Singen und Stein am Rhein nach Zürich gefahren und hatten die BDWM besucht.

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Nachdem wir mit der S 26 von Wohlen nach Aarau gefahren sind, wollen wir uns nun einem Teilast der S 14 widmen. Wie so oft in der Schweiz verbirgt sich auch hier hinter einer schnöden Liniennummer eine eigene Bahngesellschaft. Und so wechseln wir von den Normalspurgleisen der SBB...

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...zum Bahnhof der WSB, der Wynental- und Suhrentalbahn. Die WSB betreibt zwei von Aarau ausgehende Meterspurstrecken, die ursprünglich völlig getrennt von unterschiedlichen Unternehmen betrieben wurden. 1958 fusionierten die Bahnen und seit 1967 sind beide Strecken auch baulich und betrieblich verbunden. Die Züge verkehren heute durchgehend von Menziken, dem Endpunkt der Wynentalbahn über Aarau nach Schöftland, dem Endpunkt der Suhrentalbahn. Wir haben heute allerdings nur Zeit für einen der beiden Äste und haben uns für die Suhrentalbahn entschieden.

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Die Züge firmieren unter der Dachmarke AAR bus+bahn. Der Doppeltriebwagen ist nicht durchgängig, in der Wagenmitte gibt es eine komfortable erste Klasse.

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Die Suhrentalbahn war ursprünglich als Straßenbahn konzipiert, heute verlaufen die Gleise nur noch auf wenigen Abschnitten auf der Straße, hier die Ortsdurchfahrt von Oberentfelden. Weiter geht die Fahrt durch das recht flache Suhrental.

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Nach gut 10 Kilometern endet die Strecke in Schöftland, einer 4.000-Einwohner-Gemeinde. Für Schöftland hatte ich nicht so viel Zeit eingeplant, deshalb nur ein kurzer Blick durch den Schlosspark zur Kirche.

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In Schöftland befinden sich Depot und Betriebswerkstatt, hinter dem Bahnhofsgebäude einige abgestellte Fahrzeuge. Die Suhrentalbahn nahm im Jahr 1901 den Betrieb auf. Für uns ist nun schon wieder Zeit für die Rückfahrt.

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Die eher unspektakuläre Strecke durch das Suhrental hält aber noch eine interessante Stelle bereit, nämlich...

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...die Kreuzung mit einer normalspurigen SBB-Strecke. In Oberentfelden gibt es ein Gleiskreuz, wo sich die Strecken beinahe rechtwinklig begegnen. Hier treffen nicht nur Normalspur- und Schmalspur aufeinander, sondern auch Wechselstrom und Gleichstrom. Parallel zur Straße geht es nun weiter nach Aarau.

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Die Suhrentalbahn war noch nicht die letzte Schmalspurbahn für heute, aber jetzt wechseln wir erstmal wieder zur SBB. Ich hatte damals noch nicht auf dem Schirm, dass es im Bahnhof Aarau mit Gleis 0 noch Besonderheit gibt, sonst hätte ich dort vielleicht noch vorbeigeschaut. Und so geht es stattdessen von Gleis 5 aus weiter, mit einem Umstieg in Olten fahren wir nach Langenthalt. Das erste ist ein RegioExpress, das zweite ein InterRegio. Da jedoch beide Züge aus Regio-Dostos gebildet sind, spart mir das zwei Bilder.

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Hier sitzen wir schon im IR und blicken über die Aare zurück nach Olten, in etwa 10 Minuten steht in Langenthal der nächste Umstieg an.

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Unser nächster Zug ist ein Star. Wobei ich das besser in Großbuchstaben schreiben sollte, denn auch STAR ist ein Akronym aus dem Hause Stadler und steht für „Schmalspur Triebzug für Attraktiven Regionalverkehr“. Wir befahren nun die Meterspurstrecke der ehemaligen Langenthal-Jura-Bahn, die heute zur Aare Seeland mobil AG (asm) gehört.

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Die Strecke führt zunächst durch den Oberaargau im eher flachen Mittelland. Hier die idyllische Ortsdurchfahrt von Aarwangen.

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Bei Niederbipp trifft die Bahnstrecke aus Langenthal auf die Meterspurstrecke der ehemaligen Solothurn-Niederbipp-Bahn, die heute ebenfalls zur Aare Seeland mobil gehört.
Die Meterspurgleise aus Langenthal führen von hier weiter parallel zu den SBB-Gleisen der Strecke Solothurn-Olten bis Oensingen.
Unsere Bahn der Relation Langenthal-Solothurn befährt nun den Streckenabschnitt Niederbipp-Oensingen doppelt. Nach dem Fahrtrichtungswechsel in Oensingen geht es zurück nach Niederbipp und weiter am Fuße des Jura Richtung Solothurn.

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Hier sind wir schon am Bahnhof von Oberbipp. Die Solothurn-Niederbipp-Bahn wurde 1918 eröffnet, im Volksmund wird sie üblicherweise „Bipperlisi“ genannt. Weiter geht die Fahrt am Jurasüdfuß.

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Ursprünglich endete die Solothurn-Niederbipp-Bahn am Rande der Altstadt von Solothurn, später wurde eine straßenbahnähnliche Streckenführung durch die Stadt und über die Aare bis zum Bahnhof von Solothurn gebaut. Auf dem Bahnhofsvorplatz von Solothurn endet die Strecke.

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So, in Solothurn legen wir jetzt eine kleine Pause ein. Zu Fuß geht es zurück über die Aare hinüber in die Altstadt. Das Landhaus im Vordergrund wurde 1722 als Lagerhaus für Salz und andere Güter errichtet.

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Über den Dächern der Stadt erhebt sich die St.-Ursen-Kathedrale, unser Spaziergang führt uns zum Westportal des 1769 erbauten Gotteshauses.

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Der Zeitglockenturm gilt als das älteste Bauwerk der Stadt. Weiter geht es für uns durch die Altstadt und wieder zurück zum Bahnhof.

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Es geht gleich weiter...

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Drei Tage durch die Schweiz (Fortsetzung Teil 2b)

TD, Dienstag, 14.03.2017, 17:43 (vor 3295 Tagen) @ TD

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Neben der Solothurn-Niederbipp-Bahn erreicht noch eine weitere Meterspurstrecke den Bahnhof Solothurn, nämlich die Strecke des Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Die Züge des RBS fahren von den außenliegenden Gleisen im Bahnhof ab.

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Hmm, die Bahnsteiglänge ist zwar für eine Doppeltraktion ausgelegt – aber nicht für Reiseberichtschreiber, die gerne den Zug mit Front knipsen würden. Hilfsweise also ein unkonventionelles Bild. Die NExT (Niederflur-Express-Triebzug) sind seit 2009 bei der RBS unterwegs.

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Die Strecke durch das Mittelland wurde 1916 als „Elektrische Schmalspurbahn Solothurn–Bern“ eröffnet, unser Zug verkehrt als RegioExpress.

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Abschnittsweise gibt es bei Zollikofen ein Dreischienengleis, die Gleise verlaufen hier parallel zu einer SBB-Strecke. Als Beifang zum Dreischienengleis fährt ein Sonderzug von Rail Event mit der Re 4/4 Nr. 10009 ins Bild.

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Jetzt queren wir noch die Aare, dann erreichen wir die Endstation im RBS Tiefbahnhof im Bahnhof Bern. Für uns geht es nun gleich hinauf zu den Normalspurgleisen...

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...und hinein in den InterCity Richtung St. Gallen. Gut, dieses Bild entstand erst etwas später, denn jetzt zur Hauptverkehrszeit ist der Zug zwischen Bern und Zürich bis auf den letzten Platz besetzt und ich habe nur einen Gangplatz. Nachdem das Tagesprogramm abgearbeitet ist, geht es jetzt auf direktem Weg wieder nach Hause.

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Hier sitzen wir schon in der S 14 und fahren von Weinfelden über den Seerücken nach Konstanz. Beim nächsten Bild ist schon wieder der heimische Bodensee zu sehen.

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Und damit ist auch das Ende des zweiten Reisetags erreicht. Eine Tageskarte ist noch übrig, damit werden wir demnächst in Richtung Rigi und Oberalppass aufbrechen, aber dazu dann mehr im nächsten Teil.

Viele Grüße

Tobias

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Merci

462 001, Taunus, Dienstag, 14.03.2017, 19:53 (vor 3295 Tagen) @ TD
bearbeitet von 462 001, Dienstag, 14.03.2017, 19:54

Nabend Tobias,

danke für die zweite Runde durchs Bahnland Nr. 1:))

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Die Züge firmieren unter der Dachmarke AAR bus+bahn. Der Doppeltriebwagen ist nicht durchgängig, in der Wagenmitte gibt es eine komfortable erste Klasse.

Interessante Züge, mit einer sehr guten 1. Klasse. Kommt es mir nur so vor, oder sind gerade die Nebenbahnen mit guten 1. Klassen ausgestattet?


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Die Strecke führt zunächst durch den Oberaargau im eher flachen Mittelland. Hier die idyllische Ortsdurchfahrt von Aarwangen.

Genau wegen solchen Orten liebe ich die Schweiz.


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...und hinein in den InterCity Richtung St. Gallen. Gut, dieses Bild entstand erst etwas später, denn jetzt zur Hauptverkehrszeit ist der Zug zwischen Bern und Zürich bis auf den letzten Platz besetzt und ich habe nur einen Gangplatz. Nachdem das Tagesprogramm abgearbeitet ist, geht es jetzt auf direktem Weg wieder nach Hause.

Ah, die Sitzecke ist im IC2000 mein liebster Platz. Bin dort erst vor 2 Wochen von Basel nach Bern gefahren:)

Eine Tageskarte ist noch übrig, damit werden wir demnächst in Richtung Rigi und Oberalppass aufbrechen, aber dazu dann mehr im nächsten Teil.

Da freu ich mich schon drauf.


Gruß aus dem Taunus

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Von mir besuchte Bahnhöfe
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Stand: 20.02.2026

Drei Tage durch die Schweiz (Teil 2b)

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 18.03.2017, 12:31 (vor 3291 Tagen) @ TD
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 18.03.2017, 12:32

Hoi TD,

Die WSB betreibt zwei von Aarau ausgehende Meterspurstrecken, die ursprünglich völlig getrennt von unterschiedlichen Unternehmen betrieben wurden. 1958 fusionierten die Bahnen und seit 1967 sind beide Strecken auch baulich und betrieblich verbunden. Die Züge verkehren heute durchgehend von Menziken, dem Endpunkt der Wynentalbahn über Aarau nach Schöftland, dem Endpunkt der Suhrentalbahn. Wir haben heute allerdings nur Zeit für einen der beiden Äste und haben uns für die Suhrentalbahn entschieden.

Der andere Streckenast wurde vor einigen Jahren verlegt. Von Aarau bis Suhr wird heute das Trassee der ehemaligen Normalspurstrecke befahren statt im Strassenraum. Ich weiss noch, wie ich in einem RBe-Pendel von Aarau direkt nach Zofingen gefahren bin. Heute fahren moderne Normalspur-S-Bahn-Triebzüge nur noch Zofingen-Lenzburg und die WSB-Meterspurzüge auf der ehemaligen Normalspurstrecke.

...und hinein in den InterCity Richtung St. Gallen.

Ich glaube, das war eher der IC nach Romanshorn. Mit dem IC Richtung St. Gallen hättest du nämlich den direkten IR nach Konstanz erreicht und nicht die S14.

Übrigens wird ab ca. 2021/2022 ab Weinfelden zum IC nach Romanshorn eine neue schnelle Anschluss-S-Bahn S44 verkehren, welche Weinfelden-Kreuzlingen nonstop verkehren wird und um xx:21 Konstanz erreicht. Man hätte die S44 eigentlich auch schon gerne Dezember 2018 eingeführt, jedoch fehlt dazu noch ein zusätzliches Perron in Kreuzlingen an Gleis 4. Dieses soll etwa drei Jahre später fertig werden, sodass hoffentlich ab Dezember 2021 mit IR und IC/S44 ein schneller Halbstundentakt Zürich-Konstanz eingeführt werden kann. Zürich-Romanshorn wird dies schon ab Dezember 2018 geschehen, wenn dann zum IR nach Konstanz ab Weinfelden als Anschluss nach Romanshorn die schneller S77 verkehren wird, wie der IC nur mit Halt in Amriswil. Mit den S44 und S77 können die halbstündlichen 15/45-Anschlussknoten in Romanshorn und Kreuzlingen auch bezüglich des Schnellzugsanschlusses Richtung Zürich halbstündlich angebunden werden. Bei der S44 ist die Durchbindung Kreuzlingen-Konstanz einfach noch die logische Folge.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Bipperlisi

guru61, Arolfingen, Mittwoch, 15.03.2017, 08:50 (vor 3295 Tagen) @ TD

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