Immer derselbe Bahnhof, Teil 9.1 (Reiseberichte)
Moin,
schon wieder Dienstag. Schon wieder Neustadt. Letztes Mal waren wir am Gebirge, heute ist nur noch ein Berg übrig. Der Rübenberg.
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Neustadt am Rübenberge ist eine ehemalige Kreisstadt im Nordwesten der Region Hannover. Neben der Eisenbahn gibt im Moor vorm Meer auch noch Torfbahnen. Die seien nur nachrichtlich erwähnt. Neustadt liegt an der Bahnstrecke zwischen Hannover und Bremen. Der Fernverkehr fährt durch, der Nahverkehr hält: Stündlich die zweite Linie der S-Bahn Hannover zwischen Nienburg, Neustadt, Wunstorf, Hannover und Haste, jeweils zweistündlich die RE-Züge von Hannover nach Bremerhaven-Lehe und nach Norddeich Mole. Daneben gibt es außer auf meinen Aufnahmen umfangreichen Güterverkehr von und zu den Nordseehäfen.
Seinen Eisenbahnanschluß erhielt Neustadt am Fahrplanwechselsonntag im Dezember 1847 mit Eröffnung der in Wunstorf von der am 15. Oktober 1847 eröffneten Strecke Hannover - Bremen der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen abzweigenden Strecke nach Bremen, seit dem 14. Dezember 1964 besteht elektrischer Betrieb. Das Empfangsgebäude ist noch das erste (etwa 1860), der auf meinen Aufnahmen vom 11. August 2015 noch im Umbau befindliche Busbahnhof ist mittlerweile fertiggestellt. Der Rundgang präsentiert somit nicht mehr das aktuelle Aussehen der Station.
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Neustadt liegt mit 357 km² derzeit auf dem neunten Platz der flächengrößten Kommunen Deutschlands. Nur Templin, Köln, Wittstock, Zerbst, Möckern, Gardelegen und zwei Bundesländer sind größer. In allen Fällen haben Kommunalreformen nachgeholfen, bei Neustadt ging sie mit dem Verlust der Kreisstadtfunktion zusammen (1. März 1974). Seitdem hat es 33 Stadtteile, da ist man mit dem Bus schonmal eine Dreiviertelstunde bis zum Bahnhof unterwegs (der RE schafft es in der Zeit bis Achim oder in den Abstellbahnhof).
Die Gründung erfolgte um 1200 durch Graf Bernhard II. von Wölpe, 1215 wurde die neue Stadt erstmals urkundlich erwähnt. 1302 erfolgte der Verkauf der Grafschaft an die Welfen, die bis 1866 an der Macht bleiben sollten.
Dann war da noch der Rübenberg. Den jedoch hat es nie gegeben. Die Burg vor der Stadt hieß Rouvenberg (der aber könnte tatsächlich ein Hügelchen gewesen sein), daraus wurde im Laufe der Zeit der Rübenberg. Die Burg wurde 1563 bei einem Brand teilzerstört. Da sie jedoch die Zweitresidenz war, begann 1573 der Wiederaufbau im Renaissancestil. Das ist das heutige Schloß Landestrost. Damals wurde auch Neustadt, das kurzzeitig wie das Schloß Landestrost hieß, zur Festungsstadt ausgebaut. Als der Herzog starb, war das Schloß noch nicht fertig. Der Bau wurde provisorisch vollendet, das Herzogtum mit einem anderen fusioniert. Noch bis 1636 diente das Schloß als herzogliche Residenz, danach diente es dem Amtmann.
Ein Brand im Jahr 1727 zerstörte die Stadt fast vollständig, der heutige Grundriß geht auf den Wiederaufbau zurück. 1856 wurde in Neustadt ein Hüttenwerk zur Herstellung von Eisenbahnschienen errichtet. Das ging 1858 konkurs. 1869 übernahm es Bethel Henry Strousberg. Im Rahmen seiner spektakulären Pleite ging die Hütte erneut zu Grunde, 1888 schloß sie endgültig. 1948 wurden die Wallanlagen geschliffen. Die heutige Stadt hat etwa 44.000 Einwohner, davon etwa 19.000 in der Kernstadt.
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Geht gleich weiter. Ist nichts schlimmes, nur eine Beitragslängenstörung.
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- Immer derselbe Bahnhof, Teil 9.1 -
Sören Heise,
01.03.2016, 18:07
- Immer derselbe Bahnhof, Teil 9.2 (40 Bilder) -
Sören Heise,
01.03.2016, 18:08
- Endlich! Mein Geburtsort; -) - oppermad, 01.03.2016, 18:28
- Am Rübenberge - 462 001, 01.03.2016, 19:34
- Immer derselbe Dank - Sören Heise, 02.03.2016, 16:29
- Immer derselbe Bahnhof, Teil 9.2 (40 Bilder) -
Sören Heise,
01.03.2016, 18:08