Advent zwischen Limmat und Brocken – Fortsetzung (Reiseberichte)
Nein, dieser Weihnachtsbaum steht nicht im Dom, sondern im Foyer des Rathauses, das doch sehr sakral anmutet. Im Rahmen einer Führung starten wir nun den Aufstieg über 161 Stufen auf den Rathausturm.
Auf einer Zwischenebene können wir im Flaggenraum verschnaufen...
...dann folgt ein Stockwerk höher die alte Rathausuhr. Turm und Uhr überstanden den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet, dann setzten aber Buntmetalldiebe der Uhr zu.
Schließlich werden wir mit einem tollen nächtlichen Blick über Braunschweig belohnt. Zu unseren Füßen das Riesenrad auf dem Weihnachtsmarkt.
Über das Rathausdach geht der Blick zum Braunschweiger Schloss. Das Residenzschloss aus den Jahren 1831 bis 1841 wurde nach Kriegsschäden vollständig abgetragen und ab 2005 originalgetreu wiedererrichtet.
Wir befinden uns nun auf Augenhöhe mit den beiden achteckigen Türmen des Doms.
Und zum Abschluss noch der Blick in die gute Stube: vorne die Burg Dankwarderode, auf dem Burgplatz der Braunschweiger Löwe, dahinter die sehenswerten Fachwerkhäuser Veltheimsches Haus und Huneborstelsches Haus. Im Hintergrund die Türme von St. Andreas, mit 122 Metern einst einer der höchsten Türme Europas. Tja, und direkt unter uns das Schwarzwaldstübchen – und dafür reisen wir 670 Kilometer aus dem Ländle nach Niedersachsen?
Tag 4: Braunschweig – Wolfsburg – Hannover – Fulda – Frankfurt – Offenburg – Konstanz
So, der letzte Reisetag ist angebrochen, heute fahren wir zurück an den Bodensee. Der geneigte Leser fragt sich wahrscheinlich, warum wir über Wolfsburg und Hannover fahren und nicht in Braunschweig direkt in den südfahrenden ICE steigen. Nun, ich habe es auf den ICE 787 abgesehen, ein Kandidat für den Einsatz des ICE 4. Und wenn wir schon in der Gegend unterwegs sind, will ich die Chance für ein Kennenlernen des enno nutzen.
Und so starten wir also am Sonntagmorgen am Hauptbahnhof Brauschweig. Das Empfangsgebäude steht als Beispiel der modernen Architektur der 1950er-Jahre unter Denkmalschutz. Die Streifen im Pflaster des Bahnhofsvorplatzes...
...laufen auf die roten Pfeiler des Empfangsgebäudes zu und setzen sich im Gebäude fort.
Ich muss zugeben, dass ich auf Anhieb nicht gewusst hätte, dass das Kürzel „enno“ für Elektro-Netz Niedersachsen-Ost steht. Jedenfalls fahren wir nun unter dem Sternenhimmel eines Alstom Coradia Continental-Triebzugs der metronom-Tochtergesellschaft nach Wolfsburg.
Ich überlege ja noch, ob ich dieses Bild für die Rubrik „Blick aus dem Zugfenster“ an die Mobil-Zeitschrift schicken soll, dort haben solche sonderbaren Schnappschüsse offenbar Konjunktur.
In Wolfsburg haben wir etwas Aufenthalt, allerdings ist das Wetter so grausig, dass wir uns nach einer kleinen Runde zum Mittellandkanal auf den trockenen und warmen enno freuen.
Die Züge in den Farben graphitgrau und verkehrspurpur verkehren im 60-Minuten-Takt auf den Linien Hannover-Wolfsburg und Hildesheim-Wolfsburg. Wir fahren nun nach Hannover.
In Hannover wird es dann spannend – aber ja, der ICE 787 wird mit einem ICE 4 gefahren und damit steht nun meine Prämierenfahrt mit dem neuen Flaggschiff der DB an. Der Zug ist gut gefüllt, von daher bleibt es bei diesem einen Bild des Innenraums. Der lange Wagen mit durchgehender Großraumbestuhlung wirkt schon ungewohnt, ansonsten kann ich nicht viel meckern, der Zug ist pünktlich und es funktioniert alles. Und auch die Fahrt auf der Schnellfahrtstrecke gen Süden ist ereignislos.
In Fulda verlassen wir den Zug. Ich hatte noch überlegt, bis Würzburg oder Nürnberg im Zug zu bleiben, aber da hatten mir die Anschlussverbindungen Richtung Bodensee nicht so gefallen. Und so war ich schließlich auf die Idee gekommen, als würdigen Abschluss abseits banaler ICEs den ehemaligen Metropolitan als ICE 1071 bis Frankfurt zu nutzen. Diese Idee hat nur einen kleine Haken: wir haben nun fast zwei Stunden Aufenthalt in Fulda. Also...
... auf geht’s zur nächsten Stadtbesichtigung mit Weihnachtsmarkt. Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1531.
Das Wahrzeichen der alten Bischofsstadt ist der Dom St. Salvator zu Fulda über der Grabstätte des heiligen Bonifatius. Auch das Stadtschloss hat dazu beigetragen, dass Fulda als Barockstadt bekannt ist.
Wenn man mit dem Zug durch Fulda fährt, sieht man den Frauenberg mit seinem Kloster. Und so soll der Frauenberg auch heute eines unserer Ziele sein. Der vom Reiseführer versprochene schöne Blick über die Stadt und die Rhön will sich an dem nebelverhangenen Tag allerdings nicht einstellen.
Schließlich erreichen wir wieder den Bahnhof. Mit dem Bau der Schnellfahrtstrecke Hannover-Würzburg wurde der Bahnhofsvorplatz tiefer gelegt, so dass das Empfangsgebäude nun recht monumental wirkt. Das Empfangsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört und bis 1954 wiederaufgebaut.
Ok, eine Überraschung ist es nicht mehr, dass statt des erhofften Ex-Metropolitan ein ICE-T einfährt, denn ich hatte zuvor schon online gesehen, dass ein Ersatzzug verkehrt. Eigentlich schade, dass man die Zugbindung nicht wegen es abweichenden Fahrzeugeinsatzes aufheben lassen kann, denn dann hätten wir die Stadtbesichtigung von Fulda auf einen Tag mit besserem Wetter verschieben können. Für einen Sonntagnachmittag ist der Zug erstaunlich leer.
Wir fahren nun durch das erste, hessische Kinzigtal nach Frankfurt. Nein, das Bild ist nicht unscharf, das ist der Nebel über dem Main.
Der Rest ist nun schnell erzählt, wegen Dunkelheit gibt es jetzt auch keine Streckenbilder mehr. Mit einem ICE 1 geht es von Frankfurt weiter nach Süden. Zwischen Frankfurt und Mannheim fängt sich der ICE 77 einige Minuten Verspätung ein und der 5-Minuten-Übergang in Baden-Baden auf die Schwarzwaldbahn gerät ins Wanken. Ich kann mich gar nicht daran erinnern , jemals tatsächlich in Baden-Baden umgestiegen zu sein, denn auch heute kommt – wie gefühlt bei jeder meiner Fahrten auf dieser Verbindung – vor Baden-Baden die Durchsage, dass es einen Zusatzhalt in Offenburg gibt und dort der Anschluss an die Schwarzwaldbahn gewährleistet ist.
Mit der Schwarzwaldbahn geht es nun durch das zweite, badische Kinzigtal und über den Schwarzwald zurück an den Bodensee.
Zum Abschluss drehen wir noch eine Runde über den Weihnachtsmarkt in Konstanz und über das Weihnachtsschiff im Hafen.
Und damit sind wir auch am Ende des kleinen Reiseberichts angelangt. Ich bedanke mich für das Interesse und die Kommentare zum ersten Teil. Sobald ich im neuen Jahr Zeit finde, geht es demnächst mit einem Reisebericht in Richtung Alpenländer weiter.
Ich wünsche alles Gute fürs neue Jahr!
Viele Grüße
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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