Spaniens Bahnen holen auf (Allgemeines Forum)

ktmb, Donnerstag, 22.10.2009, 17:25 (vor 6104 Tagen)
bearbeitet von ktmb, Donnerstag, 22.10.2009, 17:26

Immerhin wird Deutschland lobend erwähnt:

Spaniens Bahnen holen auf

Spaniens Bahnen holen auf

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Donnerstag, 22.10.2009, 17:41 (vor 6104 Tagen) @ ktmb

Hallo!

Immerhin wird Deutschland lobend erwähnt:

Spaniens Bahnen holen auf

Danke!

Passend dazu: Eines meiner Lieblingsvideos im Internet:
-> http://www.renfe.es/flota2010/index.html

m b g,
Anoj

Spaniens Bahnen holen auf

NIM rocks, Donnerstag, 22.10.2009, 18:01 (vor 6104 Tagen) @ ktmb

Immerhin wird Deutschland lobend erwähnt:

Spaniens Bahnen holen auf

Der reine Wahnsinn... einfach Klasse! Vielen Dank für den Link!

Spaniens Bahnen holen auf? Auch im SPNV und SGV?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 23.10.2009, 12:34 (vor 6104 Tagen) @ ktmb

Immerhin wird Deutschland lobend erwähnt:

Spaniens Bahnen holen auf

Hallo zusammen,


etwas Relativierung ist hier angesagt. Lest mal die Leserkommentare zum Artikel.

Klar ist es für uns ICE-Fans phantastisch, dass man in ES jetzt auch auf viele Strecken mit über 300 km/h durchs Land knallen kann. Und erst vor allem, weil dort ein "ICE 3-ES" verkehrt. Als Deutscher wird man dann eifersüchtig / neidisch.

Aber: Deutschland ist kein Spanien!

1. Die Siedlungsstruktur hat mehr mit der von Frankreich gemein als mit der von Deutschland. Die Verkehre sind vor allem von und nach Madrid. Wer entlang die Costas reisen möchte, muss sich mit lokbespannten Zügen oder Neigetechnikzüge zufrieden stellen.
2. Mit dem HGV-Netz macht man zwar den Inlandsflugverkehr platt, aber dafür verlagert man Luftkilometer teilweise auf die Straße, weil es keine anständige Regionalverbindung von Lleida zu einer 50 km entfernten Kleinstadt gibt. Nur in Barcelona und Madrid gibt es ein anständiges Netz von "Cercanias". Man reist von A nach B und nicht vom Fernbahnhof zu Fernbahnhof.
3. Spanien konnte das Netz nur mit massiver EU-Unterstützung bauen. Auch Portugal und Italien haben erheblich von EU-Geldern profitiert. Gelder aus (zum Teil) den Geldtaschen deutscher Steuerzahler.
4. Wie steht's mit dem Güterverkehr? Laut Kommentar rollt das für 80% über die Straße. In Italien versucht man jedenfalls, auch Güterzüge einen Platz zu geben (nicht umsonst hat Italiens wichtigster Rangierbahnhof, Novara Boschetto, NBS-Anschluß erhalten).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

AW

Anoj 1, Dresden (D) / Vbg. (A), Freitag, 23.10.2009, 15:03 (vor 6103 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo!

3. Spanien konnte das Netz nur mit massiver EU-Unterstützung bauen. Auch Portugal und Italien haben erheblich von EU-Geldern profitiert. Gelder aus (zum Teil) den Geldtaschen deutscher Steuerzahler.

...und österreichischer und niederländischer. ;-)
Ja, das ist ein wichtiger Aspekt, den man beachten sollte.

m b g,
Anoj

AW

sappiosa, Freitag, 23.10.2009, 18:05 (vor 6103 Tagen) @ Anoj 1

Hallo Oscar, hallo Anoj,

3. Spanien konnte das Netz nur mit massiver EU-Unterstützung bauen. Auch Portugal und Italien haben erheblich von EU-Geldern profitiert. Gelder aus (zum Teil) den Geldtaschen deutscher Steuerzahler.


...und österreichischer und niederländischer. ;-)
Ja, das ist ein wichtiger Aspekt, den man beachten sollte.

Aber überschätzen sollte man ihn auch nicht.

Die EU fördert HGV-Strecken in Spanien nicht mehr, als sie es in Deutschland, Österreich und den Niederlanden tut. Das heißt: zum gleichen Anteil der Kosten. Wenn natürlich Spanien so massiv in sein HGV-Netz investiert, fließt logischerweise entsprechend mehr Geld aus Brüsseler Kassen dazu. Stichwort Nettozahler und Nettoempfänger...

Spanien hat allerdings einen wichtigen Grund, so viel Geld in HGV zu stecken: Den immensen nationalen Flugverkehr.
Madrid-Barcelona ist laut Eurostat die mit Abstand meistgeflogene Strecke Europas, mit fast 3,5 Millionen Passagieren anno 2008. Und beim Stöbern in den Zahlen von Eurostat bin ich auch auf zahlreiche Belege gestoßen, dass eine funktionierende HGV-Verbindung tatsächlich dem Flugverkehr erhebliche Konkurrenz machen kann. Die Fluggastzahlen auf der Verbindung Düsseldorf-Frankfurt gehen seit 2002 (Eröffnung von KRM) stetig zurück, anders als etwa Düsseldorf-München. Und den krassesten Beleg liefern die Zahlen der Verbindung von Paris-Orly nach Straßburg: Bis zur Eröffnung der LGV Est 2006 praktisch konstant - dann ein scharfer Knick, und 2008 nur noch ein Drittel von 2005. Auch auf Madrid-Barcelona ist seit 2006 die Zahl immerhin um fast 30 Prozent zurückgegangen, liegt damit aber immer noch mehr als doppelt so hoch wie alle innerdeutschen Verbindungen.

Aber der Einwand mit dem Regionalverkehr ist natürlich sehr berechtigt. Den kann man in Spanien de facto vergessen. Und die Schienennetzkarte der iberischen Halbinsel auf bueker.net beeindruckt nicht zuletzt durch ihre Übersichtlichkeit. Man lege mal die Netzkarte von Deutschland daneben...

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)

AW

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 23.10.2009, 20:23 (vor 6103 Tagen) @ sappiosa
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 23.10.2009, 20:24

Spanien hat allerdings einen wichtigen Grund, so viel Geld in HGV zu stecken: Den immensen nationalen Flugverkehr.

Auch in Deutschland wird inlands viel geflogen.
Billigflieger machen immer noch ein gutes Geschäft.

Zudem ist (glaube ich) die Anzahl der Inlandsflugrelationen in DE größer als in ES...?

Die Fluggastzahlen auf der Verbindung D-F gehen seit 2002 (Eröffnung von KRM) stetig zurück, anders als etwa D-M.

Weil die Strecke D-M nicht HGV-würdig ausgebaut ist.
Würde eine ununterbrochenen Schienenautobahn D-M existieren, dann wäre auch auf diese Relation eine erhebliche Senkung von Inlandsflügen machbar.

Aber der Einwand mit dem Regionalverkehr ist natürlich sehr berechtigt. Den kann man in Spanien de facto vergessen.

Spanien verfügt über ein Busnetz dort wo die Bahn nicht kommt. Allerdings ist das nicht mit dem Postbusnetz von CH zu vergleichen.

In Frankreich entsteht gerade die Gedanke, dass auf das Altnetz nicht nur TGV, Corail und Fret rollen kann, sondern auch TGV-Zubringer. Ansonsten kann ich nicht erklären, warum SNCF letzter Zeit eine (fast) vierstellige Zahl an Regionaltriebwagen beschafft hat (Coradia Duplex, AGC inkl Hybridversionen, die 200 km/h schnellen Z 21500).


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum