Talgo Nachtzug und Neigetechnik!? (Allgemeines Forum)

Dampflokgaudi, Sonntag, 21.02.2016, 08:16 (vor 3699 Tagen)
bearbeitet von Dampflokgaudi, Sonntag, 21.02.2016, 08:19

DB Abschied Neigetechnik! Als nächstes könnten sie meinetwegen gleich noch einen 10 Seitigen Bericht über den Abschied vom Talfo hinterherschicken!

Talgo - Hotelzug

Talgo TÜV SÜD setzt Talgo Hotelzug Moskau - Berlin auf die Schiene

DM Im Hotelzug von Moskau nach Berlin

Talgo Hotelzug

Die Hotelzüge der Deutschen Bundesbahn stellen einen Meilenstein im Komfort des Nachtzugverkehrs dar. Die Schlafwagen sind mit einer eigenem Dusche und Toilette in jedem Abteil ausgestattet, das Restaurant bietet die Möglichkeit selbst aufwändige Gerichte frisch zuzubereiten, die Liegewagen bieten ungewöhnlich viel Platz vor den Liegen und die Sitzwagen bieten sehr großzügigen Abstand zum vorderen Sitz sowie extrem neigbare Rückenlehnen.

Beim Konzept des Talgo-Zuges wurden auch interessante Wege zur Weiterentwicklung des Reisezugwagens beschritten. So bietet der Hotelzug z.B. einen niederflurigen Durchgang auf ca. 600mm über Schienenoberkant über die gesamte Länge des Fahrgastbereiches des Zuges. Da trotzdem Räder üblicher Größen eingesetzt werden, mussten dafür die Radsatzwellen entfallen. Dementsprechend werden passive gelenkte Einzelradsatzfahrwerke eingesetzt. Jeweils zwei Wagen ruhen auf einem gemeinsamen Fahrwerk. An den Enden des Zuges werden aktiv gelenkte Einzelradfahrwerke eingesetzt. Die Technik des Zuges bietet gutes Verhalten beim Radverscheiß und ein hohes Maß an Sicherheit.

Es wurden auch systematisch Funktionalitäten aus den Einzelwagen ausgelagert, die bei einem Zug mit festem Verbund mehrere Wagen nicht im Einzelwagen untergebracht sein müssen. So wird z.B. die elektrische Energie, die innerhalb des Zuges verbraucht wird in den Maschinenwagen zentral auf das gewünschte Spannungsniveau gebracht. Auch die Batterien sind dort untergebracht. Selbst die Versorgung mit Wasser ist zentralisiert und in den einzelnen Wagen befinden sich nur kleine Behälter, die aus den Haupt-Vorratsbehältern in den Maschinenwagen nachgefüllt werden.

Die Talgo-Hotelzüge der DB sind untergliedert in folgende Bauarten:

881 Ddz Maschinenwagen mit Gepäckbereich
882 Dz Maschinenwagen
883 Bpcbz Sitzwagen mit Platz für PMR und größerem WC-Raum – Der Wagen verfügt über 30 sehr komfortable Sitze
884 Bpcz Sitzwagen ohne Sonderbereich – Der Wagen verfügt über 30 sehr komfortable Sitze
885 WRkz Bistro-Wagen mit Küche und Rezeption
886 Bvcz Liegewagen oder Kajütwagen – Der Wagen verfügt über 20 sehr Sitze, die zu Liegen umgebaut werden. Alle Sitze sind im Fenster angeordnet.
887 WRz Restaurant-Wagen zur Einnahme der servierten Speisen – Der Wagen verfügt über 30 Sitze an Tischen.
889 WLAz Schlafwagen – Der Wagen verfügt über 5 Abteile mit 10 Betten oder 10 Sitzen, je nachdem, ob Tag- oder Nacht-Konfiguration vorliegt.

Die Wagen wurden in den Jahren 1994 bis 1997 gebaut. Sie gehören zur sechsten Generation der Talgo-Züge.

Der Hotelzug wurde für eine Höchstgeschwindigkeit von 140km/h ausgelegt und kommt dafür ohne Magnetschienenbremsen aus. Dies senkt die Instandhaltungskosten und erhöht den Komfort beim Schlaf während der Fahrt. Auch die Luftfederung der Wagen und eine passive Neigetechnik sorgen für ruhigen Schlaf während der Fahrt.


Aber nun zu dem Artikel mit der Neigetechnik:

Neigetechnik Bahn schafft sie ab!

msn nachrichten schreibt: [Admin-Hinweis: Das zitieren kompletter Presseartikel stellt eine Urheberrechtsverletzung dar. Daher wurde eine entsprechende Kürzung der Textstelle vorgenommen]

"Neigezüge wurden als Verheißung gepriesen: Weil sie sich in die Kurve legen, fahren sie schneller, und Strecken müssen nicht umgebaut werden. Doch die Technik hat enttäuscht. Jetzt wird es teuer."

Talgo Nachtzug und Neigetechnik!?

ikarus28003, 99974 Mühlhausen, Sonntag, 21.02.2016, 12:48 (vor 3699 Tagen) @ Dampflokgaudi

Gerade unterwegs im RE1 zwischen Göttingen und UMH. Der "Blaupunkt-612" neigt sich prima, die Geschwindigkeit ist auch wieder wunderbar. So darf es bleiben!

Talgo nach Moskau.

CNL484, Sonntag, 21.02.2016, 13:36 (vor 3699 Tagen) @ ikarus28003

Führt der auch Ruhesessel nach Moskau? Währe für Preisbewusste interessant. 110 Bettplätze sind doch eher wenig. Gegenüber RZD Zug Paris-Moskau. Der nur Schlafwagen massig führt. Obwohl der TALGO ja zusätzlich verkehrt zu den anderen Verbindungen währe wieder 110 Bettplätze ok.Hoffe ich das so schnell eine Privatisierung der RZD nicht kommt. Dann wird er bestimmt bei den Trassenpreisen in Deutschland abgeschafft. Und ordentlicher Kahlschlag im Tages-Nachtverkehr in Russland wird auch dann kommen.

Gibt es die überhaupt bei der RŽD?

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 21.02.2016, 15:51 (vor 3699 Tagen) @ CNL484

Führt der auch Ruhesessel nach Moskau? Währe für Preisbewusste interessant.

Sind Ruhesesselwagen bei der RŽD überhaupt bekannt? Mir wäre nicht bekannt, dass soche in Russland zum Einsatz kommen.

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Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Gibt es die überhaupt bei der RŽD?

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 21.02.2016, 16:40 (vor 3698 Tagen) @ ES89

Führt der auch Ruhesessel nach Moskau? Währe für Preisbewusste interessant.


Sind Ruhesesselwagen bei der RŽD überhaupt bekannt? Mir wäre nicht bekannt, dass soche in Russland zum Einsatz kommen.

Doch, in den Talgos.

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Weg mit dem 4744!

So toll wirds wohl nicht gewesen sein

heineken, Sonntag, 21.02.2016, 14:54 (vor 3699 Tagen) @ Dampflokgaudi

Der DB Talgo war das Ergebnis eines Kompensationsgeschäfts:
Siemens liefert EuroSprinter nach Spanien und erhält /vermittelt dafür x Talgo-Einheiten nach DE. Und da kam dann nur die DB als Betreiber in frage. Ein Musterstück industriepolitischer Einflussnahme.

So charmant auch ich das Talgo-Konzept finde (stehe ja nur mit dem Talgo Hybrid, dieser Kopfgeburt hineingepfriemelter (!) Generatorwagen, auf dem Kriegsfuß) – so sehr muß man gerade hinterfragen, ob das mit den Einzelradfahrwerken (nicht -Radsätzen!) wirklich so der Knaller ist: Es gibt ausreichend Indikatoren dafür, daß gerade bei dieser Konstruktionsweise der Verschleiß nicht ohne ist (–> Betriebskosten).
Und der Allgemeinheit die 140 km/h nun als Erfolg zu verkaufen, weil Mg-bremsenfrei, ist schon eine leichte Umkehr der Realität: Man wußte einfach nicht, wo und wie man an einem ein-»achsigen« Portallaufwerk die Mg-Bremse unterbringen sollte.
Ich vermute auch mal, daß man es bis heute nicht weiß. Stört die RENFE selbst nicht weiter, da sie bei bspw. ihrem Talgo-Renner (Talgo 350 /RENFE BR 102) erstens brutal viel Bremsleistungs in die Triebköpfe gepackt haben und zweitens eh nicht mit klassischen H/V-Signal(abstand) fahren bei den hohen Geschwindigkeiten.

Talgos Mg-Bremse

SPFVG, Montag, 22.02.2016, 02:49 (vor 3698 Tagen) @ heineken
bearbeitet von SPFVG, Montag, 22.02.2016, 02:53

Und der Allgemeinheit die 140 km/h nun als Erfolg zu verkaufen, weil Mg-bremsenfrei, ist schon eine leichte Umkehr der Realität: Man wußte einfach nicht, wo und wie man an einem ein-»achsigen« Portallaufwerk die Mg-Bremse unterbringen sollte.

Doch das gibts:

Eine Magnetschienenbremse kann bei Bedarf in zweigeteilter Form - je zur Hälfte vor und hinter dem Rad - montiert werden.

Stand 2002:
http://www.talgo.de/download/SDNetzel.pdf

Die RZD-Talgos haben das laut Tuev-Süd sogar:
Des Weiteren verfügt der Hotelzug über passive Neigetechnik sowie Magnetschienenbremsen und Einzelachsen mit Losrädern.
http://www.tuev-sued.de/rail/rail-e-ssentials/e-ssentials-3-2015/inbetriebnahmegenehmig...

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