Drei Tage durch die Schweiz (Teil 1b) (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 11.03.2017, 19:53 (vor 3298 Tagen) @ TD

Hoi TD,

Doch nun zur Seetalbahn mit ihren ungewöhnlichen Fahrzeugen. [...] Die RABe 520 sind 35 Zentimeter schmaler als die üblichen GTW, sie verkehren als S 9 auf dieser Strecke.

Die Bahnstrecke wird im Prinzip als Schmalspurlinie betrieben. Kurz vor dieser Anpassung ist man noch mit einem ICN die Strecke komplett abgefahren, so als Abschied vom Standard-Profil.

Die Wagenkastenbreite Seetal-GTW entspricht derer von Meterspur-GTW, einfach mit Normalspurdrehgestellen. Auch die Perronhöhen von 35 cm über Schienenoberkante ist Schweizer Meterspur-Norm. Dies bringt allerdings ein Problem mit den Durchbindungen in den Bahnhof Luzern und dem Behinderten-Gleichstellungsgesetz mit sich. Beim Refit innerhalb der nächsten Jahre muss ein Einstieg angehoben werden, um auch an den 55cm-Perrons einen ebenerdigen Einstieg zu ermöglichen. Ein Rollstuhlfahrer muss also in Luzern an 55 cm ohne Hilfe in den Zug kommen und irgendwo im Seetal an 35 cm diesen an der nächsten Tür wieder ohne Hilfe ebenerdig verlassen können. Das wird also ein etwas aufwändigeres Refit.

Eine hohe Unfallhäufigkeit mit Todesopfern brachte der Bahn früher den makabren Beinamen „Kundenmetzger“ ein.

Kollisionen mit Strassenfahrzeugen sind nach wie vor keine Seltenheit. Das schmalere Profil vermindert das Risiko seitlicher Streifkollisionen, nicht aber Frontalkollisionen, weil sich Strassenbenützer nicht korrekt verhalten.

Den Voralpen-Express kannte ich zwar schon, aber die Strecke ist immer wieder herrlich, so dass wir als schönen Abschluss diese Variante wählen. [...]
Wenn auch aus dem Automaten, so gibt es im Gegensatz zu manch anderem Fernverkehrszug immerhin warme und kalte Getränke sowie Snacks.

Die neuen VAE-Triebzüge ab 2020 werden auch solche Automaten haben: https://wwwstadlerrailcom-live-01e96f7.s3-eu-central-1.amazonaws.com/filer_public/f1/a9...
Mit diesen Zügen will die SOB auch direkten Fernverkehr ab Zürich HB-Zug und Basel SBB-Olten-Luzern über die gesamte Gotthard-Bergstrecke anbieten. Die entsprechenden Konzessionsverhandlungen mit dem BAV und den SBB sind derzeit am Laufen. Dann könnte die SOB ab 2021 wieder ein besseres Angebot auf der Gotthard-Bergstrecke bereitstellen, als wie das seit Dezember der Fall ist.

Jetzt noch schnell ein Bild des Zugs nachgeholt, dann geht es auf dem Nachbargleis gleich weiter mit dem RegioExpress nach Konstanz. Mit einem GTW von Thurbo fahren wir nun hinab an den Bodensee und weiter auf der Seelinie nach Kreuzlingen.

Ein Bild vor der Grossbaustelle. Jetzt ist da eine riesige Baugrube mit Hilfsbrücken und verkürzten Perronnutzlängen. Gegen Ende 2018 ist die ganze Bauerei in St. Gallen beendet.
Ab Dezember 2018 fährt dann auch der RE St. Gallen-Konstanz definitiv stündlich mit 16 Zugspaaren täglich. Dabei wird die Fahrlage wie die gesamte Seelinie ebenfalls um 15 Minuten verschoben, sodass man dann exakt 20 Minuten Umsteigezeit vom VAE zum RE oder umgekehrt haben wird. Eine Durchbindung des RE mit dem Seehas wird noch geprüft, für den in jenem Fall nötigen Fahrzeugmehrbedarf beim Seehas würden Basler Flirt RABe 521 verlegt.


Vielen Dank für die schöne Rundreise.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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