Wenn einer eine Reise tut ... (kleiner Bericht) (Reiseberichte)

Christian_S, Freitag, 12.02.2016, 15:38 (vor 3810 Tagen)
bearbeitet von Christian_S, Freitag, 12.02.2016, 15:39

Hallo zusammen!

Da ich kürzlich ganz privat und dank sehr günstigem Sparpreis 1. Klasse auf Deutschlands Schienen unterwegs war, hier ein kleiner Bericht meiner Reise:

Angeregt durch Blaschis Krabbenkutterfahrt im Dezember wollte ich mir nun auch endlich mal die Insel Sylt anschauen. In der Nebensaison ist das ja durchaus auch bezahlbar und so wurde die Reise Ende Dezember gebucht.

Für die Relation Jena-Westerland hatte ich eine Verbindung via Göttingen und Hamburg gebucht. Zugegeben, der 4-min-Anschluss in Göttingen ist etwas knapp, aber da ich ohnehin in Hamburg ein Päuschen einlegen wollte, um die dankenswerterweise ja hier neulich vorgestellte DB-Lounge mit ihrem 1.Klasse-Bereich zu testen. Nochmal danke für die Tipps hier :-)

Morgens gegen 7:15 traf ich am Bahnhof Jena-Göschwitz ein und das Szenario versprach erstmal nichts gutes. Die EB nach Weimar sollte eigentlich schon weg sein, stand aber noch da, das Ausfahrsignal auf "Halt". Ohoh, dachte ich. Am Bahnsteig stand auch eine DB-Zugbegleiterin, die ich sogleich fragte, ob sie etwas weiss, was los ist. Ein Schienenbruch bei Mellingen sei die Ursache, erfuhr ich. Verdammt, dass war es dann wohl mit dem Anschluss in Göttingen. Der RE wurde, dass war mir gleich klar, dann natürlich über Großheringen umgeleitet und bekam dadurch entsprechend Verspätung. Kurzum entschied ich mich daher, die Fahrgastrechte in Anspruch zu nehmen und fuhr stattdessen mit dem FTX nach Leipzig, dort dann per IC weiter nach Berlin, wo ich direkten Anschluss nach Hamburg mit guter Aussicht, meinen gebuchten IC in Hamburg Hbf zu erreichen. Das klappte soweit alles, bis der ICE wenige Kilometer vor Hamburg mit technischer Störung zum stehen kam. Mit 31 min Verspätung wurde Hamburg Hbf dann erreicht, meinen Lounge-Besuch sah ich schon schwinden, aber dank Verspätung meines Anschluss-IC wurde dieser dann doch noch möglich :-) Nach dem Genuss von heißer Schokolade und Obstsalat in der Lounge ging es dann mit 25 min Verspätung los Richtung Westerland, der Lokwechsel in Itzehoe wurde flott in 8 Minuten vollzogen und die NOB in Husum überholt. Wieder pünktlich verliess der Zug Niebüll, Westerland wurde wegen Kreuzungen in Morsum und Keitum dann aber erst mit +9 erreicht, was ja aber am Ziel kein Problem ist. Die Fahrt über den Hindenburgdamm war schon toll :-)

Aus Fahrgastsicht habe ich wirklich nichts zu beanstanden. Alle Speisewagen funktionierten, der moonglum-Effekt hatte also bei mir nicht zugeschlagen. Das Personal war überall sehr gut drauf und erfüllte in vollem Umfang die von der DB suggerierten Serviceangebote. Im ICE zwischen Hamburg und Berlin gab es vom Pralinchen gleich nach Abfahrt in Berlin das Zeitungsangebot und vor Hamburg natürlich auch die Goodies :-)
Mit meiner Fahrkarte, die ja eigentlich für einen anderen Weg gebucht war, gab es mit keinem Zugpersonal irgendwelche Probleme. Ich sagte immer gleich dazu, wieso und warum, was auch anstandslos akzeptiert wurde.

War wirklich eine angenehme Reise und ein paar schöne Tage auf Sylt ;)

Die Rückfahrt verlief unspektakulär, aber es gab eine interessante Beobachtung: Am einem der Vortage muss aus einem IC in Niebüll wohl das Bistro ausgesetzt worden sein, dieser Wagen stand mit einer 218 bespannt abfahrbereit in Niebüll Richtung Hamburg. Während des Lokwechsels in Itzehoe kam dieses Gespann dann wieder neben meinem Zug eingefahren. Da war der moonglum-Effekt dann doch ganz nah, wenn auch mein Zug nicht betroffen war ;)

Hoffe, Euch nicht gelangweilt zu haben.


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