Gottardino Reisebericht (Reiseberichte)

guru61, Arolfingen, Mittwoch, 10.08.2016, 14:58 (vor 3520 Tagen)

Hallo
Am 9. August 2016 war es soweit:
Besuch des Gotthard Basis Tunnels.
Nachdem ich 2002:
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und 2013
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schon den Tunnel besuchen konnte, ist in diesen Monaten die wohl letzte Gelegenheit, den Tunnel zu besichtigen.

Es fing an mit Pleiten, Pech und Pannen: Mit dem IR 2323 12.30 ab Olten - Biasca gelangten wir mal pünktlich bis Arth Goldau. Der Panoramawagen war fast leer:
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Ich dachte mir schon meinen Teil, als ich zwischen Immensee und Arth Goldau, sah, dass auf der gegenüberliegenden Linie nach Zug ein Flirt in Richtung Walchwil fuhr! Normalerweise sieht man da den Korrespondenzzug, der nach Goldau kommt. In Goldau treffen sich nämlich immer der IR und der IC. Die kommen abwechslungsweise von Zürich oder von Luzern her, und man kann dann jeweils umsteigen. Der IC bzw der ICN, fährt dann ohne Halt nach Bellinzona und der IR kommt hintennach und bedient verschiedene Zwischenstationen. Ein sehr gutes System. Da dies am gleichen Perron geschieht, ist das problemlos möglich.
Heute war der Wurm drin: Der ICN von Zürich kam verspätet und wir bekamen auch 8 Min. Verspätung. In Brunnen, langer Aufenthalt, Die Lok wurde abgerüstet. Dann, mit 17 Minuten gings dann weiter. ETCS 2 ist wohl in dieser Form nicht der Weisheit letzter Schluss. Ab Brunnen ist die Strecke bis (excl.) Erstfeld mit ETCS 2 ausgerüstet. Inzwischen sind auch alle Signale weg. Also nur noch eine Kuchenblech Eisenbahn.

Hinter dem Pfaffensprung Tunnel war dann ein paar Minuten lang Ende Feuer. Der Lösch und Rettungszug kam entgegen! Halleluia!! Meistens ist das kein gutes Zeichen.
Nun es ging dann etwa 3 mal im Schritttempo jeweils in paar Hundert Meter weiter. Jedesmal mit ausgedehntem Halt dazwischen. Irgendwann gings dann endlich doch weiter. In Göschenen hatten wir dann 30 Minuten Verspätung. Wenn das so weitergeht, sehe ich langsam schwarz für den Tunnel! In Biasca hätten wir 53 Minuten Zeit für das Umsteigen. Nun ja, wir hatten dann doch Glück: Mit 14 Minuten Umsteigen klappte es dann doch!

In Biasca stand dann der Gottardino bereit.
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Es reichte noch für ein paar Fotos.

Auf jedem Sitz war ein Pionierpass:
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Und ein Mineralwasser bereit:
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Nun gings los!
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Die Erinnerungsbilderindustrie lief bald auf Hochtouren:
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Die drei Eidgenossen wollten auch ihren Pass vom Kondukteur gestempelt haben, was auch prompt geschah:
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Überhaupt muss man sagen: Das Personal war äusserst freundlich. Es gab keine Sicherheitstypen, die den Beamten raushängen liessen. Sie waren da, aber liessen den Passagieren nahezu freie Hand. Und man sah ihnen an, dass sie ihre Arbeit gerne machten.

In der Multifunktionsstelle hielt der Zug präzise am roten Dreieck am Perron an:
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Und die Leute stiegen aus:
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Nun, wo waren wir?
In der Multifunktionsstelle Sedrun.
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An der Nothaltestelle:
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Die Abluftröhren sind übrigens gut im Fahrtunnel zu sehen:
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Im Fluchtstollen war eine Ausstellung aufgebaut, die in den 45 Minuten, die der Zug dort hielt, gut besichtigt werden konnte.
Ein paar Bilder mögen einen Eindruck ergeben:

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Die Türen zum Fahrtunnel sind natürlich Brandabschottungen.
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Was gibts da zu sehen?
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In dieser Richtung befindet sich das Gotthard Hospitz:
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Es waren mehere solche Tüten aufgestellt. Der Tomasee,
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Andermatt,
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die Tremola:
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und, der Beschiss des Tages:-)
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Sedrun:
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(ich hätte eigentlich einen Einblick in einen Keller erwartet :-) )

Der Ogi hing auch da:
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Die Schachtabdeckungen sind diebessicherer gekennzeichnet.
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Es kam auch keine weg!

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Ich würde gerne wissen, was auf den andern zwei Seiten seht. Vorschlag:
"Beten sie, nur ein Wunder kann sie noch retten"
"Tief einatmen, dann spüren Sie am wenigsten"
Hoffen wir, dass sie nie gebraucht werden!

Denn die Wege sind lang:
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Bis zu 2.3 Km! Das im Untergrund, während ein Zug draussen brennt, vielleicht im Rollstuhl. Da ist auch ein Gesunder eine halbe Stunde unterwegs.
Wir hatten nur einen kleinen Teil der Stollen betreten können. Deren Länge ist nicht zu unterschätzen: Der Fluchtstollen steigt an und geht über die beiden Fahrröhren auf die andere Seite zur Nothaltestelle der Gegenrichtung.
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Die Auskleidung ist übrigens eine Art Steinwolleschaum; kann ganz leicht abgebrochen werden.

In einer Kavernen lief dann noch ein Filmchen:
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Hier vom Ende des Publikumsbereiches geht der Fluchttunnel noch endlos weiter:
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Wie gesagt. Er steigt dann an und überquert die Fahrröhren. Das war dem Herrn, der einem Mitarbeiter der SBB in reinstem Schwäbisch erklärte, dass er sich nun alles angesehen habe, und es für ihn kein Problem sei, hier im Fluchttunnel ein Ausweichgleis zu legen, wohl nicht bewusst.
Der SBB Mitarbeiter hatte eine bewundernswerte Ruhe, während meine Frau dann ziemlich sarkastisch zu mir sagte, "Der soll erst mal Stuttgart fertig machen, bevor er andern was beibringt!"
Und einem Bündner Lokführer zog es fast die Schuhe aus, als er das Gespräch mitbekam! Auf alle Fälle hatten wir dann was zu erzählen auf der Weiterfahrt.

Handy Empfang hat man übrigens auch im Tunnel, sofern man den richtigen Anbieter hat:
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Ja, nach 45 Minuten hiess es wieder einsteigen!
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Nochmals Blick zurück:
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Und Platz nehmen:
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Die nun gestempelten Pässe vergleichen:
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die übrigens nummeriert sind:
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Nach der Abfahrt gab es dann noch ein Bündner Nusstörtli:
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hergestellt in Sedrun.

Pünktlich waren wir dann in Flüelen:
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Dem Kuchenblechbahnhof:
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ETCS 2 ohne ortsfeste Signale.

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So, nun war die Fahrt zu Ende. Nun wäre die Heimfahrt mit der allseits pünktlichen SBB, 18.44 Uhr ab Flüelen, umsteigen in Goldau und Olten und dann 20.45 zu Hause.

Hastegedacht!
Zug 18.44: Ausfall stand am elektronischen Anzeiger!
Nun Ja, dann halt anders: 19.09 fährt Ab der Station Flüelen Talstation Eggbergenbahn der "Wilhelm Tell Bus" über die Autobahn nach Luzern. Mit Halt lediglich in Luzern Eichhof. Den nahmen wir und waren 19.46 auf dem Bahnhofplatz Luzern.

In Flüelen sahen wir um ca. 19.00 Uhr als wir auf den Bus warteten zuerst den IR (Ausfall!) und dann etwa 3 Minuten später den ICN, auf den wir in Goldau hätten Umsteigern müssen.

Daher gingen wir davon aus, dass der ICN auch einiges zu spät war. Der wartende Zugführer in Luzern sagte 8 Minuten an.
Durch das rassige Kopfmachen wurde dann wieder Zeit eingeholt und in Olten waren wir etwa 3 Minuten zu spät, so dass der Anschluss zum Bus noch klappte.

Pünktlich waren wir zu Hause :-)

Ich hoffe der Ausflug hat Spass gemacht!

Für uns wars ein toller Tag, der jeden Rappen wert war.

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Mehr Bilder findet man hier:
https://www.flickr.com/photos/r_walther/albums/72157672246215835/page1

Gruss Guru

Danke für die Einblicke!

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Mittwoch, 10.08.2016, 15:56 (vor 3520 Tagen) @ guru61
bearbeitet von oppermad, Mittwoch, 10.08.2016, 16:01

Moin,

sehr interessant. Da kommt man später in der Tat eher nicht hin.

Was ist denn in der Schweiz los? Zugverspätungen, Ausfälle und dann noch Platzreservierungen. Ich bin leicht irritiert;-)))

Und zum "Spezialisten", der für gute Unterhaltung gesorgt hat: Die gibt es auch in Deutschland. Einer hat sich mir gegenüber als Eisenbahnspezialist (neben zahlreichen weiteren Qualifikationen aller Art) ausgegeben und im nächsten (!) Satz gesagt, dass er unlängst versehentlich in den falschen Zug eingestiegen ist. Als ich noch fragte, ob es denn zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost noch Catering im Zug gebe, hat er endgültig das Thema gewechselt, wie so oft, wenn es ein wenig fachspezifischer wurde. Manchmal echt lustig, was die Mitmenschen sich so leisten.

An Dich ganz herzlichen Dank für die Mitnahme! Wenn der Gegenwert in Ordnung war, hat es sich auch gelohnt, zu investieren. Das würde ich auch so machen (innerhalb meiner finanziellen Leistungsfähigkeit).
Grüße,

Dirk

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

Danke für die Einblicke!

guru61, Arolfingen, Mittwoch, 10.08.2016, 18:29 (vor 3520 Tagen) @ oppermad

Was ist denn in der Schweiz los? Zugverspätungen, Ausfälle und dann noch Platzreservierungen. Ich bin leicht irritiert;-)))

Ja, die Kuchenblecheisenbahn am Gotthard läuft nicht so besonders. ETCS 2 über Stationen erweist sich offensichtlich als Knacknuss.
Aber die SBB wollte partout nicht, dass der ETCS 2 Verkehr erst ab dem Tunnel gehen würde. So wie in Rothrist. Meine Meinung ist, dass die Buben elegant verhindern wollten, dass die Bergstrecke auch von andern Reisezügen, zum Beispiel der SOB befahren wird.
Ein Schelm, wer da böses denkt!
Offensichtlich, nach dem VSLF ist es schon ein Problem, wenn ich Flüelen gewendet wird.
http://www.vslf.com/uploads/media/Lofo161_Dx_01.pdf

Hier wird die Eisenbahn noch einige Knacknüsse zu lösen haben.


Und zum "Spezialisten", der für gute Unterhaltung gesorgt hat: Die gibt es auch in Deutschland. Einer hat sich mir gegenüber als Eisenbahnspezialist (neben zahlreichen weiteren Qualifikationen aller Art) ausgegeben und im nächsten (!) Satz gesagt, dass er unlängst versehentlich in den falschen Zug eingestiegen ist. Als ich noch fragte, ob es denn zwischen Lüneburg und Dannenberg Ost noch Catering im Zug gebe, hat er endgültig das Thema gewechselt, wie so oft, wenn es ein wenig fachspezifischer wurde. Manchmal echt lustig, was die Mitmenschen sich so leisten.

Ja, die kenne ich zur Genüge. Was glaubst du, was ich als Heizer auf der Dampflok so alles zu hören bekam. Die 3 Herren in Anzug und Krawatte, die vor der Luftpumpe standen, und dem Einen zuhörten, der lauthals erklärte, das sei das BBC Wechselventil, eine Deutsche Erfindung, waren noch heilig.
Das Messingschild "Westinghouse LTd London", dass zuvorderst auf dem Dampfzylinder angenietet war, sahen sie nicht.
Meine Erfahrung ist, der der am lautesten brüllt, hat nicht das beste Wissen, sondern das lauteste Organ.


An Dich ganz herzlichen Dank für die Mitnahme! Wenn der Gegenwert in Ordnung war, hat es sich auch gelohnt, zu investieren. Das würde ich auch so machen (innerhalb meiner finanziellen Leistungsfähigkeit).

Geld vergeht, sagt auch Herr Draghi. Erinnerungen bleiben!

Grüße,

Dirk

Gruss Guru

Erste Züge mit nur noch ETCS

Alphorn (CH), Donnerstag, 11.08.2016, 17:09 (vor 3519 Tagen) @ guru61

Aber die SBB wollte partout nicht, dass der ETCS 2 Verkehr erst ab dem Tunnel gehen würde. So wie in Rothrist. Meine Meinung ist, dass die Buben elegant verhindern wollten, dass die Bergstrecke auch von andern Reisezügen, zum Beispiel der SOB befahren wird.

Das wird aber nicht besonders lange funktionieren. Die SOB hat für den neuen Voralpenexpress Züge bestellt, welche ausschliesslich ETCS und kein Signum/ZUB mehr an Bord haben. Und ich dachte eigentlich, dass schon bald in der ganzen Schweiz nur noch mit ETCS Level 1 LS gefahren werden soll; die Schnittstelle zur Infrastruktur ist ja schon längst auf Eurobalisen umgestellt, sodass es nur noch um Bordgeräte und/oder Software geht.

Erste Züge mit nur noch ETCS

guru61, Arolfingen, Freitag, 12.08.2016, 00:31 (vor 3518 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von guru61, Freitag, 12.08.2016, 00:35

Aber die SBB wollte partout nicht, dass der ETCS 2 Verkehr erst ab dem Tunnel gehen würde. So wie in Rothrist. Meine Meinung ist, dass die Buben elegant verhindern wollten, dass die Bergstrecke auch von andern Reisezügen, zum Beispiel der SOB befahren wird.


Das wird aber nicht besonders lange funktionieren. Die SOB hat für den neuen Voralpenexpress Züge bestellt, welche ausschliesslich ETCS und kein Signum/ZUB mehr an Bord haben. Und ich dachte eigentlich, dass schon bald in der ganzen Schweiz nur noch mit ETCS Level 1 LS gefahren werden soll; die Schnittstelle zur Infrastruktur ist ja schon längst auf Eurobalisen umgestellt, sodass es nur noch um Bordgeräte und/oder Software geht.

Hallo
Nun, es ist schon ein Unterschid, ob mit ETCS 1 oder 2 gefahren wird. Es sind noch lange nicht alle Loks auf ETCS 2 umgerüstet.
Auch die neuen SOB Schlitten kommen nicht in diesem Jahr.
Tatsache ist, dass jede Lok, die nach Erstfeld und weiter will, auf beiden Seiten der Bergstrecke, auf ETCS 2 angewiesen ist. Was das für eine Museumslok bedeutet kann man sich zum Beispiel ausrechnen. Das verteuert die Fahrt um mindestens 500 -1'000 Franken, oder braucht eine Investition von Fr 600'000.- nach dem im Standsbericht ETCS.
Gruss Guru

Gottardino Reisebericht - Danke

RhBDirk, Mittwoch, 10.08.2016, 15:57 (vor 3520 Tagen) @ guru61

Danke für diesen Bericht.
Hatte zuvor schon mehrere Einblicke von anderen Teilnehmern erhaschen können.

Ameropa hat den ja auch im Angebot - inkl Hotelübernachtungen in Luzern. Da auch dieser Laden, das nicht in Griff bekommen hat, das zeitnah zu buchen (Buchung am 23. Mai im Rz Hamburg Hbf, am 20. Juni !! sagte man Bescheid, dass alle Plätze zu meinen Wunschterminen ausgebucht seien), habe ich mir letztlich das Ticket direkt bei den SBB für November gekauft und bin schon gespannt. Durchgefahren bin ich bereits ;-)

Gottardino Reisebericht - Ticketkauf?

Fi-Fa-Fuzzemann, Donnerstag, 11.08.2016, 10:28 (vor 3519 Tagen) @ RhBDirk

Auch von mir vielen Dank für den Bericht.
Wie funktioniert denn der Ticketkauf von Deutschland aus? Auf der SBB-Webseite habe ich immer nur den Hinweis auf die SBB-Hotline gefunden.

Gottardino Reisebericht - Ticketkauf?

guru61, Arolfingen, Donnerstag, 11.08.2016, 16:38 (vor 3519 Tagen) @ Fi-Fa-Fuzzemann

Auch von mir vielen Dank für den Bericht.
Wie funktioniert denn der Ticketkauf von Deutschland aus? Auf der SBB-Webseite habe ich immer nur den Hinweis auf die SBB-Hotline gefunden.

Hallo
Das Problem hatte ich nicht, da ich in der Schweiz wohne.
Ich würde bei den SBB anfragen über das Kontaktformular:
http://www.sbb.ch/meta/kontakt.html

Gruss Guru

Gottardino Reisebericht

Regiosprinter, Mittwoch, 10.08.2016, 22:45 (vor 3519 Tagen) @ guru61

Hallo,

auch von meiner Seite aus vielen Dank für den interessanten Bericht!

Bevor es zu spät ist, bin ich am Samstag noch im Panoramawagen über den Berg gefahren.
Zu meinem Entsetzen hatte sich der Zug auf der Hinfahrt bis Locarno 20 Min. Verspätung eingefahren. Auf der Rückfahrt lief´s kaum besser - der EC konnte seine Verspätung von 15 Min. in Bellinzona dank Umleitung auf 27 Min. in Zürich erhöhen...

Das bin ich aus der Schweiz überhaupt nicht gewohnt. :-)

Trotz allem hat sich die Tour gelohnt und ich bin noch wie geplant nach Hause gekommen.

Viele Grüße,
Klaus

Gottardino Reisebericht

Aphex Twin, Donnerstag, 11.08.2016, 02:03 (vor 3519 Tagen) @ Regiosprinter

Bevor es zu spät ist, bin ich am Samstag noch im Panoramawagen über den Berg gefahren.
Zu meinem Entsetzen hatte sich der Zug auf der Hinfahrt bis Locarno 20 Min. Verspätung eingefahren. Auf der Rückfahrt lief´s kaum besser - der EC konnte seine Verspätung von 15 Min. in Bellinzona dank Umleitung auf 27 Min. in Zürich erhöhen...

Das bin ich aus der Schweiz überhaupt nicht gewohnt. :-)

Ich bin die letzten zwei Monate ein halbes Dutzend Mal ins Tessin gefahren und habe auch oft Verspätungen gehabt (zwischen drei und 13 Minuten, jeweils ohne im Endeffekt später am Ziel zu sein, da Verbindungen abgewartet wurden und Umsteigezeiten als Puffer dienen konnten). Es heißt ja, dass verspätete Züge aus Italien oft ein Grund für Verspätungen auf der Gotthardstrecke seien, meine Züge waren aber alle innerschweizer Züge. Mein Erklärungsversuch war, dass die Gotthardstrecke mit die langlaufensten Züge in der Schweiz sind und sich Verspätungen daher akkumulieren können.

Der Gotthard hat nicht die beste Pünktlichkeit

Alphorn (CH), Donnerstag, 11.08.2016, 17:03 (vor 3519 Tagen) @ Aphex Twin

Ich bin die letzten zwei Monate ein halbes Dutzend Mal ins Tessin gefahren und habe auch oft Verspätungen gehabt (zwischen drei und 13 Minuten, jeweils ohne im Endeffekt später am Ziel zu sein, da Verbindungen abgewartet wurden und Umsteigezeiten als Puffer dienen konnten). Es heißt ja, dass verspätete Züge aus Italien oft ein Grund für Verspätungen auf der Gotthardstrecke seien, meine Züge waren aber alle innerschweizer Züge. Mein Erklärungsversuch war, dass die Gotthardstrecke mit die langlaufensten Züge in der Schweiz sind und sich Verspätungen daher akkumulieren können.

Es gibt noch weitere Gründe, warum die Pünktlichkeit am Gotthard nicht die beste ist:

- Behinderung durch sehr viel Güterverkehr
- Unpünktliche EC, welche andere Züge behindern
- Einspurstrecken (Arth-Goldau bis Zug, Zug bis Thalwil)
- ETCS-Kinderkrankheiten
- Grosse Unterschiede im Reisendenaufkommen
- Viele Bahn-unerfahrene Touristen mit viel Gepäck
- Naturgefahren (Erdrutsche) und klimatische Bedingungen
- Meines Wissens kein Ersatzzug im Tessin stationiert

Einiges davon wird durch den Basistunnel verbessert.

Der Gotthard hat nicht die beste Pünktlichkeit

Regiosprinter, Donnerstag, 11.08.2016, 22:15 (vor 3518 Tagen) @ Alphorn (CH)

- Einspurstrecken (Arth-Goldau bis Zug, Zug bis Thalwil)

Alles klar! Das erklärt die Umleitung über Rotkreuz und Dietikon mit dem Haltausfall in Zug.
Danke,
Klaus

Was tun mit verspäteten Zügen

Alphorn (CH), Freitag, 12.08.2016, 01:15 (vor 3518 Tagen) @ Regiosprinter
bearbeitet von Alphorn (CH), Freitag, 12.08.2016, 01:18

- Einspurstrecken (Arth-Goldau bis Zug, Zug bis Thalwil)


Alles klar! Das erklärt die Umleitung über Rotkreuz und Dietikon mit dem Haltausfall in Zug.

Die Einspurstrecke zwischen Zug und Thalwil stark belegt (stündlich 6 Züge pro Richtung) und pünktliche Züge haben in der Schweiz absoluten Vorrang. Das hat folgende Gründe:

- Man verspätet lieber einen Zug um 30 Minuten als 3 Züge um 10 Minuten. Im ersten Fall verpassen nur die Reisenden eines Zuges einen Taktzug im Halbstundentakt, im zweiten Fall alle (denn die ITF-Umsteigezeiten sind knapp)

- Man will Domino-Effekte verhindern. Das Schweizer Netz ist weltweit das am stärksten belastete. Wenn der Zug andere verspätet und diese wiederum weitere, ist bald der ganze Fahrplan Makulatur.

Daher nimmt man für den verspäteten Zug den Umweg in Kauf. An anderen Stellen schickt man einen Ersatzzug los und lässt den verspäteten verenden (natürlich erst aber einer grösseren Verspätung).

Obwohl so mehr pünktliche Abfahrten entstehen, dienen diese Massnahmen übrigens nicht der Verspätungsstatistik: Die wird nämlich in Reisenden- und nicht Zugminuten gemessen und nimmt bezieht daher verpasste Anschlüsse mit ein.

Gottardino Reisebericht

guru61, Arolfingen, Donnerstag, 11.08.2016, 05:11 (vor 3519 Tagen) @ Regiosprinter
bearbeitet von guru61, Donnerstag, 11.08.2016, 05:14

Hallo,

auch von meiner Seite aus vielen Dank für den interessanten Bericht!

Bevor es zu spät ist, bin ich am Samstag noch im Panoramawagen über den Berg gefahren.
Zu meinem Entsetzen hatte sich der Zug auf der Hinfahrt bis Locarno 20 Min. Verspätung eingefahren. Auf der Rückfahrt lief´s kaum besser - der EC konnte seine Verspätung von 15 Min. in Bellinzona dank Umleitung auf 27 Min. in Zürich erhöhen...

Das bin ich aus der Schweiz überhaupt nicht gewohnt. :-)

Hallo
Das bin ich mich auch nicht gewöhnt. Das ist das erste Mal, dass wir so fast auf die Schnauze flogen. Ich bin mir nicht sicher, was der Grund ist: Die Kuchenblecheisenbahn, Verspätungen ab Italien, oder schlicht und einfach Unfähigkeit.
Auch der 2323 fuhr nach Locarno und ist eine rein Innerschweizer Verbindung. Allerdings ist der Zug, den wir in Flüelen erwarteten, aus der Komposition des Hinzugs gebildet. Und der bekam noch mehr Verspätung: In Biasca stand er mindestens noch 10 Minuten rum. Da wäre er also schon bald bei einer Stunde gewesen.
Die Wendezeit von 16.13 auf 16.34 in Locarno ist dann nicht mehr zu halten gewesen.

Den Tellbus werden wir und aber im Auge behalten!
http://www.sbb.ch/sbb-konzern/sbb-als-geschaeftspartnerin/kantone/regionalverkehr/zentr...

Insbesondere, da er ins Tarifsystem eingebunden ist!
Gruss Guru

Vielen Dank

462 001, Taunus, Donnerstag, 11.08.2016, 20:53 (vor 3518 Tagen) @ guru61

Grüezi,

vielen Dank für den Bericht guru:)

Im November werde ich die Tour auch machen, ich freu mich jetzt schon;-)

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1619
- Euro. Ausland: 717

Stand: 20.02.2026

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