Reisezentrum statt Schalter (Fahrkarten und Angebote)
Thomas, Freitag, 05.08.2016, 11:34 (vor 3580 Tagen)
Hallo,
mittlerweile sind fast alle Fahrkartenschalter zu Reisezentren umgebaut worden. Ein Schalter mit Glaswand ist die absolute Ausnahme geworden. Es werden lediglich noch integrierte Schalter mit Glaswand für Randzeiten gebaut, wie dies im Mainzer Reisezentrum der Fall ist.
Dazu meine Frage: Die Glaswand diente Jahrzehnte lang der Sicherheit der Mitarbeiter. Wie gewährleistet die Bahn nun die Sicherheit der Reiseberater, gerade in kleineren Reisezentren? Steht der Service-Gedanke über der Sicherheit - oder waren die Glaswände nie sicherheitsrelevant?
Reisezentrum statt Schalter
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 05.08.2016, 11:53 (vor 3580 Tagen) @ Thomas
Mal ein paar Gedanken dazu:
- Weniger Geld in der Kasse aufgrund vermehrter Kartenzahlungen -> weniger Risiko fr Überfälle
- Videoüberwachung mit hochauflösenden Kameras macht Überfälle wesentlich riskanter
- Verbesserte Sicherheitstechnik wie Kassentresore reduzieren den "frei greifbaren" Geldbetrag, was Überfälle weniger attraktiv macht
- Weitere, hier nicht kommunizierte Sicherheitsmaßnahmen, die dazu führen, daß Überfälle weniger attraktiv werden
Ich schätze, das größte Risiko dürfte eher sein, daß irgendein entnervter Kunde durchdreht und gewalttätig wird...
Diese verglasten Schalter nie besonders kundenfreundlich gefunden habende Grüße,
der Colaholiker
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Reisezentrum statt Schalter
Thomas, Freitag, 05.08.2016, 12:06 (vor 3580 Tagen) @ Colaholiker
Ich schätze, das größte Risiko dürfte eher sein, daß irgendein entnervter Kunde durchdreht und gewalttätig wird...Diese verglasten Schalter nie besonders kundenfreundlich gefunden habende Grüße,
der Colaholiker
danke - ja, das schätze ich auch so ein. Immerhin bietet das Tarifchaos und auch die zunehmende Respektlosigkeit in der Gesellschaft dazu durchaus anhaltspunkte. Nicht zuletzt sind die Reiseberater in kleineren Bahnhöfen ganz alleine, wenn man bedenkt, dass vor paar Jahrzehnten durchaus noch weiteres Personal an den Bahnhöfen war und nicht zuletzt auch die Pflege der Bahnhöfe abgenommen hat, was dem subjektivem Sicherheitsgefühl nicht gerade hilft. Dagegen sprechen natürlich Kameras usw.
Risiko im Reisezentrum wie in jedem Supermarkt / Kiosk
JumpUp, Freitag, 05.08.2016, 12:16 (vor 3580 Tagen) @ Thomas
Den DB-Mitarbeitern geht es nicht anders, als jedem Mitarbeiter im Supermarkt, Kiosk, Reisebüro oder Tankstelle. Dort wird ebenfalls mit viel Bargeld hantiert, wobei stets die Gefahr eines Überfalls besteht.
Das Privileg hinter einer Glasscheibe zu sitzen ist wirklich nicht zeitgemäß sondern kundenunfreundlich.
Reisezentrum statt Schalter
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 05.08.2016, 12:20 (vor 3580 Tagen) @ Thomas
Dagegen sprechen natürlich Kameras usw.
Auch wenn Kameras durchaus helfen, das Überfallrisiko zu senken, weil es für die Täter einfach riskanter ist, im Nachhinein identifiziert zu werden, helfen sie präventiv nur gegen eben solche geplanten Taten. Wenn jemand durchdreht und um sich schlägt, denkt er nicht lange über die Konsequenzen nach, sondern handelt in der Regel spontan. Da helfen die Kameras nur noch zur Beweissicherung.
Ich verweise dabei mal auf den Fall des verärgerten Fluggastes, der unlängst am Flughafen Frankfurt am Main durchgedreht ist, trotz der bekannt starken Polizeipräsenz an internationalen Flughäfen. Derjenige hat ja sogar noch angefangen, sich mit den Polizisten zu prügeln, was nüchtern betrachtet wirklich eine ganz schlechte Idee im Hinblick auf die Konsequenzen ist.
Die "offenen Reisezentren" an dieser Stelle gerne mit nachts richtig geöffneten Tankstellen (keine Nachtschalterbedienung) vergleichende Grüße,
der Colaholiker
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Reisezentrum statt Schalter
Destear, Berlin, Freitag, 05.08.2016, 13:45 (vor 3580 Tagen) @ Colaholiker
Dagegen sprechen natürlich Kameras usw.
Auch wenn Kameras durchaus helfen, das Überfallrisiko zu senken, weil es für die Täter einfach riskanter ist, im Nachhinein identifiziert zu werden, helfen sie präventiv nur gegen eben solche geplanten Taten. Wenn jemand durchdreht und um sich schlägt, denkt er nicht lange über die Konsequenzen nach, sondern handelt in der Regel spontan. Da helfen die Kameras nur noch zur Beweissicherung.
Und schon gegen solche Taten sind sie nicht immer das richtige Mittel zur Abschreckung. Der Rückgang von Barbeständen ist in allen Geschäftszweigen mit Kassengeschäft vor Ort zu beobachten, auch im Bankgewerbe. Da wurde bis vor ein paar Jahren - keine Ahnung, wie das inzwischen aussieht - der Trend beobachtet, dass Täter um die deutlich geringere Beute wissen, dennoch die Überfälle begehen, dabei aber deutlich planloser und deshalb häufig auch willkürlich brutaler sind. Da kann man vermuten, dass es um "Kriminalität zur Existenzsicherung" geht. Dieses Risiko dürfte in anderen Branchen auch ähnlich existieren und ist wohl extrem schwer zu kontrollieren. Als ich noch bei einem Kreditinstitut beschäftigt war, kam es bei meinem Arbeitgeber innerhalb eines kurzen Zeitraums zu zwei Überfällen in der selben Niederlassung nach fast dem gleichen Muster. Da wurden die Sicherheitsvorkehrungen massiv erhöht, statt Glasscheibe direkt ein ganzer Glaskasten, in denen man einzeln eintreten musste etc.
Besten Gruß!
Für mich als Fahrgast egal!
Bahngenießer, Freitag, 05.08.2016, 22:35 (vor 3580 Tagen) @ Thomas
Mir als Fahrgast ist es egal, ob ich meine Fahrkarte an einer offenen Bedientheke oder an einem geschlossenen Schalter kaufe.
Der Bahn würde ich empfehlen, zumindest dort, wo nicht immer mindestens vier Beschäftigte gleichzeitig Dienst verrichten, auf jeden Fall verglaste Schalter einzurichten. (Eine Person ist ohnehin fast immer in Pause oder auf der Toilette.)