Ausflug zum Montserrat (m. 20 B.) (Reiseberichte)
Da ein Urlaub ohne Bahnausflüge wie ein Sommer ohne Sonnenschein ist (wie es die Großmutter eines anderen Users hier im Forum immer zu sagen pflegte) und man über Bahnausflüge auch gerne mal im ICE-Treff berichtet, gibt es heute von mir ein paar Zeilen und Bilder. Ziel unseres Ausflugs war der Berg Montserrat, eines der Wahrzeichen Kataloniens. Ausgangspunkt der Reise war (wie üblich) Tarragona, nur echt mit Kathedrale, Menschentürmen (Castells), Correfoc, römischem Theater, Strand mit Gleisblick und Talgo-Zügen.
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Hier hat eine 252 mit alter "Altaria"-Lackierung einen Zug aus Talgo-6-Wagen am Haken. Die Talgo-6-Züge haben einen dieselbetriebenen Generatorwagen dabei und sind somit gänzlich unabhängig von einer Stromversorgung über die Zugsammelschiene. Die Bezeichnung Altaria wird von der RENFE nicht überall verwendet, auf der Mittelmeerstrecke nach Süden fahren die Züge schlicht als "Talgo". Die 252 der RENFE ist übrigens eine Weiterentwicklung der deutschen Baureihe 120 und wird sowohl in einer Breit- als auch in einer Normalspurversion eingesetzt. Es kommen auch Züge aus Talgo-7-Wagen zum Einsatz. Die Talgo-7-Züge haben keinen Generatorwagen mehr, sondern versorgen sich über einen Stromrichter aus der Zugsammelschiene.
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Für unseren Ausflug zum Montserrat haben wir die Talgo-Züge aber nicht genutzt, denn es gibt keinen Zwischenhalt bis Barcelona. Der Montserrat ist von Barcelona aus über eine Bahnstrecke der katalanischen Eisenbahn (Ferrocarriles de Generalitat de Catalunya, FGC) angebunden. Ausgangspunkt der Meterspur-Strecke ist der Plaça Espanya. Von Tarragona aus führt der direkte Weg™ aber nicht über Barcelona, sondern zunächst mit Umstieg in Sant Vicenç de Calders mit den Rodalies genannten Vorortzügen nach Martorell (Bild), wo in die Züge der FGC umgestiegen werden kann.
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Die mit einer 1500 V-Oberleitung elektrifizierte FGC-Strecke von Barcelona über Martorell und weiter nach Igualada oder am Fuß des Montserrat entlang nach Manresa wird auch Metro de Baix Llobregat genannt und ist betrieblich recht interessant. Während am unterirdischen Streckenbeginn in Barcelona die Linie noch einer U-Bahn gleicht (und auch Züge mit der U-Bahn-Liniennummer L8 unterwegs sind) wandelt sich der Charakter zunächst zu einer Vorort- und hinter Martorell zu einer teils eingleisigen Regionalstrecke. Zusätzlich zu den Personenzügen im dichten Taktverkehr verkehren auch zahlreiche Güterzüge. (Leider ohne eigenes Foto, aber mit Links zur spanischen Ferropedia.) Die auch als "Autometro" bezeichneten Züge von den SEAT-Werken in Martorell zum Hafen von Barcelona sind zumeist von Dieselloks, aber seit neuestem auch von Zweikraftlokomotiven, die von der baskischen Euskotren übernommen wurden, bespannt.
Die Regionalzüge der Linie R5 Barcelona-Manresa werden mit modernen, dreiteiligen Alstom-Triebwagen der FGC-Reihe 213 gefahren, die mit Toilette und Steckdosen ausgestattet sind. Die mittlere Tür im mittleren Wagen ist niederflurig, die anderen Türen mit Stufe.
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Der Montserrat selbst ist bahntechnisch gut versorgt. Der Weg nach oben kann vom Umsteigebahnhof Monistrol de Montserrat mit der Zahnradbahn zurückgelegt werden. Die 1892 eröffnete, 1957 stillgelegte und 2003 mit im Tal geänderter Streckenführung wiedereröffnete "Cremallera de Montserrat" ist eine Spezialität, denn sie ist eine von nur zwei Zahnradbahnen auf der iberischen Halbinsel (die andere ist die Cremallera de Nuria, ebenfalls in Katalonien) und auch die dort eingesetzten Stadler GTW sind in Spanien sonst eher selten bis gar nicht anzutreffen. Die Zahnradbahn wird ebenfalls von der FGC betrieben und ist ebenfalls meterspurig. Über eine Weichenverbindung können die im Zahnrad- und Adhäsionsbetrieb einsetzbaren Züge die Strecke nach Martorell und somit zu Wartungszwecken auch die dortigen FGC-Werkstätten erreichen.
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An der FGC-Station Montserrat Aeri kann zur alternativen Verbindung nach oben umgestiegen werden, nämlich in die gleichnaimge Luftseilbahn. Diese wurde 1930 von der Firma Adolf Bleichert & Co. Personen-Drahtseilbahnbau GmbH aus Leipzig errichtet und ermöglicht schon auf dem Weg nach oben einen wunderbaren Ausblick. Sowohl für Zahnrad- als auch für Luftseilbahn sind Kombinationsfahrkarten von bzw. nach Barcelona erhältlich.
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Egal für welche Variante man sich entscheidet, man kommt sicher oben an. Hier im Vordergrund die Ausfahrt aus dem Bergbahnhof der Zahnradbahn und im Hintergrund die Bergstation der Aeri.
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Und was macht man, wenn man an der Bergstation angekommen ist?
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Richtig, man steigt in eine der beiden Standseilbahnen um. Eine davon (Funicular de Sant Joan) bringt den Fahrgast dann noch weiter nach oben (die andere, Funicular de Santa Cova, dagegen ein Stück nach unten), wo ihn eine phantastische Aussicht, einzigartige Gesteinsformationen und die ein- oder andere kleine Kapelle erwarten. Damit man schon während der Fahrt die Aussicht genießen kann, sind die Fahrzeuge mit Glasdächern ausgestattet.
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Bis nach Barcelona reicht der Blick übrigens nicht, da Mutter Natur den Tibidabo dazwischen gesetzt hat.
Ach ja, Gerüchten zufolge soll es auf dem Montserrat auch ein weltberühmtes Kloster geben.
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Zum Abschluss noch zwei kleine bahn.bonus… ääääh… Bonus-Bahn-Bilder für Freunde des gediegenen Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Im Bahnhof Figueres Vilafant warteten diese beiden AVE-Triebzüge der Baureihe 103, auch bekannt als Velaro E, auf die Rückfahrt nach Barcelona und Madrid. Damit nicht nur Fernreisende von den normalspurigen HGV-Strecken profitieren, gibt es übrigens die Zuggattung Avant für den Mittelstreckenverkehr und mit nur einer Wagenklasse. In Katalonien fahren von Barcelona über Camp de Tarragona nach Lleida Züge der Baureihe 114, abgeleitet von den italienischen ETR-600. (Ein eigenes Foto schenke ich mir hier mangels Qualität, aber siehe Link.) Von Barcelona über Girona nach Figueres Vilafant werden Plätze der Turista bzw. 2. Klasse in AVE- und TGV-Zügen unter Avant-Zugnummer verkauft, also sozusagen eine Art von Codesharing, wie man es sonst von Fluglinien kennt.
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Und von Figueres kann man dann mit zum Beispiel mit einem solchen TGV (ab dort dann natürlich ohne Avant-Zugnummer) nach Frankreich fahren und zum Beispiel in Narbonne aus- oder umsteigen, wo auf dem weiteren Weg nach Deutschland dieses Bild entstand.
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So viel für heute, ich hoffe es hat Euch gefallen und ich freue mich über Kommentare und Feedback.
(P.S.: Ich hab zwei alte Bilder reingeschmuggelt, die anderen sind aus dem September 2016 und die beiden letzten Bilder sind von gestern.)
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