Sommer, Sonne, Transsib - Am Ufer des Baikalsees Teil 3/7 (Reiseberichte)

Berlin-Express, nähe BPHD, Freitag, 02.12.2016, 16:55 (vor 3396 Tagen)

Hallo zusammen,
nachdem wir im letzten Teil mit der Bahn in Sliudianka angekommen sind, geht es jetzt Bahntechnisch etwas ruhiger zu.
Der Hauptaugenmerk des folgenden Teils gilt dem Baikalsee.

Der heutige Bericht führt uns von Sliudianka nach Irkutsk, hier geht`s zur Karte.

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Von unserer Unterkunft hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Baikalsee...

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während direkt hinter der Unterkunft die Transsib entlangführt und für ordentlich "Musik" sorgt ;).

Da in der Unterkunft Selbstverpflegung herrschte, machten wir uns Abends auf den Weg zum nächsten Supermarkt.

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Da die Unterführung jedoch gesperrt ist, müssen wir eine Alternative finden. Die Wahl lag zwischen Gleisüberquerung oder 1000 Meter Umweg.

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Wir entschieden uns für die Gleisüberquerung. (Jaja ich weiß, soll man nicht machen ;))

Nach einer entspannten Nacht (zumindest für mich, die anderen hat wohl der Bahnlärm gestört), hatte ich vor Abreise noch etwas Zeit ein paar Züge zu fotografieren:


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Angeblich sollte es in der Nähe einen Haltepunkt geben, ich habe lange gesucht, ihn aber dann gefunden^^:

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Gegen Mittag ging es dann wieder zum Bahnhof Sliudianka, da schon die nächste Bahnfahrt nach Port Baikal anstand.

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Da noch deutlich über eine Stunde bis zur Abfahrt unseres Zuges Zeit war, nutzen wir den etwas besseren Wartebereich für 20 RUB/h (ca. 30 Cent), wo es Sofas statt Metallbänken gab.

Als es zum Bahnsteig ging, haben wir darüber diskutiert ob wirklich nur der kleine Dieseltriebwagen kommt, es würde bei den Menschenmassen doch etwas eng werden.

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Doch wir wurden positiv überrascht, es kam eine Lok-Wagen Garnitur bestehend aus einem normalen Großraumwagen und einem Platzkartny-Wagen.

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Wie auch aus Deutschland bekannt haben sich direkt an den ersten Plätzen alle Menschen gestaut und es war kaum ein durchkommen, am Ende des Platzkartny-Wagen konnten wir dann aber ein Abteil für unsere Gruppe einnehmen.

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Hier werden wir die nächsten gut fünf Stunden unsere Zeit verbringen. Die gut 89 km Strecke von Sliudianka nach Baikal werden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km/h befahren, was dank offener Fenster durchaus zum Blumenpflücken einlädt.

Die Fahrt kostet übrigens 94 Rubel pro Person (ca. 1,30€), allerdings durften wir im Zug noch ca. 3€ pro Gepäckstück nachlösen, da die Dame am Schalter nicht verstand dass wir Gepäck mitnehmen möchten.

Im folgenden meine Landschaftsaufnahmen der kompletten Strecke Sliudianka - Port Baikal:

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Ankunft in Port Baikal.

Auf der Fahrt trafen wir einen Amerikaner der auf dem Weg von Ulan-Bator nach Madrid war, er möchte die gesamte Distanz mit Bahn und teilweise mit Bus zurück legen, Bahnfahrkarten und Übernachtungen buchte er immer erst am selben Tag. Für uns als Gruppe wäre dies wohl etwas zu riskant.

Außerdem trafen wir noch eine Stuttgarterin die, wie wir, auf dem Weg nach Ulan-Bator war. Sie war per Couchsurfing und Bahn unterwegs. Falls Sie dies liest, nochmal einen schönen Gruß ;).

Die meisten Fahrgäste fuhren von Port Baikal direkt mit der Fähre weiter nach Listwijanka, für uns ging es schon in Port Baikal ins nächste Quartier, die Besitzerin holte uns netterweise vom Bahnhof ab.

Am nächsten Tag stand die erste richtige Pause an, die wir für ein bisschen Joggen nutzen, dabei fanden wir auch Teile der ehemaligen Transsib-Strecke Port Baikal - Irkutsk, heutzutage wird der direkte Weg Irkutsk - Sliudianka genutzt und nicht mehr der Weg über Port Baikal genutzt. Die ehemalige Strecke wurde geflutet und liegt heute in der Angara.

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Hier endet heute die Strecke.


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Am Bahnhof trafen wir dann auch den Golden Eagle Sonderzug, der Zug bestand aus einer Dampflok sowie einer Diesellok und einem Gepäckwagen, einem Restaurantwagen, einem Personal/Küchenwagen und 3 Wagen für Fahrgäste mit insgesamt 50 Plätzen.

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Nachmittags nutzen wir die Chance nochmal eine Streckenbeghung der noch aktiven Strecke Richtung Sliudianka zu machen.

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Der Haltepunkt km 74, die Fahrzeiten sind übrigens in Ortszeit angegeben und ja der Zug Richtung Sliudianka fährt tatsächlich mitten in der Nacht ;).

Am Folgetag geht es für uns weiter nach Listwjanka.

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Mit der Fähre geht es auf hohe See, einmal Uferwechseln bitte.

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Und schon sind wir da. Mit dem Taxi ging es weiter...

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...zur Unterkunft.

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Die Hauptstraße bei Nacht, rechts der Baikalsee

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Worum es sich hier handelte, habe ich leider nicht mehr in Erinnerung.

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Der wird wohl noch lange warten müssen, bis tatsächlich ein Fisch anbeißt.

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Zwischen Listwjanka und Irkutsk besteht reger Busverkehr.

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Der Fischmarkt.

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Wo sich Bus und Müllabfuhr guten Tag sagen.

Unterm Strich muss man sagen, dass sich der Aufenthalt dort leider nicht wirklich gelohnt hat. Es handelt sich um ein ziemlich heruntergekommenes Touristendorf, alles voller Müll mit ein paar Hotelpalästen.

Weiter geht es nach Irkutsk, dorthin ging es ebenfalls per Taxi, da die Mitreisenden keine Lust auf Bus hatten, schade eigentlich.

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Dort sollte es erst einmal eine Runde mit dem O-Bus gefahren werden, interessant war, dass man grundsätzlich hinten einsteigt und beim Aussteigen bezahlt hat.

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Weiter ging es nun mit der Straßenbahn, wo eine Schaffnerin während der Fahrt die Kunden zur Kasse bittet, die Rundfahrt durch Irkutsk gab es für umgerechnet 20 Cent pro Person.

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Ein "Bierhaus" gab es auch, leider nicht wirklich Deutsch, ehr Italienisch mit sehr hohen Preisen.

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Wir entschieden uns lieber für ein typisch Russisches Restaurant, "рассольник". Benannt nach einer traditionellen russischen Suppe.

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Ein großes Hobby der Russen sind übrigens Autounfälle, hier ein Beispielbild ;).

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Auch schön ist der nächtliche Gang über den Zebrastreifen, über einer 6-spurige Straße.

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Am nächsten Morgen nutzen wir die Gelegenheit an der Nahe gelegenen Uferpromenade spazieren zu gehen, gefühlt traf man dort alle zehn Meter eine neue Hochzeitsgesellschaft.

Mit diesen Bildern endet nun auch dieser Teil des Reiseberichts, im nächsten Teil werden wir den letzten Abschnitt (Irkutsk - Ulan-Bator) in die Mongolei fahren.

Ich hoffe auch dieser Bericht hat euch gefallen.

Gruß,
Berlin-Express


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