Erfahrungsbericht ÖBB-Schlafwagen (8 Bilder) (Reiseberichte)
Passend zur geplanten Einstellung der Schlaf- und Liegewagenzüge bei der DB und der eventuellen Übernahme einiger Verbindungen durch die ÖBB möchte ich einen kleinen Reisebericht aus dem EN 421 präsentieren.
Meine letzte Fahrt in einem Nachtzug ist zehn Jahre her, und ich hatte auch immer nur die Sitz- Ruhesessel- und Liegewagen genutzt. Und so wollte ich mir die Gelegenheit, einen Schlafwagen auszuprobieren, solange sie noch fahren, nicht entgehen lassen.
Weil es kaum Fotos vom Interieur der ÖBB-Schlafwagen im Netz gibt, hatte ich mir vorgenommen, ein wenig zu knipsen und die Resultate hier zu präsentieren. Es sind aber nur ein paar Bilder im Abteil entstanden; der Schlafwagenbetreuer stand die meiste Zeit im Gang, da wollte ich nicht fotografieren.
Die Fahrt fand in den Weihnachtsferien statt. Gezahlt habe ich incl. Nahverkehrszubringer 180€, davon entfielen 65€ auf die Fahrkarte Erster Klasse und 115€ auf den Zuschlag für das Deluxe-Einzelabteil mit Dusche. Die Fahrt im deutlich kleineren Standardabteil (Einzelbelegung) ohne eigene Nasszelle hätte nur 15€ weniger gekostet.
Zur Auslastung: Die beiden Deluxe-Abteile waren nach Buchungsstart ganz schnell weg. Ein Standardabteil hätte man auch am Vorabend der Reise noch buchen können. Hier verstehe ich nicht, wieso man die begehrten Abteile nicht etwas teurer, die engen dafür günstiger macht. Auf den Autotransportwagen konnte ich nur zwei PKW erkennen. Zu den Liege- und Sitzwagen kann ich nichts sagen.
Zum Einsatz kam ein WLABmz 7571 der ÖBB, laut vagonweb.cz Jahrgang 1975 mit Redesign von 2004.
Die ÖBB hat den Service im Zug an die Sparte Wagon-Lits (klingt edel) der Firma new rest ausgesourct. Der new rest Mitarbeiter zeigte mit mein Abteil und erklärte mir die Funktionen. Er nahm die Frühstücksbestellung entgegen. 6 Komponenten sind kostenlos, jede weitere kostet 1€ extra, siehe Frühstückskarte
Die Fahrkarte verwahrte er über Nacht. Hätte ich nicht aufgepasst, hätte ich am nächsten Morgen das Ticket eines anderen Reisenden zurückbekommen. Den Zangenabdruck gab's auch nur auf Verlangen, von einem befugten Kollegen.
Im Abteil erwarteten mich
sehr viel Platz
1 Piccolo
1 Flasche Wasser
1 Packung Fruchtsaft
1 Frotteehandtuch (nicht zum Mitnehmen)
1 Mikrofaserhandtuch (in der Tüte zum Mitnehmen)
Seife, Duschgel, Shampoo
1 Paar Badeschlappen
1 Kugelschreiber
Ohrstöpsel
1 Päckchen mit Salzbrezeln
1 Feuchtetuch
1 versiegelter Becher mit Zahnputzwasser
1 Speisekarte mit Kleinigkeiten (auch warm!) zum Essen und Trinken zur Bestellung ins Abteil - hab's nicht ausprobiert
Hier die Bilder der erbeuteten Waren:
Der Platz im Abteil war für einen Einzelreisenden wirklich luxuriös. Den Sitzplatz habe ich nur als Ablage genutzt, weil man von dort aus nicht aus dem Fenster sehen konnte. Der Kleiderschrank war dafür äußerst praktisch.
Hier die Nasszelle.
Hinter dem Speigel war ein weiterer kleiner Schrank für die Kulturbeutel.
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Bild 8
Gut geschlafen habe ich ehrlich gesagt nicht. Der 40 Jahre alte Waggon war nicht gerade laufruhig, ständig klappert eine Tür. Die Beschleunigungen und Bremskräfte merkt man deutlich. Transsib-Reisende berichten, dass man das ab der dritten Nacht alles gar nicht mehr wahrnimmt... Der Luxus des privaten Bads war äußerst angenehm. Geduscht habe ich trotzdem nicht, nur Katzenwäsche. Das Serviceangebot (Speisen, Getränke, ...) fand ich in Ordnung.
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