Nur noch ein Haltepnkt (30 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 23.11.2016, 18:25 (vor 3408 Tagen)

Moin!

Versuchen wir mal, das Niveau im Forum wieder anzuheben. Nach einem kleinen Unterbruch gibt es meine Portraits nun auch wieder hier.

Zu Haltepunkten heruntergestufte Bahnhöfe gibt es in Deutschland zuhauf. Im Jahr 1989 wurde Halen Teil dieser Gruppe. Halen? Kennt man nicht unbedingt. Das liegt bei Osnabrück. Genauer gesagt, ist es die einzige nordrhein-westwälische Station an der Strecke 1502, die von in die Hasemetropole führt. Entsprechend kurios sieht diese Verbindung im NRW-Bahnarchiv aus.


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Besagte Strecke ist die Oldenburger Südbahn. Die nahezu komplett eingleisige, nicht elektrifizierte Strecke wurde von Oldenburg nach Quakenbrück am 15. Oktober 1875 eröffnet, die Fortsetzung nach Osnabrück am 15. November 1876. Etwa einhundertzwei Kilometer von Oldenburg entfernt, liegt Halen. Es ist ein Ortsteil der Gemeinde Lotte, die wiederum zum Kreis Steinfurt gehört. In Halen leben um die 1400 Menschen, zu sehen gibt es dort nur unwesentlich mehr als nichts.

Bedient wird Halen durch die RB 58. Diese verbindet im Stundentakt Osnabrück, Vechta und Bremen miteinander und hält im Prinzip überall. Ferner halten einzelne Leistungen des RE 18 Osnabrück - Oldenburg - Wilhelmshaven. Beiden Linien sind Teil des Weser-Ems-Netzes, das bis mindesens Dezember 2026 durch die Nordwestbahn bedient wird. Eingesetzt werden ausschließlich Triebwagen der Baureihe 648 (Lint 41) aus dem niedersächsischen Fahrzeugpool.

Bis 1982 verfügte der Bahnhof über die Stellwerke "Hf" im Empfangsgebäude und "Hn". 1989 erfolgte die Umwandlung zum Haltepunkt mit Blockstelle. Heute sind vom Bahnsteig aus keine Signale mehr zu sehen. Das Empfangsgebäude befindet sich in Privatbesitz und wurde zum Wohnhaus umgebaut. Die Mauer zum Bahnsteig hin ist vollgeschmiert, ansonsten macht es einen durchaus gepflegten Eindruck.


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1 Novembernachschuss: 648 373 fährt als hintere Einheit einer Doppeltraktion weiter nach Osnabrück. Die Aufnahme entstand wie alle anderen am 12.11.2016.


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2 Einmal umgedreht.


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3 Und nochmal. Der Zug hat den Bahnübergang überquert, das erste Auto wagt sich vor.


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4 Vorm Empfangsgebäude steht ein alter Keller oder was das auch immer ist.


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5 Und natürlich gibt es auch einen Parkplatz.


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6 Drei Buslinien bedienen den Bahnhof: 136, 223, 224.


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7 Der Bahnübergang.


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8 Vom selbigem ein Blick gen Haltepunkt.


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9 Die niedersächsische Grenze ist nicht weit. Während die Karten sie in der Hase verlaufen sehen, stehen die Schilder westlich des Wassers.


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10 Ein paar hundert Meter hinter der Hase liegt der Zweigkanal Osnabrück. Nach Osten rüber bietet sich diese Ansicht.


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11 Auf der Kanalbrücke sieht es so aus.


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12 Und von Osten so.


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13 Einst und jetzt.


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14 Das Erklärschild. Schade nur, daß beim Kanalausbau die Schleusen ausgelassen wurden. Somit ist die Verbreiterung des Kanals eher sinnlos.


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15 Wir kehren zurück.


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16 Die zweistreifigen Baken.


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17 An der einstreifigen sieht man den Bahnübergang schon.


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18 So sieht er von der anderen Seite aus. Auf der Straße geht es links nach Wersen und Büren, rechts nach Halen rein.


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19 Das Bahnhofsgebäude.


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20 An der Kreuzung Niederseesterweg/Oberseester Weg.


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21 Nur unwesentlich mehr als nichts gebe es zu sehen, schrieb ich. Schauen wir uns es an, das Schild weist den Weg.


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22 Ich spare mir eigene Worte.


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23 24 So sehen sie aus.


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25 Wir kehren zurück zum Zug.


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26 Die Gaststätte hast schon vor einiger Zeit wohl für immer geschlossen.


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27 Wer läßt nicht gerne das Laub rascheln? Der kleine Spaziergang zum Steingrab gab viel Gelegenheit dazu.


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28 Einmal umgedreht.


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29 Blick nordwärts vom Bahnsteigende.


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30 Der mächtige Baum wirft seinen Schatten aufs Empfangsgebäude. Erste Fahrgäste für die „Fahrt in die Stadt” haben sich eingefunden.


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Unterm Titel Halens Tor zur Welt: Eisenbahn erschloss Grenzregion hat die Neue Osnabrücker Zeitung einen netten Artikel über den Bahnhof online. Reinklicken lohnt sich. Abschließend ein Hinweis in eigener Sache: Heute in einer Woche erscheint der nullte Teil meiner neuen Serie. Ich hoffe, ihr seid dann auch wieder mit dabei.

Viele Grüße
Sören

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Nur noch ein Haltepunkt (30 Bilder)

kllaas, Mittwoch, 23.11.2016, 18:38 (vor 3408 Tagen) @ Sören Heise

Hallo Sören,
Danke für einen schönen Bericht über einen mir vollkommen unbekannten Bahnhof bzw. Haltepunkt in meinem Bundesland NRW.
Die Strecke nach Delmenhorst bin ich zu Zeiten gefahren, als da noch 211 oder 212 mit Bm-Wagen unterwegs waren. Und nach Oldenburg bin ich zuletzt in der Anfangszeit der NWB dort unterwegs gewesen.
Auch jetzt wüßte ich zur Zeit nichts, weshalb ich in OS dorthin umsteigen würde.
Ich schaue mir demnächst mal Oberbruch und Heinsberg genauer an, dazu möchte ich demnächst mal von Brilon Stadt nach Marburg oder Cölbe reisen. Aber Halen liegt nicht auf meiner Route.
Allzeit gute Fahrt .... Kristian

Nur noch ein Haltepnkt (30 Bilder)

Yassakka, München, Mittwoch, 23.11.2016, 21:52 (vor 3408 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Yassakka, Mittwoch, 23.11.2016, 21:53

Hübsch du warst mal in meiner Heimatgemeinde zu Besuch. :)

Aber du hast Recht, in Halen gibt es wirklich nur wenig mehr als Nichts, das "Dorf" liegt noch etwas nördlich vom Haltepunkt.

Vielleicht schaust du ja irgendwann noch an einem anderen Bahnhof der Gemeinde vorbei. Wobei der Bahnhof Lotte schon seit Anfang der 90er gar nicht mehr angefahren wird. Und bald auch noch den Schrankenwärter verliert, wenn die Brücke über die Bahn nach Amsterdam fertig ist.

OT: Schrankenwärter Lotte?

michael_seelze, Donnerstag, 24.11.2016, 22:14 (vor 3407 Tagen) @ Yassakka

Vielleicht schaust du ja irgendwann noch an einem anderen Bahnhof der Gemeinde vorbei. Wobei der Bahnhof Lotte schon seit Anfang der 90er gar nicht mehr angefahren wird. Und bald auch noch den Schrankenwärter verliert, wenn die Brücke über die Bahn nach Amsterdam fertig ist.

Gibt es dort noch einen extra Schrankenwärter oder fällt nur die Aufgabe der Bedienung der Schranken für den Fahrdienstleiter weg?

Was ist mit der Anrufschranke Kuhlbreite?

Blaschke, Donnerstag, 24.11.2016, 22:39 (vor 3407 Tagen) @ michael_seelze

Hallöchen!

Ist der Fdl in Lotte da auch immer noch für zuständig? Gibt's die überhaupt noch als Anrufschranke.

Was habe ich da schon nachts beim Zeitungsverteilen für Schoten erlebt....

Das beste: Fragt mich der Fdl, ob ich eigentlich schon einen Zug gesehen habe, der vorbeigefahren sei. Ich sag: Der steht hier genau vor mir. 15 Wagen sind durch, wie viele noch kommen, weiß ich nicht. --- Kurze Zeit später setzt sich der Zug in Bewegung. Ich melde dem Fdl: Zug fährt wieder. Meint der Fdl: Jo, da hat der Lokführer wohl gepennt. - Und ich denke mir so: Jo, bestimmt der Lokführer... Und wie man das lautstarke Gebremse des Güterzuges mitten in der Nacht im wenige Meter entfernten Häuschen überhören kann, ist mir ein Rätsel.

Und wie oft habe ich da nachts gewartet, weil auf meine Anforderung die Meldung kam: Da kommt ein Zug - ich aber nach Durchfahrt dessen schlicht vergessen wurde und sich gar nichts öffnete. Und natürlich wartete ich erst ne Weile ab - schließlich wäre es ja auch möglich, dass aus der Gegenrichtung ein zweiter Zug kommt.

Und allgemein gab es da ein paar Herrschaften, die nicht gerade durch eine gewisse Mindestfreundlichkeit glänzten. Und wenn Mausi da war, hatte man bei der Stimmlage immer das Gefühl, sie beim Tiefschlaf gestört zu haben.

Nee, nee, ich bin ganz froh, dass ich da nur ein paar Wochen lang drüber mußte, als ich die Zeitungstour aushilfsweise fuhr.

Wobei da wohl mittlerweile eine Kamera errichtet ist, so dass der Fdl auch was sehen kann...


Schöne Grüße von

jörg

Bahnübergang Kuhlbreite bei Lotte

michael_seelze, Donnerstag, 24.11.2016, 23:04 (vor 3407 Tagen) @ Blaschke

Hallöchen!

Ist der Fdl in Lotte da auch immer noch für zuständig? Gibt's die überhaupt noch als Anrufschranke.

Zumindest liegt dieser Bahnübergang (km 142,0985 lt. ISR) im Bahnhof Lotte.

Was habe ich da schon nachts beim Zeitungsverteilen für Schoten erlebt....

Das beste: Fragt mich der Fdl, ob ich eigentlich schon einen Zug gesehen habe, der vorbeigefahren sei. Ich sag: Der steht hier genau vor mir. 15 Wagen sind durch, wie viele noch kommen, weiß ich nicht. --- Kurze Zeit später setzt sich der Zug in Bewegung. Ich melde dem Fdl: Zug fährt wieder. Meint der Fdl: Jo, da hat der Lokführer wohl gepennt. - Und ich denke mir so: Jo, bestimmt der Lokführer... Und wie man das lautstarke Gebremse des Güterzuges mitten in der Nacht im wenige Meter entfernten Häuschen überhören kann, ist mir ein Rätsel.

Sofern der Fahrdienstleiter für den o.g. Bü zuständig ist und etwa in der Mitte des Empfangsgebäudes sitzt (km 142,927 lt. ISR), liegen da ca. 828,5 m dazwischen.

Bahnübergang Kuhlbreite in Osnabrück...

Blaschke, Samstag, 26.11.2016, 12:46 (vor 3405 Tagen) @ michael_seelze

Hallöchen!

Das beste: Fragt mich der Fdl, ob ich eigentlich schon einen Zug gesehen habe, der vorbeigefahren sei. Ich sag: Der steht hier genau vor mir. 15 Wagen sind durch, wie viele noch kommen, weiß ich nicht. --- Kurze Zeit später setzt sich der Zug in Bewegung. Ich melde dem Fdl: Zug fährt wieder. Meint der Fdl: Jo, da hat der Lokführer wohl gepennt. - Und ich denke mir so: Jo, bestimmt der Lokführer... Und wie man das lautstarke Gebremse des Güterzuges mitten in der Nacht im wenige Meter entfernten Häuschen überhören kann, ist mir ein Rätsel.


Sofern der Fahrdienstleiter für den o.g. Bü zuständig ist und etwa in der Mitte des Empfangsgebäudes sitzt (km 142,927 lt. ISR), liegen da ca. 828,5 m dazwischen.

Ja, die Frage ist aber, wieviele Meter liegen dann zwischen rotem Signal, wo ja der Zug wohl zum Stehen kam und dem Fahrdienstleiterthron.

Und mitten in stiller Nacht im einsamen Nichts hört man bremsende Güterzüge meilenweit; Flüsterasphal..., äh, Flüsterbremsen waren damals noch kein Thema... Selbst fahrende Güterzüge können reichlich Lärm produzieren; höre ich nachts oft genug noch auf größeren Entfernungen.

Da bekommt man nur dann nichts mit, wenn das Radio in der Bude auf volle Dröhne läuft. Dass tat es auch öfters - war ja zu hören, wenn der Fdl mir die Schranke öffnete und dabei die Sprechanlage nutzte, "Schranke öffnet..."

Wegen meiner kann der Mitarbeiter da auch Radio hören, soviel der will und auch die Lautstärke ist mir völlig egal - nur sollte man als Fdl schon wissen, wo im Stellbereich die Züge denn nun gerade sind, die man zu disponieren hat. Da ist es schon eher indisponiert, normale Bürger nach dem Standpunkt des Zuges zu fragen.


Schöne Grüße von

jörg

Danke für den unbekannten Haltepunkt

462 001, Taunus, Mittwoch, 23.11.2016, 23:38 (vor 3408 Tagen) @ Sören Heise

- kein Text -

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

Nur noch die Sammelantwort

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 25.11.2016, 17:49 (vor 3406 Tagen) @ Sören Heise

Moin,

danke für eure Kommentare.

Kristian: Meine einzige Gesamtbereisung der Strecke Bremen - Vechta - Delmenhorst war auch zur Zeit der 211/212. Damals noch mit Umstieg in Delmenhorst.
In Heinsberg war ich noch nie. Brilon - Marburg klappt vielleicht im Herbst. :-)

Yassakka: So ein richtig altes Dorf scheint Halen aber auch nicht zu sein.
Lotte habe ich eigentlich nicht auf meiner Liste. Ist wie auch Velpe per ÖPNV eher schlecht zu erreichen. Und auf die A 2 habe ich nichtmal Sonntagfrüh Lust. Wobei Lotte von Atter her sogar per Niedersachsenticket erreichbar wäre. Aber wie ich Osnabrück kenne, hat man da auch zum Bus die Taktfolge minus ein, zwei Minuten Umsteigezeit.

Zur Anrufschranke kann ich nichts beitragen.

ICE1223: Bittesehr.


Viele Grüße
Sören

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