[IT] Sizilien an Ostern, Teil 5 - Heimfahrt (Reiseberichte)
Irgendwann ist jede Reise zu Ende. Ich freue mich aber schon auf die Fahrt mit dem italienischen Nachtzug. Obwohl die Kombination aus italienischem Tageszug und dem CNL etwas schneller und meistens preislich günstiger ist, wollte ich erstens mal in einem italienischen ICN fahren und auch am Abend ankommen so dass ich die letzte Nacht zu Hause schlafen kann bevor es dann wieder in die Arbeit geht.
Mein Plan war folgende Strecke. Genug Zeit in Roma für den Anschluss, da ich aufgrund der zwei verschiedenen Fahrkarten keine Fahrgastrechte habe. So jedenfalls der Plan!
Palermo Centale ab 18:30 ICN 1954
Roma Termini an 07:13
Roma Termini ab 08:50 ES 9412
Bologna Centrale an 11:07
Bologna Centrale ab 11:52 EC 84
Rosenheim an 17:39
(Der EC 84 endet planmäßig wegen Bauarbeiten in Rosenheim.)
Rosenheim ab 18:32 M 79038 (Meridian)
München Hbf an 19:17
München Hbf ab 19:52 ICE 522
Nürnberg Hbf an 20:57
Alle Liegen im Nachtzug waren ausgebucht, nur Betten waren noch ein paar frei. Die italienische Bahn belegt die Abteile nur mit vier Leuten und hat auch (zumindest wenn man es auswählt) eine Geschlechtertrennung. Sitzplätze gibt es erst gar nicht. Mit mir reisten drei Italiener, zwei davon stiegen später zu. Um 22 Uhr wieder die Überfahrt über das Meer (gleiche Prozedur wie bei der Hinfahrt), irgendwann entschließen sich auch die Italiener das Abteil umzubauen und um Mitternacht schlafe ich ein. Fast hätte ich Rom verschlafen, auch wenn der Schaffner kurz geklopft hat. Es gibt übrigens ein Wasser und ein O-Saft im Tetra-Pack, ansonsten fährt die italienische Bahn mit weniger Personal als CNL. Die Decken werden auch erst ausgeteilt während der Zug schon fährt. Insgesamt ist der Zug in einem sehr guten Zustand. Alles in allem emmpfand ich die Reise mit CNL aber etwas angenehmer, kann aber aber auch am netten Personal liegen.
In Rom dann angekommen plündere ich erstmal die Automaten für's Frühstück. Im Gegensatz zu deutschen Kaffeeautomaten, wo es nur Pulver und heißes Wasser gibt, haben die Italiener richtig gute Espressoautomaten, deren Kaffee auch schmeckt. Der Zug war übrigens pünktlich, der Puffer wäre also nicht notwendig gewesen. Aber sicher ist sicher.
Privater Schnellzug vs. staatlicher Schnellzug
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Auch der italienische Schnellzug fährt pünktlich. Das Reservierungssystem hat mich mitten in einer Schülergruppe einquartiert, die nach Kroatien fuhren. Genau deshalb mag ich diese Zwangsreservierungen nicht. In Ländern ohne Zwangsreservierungen kann ich mir einfach einen ruhigen Platz suchen und gut. Auch empfinde ich den ICE rein von der Fahrt her als ruhiger und angenehmer.
Angekommen in Bologna steht auch schon der Brenner-EC bereit. Auch wenn es ÖBB-Zugmaterial ist fühlt man sich gleich wie in Deutschland. ;-)
Was der Schnellzug zu schnell ist, ist der EC zu langsam. Der kommt ja gar nicht vom Fleck. Trotzdem, die Fahrt ist angenehm. Am Brenner kommt es zu einem ungeplanten Aufenthalt wegen Demonstrationen gegen die Grenzschließung. Gleise sind blockiert, Polizeieinsatz. Mit einer Verspätung von einer knappen halben Stunde geht's weiter.
Eigentlich endet der Zug in Rosenheim wegen Bauarbeiten. Die meisten steigen in Innsbruck (oder war es Kufstein?) aus, weil das Buchungssystem dann einen schnelleren Nahverkehrszug ausgerechnet hat. Ich habe ich Karten vor dem Einpflegen der Bauarbeiten gekauft, „muss“ daher im Zug bleiben. Irgendwann heißt es dann, der Zug fährt doch bis München durch wegen der Verspätung. Auch gut. In Rosenheim dann die Durchsage, dass Fahrgäste, die den Anschluss-ICE nach Berlin erreichen wollen, doch den Meridian nehmen sollen. Ich hatte es verpeilt, da ich nicht im Kopf hatte, dass das mein Zug ist. Als ich es dann begriffen hatte, wollte ich nicht mehr aussteigen, nicht dass am Ende sowohl der Meridian als auch der EC weg sind. Also blieb ich drin, erreichte meinen Anschlusszug natürlich nicht mehr. Das hat mich aber gar nicht gestört, die Umleitung verlief durch das wunderschöne Mangfalltal welches leider traurige Berühmtheit erlangte.
Ich hatte nur Angst dass ich jetzt den nächsten ICE nicht benutzen darf weil ich ja selbst schuld war, den Anschlusszug nicht erreicht zu haben. Aber der Zugbegleiter hat ohne zu murren die Zugbindung aufgehoben. Überhaupt, ich bin früher wenig Zug (Fernverkehr) gefahren, durch die ganzen Medienberichte hatte ich den Eindruck dass ein Zugbegleiter nur drauf wartet, dass man einen kleinen Fehler macht und dann gnadenlos abkassiert. Mein Eindruck ist eher das Gegenteil. Ich glaube die meisten Zugbegleiter sind froh, wenn man eine gültige Fahrkarte hat und nicht wegen irgendwelcher Lapalien rummosert oder bei einer Verspätung von 5 Minuten und einer Umsteigezeit von 30 Minuten gleich wissen will ob der Anschluss den noch klappt.
So war ich dann eine halbe Stunde später als geplant in Nürnberg. ICEs fahren um die Zeit ja noch jede Menge.
Obwohl ich bestimmt 2000 km unterwegs war, den kompletten Weg nur auf Schienen zurückgelegt hatte (vom SEV mit der FCE und der einen „Taxifahrt“ abgesehen) verlief bahntechnisch alles problemlos. Ich denke die italienische Bahn ist besser als ihr Ruf. Schön war's! Auch wenn ein Arbeitskollege mit dem Kopf geschüttelt hat als ich erwähnte, mit der Bahn nach Sizilien gefahren zu sein.
Hier nochmal die Übersicht:
Teil 1 - Anreise
Teil 2 - Syrakus
Teil 3 - Catania und Ferrovia Circumetnea
Teil 4 - Enna und Palermo
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