Einmal durch den Berg und einmal über ihn [53B] - Teil 1 (Reiseberichte)

PhilippK, Mittwoch, 17.08.2016, 22:40 (vor 3511 Tagen)

Hallo zusammen,

auch wenn guru61 schon vor ein paar Tagen seine Eindrücke berichtet hat, will ich euch die von mir gesammelten Eindrücke nicht vorenthalten. Die Bilder sind oft Schnappschüsse und unter schlechten Bedingungen entstanden – dafür bitte ich um Nachsicht. Es geht einmal durch den Gotthard-Basistunnel und über den Berg wieder zurück.

Der Prolog

Manche Geschichten fangen schon viel früher an. Denn ganz so einfach war die Organisation der Zugfahrt nicht. Denn zum einen gibt es die Tickets nur in der Schweiz (entweder am Schalter oder über eine nur aus der Schweiz erreichbare und gebührenpflichtige Telefonhotline). Also ging die Anfrage erst mal per E-Mail raus, die Bestellung erfolgte anschließend über eine alternative Telefonhotline. Zum anderen musste die Fahrt auch mit dem Fahrplan von Deutschland aus abgestimmt werden – zwischen Stuttgart und Singen wird gerade viel gebaut und wenn es nicht gerade der Nachtzug nach Hause werden soll, bleibt nur die Fahrt durch den Tunnel in Nord-Süd-Richtung – die Fahrten sind aber wohl deutlich voller als die der Gegenrichtung.
Aber am Ende lief alles gut: eine freundliche Dame ging alle Daten mit mir durch und war selbst erstaunt, dass sie noch ein Ticket für die gewünschte Fahrt Anfang August buchen konnte. Auch wies sie noch darauf hin, dass sich die Klasse des Tickets nur auf die Fahrt über die Bergstrecke bezieht – da wir die aber sowieso über die DB schon hatten, konnten wir uns den Aufpreis sparen. Sie sorgte noch dafür, dass die Tickets sofort in die Post gingen – schon zwei Tage später lagen sie auch in meinem Briefkasten.


Der Plan

Wie schon erwähnt, war der Fahrplan recht eng gestrickt – war das Ziel doch, das Ganze als Tagesausflug durchzuführen.
So sah dann die für den 10. August gebuchte Fahrt aus:

Stuttgart   IC 2368   ab 05:45
Karlsruhe             an 06:45
 "          ICE 271   ab 07:00
Zürich                an 10:00
 "          IR 2417   ab 10:09
Flüelen               an 11:14

Flüelen               ab 12:20
Biasca                an 14:30

Biasca      IR 2430   ab 15:21
Zürich                an 17:51
 "          IC 180    ab 18:35
Stuttgart             an 21:45

Zwar wäre auch eine spätere Abfahrt in Stuttgart möglich gewesen – nur sechs Minuten Umsteigezeit in Flüelen wären uns dann doch etwas zu risikoreich gewesen.


Die Hinfahrt

Los ging es in aller Frühe in Stuttgart. IC 2368 erwartete uns in Sandwich-Bespannung mit zwei 120ern – dafür mussten die früh aufgestandenen Fahrradfahrer leider in Stuttgart bleiben, der entsprechende Wagen fehlte.
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Bei der Ankunft in Karlsruhe war es schon deutlich heller:
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Weiter ging es pünktlich mit dem ICE 271 in Richtung Zürich:
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Hier strahlte die Sonne und es gab einen fantastischen Blick auf den Schwarzwald auf der einen Seite und die Vogesen auf der anderen:
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In Basel erfolgte der mit 20 Minuten doch sehr großzügige Sprung vom Deutschen ins Schweizer Pünktlichkeitssystem – doch dazu später nochmals. Etwas Zeit, einen kurzen Sprung auf den Bahnsteig zu wagen:
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Das Max-Maulwurf-Memorial im Gleisvorfeld von Basel SBB:
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In Zürich dann ein schneller Wechsel auf den IR nach Locarna, der und nach Flüelen bringen soll:
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Reserviert hatten wir im Panoramawagen – durch die großen Fenster und die deutlich höhere Sitzposition doch ein ganz anderes Erlebnis als im klassischen Wagen:
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Der Zug hatte eine doch recht bunte Komposition an Wagen:
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Über dem Zürichsee zeigten sich die ersten Regenwolken und spätestens am Vierwaldstättersee war es mit dem schönen Wetter vorbei:
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Kleine Idylle am Streckenrand:
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(Nahezu) pünktlich kamen wir in Flüelen an. Doch den kleinen Bahnhof hatte sehr schnell zuerst der Regen und dann die auf den Sonderzug wartenden Fahrgäste im Griff – der kleine Kiosk dürfte dieser Tage das Geschäft seines Lebens machen und ist spätestens bei Regen hoffnungslos überlastet.
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Der Gotthardino

Rund 40 Minuten vor Abfahrt wurde der Sonderzug – bestehend aus Lok, vier 1.-Klasse-Wagen und einem (gesperrten) Steuerwagen – bereitgestellt. Die nächsten 20 Minuten waren die Mitarbeiter damit beschäftigt, den Zug mit Infomaterial und Co. auszustatten, ca. 20 Minuten vor Abfahrt war dann der Zustieg möglich.
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Richtiger Zug – falscher Wagen. Hier hätten Fahrräder mitfahren können :-)
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Die Grundausstattung: eine Flasche Mineralwasser und der Pionierpass:
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Die Fahrt ging dann auch recht pünktlich los. Es gab zuerst Musik, dann Hinweise in Deutsch und Italienisch. Wurde alles recht gut erklärt, auch wenn die Tontechnik ab und an Probleme bereitete.
Gleich wird’s dunkel:
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Der Halt in der Nothaltestelle Sedrun begann mit einer Notbremsung – wobei wir uns nicht sicher waren, ob die zum Programm gehörte oder nur ein guter Zufall war. In der unterirdischen Ausstellung war ein Aufenthalt von rund 45 Minuten angekündigt, faktisch dürfte es eine gute Stunde gewesen sein. Leider gab es keinen Orientierungspunkt in Form einer Abfahrtszeit, so dass sich die Besucherströme recht ungleichmäßig verteilen.
Ankunft an der Nothaltestelle:
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Ein paar Eindrücke von der Ausstellung – inhaltlich hat die guru61 ja schon sehr gut dargestellt:
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Sitzgelegenheit für geschwächte Passagiere im Notfall, der hoffentlich nie eintreten wird:
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Angesichts der langen Wege von bis zu 2 Kilometern steht auch ein Transportfahrzeug zur Verfügung:
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Ende der Ausstellung – es war leider nur ein sehr kleiner Teil der Multifunktionsstelle zugänglich.
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Eine der Seitenhallen, die nicht zum Tunnel gehören, sondern dem Kanton Graubünden, wurde zur Videopräsentation genutzt. Die Hallen werden als Wartehallen benötigt, sollte einmal der unterirdische Halt Porta Alpina realisiert werden.
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Zurück in der Nothaltestelle – das erste Bild war wohl ein sehr glücklicher Moment:
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Leider hatte ich keinen Aufkleber zur Hand:
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Nach rund einer Stunde ging es weiter in Richtung Süden. Es wurde noch viel informiert, die zweite Nothaltestelle und der Gleiswechsel langsam befahren und teilweise auch das Licht ausgeschaltet, damit man mehr vom Tunnel sehen konnte.

Bei der Ausfahrt begrüßte uns zuerst der Sommer
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und dann Herr Herrenknecht:
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Ankunft in Biasca:
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Auch der Rettungszug (?) stattete uns einen kurzen Besuch ab:
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Für die, die ihn dieses Jahr noch nicht gesehen haben: so sieht Sommer aus:
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- Fortsetzung folgt -

Einmal durch den Berg und einmal über ihn [53B] - Teil 2

PhilippK, Mittwoch, 17.08.2016, 22:42 (vor 3511 Tagen) @ PhilippK

Die Rückfahrt

Nach rund 50 Minuten stand auch schon wieder die Rückfahrt an. Doch die SSB wollte uns etwas mehr Sonne gönnen:
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Schließlich kam er doch: (im Hintergrund noch der Sonderzug)
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Vorbei ging es an der Schaltzentrale des Tunnels
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über den Gotthard. Die Bergstrecke hat schon einen einmaligen Reiz:
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Die Kirche hier war richtig aufdringlich – wollte wohl unbedingt abgelichtet werden :-)
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Kurz hinter Erstfeld schloss sich der Kreis – hier waren wir heute schon mal:
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Auch das Wetter kannten wir schon:
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Bis Zürich schaukelte sich unsere Verspätung auf 15 Minuten auf. Zum Glück hatten wir knapp 45 Minuten Umsteigezeit auf den InterCity nach Stuttgart. In Zürich reges Treiben:
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Passende Lok (mit weniger passendem Zug):
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Pünktlich ging es in Zürich los. Die hier begleitete uns bis Singen:
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Vorbei ging es am Rheinfall:
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Das Wetter wurde schlechter, das Licht passte sich an. Und in Stuttgart war es wieder dunkel – aber wir pünktlich.
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Der Epilog
Es war ein langer Tag, eine anstrengende Reise – aber ein unvergessliches Erlebnis. Die SBB hatte es geschafft, ein interessantes Programm aufzustellen und uns zu einem Ort zu bringen, den man wohl nie wieder zu Gesicht bekommen wird. Und die Landschaft am Gotthard ist wohl auch etwas, was man anderswo nicht so einfach finden wird.
Die größte Überraschung des Tages war jedoch die Pünktlichkeitsstatistik. Zumal es die SSB (Stuttgarter Straßenbahnen) mit rund sechs Minuten Verspätung schaffte, sich hier auch noch einen guten Platz zu sichern. Der Preis für den pünktlichen Carrier des Tages ging somit überraschenderweise an die Deutsche Bahn, die es nie zu mehr als zwei bis drei Minuten Verspätung geschafft hat. Schlusslicht dieses Mal die SBB – die fünfzehn Minuten von Zürich wurden von keinem anderen überboten.

Viele Grüße,

Philipp

Einmal durch den Berg und einmal über ihn [53B] - Teil 2

guru61, Arolfingen, Donnerstag, 18.08.2016, 07:48 (vor 3511 Tagen) @ PhilippK
bearbeitet von guru61, Donnerstag, 18.08.2016, 07:49

Hallo
Noch zwei Anmerkungen zu Deinem gelungenen Bericht:

Vorbei ging es an der Schaltzentrale des Tunnels
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Das ist nicht nur die Schaltzentrale, sondern das Stellwerk (Betriebszentrale) für den ganzen Süden der Schweiz, bis und mit Arth Goldau.
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über den Gotthard. Die Bergstrecke hat schon einen einmaligen Reiz:
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Die alte Gotthardstrecke ist hier verlegt worden: Dort wo der Herr steht, war das alte Trasse:
2006:
https://map.geo.admin.ch/?topic=ech&lang=de&bgLayer=ch.swisstopo.pixelkarte-far...
und heute:
https://map.geo.admin.ch/?topic=ech&lang=de&bgLayer=ch.swisstopo.pixelkarte-far...


Bis Zürich schaukelte sich unsere Verspätung auf 15 Minuten auf.
Schlusslicht dieses Mal die SBB – die fünfzehn Minuten von Zürich wurden von keinem anderen überboten.

Viele Grüße,

Philipp

Ja, im Moment ist am Gotthard wirklich der Wurm drin. Was man so hört, ist das ETCS 2 nicht so gelungen und man hat die Probleme, die der Betrieb von Stationen auf diesem Level bringt, unterschätzt.

Du wirst ja selber gesehen haben, dass in Flüelen nur noch Kuchenbleche hängen. Ab Brunnen sind bis zum Einfahrvorsignal in Erstfeld keine Signale mehr vorhanden. Die alten Signale wurden zuerst abgedeckt und dann entfernt:
https://www.flickr.com/photos/r_walther/albums/72157660199349101/with/22201831150/

Gruss Guru

? zu ETCS

Turbonegro, Donnerstag, 18.08.2016, 18:59 (vor 3510 Tagen) @ guru61


Ja, im Moment ist am Gotthard wirklich der Wurm drin. Was man so hört, ist das ETCS 2 nicht so gelungen und man hat die Probleme, die der Betrieb von Stationen auf diesem Level bringt, unterschätzt.

Du wirst ja selber gesehen haben, dass in Flüelen nur noch Kuchenbleche hängen. Ab Brunnen sind bis zum Einfahrvorsignal in Erstfeld keine Signale mehr vorhanden. Die alten Signale wurden zuerst abgedeckt und dann entfernt:
https://www.flickr.com/photos/r_walther/albums/72157660199349101/with/22201831150/


Hallo guru,

du schreibst, dass zwischen Brunnen und Erstfeld keine Signale mehr hängen. Das bedeutet, auch Züge über die alte Bergstrecke müssen ETCS Level 2 fähig sein.
Sind in der Schweiz ohnehin ein Großteil der Fahrzeuge damit ausgerüstet oder gibt es da solche lustigen Einschränkungen, wie in Deutschland, dass nur bestimmte, wenige Baureihen auf der ETCS-Strecke fahren können?
Von wo bis wo sind auf der Südseite die Signal schon abgebaut worden?
Die Schweiz rüstet meinens Wissens ein Großteil ihres Netzes nach und nach mit ETCS aus, werden dann alle Strecken mit Level 2 ausgerüstet und alle Signale verschwinden oder wird nur auf den Hauptstrecken Level 2 verbaut und auf den Nebenstrecken Level 1?


Dank an Philipp für den Bericht.

? zu ETCS

guru61, Arolfingen, Donnerstag, 18.08.2016, 22:17 (vor 3510 Tagen) @ Turbonegro
bearbeitet von guru61, Donnerstag, 18.08.2016, 22:18

Hallo guru,

du schreibst, dass zwischen Brunnen und Erstfeld keine Signale mehr hängen. Das bedeutet, auch Züge über die alte Bergstrecke müssen ETCS Level 2 fähig sein.

Das stimmt so wenn auch der Führer in Ausbildung noch zwei Signale gefunden hat, soll er glücklich damit werden.
Aber die Grundsätzliche Aussage stimmt schon, dass von Norden und von Süden, die Bergstrecke nur mit ETCS Level 2 erreichbar ist.

Im Sachstandsbericht 2015 stehts so:
Auf dem Abschnitt Brunnen (exklusive) – Altdorf – Erstfeld (exklusive) konnte
ETCS L2 wie geplant am 16. August 2015 in Betrieb genommen werden.
Die Inbetriebnahme von ETCS L2 auf dem Abschnitt Pollegio Nord – Biasca
(exkl.) – Giustizia – Castione erfolgte am 6. Dezember 2015 , rund einen
Monat später als geplant.

Der ist hier abzurufen:
https://www.bav.admin.ch/bav/de/home/aktuell/berichte/etcs.html
Die Kuchenbleche sind übrigens meine Erfindung.

Sind in der Schweiz ohnehin ein Großteil der Fahrzeuge damit ausgerüstet oder gibt es da solche lustigen Einschränkungen, wie in Deutschland, dass nur bestimmte, wenige Baureihen auf der ETCS-Strecke fahren können?

Ab 2017 soll die ganze Schweiz auf ETCS Level 1 LS umgerüstet sein.
Leve1 LS ist nichts anderes als der alte Signunm Scheiss bzw das Zub 121, neu verpackt. Sofern die Signale an der Risikoanalyse nicht als gefährlicher Punkt aufgenommen werden und ansässlich des Umbaues umgerüstet werden, bleibt die heutige Kompatibilität erhalten: Das heisst keine Bremskurvenüberwachung wie beim alten Signunm oder Bremskurve wie bei ZUB 121. Es werden sicher einige Hundert mehr auf Bremskurve umgerüstete Signale sein, aber bei weitem nicht alle.
Unfälle a La Granges-Marnand werden also weiterhin möglich sein.
http://www.sbb.ch/sbb-konzern/ueber-die-sbb/die-sbb-bewegt-die-schweiz/die-sbb-und-ihre...


ETCS L2 soll nach und nach auf dem ganzen Netz eingeführt werden. Meyer hat mal bis 2060 gesprochen.
Ob das in der Zeit geschieht, ist fraglich.
Mindestens hier macht die SBB keine Angaben:
http://www.sbb.ch/sbb-konzern/ueber-die-sbb/die-sbb-bewegt-die-schweiz/die-sbb-und-ihre...

Wieviele Fahrzeuge schon für ETCS 2 ausgerüstet sind, steht im Anhang 2 des Standberichtes.

Von wo bis wo sind auf der Südseite die Signal schon abgebaut worden?

Im Standbericht ist das so definiert:

Pollegio Nord – Biasca (exkl.) – Giustizia – Castione
In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2015 erfolgte auf der rund 19 Kilometer
langen Zufahrtstrecke zum Südportal des Gotthard-Basistunnels die
Umschaltung von den bestehenden Sicherungsanlagen auf die neuen Anlagen
mit ETCS L2.
Der fahrplanmässige Vollbetrieb wurde am Morgen des 6. Dezembers aufgenommen.

Die Signale sind sicher abgedeckt. Ob sie abgebaut sind, kann dir der Führer in Ausbildung sicher genau sagen.

Die Schweiz rüstet meinens Wissens ein Großteil ihres Netzes nach und nach mit ETCS aus, werden dann alle Strecken mit Level 2 ausgerüstet und alle Signale verschwinden oder wird nur auf den Hauptstrecken Level 2 verbaut und auf den Nebenstrecken Level 1?

Generell ist angedacht alles auf ETCS 2 umzurüsten, aber über den Umweg auf ETCS 1.

Gruss Guru

? zu ETCS

caboruivo, CH, Donnerstag, 18.08.2016, 22:40 (vor 3510 Tagen) @ guru61

Hallo

Führer in Ausbildung? Da liegst du ein wenig daneben. Stimmt leider nicht mehr. Und die ach so unwichtigen Signale sind genau deshalb so wichtig, weil sie bei Ausfahrt aus dem Bahnhof mit höherem Fahrbegriff dem Führer, auch wenn er die Ausbildung beendet hat, die Möglichkeit gibt, noch vor dem CAB-Anfang wieder auf Streckengeschwindigkeit zu beschleunigen. Denn gemäss FDV ist nicht geklärt, wann man bei einem Levelübergang beschleunigen darf, insbesondere im System L, da dort nicht das nächstfolgende Zugsignal eindeutig erkennt werden muss.

Ich gratuliere dir zu deiner Wortschöpfung - nur ist sie halt leider schon vergeben.

Zu den Signalen: Ich bin schon eine Weile nicht mehr dort durchgefahren (ja, ich selber, GAAANZ alleine...). Aber am 1.9. wird es wieder soweit sein, dann schaue ich mal. Meine letzte Erinnerung zeigt mir abgedeckte Signale.

Ich bin eigentlich kein Mensch, der gerne stichelt, aber manchmal muss es einfach sein.

Gruss

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

? zu ETCS

guru61, Arolfingen, Freitag, 19.08.2016, 05:13 (vor 3510 Tagen) @ caboruivo

Hallo

Führer in Ausbildung? Da liegst du ein wenig daneben. Stimmt leider nicht mehr. Und die ach so unwichtigen Signale sind genau deshalb so wichtig, weil sie bei Ausfahrt aus dem Bahnhof mit höherem Fahrbegriff dem Führer, auch wenn er die Ausbildung beendet hat, die Möglichkeit gibt, noch vor dem CAB-Anfang wieder auf Streckengeschwindigkeit zu beschleunigen. Denn gemäss FDV ist nicht geklärt, wann man bei einem Levelübergang beschleunigen darf, insbesondere im System L, da dort nicht das nächstfolgende Zugsignal eindeutig erkennt werden muss.

Sorry, dann muss ich mich bei Dir entschuldigen. Ich vergass, dass die Lf Ausbildung ja total verschnelligt worden ist. Login sei Dank.

Für den Rest: Wenn in den offiziellen Dokumenten steht, dass zwischen Brunnen und Erstfeld, beide excl. Und ich das wunderschön designete ETCS Haltestellenschild vor Sisilon sehe, dann ist für mich die Aussage kler, dass man nicht ohne ETCS2 nach Flüelen kommt. Wo nun genau der Punkt liegt, wo das ETCS anfängt, kann ich leider nicht bestimmen, da ich mir nicht die Freiheit nam, das Fenster einzuschlagen und im Tunnel genau zu schauen. Sorry für diese Unterlassung.

Denn gemäss FDV ist nicht geklärt, wann man bei einem Levelübergang beschleunigen darf,
Das kann doch nicht sein, oder?

Ich gratuliere dir zu deiner Wortschöpfung - nur ist sie halt leider schon vergeben.

Offiziell gell! Wusste gar nicht, dass das irgendwo in den internen Dokumenten der SBB steht.
Auch das Krokodil war ursprünglich für die Ce /Be 6/8 gedacht und wird heute für jedes Lökelchen mit langen Vorbauten benützt.

Solange niemand einen besseren Namen hat, werde ich mir die Freiheit nehmen, die weiter so zu nennen.

Ich kannte zum Beispiel einen Zugführer, der SBB intern den Namen Gromadusi hatte, habe aber feststellen müssen, dass ich diesen Namen seit seinem Abgang nun auch für andere Personen gehört habe.

Ich bin eigentlich kein Mensch, der gerne stichelt, aber manchmal muss es einfach sein.

Schön für Dich und Deine Gesinnung. Vergiss aber nicht, dass der der stichelt und zündet aber mindestens das Dreifache aushalten muss. Gerade bei Anfängern.

Gruss Guru

? zu ETCS

caboruivo, CH, Sonntag, 21.08.2016, 18:38 (vor 3507 Tagen) @ guru61
bearbeitet von caboruivo, Sonntag, 21.08.2016, 18:40

Hallo

Sorry, dann muss ich mich bei Dir entschuldigen. Ich vergass, dass die Lf Ausbildung ja total verschnelligt worden ist. Login sei Dank.

Nene, das ganze macht die SBB wieder selber und einiges praxisbezogener als Login. Aber mehr sage ich nicht mehr dazu.


Für den Rest: Wenn in den offiziellen Dokumenten steht, dass zwischen Brunnen und Erstfeld, beide excl. Und ich das wunderschön designete ETCS Haltestellenschild vor Sisilon sehe, dann ist für mich die Aussage kler, dass man nicht ohne ETCS2 nach Flüelen kommt. Wo nun genau der Punkt liegt, wo das ETCS anfängt, kann ich leider nicht bestimmen, da ich mir nicht die Freiheit nam, das Fenster einzuschlagen und im Tunnel genau zu schauen. Sorry für diese Unterlassung.

Gaanz ruhig. Dass der Levelübergang nicht beim Ausfahrsignal gemacht werden kann, versteht sich auch von selbst, da man sonst in einem Mischmasch zwischen Level 0 und 2 rangieren muss. Warum man allerdings in Brunnen nicht den Block genommen hat, sondern gut 100m danach, entzieht sich meiner Kenntnis, könnte sein, dass die Distanz zwischen Rangiergrenze (Tunnelanfang) und Block zu kurz ist.


Denn gemäss FDV ist nicht geklärt, wann man bei einem Levelübergang beschleunigen darf,
Das kann doch nicht sein, oder?

So ist der Satz aus dem Zusammenhang gerissen. So wie er da steht, ist es schon klar: Wenn der ganze Zug den CAB-Anfang passiert hat, darf beschleunigt werden. Nur ist es aber so, dass bei einem abweichenden Fahrbegriff im System L nach Passieren der letzten ablenkenden Weiche und nach Befahren der letzten Weiche vor dem Zugsignal (was nicht immer Sinn macht, vor allem wenn man die Weiche von der Wurzel befährt), beschleunigt werden darf. Mit dem Wiederholungssignal kann die reduzierte Geschwindigkeit verkürzt werden und es verhindert Irritationen, sollte der Geschwindigkeitsbogen eine andere Geschwindigkeit anzeigen als der zuletzt angezeigte Fahrbegriff. Beim System N muss man das darauffolgende Zugsignal beachten und genau das fehlt, sollte nach dem Signal mit der Geschwindigkeitsanzeige ein Levelübergang folgen. Der Geschwindigkeitsbogen zeigt dann die Zielgeschwindigkeit an, auch wenn man noch nicht mit dem ganzen Zug die ablenkende Weiche, die ja noch im Level 0 war, passiert hat. Klar kann man jetzt argumentieren, dass das auch bei konventioneller Signalisierung möglich ist, aber für mich ist das ein Sicherheitsrisiko.

Was noch nicht geklärt ist, ist die Frage, wie man vorgehen soll, wenn man nach Ausfahrt mit Hilfssignal in Erstfeld beim Levelübergang die Betriebsart Full Supervision erhält. In Brunnen entfällt dieses Problem dank dem Blockhauptsignal.


Solange niemand einen besseren Namen hat, werde ich mir die Freiheit nehmen, die weiter so zu nennen.

Es wird nicht lange gehen, bis die einen Spitznamen erhalten. Ich wollte nur sagen, dass man mit Kuchenblech eigentlich was anderes meint.


Schön für Dich und Deine Gesinnung. Vergiss aber nicht, dass der der stichelt und zündet aber mindestens das Dreifache aushalten muss. Gerade bei Anfängern.

Ich halte das aus, fange aber nie von mir aus stachlige Diskussionen an.

Gruss

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

Fehlende Bremskurvenüberwachung ist oft kein Problem

Alphorn (CH), Donnerstag, 18.08.2016, 22:58 (vor 3510 Tagen) @ guru61

Ab 2017 soll die ganze Schweiz auf ETCS Level 1 LS umgerüstet sein.
Leve1 LS ist nichts anderes als der alte Signunm Scheiss bzw das Zub 121, neu verpackt.

Richtig eingesetzt ist Signum bzw. ETCS Level 1 LS überhaupt kein Scheiss. Sofern ein Durchrutschweg vorhanden ist, ist die fehlende Bremskurvenüberwachung unproblematisch.

Die Umstellung auf ETCS Level 1 LS erlaubt es aber, in zukünftigen Fahrzeugen auf Signum/ZUB zu verzichten - was jetzt schon bei den VAE-Flirts geschehen wird. Zudem können ausländische Fahrzeuge ohne zusätzliche Zugsicherung durch die Schweiz fahren und irgendwann mal auch umgekehrt...

Fehlende Bremskurvenüberwachung ist oft kein Problem

ICE-TD, Donnerstag, 18.08.2016, 23:33 (vor 3510 Tagen) @ Alphorn (CH)

Richtig eingesetzt ist Signum bzw. ETCS Level 1 LS überhaupt kein Scheiss. Sofern ein Durchrutschweg vorhanden ist, ist die fehlende Bremskurvenüberwachung unproblematisch.

Bei hohen Geschwindigkeiten schon, in Deutschland mussten schon vor vielen Jahren Züge mit mit einer Hg > 140 km/h eine PZB-Bauform haben die die Geschwindigkeitsabsenkung zeit- und wegabhängig überwacht. Mittlerweile gibt es durch die PZ90 die Netzzugangsvorraussetzung ist keine andere Bauform mehr.

Durchrutschweg

Fabian318, Münster i. W., Freitag, 19.08.2016, 02:04 (vor 3510 Tagen) @ Alphorn (CH)

Ab 2017 soll die ganze Schweiz auf ETCS Level 1 LS umgerüstet sein.
Leve1 LS ist nichts anderes als der alte Signunm Scheiss bzw das Zub 121, neu verpackt.


Richtig eingesetzt ist Signum bzw. ETCS Level 1 LS überhaupt kein Scheiss. Sofern ein Durchrutschweg vorhanden ist, ist die fehlende Bremskurvenüberwachung unproblematisch.

Der Durchrutschweg wird ja - da gehe ich einfach mal von aus, dass es in der Schweiz wie in Deutschland ist - nach Halt des Zuges aufgelöst, da sonst in der Mehrzahl der Fälle Fahrstraßenkonflikte entstünden. Insbesondere auf eingleisigen Strecken ist die Einfahrt des zweiten Zuges in den Kreuzungsbahnhof vielfach erst nach Auflösung des Durchrutschweges möglich, in Granges-Marnand sieht das auch sehr stark danach aus, besonders weil das Gruppen-Asig bereits hinter der letzten Fahrwegweiche liegt. Gegen ein Anfahren gegen Halt zeigendes Signal hilft also nur eine sehr restriktive Bremskurve (25 km/h bei PZB90) und kein Durchrutschweg.

Fehlende Bremskurvenüberwachung ist oft kein Problem

guru61, Arolfingen, Freitag, 19.08.2016, 04:59 (vor 3510 Tagen) @ Alphorn (CH)

Ab 2017 soll die ganze Schweiz auf ETCS Level 1 LS umgerüstet sein.
Leve1 LS ist nichts anderes als der alte Signunm Scheiss bzw das Zub 121, neu verpackt.


Richtig eingesetzt ist Signum bzw. ETCS Level 1 LS überhaupt kein Scheiss. Sofern ein Durchrutschweg vorhanden ist, ist die fehlende Bremskurvenüberwachung unproblematisch.

Nun, der Durchrutsch weg war in den letzten Jahren an einigen Orten nicht vorhanden. Bei der SUST kannst du das nachlesen. Und ich empfinde Deine Aussage gerade für den Fall Granges-Marnand als den Opfern, von denen eins ja einer der Führer war, als sehr zynisch.
Es ist leider so, wie auch der Fall Rafz an einer neu eingerichteten Station zeigt so, dass in der Schweiz aus Platzgründen keine oder zu kleine Durchrutschwege vorhanden sind.
Ebenso noch vielerorts, wie in Granges-Marnand Gruppensignale, bei denen der Signunm am Signal, also hinter dem Gefahrenpunkt liegt.


Die Umstellung auf ETCS Level 1 LS erlaubt es aber, in zukünftigen Fahrzeugen auf Signum/ZUB zu verzichten - was jetzt schon bei den VAE-Flirts geschehen wird. Zudem können ausländische Fahrzeuge ohne zusätzliche Zugsicherung durch die Schweiz fahren und irgendwann mal auch umgekehrt...

Da hat auch niemand in Abrede gestellt. Über das umgekehrt decken wir mal das Mäntelchen des Schweigens darüber.
Aber ich wehre mich, das man ETCS L1 LS als das Sicherheitsinstrument darstellt, als das es in der Presse vielerorts dargestellt wird.
So wie hier, wo alles fröhlich vermischt wird:
http://www.nzz.ch/schweiz-sbb-zug-zugsicherung-zugbeeinflussung-etcs-1.12414903

Bei der Zugbeeinflussung handelt es sich um technische Systeme, welche die Fahrt der Züge in Abhängigkeit der erlaubten Geschwindigkeit kontrollieren. Gibt es einen Regelverstoss durch den Lokomotivführer – beispielsweise zu hohes Tempo oder Überfahren eines Haltesignals –, greift das System ein und bremst den Zug automatisch.

Wir werden den Mayer oder die Märlitante über kurz oder lang nach 2017 leider mal in Erklärungsnot sehen, wenn ein sauber recherchierender Journalist, sie kt ihren vor Jahren gemachten Aussagen konfrontiert.

Gruss Guru

Einmal durch den Berg und einmal über ihn [53B] - Teil 2

caboruivo, CH, Donnerstag, 18.08.2016, 20:25 (vor 3510 Tagen) @ guru61

Hallo

1. Bezeichnen wir Bähnler nicht die Merktafeln ETCS-Hauptsignal und -Standortsignal, sondern die Merktafel für ein fehlendes Vorsignal im konventionellen System als Kuchenblech

2. Gibt es in Fahrtrichtung Erstfeld nach Brunnen noch ein Wiederholungssignal und ein Block-Hauptsignal (beide System N). Also nix mit nur ETCS, die CAB-Anfangstafel ist erst bei km 21.25 bei der Trennung der beiden Gleise.

3. Gibt es in Fahrtrichtung Brunnen in Erstfeld noch ein Blockvorsignal (System L). Dort liegt die CAB-Anfangstafel sogar auf Gebiet der Gemeinde Schattdorf.

Ist jetzt ein wenig Haarspalterei, doch man will ja heutzutage genau sein.

@turbonegro: Am Gotthard ist nicht nur Brunnen-Erstfeld, sondern auch die Südrampe zwischen Pollegio Sorpasso di Binario und Castione-Arbedo, aber ohne den Bahnhof Biasca, mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Diese Umstellung wurde zwar verschoben, klappte im Gegensatz zum Nordabschnitt aber reibungslos. Auch auf der Nordzufahrt läuft das ETCS mittlerweile zuverlässig, Störungen treten noch selten auf und meist dann auch nur, wenn ein Update eingespielt wird.
Es ist in der Tat so, dass alle Fahrzeuge für den Abschnitt ETCS Level 2 fahren können müssen. Historische Fahrzeuge erhalten da einen Vorspann, in der Vergangenheit kam dafür sogar zweimal die letzte grüne Re 420 von SBB Personenverkehr, die Re 420 161, zum Einsatz, um auch so den Fotografen noch etwas zu bieten.

Gruss

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

über den Berg...:)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 18.08.2016, 23:57 (vor 3510 Tagen) @ PhilippK

Vorbei ging es an der Schaltzentrale des Tunnels
über den Gotthard. Die Bergstrecke hat schon einen einmaligen Reiz:

Sorry, aber Du bist nach wie vor durch den Berg gefahren, lediglich via die obere Etage.
Über den Berg fährt man in der gummibereiften Bahn über die Passstrecke!

;)


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Aber auch nicht so! :-)

guru61, Arolfingen, Freitag, 19.08.2016, 05:16 (vor 3510 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von guru61, Freitag, 19.08.2016, 05:16

Danke! :)

sflori, Donnerstag, 18.08.2016, 08:07 (vor 3511 Tagen) @ PhilippK

- kein Text -

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