DB Netz: Weiter so, führt langfristig zum Untergang (Allgemeines Forum)
telemaxx, Bremen, Hannover, Dienstag, 05.04.2016, 14:09 (vor 3656 Tagen)
bearbeitet von telemaxx, Dienstag, 05.04.2016, 14:10
Kennt ihr schon das Projekt "Einfachbahn" und diese Präsentation dazu?
http://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg-de/2397888/o5iTCyf6vWCYzygJ6lp6-cb6QMs/10857188...
Dort heißt es unter anderem:
- System Schiene ist durch seine Kompliziertheit teuer, sperrig und langsam, dies führt zu einem Nischendasein
- Marktanteile in den relevanten Transportmärkten (im Vergleich zum finanziellen Einsatz) bescheiden: Schienengüterverkehr: 17%, Schienenpersonenverkehr: 8%
- Bisherige Maßnahmen: Kosten senken, Prozesse optimieren, ab und zu mal eine kleine Veränderung, Preise erhöhen, Mehr Geld vom Staat
-> Führt nicht zu Neuem, sondern zu mehr vom Gleichen
Scheinbar wurden einige Probleme erkannt. Die klare und deutliche Benennung von Problemen ist der erste Schritt zur Verbesserung, auch wenn das einige hier im Forum anders sehen. Daher schön, dass DB Netz hier so deutlich ist.
Ziel des Programms ist es die Komplexität des Systems Schiene für den Kunden deutlich zu reduzieren, also die Einfachheit beim Zugang zum System zu erhöhen. M.E. genau der richtige Ansatzpunkt.
DB Netz: Weiter so, führt langfristig zum Untergang
sflori, Dienstag, 05.04.2016, 14:50 (vor 3656 Tagen) @ telemaxx
Scheinbar wurden einige Probleme erkannt. Die klare und deutliche Benennung von Problemen ist der erste Schritt zur Verbesserung, auch wenn das einige hier im Forum anders sehen. Daher schön, dass DB Netz hier so deutlich ist.
Unkonventionelle Präsi, die ich so nicht vom Netz erwartet hätte. :)
Man kann bestimmt den ein oder anderen Ansatz daraus verwirklichen, wird aber doch am Ende wohl oft bei einem der folgenden Punkte landen:
- Idee lässt sich nicht mit EU-Recht vereinbaren (= die derzeit komplizierten Regeln gibts oft nur, weil man allem und jedem gerecht werden muss)
- die Streckenkapazität gibts nicht anders her
- die Kohle fehlt
Aber wie telemaxx schon schreibt, ist das Dokumentieren ja ein erster sinnvoller Schritt.
Bye. Flo.
Dankeschön telemaxx!
BR101 Pendler, Bünde - Hannover / Mainz, Dienstag, 05.04.2016, 21:01 (vor 3656 Tagen) @ telemaxx
- kein Text -
Präsentation zu mehr als 50 % ineffizient
GUM, Mittwoch, 06.04.2016, 11:25 (vor 3656 Tagen) @ telemaxx
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 06.04.2016, 11:26
Kennt ihr schon das Projekt "Einfachbahn" und diese Präsentation dazu?
http://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg-de/2397888/o5iTCyf6vWCYzygJ6lp6-cb6QMs/10857188...
Nein, kannte ich nich nicht. Danke für den Link.
Für mich ist das Unternehmensorganisation bzw. Betriebswirtschaft auf bildungsfernem Niveau. Es beginnt mit einem "Erschreckensszenario" verschiedener Unternehmen, die am Markt nicht mehr erfolgreich waren.
Da werden einfach Firmennamen genannt ohne den Hintergrund zu beleuchten. Bei Kodak war es beispielsweise ein Technologiesprung, bei Arcandor/Karstadt und Hertie Mißmanagement und wahrscheinlich auch das Zusammenführen von Unternehmen die nicht zusammengehören.
Und nun kommt ein Team "Einfachbahn" daher, welches einen uralten Baukasten betriebswirtschaftlicher Beratung auspackt: Keep it smart and simple.
Die eigentliche Botschaft eines neuen Selbstbedienungs-/Kundeninformationssystems kommt erst ganz zum Schluß.
Einen Zug zu bestellen, den Strom dafür einzukaufen und einen Fahrplan zu bestellen wird nie so einfach sein wie ein McCroissant zu ordern.
Für mich zeigt dies nur, dass die Bahn einen erheblichen Nachholbedarf im Management hat. So eine Präsentation darf eigentlich nicht mit kostbaren Ressourcen eines Unternehmens erstellt werden.
Aber es ist Hoffnung in Sicht, dass überhaupt jemand nachdenkt..... bzw. es dokumentiert wird wie der Beitragsbaumeröffner schreibt...
Was fehlt ist beispielsweise eine Analyse wie viele Zugangsstellen das Netz überhaupt noch hat (Abbau von Gleisen mit Rampen/Umlademöglichkeit LKW, Firmengleisanschlüsse). Frage der Mindestabnahme: Nur noch Ganzzüge? Keine Einzelwagen.
Das Problem liegt wohl eher in den Hemmschwellen/Mindestabnahme und Zugangshürden....
Dort heißt es unter anderem:
- System Schiene ist durch seine Kompliziertheit teuer, sperrig und langsam, dies führt zu einem Nischendasein
- Marktanteile in den relevanten Transportmärkten (im Vergleich zum finanziellen Einsatz) bescheiden: Schienengüterverkehr: 17%, Schienenpersonenverkehr: 8%
- Bisherige Maßnahmen: Kosten senken, Prozesse optimieren, ab und zu mal eine kleine Veränderung, Preise erhöhen, Mehr Geld vom Staat
-> Führt nicht zu Neuem, sondern zu mehr vom GleichenScheinbar wurden einige Probleme erkannt. Die klare und deutliche Benennung von Problemen ist der erste Schritt zur Verbesserung, auch wenn das einige hier im Forum anders sehen. Daher schön, dass DB Netz hier so deutlich ist.
Ziel des Programms ist es die Komplexität des Systems Schiene für den Kunden deutlich zu reduzieren, also die Einfachheit beim Zugang zum System zu erhöhen. M.E. genau der richtige Ansatzpunkt.
--
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Nicht System soll einfach werden, sondern Schnittstelle
telemaxx, Bremen, Hannover, Mittwoch, 06.04.2016, 12:35 (vor 3656 Tagen) @ GUM
bearbeitet von telemaxx, Mittwoch, 06.04.2016, 12:35
Ich denke, die Präsentation wird hier z.T. falsch verstanden. Dass das System Schiene kompliziert ist und auch nur bedingt weniger komplex werden kann, stellt das Team Einfachbahn m.E. nicht in Frage. Es geht aber darum, dass die Kunden, die das System für den Transport nutzen möchten, nicht die gesamte Komplexität zu spüren bekommen, da sonst die Zugangshürden sehr hoch sind. Dazu soll die Schnittstelle zu den Kunden deutlich vereinfacht werden, also die Information über mögliche Transportwege, Zugangsstellen zum Netz, bestehende Verbindungen, Buchungsmöglichkeiten, Beschwerdestellen usw.
Vergleichen kann man das mit einem Smartphone. Ein hoch komplexes Gerät mit Mikroelektronik und ausgeklügelter Software, die der Anwender zu 99,9 % weder kennt noch versteht. Trotzdem kann er wunderbar mit dem Gerät alle möglichen Dinge erledigen, da die Schnittstelle - die Benutzeroberfläche - einfach und intuitiv gehalten ist.
Ich denke, in eine ähnliche Richtung soll das Vorhaben Einfachbahn zielen.
Nicht System soll einfach werden, sondern Schnittstelle
Einfachbahn, Montag, 11.04.2016, 22:13 (vor 3650 Tagen) @ telemaxx
Hallo von der Einfachbahn :-)
Genauso ist das gemeint, das System an sich ist natürlich systemimmanent komplex, z.B. die RIL 491 (Grenzlasten). Diese Werte werden absolut benötigt, werden heute aber sehr unkomfortabel dargestellt. Aktuell besteht die Richtlinie aus über 7.000 Seiten PDF, in mehr als 2.000 Einzeldokumenten. Dies ersetzen wir durch ein schlankes Tool, welches die Komplexität nicht in "Kompliziertheit" übersetzt, sondern in eine kundenadäquate Lösung (Webtool).
Oder ein anderes Beispiel: Die 12_Wochen-Bauvorschau (800 Seiten PDF) wurde bereits abgelöst durch ein neues Tool mit Filtermöglichkeiten: www.dbnetze.com/streckeninfo
Viele Grüße und keep it simple
Die Einfachbahn
Nicht System soll einfach werden, sondern Schnittstelle
telemaxx, Bremen, Hannover, Montag, 11.04.2016, 22:28 (vor 3650 Tagen) @ Einfachbahn
Danke für die weiteren Beispiele :)
M.E. genau der richtige Weg. Mit kleinen Schritten zur Vereinfachung für die Kunden. Früher oder später muss aber m.E. ein größerer Schritt kommen, wo die Fahrplanung und Trassenvergabe etc. zukunftsfähig umgestellt wird.
Nicht System soll einfach werden, sondern Schnittstelle
Steffen, Montag, 11.04.2016, 22:48 (vor 3650 Tagen) @ Einfachbahn
Ui, das geht aber weit in die Zukunft! Da sind Strecken drin, die gibts noch gar nicht :)
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Könnte man auch mal im DB Vertrieb einführen
ICETreffErfurt, Eisenach, Dienstag, 12.04.2016, 01:55 (vor 3650 Tagen) @ Einfachbahn
Schön wäre es, wenn ihr dieses System beim DB Vertrieb auch für die Tarife einführt.
Ich bekomme als Fahrgastbefrager immer hautnah mit, wie verwirrt die Leute ob der vielen möglichen Tarife mit ihren jeweiligen Einschränkungen und Zusätzen sind.
"Keep it simple" sollte auch im Reisendenverkehr ein Vorsatz werden. :-)
Anzahl Ladestellen und Gleisanschlüsse DB (Netz) AG
michael_seelze, Montag, 11.04.2016, 23:46 (vor 3650 Tagen) @ GUM
Aber es ist Hoffnung in Sicht, dass überhaupt jemand nachdenkt..... bzw. es dokumentiert wird wie der Beitragsbaumeröffner schreibt...
Was fehlt ist beispielsweise eine Analyse wie viele Zugangsstellen das Netz überhaupt noch hat (Abbau von Gleisen mit Rampen/Umlademöglichkeit LKW, Firmengleisanschlüsse).
Ladestellen zähle ich in der Broschüre mit Stand 01.04.2016 372 Stück.
Die Zahl der Gleisanschlüsse der DB AG lag 2014 bei 2.373. Siehe hier, S. 53