Überzogene Reaktion oder nicht? (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Freitag, 11.07.2008, 22:25 (vor 6413 Tagen)

Diskussion des Vorfalls bei DSO

Am Ende des oben verlinkten DSO-Thread wird heftigst darüber diskutiert ob die Maßnahmen der DB/EBA für einen Freitag überzogen waren oder nicht.

Ich persönlich bin der Meinung das richtig reagiert wurde... ich selbst hätte in entsprechender Position wohl genauso entschieden, da das Risiko einfach viel zu groß ist.
Die Bahn hat aus Eschede gelernt... einige Bahnfans wohl eher nicht :-/

Schade das man keine Umfrage erstellen kann... daher frage ich einfach mal so:

Wer von euch wäre auch auf Nummer Sicher gegangen und hätte alle BR 403/406 für eine Zusatzinspektion eingezogen?
Und wer von euch hätte lieber den Freitagsverkehr aufrecht erhalten um das Chaos zu minimieren und hätte die Zusatzkontrollen in die normale Umlaufplanung eingearbeitet?

Bin mal gespannt ob es hier auch beide Meinungne gibt...

Überzogene Reaktion oder nicht?

Steffen, Freitag, 11.07.2008, 22:30 (vor 6413 Tagen) @ ICE-T-Fan

Ich kenne die fakten nicht, nur ein paar durch die Presse gepresste Bruchstücke. Deshalb kann ich rein gar nichts sagen, wie ich entschieden hätte und wie nicht.

Auf jeden Fall darf das Kriterium nicht der Wochentag sein sondern die Sicherheit.

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Überzogene Reaktion oder nicht?

br 403, Ruhrpott, Freitag, 11.07.2008, 22:34 (vor 6413 Tagen) @ Steffen

Sicherheit geht vor! Egal wann!

Überzogene Reaktion oder nicht?

moe, Freitag, 11.07.2008, 22:47 (vor 6413 Tagen) @ br 403

Ich persönlich halte es für die einzig und allein richtige Entscheidung. Da nehme ich morgen im ICE 613 von Frankfurt(Main) nach München lieber ein paar Engpässe an der Anzahl der Platze in kauf, aber habe die Sicherheit das die Risiko durch den Check weiter reduziert wurde. Denn eines sei gesagt, ein Restrisko beim ICE fahren bleibt immer.

Solche Risse könnten sich zum Beispiel auf der Fahrt über die KRM bilden und sich dann auf der SFS Mannheim-Stuttgart in Form eines Horrosszwenarios sichtbar machen. Und an jedem Bahnhof können die Achsen nun auch nicht gewartet werden.

Auch nach dieser Wartung werde ich den ICE (egal welche Bauart und auch alle anderen schneller fahrene Züge) um einiges bewuster besteigen. Denn nun wird noch einmal deutlich klar: Das Sytsem Bahn gehört zu den sichersten der Welt. Doch können schon Kleinigkeiten (wie z.B. Riss(e) in einer Achse) zu einem schweren Unglück führen, so wie es Mittwoch fast auf der KRM passiert wäre.

Gruß
moe

Überzogene Reaktion oder nicht?

ExpressFreak, Freitag, 11.07.2008, 23:11 (vor 6413 Tagen) @ moe

Ganz klar meiner Meinung nach => Die DB und das EBA haben vollkommen richtig gehandelt! Es klingt jetzt vielleicht blöd, aber was wäre euch denn lieber? Lieber eine Stunde später am Ausgangsort ankommen, oder möglicherweiße tot zu sein?

Grüße,
ExpressFreak

Überzogene Reaktion oder nicht?

br 403, Ruhrpott, Freitag, 11.07.2008, 23:15 (vor 6413 Tagen) @ ExpressFreak

Ganz klar meiner Meinung nach => Die DB und das EBA haben vollkommen richtig gehandelt! Es klingt jetzt vielleicht blöd, aber was wäre euch denn lieber? Lieber eine Stunde später am Ausgangsort ankommen, oder möglicherweiße tot zu sein?


Ich glaub den Fahrgästen ist das zum Teil ziemlich egal. Hauptsache ankommen.

Überzogene Reaktion oder nicht?

Sascha1974, Rimbach, Freitag, 11.07.2008, 23:16 (vor 6413 Tagen) @ br 403

Die Entscheidung war richtig! Sicherheit geht vor! Kein zweites Eschede!

Überzogene Reaktion oder nicht?

moe, Freitag, 11.07.2008, 23:27 (vor 6413 Tagen) @ br 403

Ja ich denke 85 % der Fahrgäste beschäftigt sich nicht so mit dem Thema wie wir ;)

Ddie meisten sagen sich: Einsteigen, schnell und schneller fahren, ankommen und raus.

Das ganze drumherum interessiert die normalen Fahrgäste doch nicht.

Gruß
moe

Überzogene Reaktion oder nicht?

moonglum, Hagen, Samstag, 12.07.2008, 09:35 (vor 6412 Tagen) @ ExpressFreak

Stimme 100% zu!

Nein !

TEF4, Samstag, 12.07.2008, 05:51 (vor 6413 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hallo zusammen,

eins vorab: Das schlimmste und verwirrendste an dem ganzen Vorfall ist mal wieder die Informationspolitik: Hinweis von Fahrgästen !? Keine Reaktion der ZuB !? Notbremsung durch ZuB !? Oberbauschäden !?

Mal überspitzt formuliert: "Der vollbesetzte Airbus vom Typ Boeing 737 befand sich auf einem Leerflug, als beide Triebwerke explodierten. Ein technischer Defekt kann ausgeschlossen werden."

Sowas trägt nicht unbedingt dazu bei, daß der "normale Beförderungsfall" Vertrauen in die Maßnahme bekommt. Wer hat nun eigentlich die Prüfung veranlaßt ? Die DB ? Das EBA ? Und wenn man nichts zu verbergen hat, warum gilt dann ein Dreh-/Interviewverbot für die Presse ?

Letzendlich deutet aber die Weisung auf sofortige Überprüfung der ICE3 auf ein schwerwiegenderes Problem hin, als es eine nicht schließende Bugklappe darstellt. Dazu muß man sich im Klaren sein, daß der Ausfall der Züge - auch wenn nur kurzfristig - ein Chaos heraufbeschwört. Wenn man das in Kauf nimmt, dann ist auf jeden Fall die Außerbetriebnahme RICHTIG !

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, daß bei der Wartung (auch trotz Eschede) immer mehr der Rotstift regiert, da die Züge rollen müssen und die Reserve gen 0 geht. Mitarbeiter der Werkstätten werden zu berichten wissen, daß immer häufiger Tfz+Wagen frisch von der HU zur Gewährleistung zurück oder schon nach wenigen Tagen wegen Schäden ausgesetzt werden müssen. Nur Optimisten würden das auf Pfusch in den AW zurückführen. Realisten wissen: nur was bezahlt und beauftragt wird, wird auch gemacht.

Insoweit hoffe ich, daß das Unfalluntersuchungsergebnis vernünftig publiziert wird und ein klares Konzept entwickelt wird, um eventuelle Wiederholungen auszuschließen. Oder wie will die Bahn den Kunden bei ständig steigenden Preisen und wegfallenden Verbindungen Ausfälle à la 611/612/605 usw. noch erklären ?

Angenehme Reise
TEF4

Amerikanische DC 10 / Concorde

GUM, Samstag, 12.07.2008, 11:46 (vor 6412 Tagen) @ ICE-T-Fan

Schade das man keine Umfrage erstellen kann... daher frage ich einfach mal so:

Mit den wenigen Informationen, die man in der Presse so lesen kann: Die Flotte stillzulegen und jeden einzelnen Zug einer Inspketion zu unterziehen ist vollkommen richtig !

Ich hätte vielleicht sogar noch etwas schärfer reagiert und die noch fahrenden ICE3-Züge auf Tempo 100 bis zum Zielbahnhof begrenzt. Sicherheit sollte immer vorgehen.

Abgesehen davon hätte ich als Bahnchef wesentlich mehr Kp-Reservenund würde die Züge somit in IC-Qualität fahren können. Dafür gäbe es wahrscheinlich wenig bis gar keine Zeitungsanzeigen....


Gegenbeispiel ist ja die amerikanische DC-10 in Paris gewesen, die letztendlich eine Ikone der Luftfahrt zum endgültigen Absturz gebracht hat. Hier ging Sicherheit NICHT vor und NIEMAND hat die Landebahn vor dem kritischen Start abgefahren....

Amerikanische DC 10 / Concorde

Steffen, Samstag, 12.07.2008, 11:52 (vor 6412 Tagen) @ GUM

Gegenbeispiel ist ja die amerikanische DC-10 in Paris gewesen, die letztendlich eine Ikone der Luftfahrt zum endgültigen Absturz gebracht hat. Hier ging Sicherheit NICHT vor und NIEMAND hat die Landebahn vor dem kritischen Start abgefahren....

Waren damals irgendwelche Unregelmässigkeiten bekannt, dass man die Startbahn hätte abfahren müssen? Als reine Vorsichtsmassname vor jedem Start scheint mir das nicht notwendig zu sein.

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Startbahnabfahren: Grundsätzlich 4 mal am Tag

GUM, Samstag, 12.07.2008, 12:05 (vor 6412 Tagen) @ Steffen

Die Startbahn wird grundsätzlich mindestens 4 mal am Tag abgefahren.

Ohne dies im Nachhinein zu kritisieren: Bei der BA waren in London-Heathrow grundsätzlich IMMER zwei Concordes pro Flug in Bereitschaft. Vor jedem einzelnen Flug wurden die bis auf 109 Grad Celsius im Flug erhitzten Tragflächen mit einer Art Ultraschall Zentimeter für Zentimeter abgetastet. Zudem wurde die Startbahn regelmäßig untersucht.

Ich habe einmal "per Zufall" am Fensterplatz eines hereinkommenden Flugs aus München die Abflugvorbereitungen für eine Concorde beobachten können. Sehr, sehr gründlich.

Zum allgemeinen Procedere:
Vor jedem Concorde-Abflug sollte die Landebahn gründlich per Videokameras oder Autofahrt gescannt werden, denn die Abhebegeschwindigkeit der Concorde betrug ein Vielfaches der "normalen" Abhebegeschwindigkeit und war auch ohne Metallteil schon an der Grenze dessen. was ein Reifen verträgt.

Konnte leider selbst niemals damit fliegen, weil mir im Gegensatz zu (m)einem Einkommen, die Flugpreise doch sehr hoch erschienen...

Startbahnabfahren: Grundsätzlich 4 mal am Tag

Burkhard, Samstag, 12.07.2008, 21:25 (vor 6412 Tagen) @ GUM

Vor jedem Concorde-Abflug sollte die Landebahn gründlich per Videokameras oder Autofahrt gescannt werden, denn die Abhebegeschwindigkeit der Concorde betrug ein Vielfaches der "normalen" Abhebegeschwindigkeit und war auch ohne Metallteil schon an der Grenze dessen. was ein Reifen verträgt.

Naja, so groß war der Unterschied beim Abheben auch nicht - rund 380 km/h gegenüber rund 300 km/h bei der guten alten 747.

Konnte leider selbst niemals damit fliegen, weil mir im Gegensatz zu (m)einem Einkommen, die Flugpreise doch sehr hoch erschienen...

Ging mir leider ähnlich - leider ist die Geschichte der Concorde wohl unwiderbringlich vorbei :(

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