Von Engadin, Pinzgau & Rosental [3/4 m. 48 B.] (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum dritten Teil unserer kleinen Rundreise durch die Schweiz und Österreich. Im zweiten Teil waren wir mit der Pinzgauer Lokalbahn nach Krimml gefahren, hier setzen wir den Reisebericht nun fort.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/072-Engadin-Pinzgau-Rosental/72-000Karte.jpg)
Tag 2: Krimml – Zell am See – Schwarzach-St. Veit – Villach - Rosenbach
Heute steht eine vergleichsweise kurze Bahnreise auf unserem Programm, so dass am Vormittag Zeit bleibt, um Krimml und die Krimmler Wasserfälle zu erkunden. Krimml hat rund 800 Einwohner, im Sommer locken die Wasserfälle und der Nationalpark Hohe Tauern Feriengäste an, im Winter die umliegenden Schigebiete.
Jetzt aber zu den Wasserfällen: Mit einer Fallhöhe von 385 Metern sind die Krimmler Wasserfälle die höchsten Wasserfälle Österreichs und die fünfthöchsten der Welt. Der Plural kommt daher, dass das Wasser über drei Stufen ins Tal stürzt.
So wie etwa 400.000 weitere Besucher im Jahr wandern auch wir entlang der Wasserfälle nach oben und genießen den Blick von mehreren Aussichtskanzeln.
Nach etwa einer Stunde sind wir am oberen Rand der Wasserfälle angelangt. Die Krimmler Ache entspringt auf einer Höhe von 2.500 Metern und fließt zunächst sanft durch die Almböden, bis sie sich hier in einen tosenden Gletscherbach verwandelt. Von oben bietet sich zudem ein Blick auf Krimml und das Salzachtal.
Als erkennbar wird, dass sich das Wetter bessert, ärgere ich mich fast, dass wir schon umkehren müssen und nicht oben im Achental weiterwandern können – aber eigentlich waren die Krimmler Wasserfälle nur als „Beiwerk“ gedacht und wir sind ja auf Bahnerkundungstour.
Zurück in Krimml drehen wir noch eine Runde um die Pfarrkirche, deren Wurzeln bis ins Jahr 1250 zurückreichen. Dann fahren wir mit dem Bus zurück an den Bahnhof.
Hier gibt es kurze Wege, der Bus fährt fast bis auf den Bahnsteig und der Zug nach Zell am See steht schon bereit. In den Wendezug ist ein Fahrradwagen eingereiht.
In Krimml sind auch zwei Dieseltriebwagen abgestellt, wobei wir heute nur die Wendezüge im Betrieb erleben. Jetzt am Sonntag sind zur Mittagszeit nur wenige Fahrgäste unterwegs und für uns beginnt eine gemütliche Fahrt durch das Tal der Salzach.
Die Nähe zur Salzach wurde der Strecke schon mehrfach zum Verhängnis. Im Jahr 2005 wurde die Strecke durch ein Hochwasser schwer beschädigt und der Betrieb auf der Gesamtstrecke stand auf der Kippe. In der Folge ging die Pinzgaubahn von den ÖBB auf das Land Salzburg über und es wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Seit 2010 verkehren die Züge wieder durchgehend und jetzt unter der Regie der Salzburg AG mit dem Markennamen SLB Pinzgauer Lokalbahn.
Wenn ich mich nicht verzählt habe, gibt es an der Strecke 40 Halte vom Bedarfshalt bis zum Bahnhof, teilweise im Minutenabstand. Hier gibt es gerade eine Zugkreuzung in Niedernsill. Seitdem die Salzburg AG den Betrieb übernommen hat, sind alle Züge begleitet.
Etwa eine Stunde und zwanzig Minuten dauert die Fahrt durch den Pinzgau. Im Zug geht es recht familiär zu, hier kennt die Schaffnerin die einheimischen Fahrgäste noch beim Namen. Die Pinzgauer Lokalbahn bietet auf der Strecke auch Nostalgieverkehr mit Dampfzügen an – das ist allerdings nicht meine Welt und so sind wir den Dampfzügen bewusst aus dem Weg gegangen.
Wir nähern uns nun Zell am See, das letzte Stück der Strecke verläuft parallel zu den normalspurigen Gleisen der ÖBB, auf denen wir später weiterreisen.
Bis zum Depot Tischlerhäusl führt zudem ein Dreischienengleis. Hier sind übrigens auch die alten Triebzüge der Mariazellerbahn abgestellt, die von der Salzburg AG übernommen wurden. Schließlich erreichen wir die Endstation Zell am See.
Bis zur Weiterfahrt bleiben noch ein paar Minuten Zeit für den kurzen Weg durch die Unterführung vom Bahnsteig zum Seeufer, wo wir pünktlich zu den Wasserspielen eintreffen.
Für eine halbe Stunde sind wir nun Gast im Eurocity Transalpin. Im Panoramawagen fahren wir von Zell am See durch das Salzburger Land nach Schwarzach-St. Veit.
Und da ist sie wieder, die Salzach. Allerdings werden sich unsere Wege nun bald trennen, während der Fluss weiterfließt nach Norden Richtung Salzburg und Bayern, geht es für uns auf der Tauernstrecke nach Süden.
Zuvor ist aber am Bahnhof Schwarzach-St. Veit ein Umstieg erforderlich. Wir haben dabei ein paar Minuten Zeit um eine Runde um den Bahnhof zu drehen, dann steht der EC 113 zur Weiterfahrt nach Villach auf unserem Reiseplan.
Der Zug kommt aus Frankfurt und ist ganz gut ausgelastet. Es ist Kaffeezeit und so machen wir uns gleich auf den Weg zum Bordrestaurant.
Die Tauernbahn ist ein dankbares Ziel für Bahnreiseberichte, da gibt es eigentlich immer viele Fotomöglichkeiten aus dem Zugfenster – auch auf die Gefahr hin, dass sich manche Bilder in meinen Berichten ähneln.
Hmm, die österreichischen Süßspeisen sind schon aus – dann gibt es ausnahmsweise halt einen American Cheese Cake.
Auch das ein Klassiker: der Blick aus dem Zugfenster auf Burg Niederfalkenstein mit dem Blick hinab ins Mölltal.
Es geht gleich weiter...
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04.02.2017, 13:46
- Von Engadin, Pinzgau & Rosental [Fortsetzung Teil 3] - TD, 04.02.2017, 13:48