Immer derselbe Bahnhof, Teil 10.1 (39 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 08.03.2016, 18:13 (vor 3710 Tagen)

Moin,

genug der Vorrede, beginnen wir mit dem Text.


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Die im Jahr 1980 elektrifizierte Bahnstrecke von Bremen nach Oldenburg wurde am 14. Juli 1867 eröffnet. Kurz vorm Bahnsteigende des Bremer Hauptbahnhofs biegt der Zug nach links ab. Durch eine unattraktive Gegend, vorbei am alten Güterbahnhof, einem Lager von irgendwelchen Alternativen, Büro- und Fabrikgebäuden und parallel zu einer Schnellstraße kommen wir zur Weser. Nach der Ansage des nächsten Haltes beschleunigt der Zug, quert den Fluß, bremst und hält an. Der Bahnhof Bremen-Neustadt ist erreicht. Hier halten zwei Linien der transdev seienden Nordwestbahn, einmal die Regio-S-Bahn zwischen Hauptbahnhof und Bad Zwischenahn, zum anderen die der Bummelzug über die falsche Hasenbahn vorbei an den Hühnerfabriken in die Hasemetropole - die hier fahrenden 648er tragen im Gegensatz zu zu vielen 440ern der Regio-S-Bahn die Regelfarbgebung. Beide Linien fahren stündlich, zwischen Hauptbahnhof besteht ein attraktiver 7/53-Minuten-Takt, zurück ist die längere Lücke eine Minute länger.
Zurück nach Neustadt: Das Empfangsgebäude ist von der Architektur her durchaus ansprechend (Baujahr wohl um 1928 herum), der Bahnsteig ist zum Vergessen. Die engste Umgeburg hingegen kann ich auch mit sehr viel gutem Willen nur mit dem Prädikat absolut abschreckend versehen - dabei war ich bei Sonnenschein da. Im Gegensatz zu den Bewohnern der Altstadt haben die Einwohner der Neustadt Ruhe vor Touristen, die sich selbst vor den Sehenswürdigkeiten selfieknipsend durch die Straßen ziehen. Denn sehenswert ist die Neustadt in erster Linie dadurch, daß sie nichts Sehenswertes bietet.


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Bremens Neustadt entstand erst im 17. Jahrhundert, schon im Mittelalter stand an ihrer Stelle aber ein Dorf. 1244 wird das erste Mal eine Weserbrücke erwähnt. 1623 begann im Rahmen der Modernisierung der Stadtbefestigung Bremens der Bau links der Weser, schon vier Jahre später waren die Anlagen fertig. Vergleiche mit Großprojekten unserer Zeit drängen sich auf. 1666 bestanden sie ihre einzige Bewährungsprobe, die schwedische Belagerung im Rahmen des Zweiten Bremisch-Schwedischen Krieges war erfolglos. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Befestigungen abgerissen, die ehemaligen Wallanlagen sind nahezu komplett als Grünzug erhalten. Nur im Westen nicht, da fährt die Eisenbahn.
Die Anlage der Neustadt erfolgte in erster Linie aus militärstrategischen Gründen. Bremen versuchte mit Privilegien, die Besiedung zu forcieren. Allerdings waren die (zumeist weniger wohlhabenden) Einwohner der Neustadt noch bis 1863 Bürger zweiter Klasse.
1944/1945 wurde die Neustadt schwer zerstört, ihr Zentrum präsentiert sich somit im Stil der Nachkriegszeit, die Kirche wurde sogar an einem anderen Platz neugebaut. Im nördlichen Teil innerhalb des Festungsgürtels - somit dicht am Bahnhof - dominieren heute Betriebe der Suchtmittelproduktion (Bier, Kaffee, Schokolade), der südliche Teil ist ein Wohngebiet. Verwaltungstechnisch gehört auch Bremens Flughafen zur Neustadt. Mein Rundgang konzentiert sich jedoch auf den Bereich innerhalb der Wallanlagen. Die Aufnahmen entstanden mehrheitlich am 27. Februar 2016, teilweise schon am 17. Juli 2015. Bilder mit Zug in Großformat fallen ersatzlos aus, ich bitte um Verständnis. Leute sah ich massenhaft, in Transportgefäßen. Der Fahrgastwechsel lag bei den beobachteten Zügen im niedrigen einstelligen Personenbereich.


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1 Da wären wir.


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2 Die fast schon obligatorische Spiegelei sehen wir heute nur von der Rückseite.


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3 Früher war mehr Bahnsteig (und Schornsteinarchitektur).


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4 Bahnsteigbild.


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5 Hinterm Bahnhof ein Teil des Hafens.


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6 Blick gen Bahnsteigende.


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7 Ohne Worte.


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8 Als ob die Krähen schon auf frisch zubereiteten Taubenbrei warteten.


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9 Ansicht vom Bahnsteigende.


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10 Der Winter war zu kurz.


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11 Der Wartebereich.


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12 Sommerblick gen Huchting, Heidkrug und Hude.


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13 Wegweiser.


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14 Detailaufnahme, warum auch immer.


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15 Tunnelbild.


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16 Zwischendurch mal nach oben geschaut.


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17 Wir nähern uns dem Empfangsgebäude.


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18 Der Nordteil der Bahnhofshalle wurde auf rustikale Art abgetrennt, für die letzten Meter reichte wohl die Leiter nicht mehr.


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19 Schild.


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20 Zu den Zügen.


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21 Ansicht gen Ausgang.


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22 Der Bahnhofsvorplatz.


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23 Außenansicht.


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24 Außenansicht.


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25 Die Bahnhofsuhr begnügt sich damit, zweimal am Tag die korrekte Zeit mitzuteilen.


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26 Komplettansicht.


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27 Der Eingangsbereich. Rechts hat sich ein Möbellager eingenistet.


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28 Ansicht mit Vorplatz.


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29 Zwischen Empfangsgebäude und Bahndamm.


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30 Bahnbrücke.


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31 Rückansicht. Es hat den Eindruck, als ob hier bald Bauarbeiten stattfinden werden.


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32 Straßenkreuzung hinterm Bahndamm. Ein wenig geradeaus liegt die Bushaltestelle Bahnhof Neustadt.


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33 Der Hohentorshafen.


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34 Noch eine Ansicht des Bahnhofsgebäudes.


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35 Straßenbahnseitig gab es einige Vorarbeiten für die Umsetzung des Karlsruher Modells auch in Bremen.


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36 Das ist nicht der Neue Markt, sondern der Fisch-Luzie-Platz.


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37 Nun aber der Neue Markt.


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38 Mit Kleinem Roland und Neu-St. Pauli.


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39 Blick rüber zur Altstadt.


Geht sofort weiter.


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