ICE-Evakuierung bei Brackwede (Allgemeines Forum)

JanGT, Freitag, 02.10.2009, 10:38 (vor 6032 Tagen)

Gestern Abend wollte ich um 21.15 mit dem RE6 von Hamm nach Gütersloh.
Eigentlich unspektakuläre Sache, könnte man meinen.
Plötzlich hieß es, der ICE um 21.11 nach Berlin wird wegen Notarzteinsatz am Gleis unbestimmt verspätet abfahren. Dazu passt auch, dass IC 2144 aus Richtung Hannover unbestimmt verspätet angekündigt wurde.
Ich frage den Service-Fritzen, ob den der RE6 noch bis Gütersloh durchkommen würde. Er antwortete, da der Personenunfall in Brackwede sei, dass dies klappen sollte. Kurz darauf die Durchsage: RE 6 endet in Gütersloh. Klasse dachte ich passt genau.

Dann kamm es aber anders. Der ICE fuhr mit +15 in Hamm ab normal Richtung Bielefeld, wir kurz hinter her.

Da auch die Gegenzüge bald wieder kamen IC 2144 etwa+45 RE 6 etwa +30 und ICE 544 mit +30 auf der Güterbahn! dachte ich, dass jetzt alles ausgestanden wäre.

Dann fuhren wir in GT auf Gl4 ein, während der ICE wohl schon etwa 15 Min auf Gl.3 stand. Dann das was mich völlig verwirrte: Der Westfalen-Express hatte Ausfahrt und auch alle anderen Züge kamen wieder durch????
Da ich jetzt völlig ratlos war, was denn der ICE so lange bei uns wollte, fragte ich den von Fahrgastanfragen eh schon völlig genervten Schaffner und seine Antwort leuchtete ein: Es hatte eine Stunde vorher den 645 erwischt, der jetzt schon etwa zwei stunden irgendwo bei Brackwede stand. Man sagte mir, es müsse erst festgestellt werden ob dieser Zug noch Fahrtüchtig sie, sonst müssten die Fahrgäste noch aufgenommen werden, da der 947 ja der letzte Zug nach Berlin ist und die Bahn wohl nur ungern für 100-150 Fahrgäste nach Berlin ein halbes Hotel in Bielefeld oder Hannover zahlen wolle. Um halb elf fuhr der 947 dann weiter.
Laut rbb-Text Ankunft in Berlin Hbf um 1.48 Uhr
Wie die dass in Brackwede wohl gemacht haben, denn der Unfallzug stand bestimmt nicht genau am Bahnsteig?

ICE-Evakuierung bei Brackwede

JanGT, Freitag, 02.10.2009, 10:55 (vor 6032 Tagen) @ JanGT

Bericht WDR-Online:

Zugverkehr war blockiert
Der Zugverkehr auf der Hauptstrecke zwischen Hamm und Bielefeld war gestern Abend für etwa drei Stunden blockiert. Im Bahnhof Brackwede wurde ein 23-jähriger Mann von einem durchfahrenden ICE tödlich verletzt. Ob es sich um ein Unglück gehandelt hat, wird noch untersucht. Nach Auskunft der Bundespolizei hatten 20 Züge Verspätungen von insgesamt 13 Stunden, bei drei Zugverbindungen gab es Teilausfälle.

ICE-Evakuierung bei Brackwede

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 02.10.2009, 13:15 (vor 6032 Tagen) @ JanGT

Der Zugverkehr auf der Hauptstrecke zwischen Hamm und Bielefeld war gestern Abend für etwa drei Stunden blockiert. Im Bahnhof Brackwede wurde ein 23-jähriger Mann von einem durchfahrenden ICE tödlich verletzt...
Nach Auskunft der Bundespolizei hatten 20 Züge Verspätungen von insgesamt 13 Stunden, bei drei Zugverbindungen gab es Teilausfälle.

Drei Stunden blockiert? Und angeblich funktionierte die Cargobahn noch...

Ist doch nichts. Gestern war zwischen Boxtel und Oisterwijk "ein Auto auf dem Gleisbett liegengeblieben". nu.nl berichtete.

- SEV Boxtel-Oisterwijk mit Bussen
- keine ICs Eindhoven-Tilburg -> umreisen via 's Hertogenbosch (das habe ich heute morgen gemerkt, musste im 12-Wagen-IC-Dosto stehen)
- keine Güterzüge Rotterdam-Eindhoven-Venlo, diese wurden via Utrecht umgeleitet (die Betuweroute hat keine Verzweigung Rotterdam - 's Hertogenbosch, sowieso ist die Betuweroute immer noch geschlossen wegen des Zugunglücks bei Barendrecht)

Im Moment besteht die Situation immer noch. 300 Schwellen müssen ersetzt werden.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

ICE-Evakuierung bei Brackwede

romeo, Freitag, 02.10.2009, 21:24 (vor 6032 Tagen) @ JanGT

... und die Redaktion einer lokalen Zeitung
hat einen skandalösen Artikel dazu online gestellt.
Vermutlich eine böse Panne,
aber einfach unglaublich!

unglaublich: Zugunglück, Suizid in Bielefeld

ICE-Evakuierung bei Brackwede

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Freitag, 02.10.2009, 21:33 (vor 6032 Tagen) @ romeo

Hallo,

... und die Redaktion einer lokalen Zeitung
hat einen skandalösen Artikel dazu online gestellt.
Vermutlich eine böse Panne,
aber einfach unglaublich!

naja, es ist schon ein Unterschied, ob man da "Ich bin..." oder "Sie sind..." stehen hat. Werbeeinblendugen in den Zeitungsportalen sind ja nicht ungewöhnlich und fast alle Leser dürften in der Lage sein Werbung und Artikel voneinander zu trennen. Ich persönlich halte das für nicht so dramatisch.

--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
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Wirklich kein Drama

Yassakka, Berlin, Freitag, 02.10.2009, 21:35 (vor 6032 Tagen) @ romeo

Ach komm, natürlich ist das blöd gelaufen mit der Anzeige, aber jetzt auch nicht so dramatisch.
Sowas passiert einfach, weil Anzeigen automatisch und unbewusst in Webseiten eingebaut werden, die setzt da keiner bewusst und mit Absicht rein.

Hätte man natürlich dran denken können, aber wer liest denn überhaupt die Webseite? Der schreibende Redakteur nicht so wirklich oft und der sieht dann wahrscheinlich nur ein Fenster "Werbung" oder "Abowerbung" ohne Motiv. Da vermutet er dann nichts schlimmes hinter.

Sowas ist früher schon passiert und wird auch immer wieder passieren. Dass das nun einfach unpassend ist, ist klar, aber sein wir ehrlich: Niemand wird annehmen, dass die Zeitung mit Absicht exakt dieses Motiv in diesen Artikel eingebaut hat, um mal provokant zu sein oder so.

Menschlicher Fehler. Kein Drama.

Wirklich kein Drama ( für Nichtangehörige des Betroffenen )

romeo, Freitag, 02.10.2009, 23:16 (vor 6031 Tagen) @ Yassakka

Wie man es so sieht...
Wenn ich als Zeitung eine Webseite betreibe,
muss ich nicht unbedingt evtl. unkontrollierte Werbefenster,
die ich nicht weiter unter Kontrolle habe,
mitten in einen solchen Artikel verlinken.
Bei heiklem Themen müssen Redaktuere eben aufpassen,
das gehört zum Job.
Zeitungslayouts werden auch sorgfältig geprüft,
bevor sie in den Druck gehen.
Die Werbung ist ja obendrein nichts Fremdes,
sondern in eigener Sache der Zeitung.
Das nenne ich Fahrlässigkeit...

ein weiteres Beispiel

Heeni, Hamburg, Samstag, 03.10.2009, 21:14 (vor 6031 Tagen) @ romeo

Nabend!

Ein Drama ist das in dem Sinne nicht...

Bei dieser Werbung hätte man sich schon eher Gedanken machen sollen!
[image]

-> und es gibt wohl noch etliche weitere Beispiele für deplazierte Werbung.

Ich erinnere mich noch an das "Estonia-Unglück" auf der Ostsee vor vielen Jahren. Unser Lokalsender (105.0 als Hinweis) spielte nach einem Sonderbericht zu diesem Ereignis im Anschluss "This could be heaven for everyone" von "Queen". Das fand´ ich ziemlich geschmacklos!

Soviel zu den Anekdoten am Rand.

Heeni

der Morgen noch mal S-Bahn-Ergänzungsverkehr Henningsdorf-Südkreuz fährt...

--
So lange es voran geht, kommt man weiter!

ICE-Evakuierung bei Brackwede

liebe70, Freitag, 02.10.2009, 11:18 (vor 6032 Tagen) @ JanGT
bearbeitet von liebe70, Freitag, 02.10.2009, 11:22

Wie die dass in Brackwede wohl gemacht haben, denn der Unfallzug stand bestimmt nicht genau am Bahnsteig?

Beide Züge haben geschultes Personal (nennt man Zub) und die erforderliche Ausrüstung, um von einem Zug in den anderen evakuieren zu können. Wenn es die Örtlichkeiten zulassen (Gleisabstand, Gleisradius usw.) kann man die sogenannten Rettungsstege als Brücken nehmen. Jeder ICE2-Triebzug hat zwei Rettungsstege, macht also pro Doppelzug schon vier und beim ICE2-Doppelzug acht. Vom Personal her sind es auch ausreichend: Je 2x Zub und 2x Gastropersonal pro Triebzug = 8 Teams. 8 Brücken + 8 Teams = Zeit gleich unbekannt, da erstens dunkel und zweitens nicht alltäglich. Tagsüber sollte man im Idealfall etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde brauchen, um den Zug vollständig zu evakuieren. Da müssen aber auch die Fahrgäste mitmachen und nicht jeder eine Extrawurst gebraten haben wollen...

Gruß, Ralf

ICE-Evakuierung bei Brackwede

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Freitag, 02.10.2009, 16:56 (vor 6032 Tagen) @ liebe70

Hallo,
das Vergnügen evakuiert zu werden hatte ich mal in Burgsinn. Unser Zug, ein ICE1 (noch ohne Redesign) blieb dort liegen, regte sich nach einer halben Stunde noch einmal für 5 Meter und nach gut 50 Minuten öffneten die Zugbegleiter einzelne Deckenöffnungen im Türbereich. Da war für mich dann klar, dass bald meine "Evakuierungspremiere" erfolgen würde. Die zweiteiligen Übergänge, die sich auch als Treppe eignen, waren flott zusammengebaut und als der nachfolgende ICE (nach Redesign; meine Premierenfahrt), auch ein Einser, neben uns hielt liefen die Vorbereitungen recht zügig. So richtig optimal waren die Voraussetzungen nicht, da der Zug zum Teil in der Kurve stand und die Gleisüberhöhung doch etwas hinderlich war. Der Steg wurde zusätzlich noch von einer Person im Gleisbett (Personal von DB Netz) gesichert. Nach gut einer Stunde war die Aktion abgeschlossen. Alles lief locker und entspannt ab, niemand hetzte oder meckerte herum. In Hannover war ich dann mit plus 140 und bekam meinen Anschlusszug nicht mehr, dafür jedoch einen Hotelgutschein.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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