Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied (Reiseberichte)

Destear, Berlin, Montag, 18.07.2016, 15:47 (vor 3540 Tagen)

Moin!

Nachdem hier in den letzten Tagen ja mal wieder viel diskutiert wurde über etwaige Fehler (eine Perspektive) oder betriebliche Notwendigkeiten (andere Perspektive) etwa bei Personenunfällen oder sonstigen Sondersituationen, will ich nach teilweise völlig undifferenzierter Kritik einiger wenige Nutzer von einer Erfahrung berichten, die ich gestern gemacht habe. Eigentlich nicht unbedingt der Rede wert; andererseits sollten positive Erfahrungen auch Raum bekommen, damit das Negative nicht die Überhand nimmt.

Für viele Bahnreisende war gestern kein richtig schöner Tag, und auch für die öffentliche Darstellung der DB hätte es besser laufen können, wie dieser Artikel zeigt. Da ist - mal wieder - einer der Amsterdam-ICs liegen geblieben, diesmal wohl aber - so wird hier berichtet - wegen eines Lokschadens.

Auch für mich kündigte sich kein ganz besonders toller Reisetag an: Von Goslar aus wollte ich nach Berlin fahren und hatte nun die Möglichkeit, das Ganze wie gewohnt über Braunschweig oder über Hannover abzuwickeln. Weil DB Navigator beim in Frage kommenden ICE via Braunschweig schon auf ein außerordentlich hohes Reisendenaufkommen ab Hildesheim aufmerksam machte und eine Mitfahrt nicht garantiert werden wollte, entschied ich mich, im erixx sowieso halb schlafend und die längere Fahrt deshalb genießend, auf die Hannover-Variante zu setzen.

Da komme ich nun also an, steige irgendwann in den nicht weiter zu benennenden Zug, der - wie erwartet - sehr ordentlich ausgelastet ist. Deshalb geht's direkt ins Bordrestaurant, um ein Essen zu bestellen. Bis dahin deutete alles auf eine der vielen völlig ereignislosen Fahrten hin. Dann aber eine erste Durchsage des Zugbegleiters: Gäste mit Reservierungen in Wagennummer xx mögen doch, weil dieser so extrem ausgelastet sei, vorgehen in Wagen 36 und 37, da sei noch ausreichend Platz für alle Reisenden. Ich denke mir nichts über diese Ansage, die übrigens so ausgesprochen freundlich und - was auch nicht unbedingt die Regel ist - sprachlich und akkustisch klar über die Anlage geht, merke dann aber, dass es sich hierbei ja um Wagen der 1. Klasse handelt, also: faktische Freigabe der ersten Klasse für Reisende mit Reservierung im betroffenen Wagen. Das ist stark und ziemlich kundenorientiert!

Im Verlaufe der Reise wird's dann zunehmend unruhiger: Wir kommen wegen des besagten Amsterdam-IC auf freie Strecke nicht mehr weiter, deshalb ist nunmehr eines angesagt: abwarten. Darauf weist der immer noch völlig souveräne und grandios freundliche Zugbegleiter hin - bis es zur nächsten Ansage kommt: Die Strecke sei jetzt frei, nun sei aber eine andere Kleinigkeit in Gestalt eines Brandes an oder nahe der Gleise passiert. Es geht in den nächsten Minuten also definitiv nicht weiter, bis die Feuerwehr sich der Angelegenheit gründlich angenommen hat.

Wieder gute zehn Minuten später wird's dann anscheinend richtig unangenehm: In einem Wagen der zweiten Klasse ist die Klimaanlage ausgefallen. Wieder der Hinweis: In Wagen 36 und 37 gibt es noch ein paar Plätze. Schon die Art und Weise, das anzusagen, finde ich ziemlich gut; würde doch die Ansage, es seien Plätze in der 1. Klasse frei, zu tendenziellen Völkerwanderungen führen. Der Zugbegleiter bleibt derweil extrem bemüht und dabei auch freundlich, lässt Türen bei Wagen 35 öffnen, damit Reisende - wie er sagt - "durchatmen" können.

Während des Brandes gab es konstant im Takt von vielleicht ca. fünf Minuten immer wieder aktuelle Ansagen, auch das führte tendenziell dazu, dass Fahrgäste ruhig blieben und sich die Aufregung in Grenzen hielt. Die obligatorischen Trinkpäckchen werden ausgeteilt, mit Erlaubnis des Zugbegleiters reise ich auch in die erste Klasse ein, erwische einen der letzten freien Sitze. Hier versprüht der Kollege, der sich um den APS-Service kümmert, trotz aller Umstände Freude: Spielt mit kleinen Kindern, nimmt die ganze Zeit in hoher Frequenz Bestellungen auf, scherzt, freut sich, berät Fahrgäste, die nicht genau wissen, was sie trinken wollen, ist präsent und hilft auch bei allen anderen Angelegenheiten.

Als die Fahrt dann endlich weitergeht - am Ende wurden es ca. 90 Minuten Verspätung; für einen Brand, wie ich finde, auch gar nicht so schlecht, wobei das ohnehin nicht im Machtbereich von DB liegen dürfte - die nächste Ansage: Kommen Sie zum Zugbegleiterabteil, hier verteilen wir bestätigte Fahrgastrechteformulare. Die mitreisenen ZUBs nehmen sich dieser Aufgabe an und verteilen sie im Zug, sodass zumindest dort, wo ich sitze, tatsächlich jeder Fahrgast dieses bestätigte Formular erhält.

Für mich endete die Reise dann mit den besagten 90 Minuten Verspätung am Berliner Zielbahnhof des Zuges - trotz der nicht geringen Verzögerungen aber ohne schlechte Laune oder Unzufriedenheit. Das Personal macht dann eben doch den Unterschied: Wirklich unfreundliche oder ansonsten als Totalausfall zu bezeichnendes Zugbegleitpersonal habe ich ohnehin schon sehr lange nicht mehr wahrgenommen, so überaus professionelles, kundenorientiertes und lösungsorientiertes Personal kommt mir im Fernverkehr aber auch nicht ganz regelmäßig unter.

So wie viele sich hier also regelmäßig den Frust runterschreiben, schreibe ich mir jetzt die Zufriedenheit runter - mit der These, dass mit einer dauerhaften Serviceorientierung dieser Art auch bei größeren Verspätungen oder sonstigen Ausfällen sehr viel getan wäre. Es gibt eben doch Mittel und Wege gegen den Fernbus, statt nur über ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu klagen.

Schönen Montag allseits!

P.S.: Ich hoffe, die Beschreibung lässt keine Rückschlüsse auf den konkreten Zug zu, mit dem ich gefahren bin - ich gehe nicht davon aus, kann's aber auch nicht hundertprozentig einschätzen. Falls doch, tut es mir leid!

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

michael_seelze, Montag, 18.07.2016, 17:09 (vor 3540 Tagen) @ Destear
bearbeitet von michael_seelze, Montag, 18.07.2016, 17:11

P.S.: Ich hoffe, die Beschreibung lässt keine Rückschlüsse auf den konkreten Zug zu, mit dem ich gefahren bin - ich gehe nicht davon aus, kann's aber auch nicht hundertprozentig einschätzen. Falls doch, tut es mir leid!

Doch, das lässt sie.
Meine Folgerungen aus den Angaben [Wagennummern; Zielstadt des Zuges; Feuerwehreinsatz; Verspätung am Zielbahnhof] lassen auf den vorderen Zugteil von ICE 549 am 17.07.2016 schließen.

Es muss Dir aber nicht Leid tun, da ja kein "erlebtes grobe[s] Fehlverhalten von jedweder Person" [-->Forenregeln] vorlag.

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

JanZ, HB, Montag, 18.07.2016, 17:17 (vor 3540 Tagen) @ michael_seelze

P.S.: Ich hoffe, die Beschreibung lässt keine Rückschlüsse auf den konkreten Zug zu, mit dem ich gefahren bin - ich gehe nicht davon aus, kann's aber auch nicht hundertprozentig einschätzen. Falls doch, tut es mir leid!


Doch, das lässt sie.
Meine Folgerungen aus den Angaben [Wagennummern; Zielstadt des Zuges; Feuerwehreinsatz; Verspätung am Zielbahnhof] lassen auf den vorderen Zugteil von ICE 549 am 17.07.2016 schließen.

Es muss Dir aber nicht Leid tun, da ja kein "erlebtes grobe[s] Fehlverhalten von jedweder Person" [-->Forenregeln] vorlag.

Ja, aber leider wird auch kundenfreundliches Verhalten manchmal von der DB sanktioniert. Das Freigeben der 1. Klasse könnte zum Beispiel so ein Fall sein, deswegen bin ich mittlerweile extrem vorsichtig mit sowas.

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 18.07.2016, 17:36 (vor 3540 Tagen) @ JanZ

Ja, aber leider wird auch kundenfreundliches Verhalten manchmal von der DB sanktioniert. Das Freigeben der 1. Klasse könnte zum Beispiel so ein Fall sein, deswegen bin ich mittlerweile extrem vorsichtig mit sowas.

Trotzdem ist ein Hinweis an den Kundendialog (wenn auch vielleicht eher allgemein gehalten "hat das Beste aus der Situation gemacht, und durch sein umsichtiges Verhalten dazu beigetragen, dass die Stimmung ruhig geblieben ist" oder so) immer sehr nett ;-) - Normalerweise kommt da ja nur negatives an.

--
Weg mit dem 4744!

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

Destear, Berlin, Montag, 18.07.2016, 21:39 (vor 3540 Tagen) @ JeDi

Den Hinweis hat der Kundendialog bekommen. Bin immer noch und nachhaltig begeistert; eine für Reisende wegen der Verspätung derart kritische Situation so souverän und freundlich zu meistern, deutet darauf hin, dass da ein Mensch am Werk war, der ziemlich begabt ist, wenn es um Problemlösungen gibt.

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

heinz, Berlin Stadtbahn, Montag, 18.07.2016, 22:00 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Ich war auch von dem Brand betroffen und war ebenfalls sehr angetan davon, wie souverän das Personal im Zug agierte. Wir saßen aber nicht im selben Zug: Kurz vor der Umgehung von Stendal kamen wir zum Halten, dann wurde die Streckensperrung der SFS wegen des Böschungsbrandes bekanntgegeben. Der ICE sollte über Stendal - Wittenberge nach Spandau umgeleitet werden, Ankunft sollte dann ca. mit +70 sein. Also ging's nach Stendal (großes Hallo auf dem dortigen Bahnhof), wo den Fahrgästen eine Raucherpause vorgeschlagen wurde. Der Lokführer stapfte zum anderen Ende und kurze Zeit später wieder zurück: Streckensperrung aufgehoben. Also weiter nach Berlin, Ankunft ca. +30. In der ganzen Situation agierte das Personal freundlich, kompetent und hilfsbereit. Chapeau!

Trotzdem gab's natürlich Gemecker: Als erläutert wurde, dass der Zug in Stendal die Fahrtrichtung wechseln müsse, hörte man den Vorwurf, warum man das so kompliziert machen müsse. Und der Knaller war, dass gemeckert wurde, als die Sperrung aufgehoben wurde, da jetzt erneut Anrufe und Nachrichtenversand nötig waren.

Ich selbst wäre ja gerne mal wieder Stendal - Wittenberge gefahren und hatte mich schon auf die Reaktionen gefreut, wenn der nächste Fahrtrichtungswechsel in Wittenberge bekannt gegeben worden wäre.

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In Saarbrücken Hbf kann mit Anschluß nicht gerechnet werden.

Genau, aber auch dort wird differenziert

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Dienstag, 19.07.2016, 07:45 (vor 3539 Tagen) @ JanZ

Moin,

Ja, aber leider wird auch kundenfreundliches Verhalten manchmal von der DB sanktioniert.

so gerecht ist das Leben beim nicht sicherheitsrelevanten Verstoß gegen Vorschriften: Von Abmahnung/Kündigung bis zum "Bahner des Jahres, 1. Platz" scheint alles möglich. Muss ich nicht verstehen.

Grüße,

Dirk

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Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

IC Königssee, Montag, 18.07.2016, 17:17 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Danke für den positiven Bericht.
Ich kann das unterstützen und möchte hier eine generelle Lanze brechen, denn bei meinen häufigen Fahrten fällt mir nur ganz selten inakzeptables Bahnpersonal auf. Der Großteil der Bahnmitarbeiter ist sehr höflich, freundlich und hilft den Kunden unbürokratisch, egal ob es um aufgehobene Zugindung, Ausdruck von online-Tickets, vergessene Gegenstände etc.. geht. Dafür einen großen Dank an das Bahnpersonal.

MFG
IC Königssee

Sehr erfreulich, danke für's Teilen :)

kater_k, BBRN, Montag, 18.07.2016, 18:29 (vor 3540 Tagen) @ Destear

- kein Text -

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

brandenburger, Perleberg, Montag, 18.07.2016, 19:10 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Danke für den Beitrag!

Erfahrungsbericht: Das Personal macht den Unterschied

leeredose, Montag, 18.07.2016, 20:03 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Und ich könnte mir vorstellen, dass sich durchaus Mitarbeiter (das mit der 1. Klasse kannst Du ja (wie oben schon erwähnt) geschickt umformulieren sodass man den Zubs keinen Strick draus drehen kann) freuen, wenn soetwas als Feedback bei der DB eintrudelt (und vielleicht auch dabei hilft, dass das Engagement für die Zukunft erhalten bleibt).

Ich für meinen Teil bin mittlerweile dazu übergegangen, nicht irgendwelche dösbaddeliggen Zubs im Feedback zu verpfeifen, sondern entsprechend aufmerksames und kundenorientiertes Verhalten der Mitarbeiter dort einzutüten (natürlich so, dass man ihnen keinen Strick draus drehen kann).

Am Rande: Wie der Kopf des Fisches doch stinkt....

Blaschke, Montag, 18.07.2016, 20:32 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Hallo!

Auch ich sage DANKE für den Bericht! Gefällt mir! Und zwar ohne wenn und aber.

Was mir aber auffällt: Der Diskussionsstrang, in dem es darum geht, dass die Taten des Personals nicht so deutlich genannt werden sollen in einem Schrieb an die DB bzw. dass man hier problemlos die Zugnummer "rausbekommt" und nennt.

Ich glaube es übrigens gerne, dass da der Zugchef durchaus von Herrschaften in der Plüschetagen Nachfragen bekommen könnte, wieso er was wie wo geregelt hat. Erst Recht, wenn sich irgendeiner beschwert und eben nicht jubelt; am besten so ein 1.-Klasse-Fahrgast, der pöbelt, dass der den 2.-Klasse-Pöbel ertragen mußte.

Nur macht der ganze Diskussionsstrang ja eines deutlich: Wie sehr der Fisch vom Kopfe her zu stinken scheint! Wenn man als Schaffner wirklich so viel Angst haben muß, Rechenschaft ablegen zu müssen für sein Tun und für womögliche(!) Kompetenzüberschreitungen, dann kann ich nur sagen: In dem Laden würde ich keinen einzigen Tag beschäftigt sein wollen! Als Mitarbeiter an der Front erwarte ich, dass man mein Handeln zunächst mal neutral bewertet und dann gemeinsam schaut, ob AUS KUNDENSICHT alles gut gelaufen ist oder was noch verbessert werden könnte, dass DER KUNDE zufrieden ist. Vorschriften und Richtlinien sind dabei erstmal so lange zweitrangig, wie sie die Sicherheitslage nicht tangieren.

Als Fahrgastzähler habe ich damals zu meinen Zeiten regelmäßig meine Kompetenzen und Berechtigungen überschritten, wenn es dem Kunden diente, indem ich Informationen oder Hilfestellungen gab, wenn ich mal wieder in einem schaffnerlosen Zug aus Sicht der Kundschaft der einzige Bahnmitarbeiter weit und breit war, an den sie sich wenden konnten. Mir war zwar klar, dass ich einiges nicht gedurft hätte, aber es war mir in dem Moment auch egal - die zu erledigende Arbeit wurde deswegen ja nicht vernachlässigt! Und hätte einer dieser allgegenwärtigen Fahrgastzähler-Kontrollettis mal ernsthafte Konsequenzen angekündigt oder durchgesetzt, dann hätte ich umgehend Feierabend gemacht und wäre nie wieder gekommen. Punkt.

Als Chef brauche ich kein Personal, was ich kurz halte und doof und dann mit allen möglichen Regelungen gängele wie kleine Kinder. Sondern sehr gut ausgebildete Leute, die sich an der Front selbst zu helfen wissen und die wissen, was geht und was nicht geht und wie man die jeweilige konkrete, immer andere(!) Situation jeweils am besten beherrschen kann. Klar, dass man das in der Plüschetage nicht so sieht, autarkes, selbstständiges Personal, was macht, was es will, wo kommen wir denn da hin? Und nachher denken die noch über Arbeitsbedingungen und Lohnerhöhungen und Dienstpläne nach und wissen alles besser. Geht gar nicht. Doch, geht! Und es würde schlußendlich ALLEN Beteiligten besser gehen. Aber das erklär mal den wichtigen Menschen hoch droben.


Hoffnungslose Grüße von

jörg

Am Rande: Wie der Kopf des Fisches doch stinkt....

agw, NRW, Montag, 18.07.2016, 20:44 (vor 3540 Tagen) @ Blaschke

Ich glaube es übrigens gerne, dass da der Zugchef durchaus von Herrschaften in der Plüschetagen Nachfragen bekommen könnte, wieso er was wie wo geregelt hat. Erst Recht, wenn sich irgendeiner beschwert und eben nicht jubelt; am besten so ein 1.-Klasse-Fahrgast, der pöbelt, dass der den 2.-Klasse-Pöbel ertragen mußte.

Sicher. Ich bin auch ein Vertreter der Logik, dass man einen 1.Klasse-Fahrschein (egal on NV oder FV) vor allem dann kauft, wenn es in der 2.Klasse voll werden könnte und dafür eben den Mehrpreis zahlt.
Das wird natürlich dann sinnlos, wenn die 1.Klasse immer dann frei gegeben wird, wenn es in der 2.Klasse voll wird und man ggf als Zusteiger in der 1.Klasse deswegen nicht mal mehr einen Sitzplatz bekommen.

In diesem Falle war der Trick mit "Wagen 36/37" aber ganz gut und wenn man nur Leute mit Platzreservierung rüberschickt, gibt man zumindest denen einen Bonus, die sich um eine Reservierung bemüht und diese bezahlt haben.

Andere Möglichkeit, die ich schon vorgeschlagen habe, wären vergünstigte Upgrades für bestimmte Tickets (Flexpreis) oder b.c.-Status-Inhaber (schon mal alle BC100-Besitzer). Und vergünstigt könnte auch bis runter auf 0 Euro heißen.
Die Bahn selber hatte ja mal eine Aktionen, bei der man auch ohne BC-First günstiger upgraden konnte, wenn im Zug noch ausreichend Plätze in der First frei waren.

Erfahrungsbericht #2: Das Personal macht den Unterschied

agw, NRW, Montag, 18.07.2016, 20:55 (vor 3540 Tagen) @ Destear

Am Freitagabend bin ich von Essen aus nach Mannheim vorgefahren, um für den Zug nach Paris nicht so früh aufstehen zu müssen.
Freitagabend war dann aber auch die KRM gesperrt und mein ICE ging stattdessen über die Rheinstrecke. Im Hellen und ohne Termindruck keine schlechte Alternative.

Für meinen Zugteil hatte man kein Bistro-Personal bekommen (steckte sicher auf der KRM), was man natürlich nicht durchgesagt hat, solange der Wechsel in Köln noch möglich war, aber gut.

Auf Nachfrage hin wurde mit mitgeteilt, dass es im anderen Zugteil Service geben sollte. Kurz vor Bonn Hbf hieß es dann auf Anfrage sogar, dass jemand aus dem anderen Zugteil rüberkommen würde für ein Notprogramm.
Da ich unbedingt was warmes wollte, bin ich dann in Bonn Hbf gewechselt und habe im anderen Zugteil die überaus motivierte, verbleibende Bistro-/Restaurantbetreuerin gefunden.
In der Annahme, dass das Restaurant nicht bedient würde oder ich zumindest ewig warten müsste, hab ich mir mein Essen an der Theke bestellt. Als ich dann sagte, wo ich sitze, wurde mir gesagt, dass ich natürlich auch im Restaurant bedient werden würde.

In den 2-3h Fahrt hat sie dann Bistro plus Restaurant alleine geschmissen mit einem Service, der dem von sonst zwei Mitarbeitern entsprach.
Der First-Steward lief für die 1.Klasse auch noch rum.
Das ist das, was man sehen möchte und wofür man auch gerne bezahlt (und Trinkgeld gibt).

Bemerkung am Rande: Die neuen Speiseangeboten, bei denen man A-la-Carte und kleine Extras dazu bestellen kann, sind top. Der Schokokuchen mit einer Kugel Eis!

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