Erinnerungen am DrogenExpress (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 25.09.2009, 19:20 (vor 6129 Tagen) @ JanGT
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 25.09.2009, 19:23

Hallo JanGT,

Sitzbänke aus dem Zug geworfen.

Das würde mich bei diesem Zug erst gar nicht mehr überraschen.

Der DrogenExpress ist mein Stammzug für fast jede Deutschlandreise. Habe vieles in diesem Zug miterlebt: Drogenschmuggel ("hee Holländer, kennste noch 'nen guten Kaffeegeschäft in Venlo?"), Beförderung gestohlener Fahrräder, Schwarzfahrerei (vor allem die fehlende Übergang Grenze-Venlo), ein kunterbuntes Lexikon an Schwarzfahr-Ausreden ("die Tastatur war graffitiert", "Münzeneingabe mit Kaugummi dichtgemacht"), Personalausweiskontrollen, Kontrolle mit Drogenhunden. Mit den dreckigsten ex-Silberlingen besucht der Zug die wohl häßlichsten Bahnhöfe Deutschlands.

Tatsächlich habe ich mal einen Deutschen getroffen, der von Köln nach Eindhoven reiste. Via Aachen. Es dauert eine halbe Stunde länger, klar. Aber "man fährt mit einem anständigen Doppelstock-RE, Aachen ist ein angenehmer Bahnhof, man fährt (sorry Steffen) alles mit modernen Zügen und angenehmer Ambiente, und zwischen Heerlen und Eindhoven mit einem echten IC". Die Strecke MG-Venlo hatte er sorgfältig vermieden.
"Aber Heerlen ist doch auch nicht der Spaß zum umsteigen", versuchte ich noch.
"Venlo erst gar nicht. In Heerlen hat man noch Aufzug."

Obwohl ich den Zug manchmal hasse, werde ich ihn Dezember trotzdem vermissen, denn DrogenExpress war auch mit offenen Fenstern fahren. Ab Dezember wird der große Bruder überwachen. Keine riesigen Fahrradstellplätze mehr.

Es versteht sich aber, dass ich meine Deutschland-Ausflüge meistens dann mache, wenn es wieder eine Baustelle zwischen Arnhem und Oberhausen gibt. Dann kommt nämlich ICE International in Eindhoven und kann ich ohne umsteigen nach Köln fahren.

Das positive an dem ganzen: Bei der Eurobahn kann sowas ja nicht mehr passieren.

Klar, wenn die Züge von innen etwa aussehen wie die elektrischen Heuvelland-GTWs zwischen Maastricht-Heerlen-Kerkrade (auch ein Stadler-Produkt), wird das wohl eine schwierige Sache.
Aber: sag niemals nie! Als Ajax Amsterdam vor vielen Jahren ihre Nationalmeisterschaft feierte, wurde die doch ziemlich vandalismusresistente "Silbermöwen" (1. Generation U-Bahntriebwagen) trotzdem demoliert.

gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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