Der Mittwochsbahnhof, Teil 3 (40 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 21.12.2016, 18:01 (vor 3378 Tagen)

Moin,

herzlich willkommen zum dritten Teil dieser Serie. Nach Hannoversch Münden vor einer Woche kennt der Weg nur eine Richtung: Nordwärts. Eisenbahngeographisch trifft das sogar auf Hedemünden zu. Bleiben wir doch gleich da und verschieben wir den ursprünglich für heute geplanten Besuch in Hardegsen auf später mal.


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Hedemünden liegt an der Bahnstrecke Halle - Kassel. Deren Streckengeschichte habe ich in den Portraits zu Arenshausen/Eichenberg und Hann. Münden und vermutlich auch anderswo ausführlich beschrieben. Der Abschnitt wird also durch einen Verweis auf mein Inhaltsverzeichnis ersetzt. Das erreicht ihr über den Link in meiner Signatur.


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Hedemünden ist heute der nächste Halt, wenn man von Hannoversch Münden aus nach Niedersachsen fährt. Zuvor passiert der Zug die Werratalbrücken von Eisen- und Autobahn. Unmittelbar nach ihnen folgt Laubach, wo es mal einen Haltepunkt gab. Hedemünden hat dann einen richtigen Bahnhof. Der Bahnsteig Ri. Kassel liegt zwischen den beiden Richtungsgleisen und ist nur bei haltenden Zügen zugänglich. Da ist es ganz praktisch, daß der örtliche Fahrdienstleiter und Kettenbediener im Bahnhofsgebäude residiert. Es halten nur die Cantus-Züge der Linie von Kassel nach Göttingen.

Heute hat Hedemünden knapp 1400 Einwohner. Der Bahnhof liegt nördlich des Ortes. Zwischen Bahnstrecke und Autobahn befindet sich ein großes Gewerbegebiet, denn man ist hier ziemlich zentral in Deutschland (und zwischen Göttingen und Kassel). Im Süden wird der Ort durch die Werra begrenzt, hinter ihr beginnt auch schon Hessen. Wir machen hier einen etwas längeren Stop, denn die älteste Sehenswürdigkeit liegt weißt außerhalb des Ortes. Sie ist zugleich auch die jüngste.

Der Ort wurde anno 1017 erstmals erwähnt, 1645 fiel der Begriff Stadt. 1930 wurden dem Ort die Stadtrechte entzogen, 1973 erfolgte die Eingemeindung nach Hannoversch Münden. Sehenswert sind die mittelalterliche Kirche sowie das Römerlager auf dem Burgberg, westlich des Ortes am rechten Werraufer. Der dort sichbare Ringwall wurde im 19. Jahrhundert als solcher identifiziert, aber erst 2001 konnte durch Ausgrabungen bestätigt werden, daß sich dort ein Römerlager befand. Das wurde kurz vor der Zeitenwende gegründet, 11 und 9 führte Drusus Feldzüge in die Gegend durch. Nach der Varusschlacht war es während Revanchefeldzügen in den Jahren 15 und 16 nochmals in Gebrauch. Es war befestigt und sicherte den Übergang einer wichtigen „Fernstraße” (das dürfte mit heutigen Maßstäben ein Feldweg, vielleicht etwas schlimmer als die übelste Sorte, sein) über die Werra. Umfangreiche Informationen zum Römerlager gibt es beim Ausgräber Klaus Grote sowie beim Kreis Göttingen.

Wir beginnen unseren Rundgang am Bahnhof. Nach einigen Aufnahmen dort besuchen wir die Werra, danach geht es zur Kirche. Von dort aus nehmen wir den verhältnismäßig weiten Weg zum Römerlager unter die Sohlen und schlußendlich kehren wir zum Bahnhof zurück.


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1 Erstmal muß der als 427 005 beschilderte 427 039 wegfahren.


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2 Ziemlich bundesbahnig. Aber der zweite Überweg zum Mittelbahnsteig ist eingespart.


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3 Und die Gegenrichtung.


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4 Das ist der Nachteil eines direkt am Bahnsteig befindlichen Stellwerks.


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5 Ansicht von der Straßenseite. Es führt eine kleine Stichstraße zum Bahnhof.


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6 Die hat eine kleine Kurve drin.


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7 So sieht es in Richtung Ort aus.


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8 Wegweiser.


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9 Der zentrale Kreisverkehr.


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10 Kirche und Werra.


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11 Rechts der Fluß, links kommt das Wasser von Wehr oder Mühle.


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12 Abwärts. Auf dem rechts angeschnittenen Berg liegt das Römerlager.


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13 Die Bushaltestelle des kurhessischen Regionalverkehrs wie auch das Kriegerdenkmal lassen wir ungezeigt. Mitten im Ort steht dieses Fachwerkhaus.


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14 Die Kirche ist etwas zu weitwinkelig. Aber dafür mitten im Ort.


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15 Das wäre ein schönes Bahnhofsrätsel gewesen.


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16 Zum Bahnhof sind es über einen kleinen Weg 200 Meter, das Römerlager ist 1900 Meter entfernt. Warum ich dieses Bild zeige, wüßte ich auch gerne.


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17 185,5 Kilometer von Halle.


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18 Der Bahnübergang am Westkopf des Bahnhofs. Interessanter wäre der Weg in meinem Rücken gewesen, aber den müßt ihr euch bitte selbst anschauen.


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19 Bahnhofsbild.


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20 Hedemünden.


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21 Zug nach Kassel.


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22 Lagerwall.


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23 Neuzeitliche Pfosten. Das muß also auch irgendwas aus der Römerzeit sein.


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24 Informationstafeln geben Auschluß über das, was Experten sehen.


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25 Wir kehren zurück zum Bahnhof. Hier ein Landschaftsbild mit Autobahn.


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26 Schattenwurf.


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27 Das war N3, hier zusammen mit N2 zu sehen.


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28 Die Ladestraße der Holzfabrik ist außer Betrieb. Aber wozu kann man geschälte Bäume verwenden?


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29 Auch von der Gleisseite ist das Empfangsgebäude nur schwer bildlich festzuhalten.


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30 Zurück auf dem Bahnsteig.


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31 Ein absolut unauffälliger Landbahnhof.


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32 Innenansicht. Die Reklame dahinten habe ich mal vergrößert. Sie ist schon ein wenig älter. Vorm Fenster zwei Bilder von Fernzügen in rot-beige, natürlich mit einer 103 davor. Die gute alte Zeit.


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33 So wartet man heute.


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34 Das Empfangsgebäude und der Weg in den Ort.


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35 Ein Bahnsteigzugang.


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36 Türen.


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37 Richtung Kassel. Oben im Wald das Römerlager.


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38 Die fast schon obligatorische kleine Spiegelei zwischendurch.


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39 Der Hauptausgang.


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40 „427 507” kommt aus der Richtung, in die wir wollen.


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Der Kalender teilt mit, daß am Sonntag der Abend 24 Stunden hat. Daher gibt es heute in einer Woche keinen Mittwochsbahnhof.

Ich wünsche euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!


Viele Grüße
Sören

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Der Mittwochsdank

462 001, Taunus, Mittwoch, 21.12.2016, 21:06 (vor 3378 Tagen) @ Sören Heise

Guten Abend Sören,

herzlich willkommen zum dritten Teil dieser Serie. Nach Hannoversch Münden vor einer Woche kennt der Weg nur eine Richtung: Nordwärts. Eisenbahngeographisch trifft das sogar auf Hedemünden zu. Bleiben wir doch gleich da und verschieben wir den ursprünglich für heute geplanten Besuch in Hardegsen auf später mal.

schade das hier die Reihenfolge verändert wird, doch es ist halt so. Ich kenne Hedemünden jedenfalls nur von den Staunachrichten. Die böse böse A7 hat dort ja ne Ausfahrt;-)


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9 Der zentrale Kreisverkehr.

Nur echt mit dem "H" in der Mitte^^


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18 Der Bahnübergang am Westkopf des Bahnhofs. Interessanter wäre der Weg in meinem Rücken gewesen, aber den müßt ihr euch bitte selbst anschauen.

Puh, selber hinfahren? Och nee...

Der Kalender teilt mit, daß am Sonntag der Abend 24 Stunden hat. Daher gibt es heute in einer Woche keinen Mittwochsbahnhof.

Spricht deiner etwa mit dir, ich musste das ablesen.

Ich wünsche euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Dir auch:))


Gruß aus dem herbstlich trüben Taunus

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Stand: 20.02.2026

Sammelantwort, Teil 3

Sören Heise, Region Hannover, Donnerstag, 22.12.2016, 18:12 (vor 3377 Tagen) @ 462 001

Moin,

danke für Deine Antwort. Ein paar weniger als üblich, aber die ersten üben sicherlich schon fürs Weihnachtsfest. ;-)

Die Reihenfolge habe ich verändert, weil Hedemünden das südlichste ist. Gerade jetzt um den kürzesten Tag des Jahres hier im Norden ist das wichtig.

Das H ist das örtliche Wappen:

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Besagten Weg sieht man vielleicht auch aus dem Zug. Der war ziemlich übel.

Mein Kalender spricht nicht. Nur mein Wecker klingelt, wann er will (und wenn er es soll glücklicherweise auch). Aber ich kann ihn lesen. Das habe ich dann so umschrieben.

Frohes Fest und bis zum nächsten Mal!

Sören

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