Erfahrungsbericht ÖBB EN (Reiseberichte)
Moin,
vor Kurzem stand eine Fahrt nach Wien an. Meine Wahl fiel auf einer Reise mit dem Nachtzug, und so gab es die Möglichkeit, mal mit dem für mich bisher unbekannten ÖBB-EN zu reisen. Für wen es interessiert, hier einige Eindrücke der Reise.
Die Hinfahrt sollte mit dem EN 491 erfolgen, in dem planmäßig einen 1./2.-Kl. Doppelstockschlafwagen verkehrt. Wagen dieser Bauart gab es auch bei der CNL, die wurden aber schon abgestellt. Bisher war ich noch nie in diesem Wagentyp gefahren, hatte aber schon von den angeblich tollen Deluxe und engen Economy-Abteilen erfahren. Es freute mich umso mehr, für diese Reise noch ein Deluxe-Abteil buchen zu können. Die ÖBB bieten für diesen Zug auch Auto- bzw. Motorbeförderung an; die Beladung der Fahrzeuge erfolgt direkt am Startbahnhof Hamburg-Altona, die Bereitstellung des Zuges erfolgt deshalb schon 45 bis 60 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt (20:35). Nach dem Abendessen verblieb also gerade noch Zeit für den obligaten Espresso am Abend, gegen 19:40 erleuchtete dann schon schon die Anzeige am Bahnsteig:
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Wenige Minuten später wurden die Wagen in den Bahnhof hinein geschoben. Zu meiner Freude war der Doppelstockschlafwagen im Zug – wegen der geringen Reserve soll es ab und an zu Ersatzstellungen kommen, an meinem Reisetag war er aber da:
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Es folgte die Verladung der Autos auf den Autotransportwagen, währenddessen konnte aber auch bereits in den Reisezugwagen eingestiegen werden, also nichts wie hinein. Nach dem Einstieg gelingt man über den Einstiegsbereich...
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...in den einstöckigen Seitengang…
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…über kleine Treppen werden die Abteile im Ober- bzw. Unterstock erreicht. Die vier recht großen Deluxe-Abteile sind alle im oberen Stock angeordnet, die deutlich engeren Economy-Abteile sind im unteren Stock angeordnet. Neben dem Bett (das 2. Bett wurde hochgeklappt und ist am linken Bildrand gerade noch sichtbar)…
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…gibt es eine permanente Sitzmöglichkeit am Tisch mit zwei Sesseln und eine größere Abstellfläche.
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Desweiteren wird in den Deluxe-Abteilen ein eigenes Badezimmer mit Dusche und WC geboten:
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Das Bad wurde allerdings weitaus weniger großzügig gestaltet als das Schlafwagenabteil. Mir hat es gereicht, für längere oder breitere Personen dürfte es sehr eng werden.
Beim Einstieg bekommt man diverse Sachen, die im Abteilpreis enthalten sind. Neben verschiedenen Hygiene-Artikel gibt es je eine Flasche Wasser und Prosecco sowie etwas zum Knabbern am Abend, in diesem Fall dazu noch ein Begrüßungssnack:
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Im Zug gibt es keinen Speisewagen, beim Wagenbetreuer sind allerdings (kostenpflichtig) weitere Snacks und Getränke erhältlich. Für das Frühstück am nächsten Morgen gibt es eine individuelle Auswahl; abends ist dazu ein Formular auszufüllen. Meine Wahl:
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Mir hat es gefallen, ein schmackhaftes Frühstück mit frischen Brötchen. Dazu werden österreichische Tageszeitungen angeboten, wie am Bildrand gerade noch sichtbar ist.
Anschließend ging es nahezu mit Panoramablick das Ziel Wien entgegen:
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Für die Rückfahrt wurde EN 420 benutzt. In diesem Zug wird den Reisenden den einstöckigen Schlafwagen AB32s angeboten; es wurde wie auf dem Hinweg im Deluxe-Abteil reserviert:
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Der permanenten Sitz links neben dem Tisch bietet lediglich Aussicht auf die Wand, deswegen habe ich ihn lediglich als Ablage genutzt und mich für den Ausklang des Tages auf dem Bett gesetzt. Insgesamt ist das Abteil etwas kleiner als im Doppelstockschlafwagen, das Bad ist dafür deutlich geräumiger:
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Es ist die Badezimmertür zu beachten, die ungedämpft hin und her pendelt und mir auch mal ungewollt in die Hüfte geschlagen ist. Desweiteren war mich kurz nach dem Einstieg schon das (teilweise des trotz Modernisierung hohen Wagenalters geschuldeten) laute Fahrgeräusch aufgefallen. Das Übersetzfenster einmal öffnen und zuknallen hat da aber schon etwas geholfen, und die Nacht war trotz Lärm recht angenehm, da das Bett im AB32s mir sehr gut gefallen hat – deutlich besser als das was mir bisher im CNL-Wagen der Bauart 173 begegnet war. Am frühen Morgen gab es dann noch die Reise am Rhein entlang – der Jahreszeit wegen leider in der Dunkelheit – dann wurde Düsseldorf nahezu pünktlich erreicht. Die Heimreise in die Niederlande erfolgte dann unspektakulär mit dem ICE 220 – schade dass der ÖBB-EN nicht bis Amsterdam verkehrt.
Mein persönliches Fazit: die Fahrt in beiden Schlafwagen hat mich begeistert, auch von der Service der ÖBB/Newrest-WagonsLits war ich sehr angetan. Es sind allerdings eindeutig die Deluxe-Abteile zu bevorzugen, da die Abteile der 2. Kl. mir sowohl im Dosto als auch im AB32s recht klein erschienen und es keine Gangdusche gibt. Die CNL kann da in ihrem WL 173 punkten mit den von außen verschließbaren Abteilen, großeren Abteilen in der 2.Kl. und öffentliche Dusche – kommt ansonsten aber an den Service der ÖBB-EN absolut nicht heran, und die Betten habe ich auch als weniger komfortabel als im ÖBB-WL in Erinnerung. Bleibt zu hoffen, dass die ÖBB auch über das Jahr 2016 hinweg ihre Nachtzüge in dieser Qualität betreiben wird – und ggf. einige CNL-Verbindungen übernimmt – denn so macht es Spaß im Nachtzug zu reisen.