wie verreist man am besten 1.555 km? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 23.09.2009, 15:02 (vor 6128 Tagen)

Hallo ICE-Fans,


man stelle sich vor, man hat eine Reise von 1.555 km abzufertigen. Sozusagen: von Amsterdam nach Barcelona oder Pisa, oder von Berlin nach Montpellier. Was macht man? Klar, man nimmt den Flieger.

Irgendwann, so ungefähr 2020-2025, werden die Einwohner von Vietnam darüber lachen können.
1.555 km mit dem Flieger? Von Hanoi nach Ho Chi Minh Stadt? Wir fahren Bahn!

Ja, Vietnam möchte die beiden Großstädte mit einer SFS verbinden. Nonstop wäre die Reise in 5-6 Stunden machbar. Offenbar hat Vietnam sehr lange Ein- und Auscheckverfahren in den Flughäfen...

Aber: kriegt man irgendwie die benötigten $ 55 Mrd. beieinander? RG zweifelt ernsthaft.


gruß,

Oscar (NL).

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wie verreist man am besten 1.555 km?

Zugreisender, Mittwoch, 23.09.2009, 23:53 (vor 6128 Tagen) @ Oscar (NL)

Ich halte die Bahn eine gute Wahl für Reisen unter 2000 Km, erst darüber sollte das Flugzeug zum Einsatz kommen. Hierfür ist es aber notwendig zum einen das HGV-Netz in Europa weiter auszubauen und zum anderen die richtig langen Distanzen darauf dann mit Nacht-HGV-Zügen zu befahren. Deine genannten Beispiele halte ich hierfür alle geeignet. Gleichzeitig mit dem Aufbau dieses Netzes sollte man aus Umweltgründen Flugreisen unter 2000 Km gesetzlich verbieten.

Ähm...

Ozzwald, Donnerstag, 24.09.2009, 00:45 (vor 6128 Tagen) @ Zugreisender
bearbeitet von Ozzwald, Donnerstag, 24.09.2009, 00:46

...naja,
also, wenn ich wählen kann, was man bei den billigen Flugangeboten kann, dann Fliege ich auch innerdeutsch über längere Strecken.

Berlin-München, welches ich min. 1x im Jahr zum Oktoberfest mache, fliege ich Grundsätzlich.

Auch wenn der Weg vom Flughafen München in die Stadt doch knapp ne Stunde brauch, bin ich immer noch schneller, als mit der Bahn. Außerdem entfällt die monotonie, die man bei 5 Stunden und bisschen mehr (zzt nicht wackelnd, dafür aber ruckelig, was beides grausam ist) zurücklegt.
Beim Flieger habe ich Abwechslung:
Ich fahre 20 Min mit dem TXL nach Tegel, Checke ein, Fliege ne Stunde, Geh zum Bahnhof und fahr dann nich mal ne Stunde zum Hotel.

Zwar zahl ich beim Flugzeug, aber mit knapp 20€ die Strecke ist das lächerlich.


Klar meinen viele: Nen Eisenbahner muss Eisenbahn fahren. Aber naja, warum? Es geht anders oft einfacher und schneller.
Auch bin ich mit dem Auto schneller auf Arbeit, als wenn ich mit der Bahn fahren würde.
Nebenbei spar ich mir überfüllte Züge zur HVZ und genervte und gestreßte Pendler.
Dafür investiere ich gerne, für meinen Luxus.
Ich arbeite gerne bei und für die Bahn, aber meine Freizeit (die doch sehr begrenzt ist) und für dessen Optiemierung investiere ich gerne.

wie verreist man am besten 1.555 km?

Maggus, Ravensburg (Württ), Donnerstag, 24.09.2009, 08:19 (vor 6128 Tagen) @ Zugreisender
bearbeitet von Maggus, Donnerstag, 24.09.2009, 08:22

Ich halte die Bahn eine gute Wahl für Reisen unter 2000 Km, erst darüber sollte das Flugzeug zum Einsatz kommen. Hierfür ist es aber notwendig zum einen das HGV-Netz in Europa weiter auszubauen und zum anderen die richtig langen Distanzen darauf dann mit Nacht-HGV-Zügen zu befahren. Deine genannten Beispiele halte ich hierfür alle geeignet. Gleichzeitig mit dem Aufbau dieses Netzes sollte man aus Umweltgründen Flugreisen unter 2000 Km gesetzlich verbieten.


Mich wunderts auch dass ich hier so früh dransitze und schreibe. Das liegt daran, dass ich einen 6 Stunden Jetlag aus Singapur habe und seit 6 Uhr wach bin (ich fang erst an, mich durch die ganzen Beiträge durchzuklicken).

Dann kommt diese unangebrachte Bemerkung, Flüge unterhalb 2000 km zu verbieten.
Warum sollte man das verbieten? Weil das so eine "böse Dreckschleuder" ist?


Wie man selber verreist, hat man mit sich selber auszumachen, und nicht versuchen, seinen Willen anderen aufzuzwängen.
Wenn man das Flugzeug hasst, muss man damit keine Road-Show machen. Rund ums Flugzeug (Flughäfen & Airbus) hängen in Deutschland mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze.
Deiner sicher nicht, da lässt es sich leicht so reden!

Also, ich bräuchte mit dem Zug vom Bodensee nach Dresden 8 Stunden (495 km Luftlinie). Ein langsamer Turboprop braucht dafür 1h 20min.

Schon weil ich Mitarbeiter am Flughafen bin, ist aus finanziellen Gründen die Bahn keine Alternative (abgesehen davon bräuchte ich in Dresden wegen der langen Fahrt eine Nacht mehr).

Geschäftsreisende sollen also mit dem Nachtzug anstatt im Tagesrand mit dem Flugzeug vom Bodensee nach Berlin/Hamburg oder? Unterbreite mal deinen Vorschlag irgendeiner Controlling-Abteilung!!
Komm mir nicht mit Videokonferenzen, was ist bei Montage?

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wie verreist man am besten 1.555 km?

Zugreisender, Donnerstag, 24.09.2009, 21:50 (vor 6127 Tagen) @ Maggus

Nein, mit Videokonferenzen komme ich dir bestimmt nicht, aber mit der Bitte mal ein bißchen weiter wie nur an die eigenen Bequemlichkeit zu denken und etwas mehr Weitblick zu nutzen. Einen großen Schlag ist dein Beitrag nämlich nicht!

Ich bin nicht grundsätzlich gegen das Reisen und schon gar nicht gegen das Flugzeug. Wir werden nicht gänzlich ohne auskommen und gerade auf solchen Strecken, wie du sie gerade hinter dich gebracht hast, gibt es keine Alternative.

ABER: Das Flugzeug ist die klimaschädlichste Fortbewegungsweise, die Bahn nach der viel zu langsamen Schiffahrt die Klimabeste. Und weiter machen wie bisher können wir nicht! Sollten wir dies (einfach weil zu faul und zu bequem sind) doch tun werden wir in 50 Jahren Klimaschäden haben, die werden unsere Volkswirtschaft ein vielfaches Kosten wie die jetzigen Krise. Dagegen wären ein paar Arbeitsplätze am Flughafen ein Witz. Deine Zeilen lassen aber vermuten, daß du es eher wie Bush (Ob der Mensch tatsächlich Auslöser des Klimawandels ist, muß erst noch während der nächsten 20 Jahre untersucht werden, bis dahin machen wir aber weiter wie bisher) oder die Chinesen zu halten (eine Klimaerwärumg um bis zu 2 Grad ist überhaupt kein Problem) hälst. Dann können wir uns den Gipfel in Kopenhagen auch gleich sparen. Das dieses Problem auch große Auswirkungen auf die Wirtschaft haben wird zeigt sich, das die Münchner Rück jetzt Geld für das Wüstenstromprojekt bereit stellt. Die denken weiter, da sie wissen, wenn sich nichts tut wird es in Zukunft viel Klimaschäden geben, die bei ihnen versichert sind!

Und jetzt nochmal zu meinem Vorschlag, aber sachlich:

Bevor Kurzstreckenflüge verboten werden muß zunächst das HGV-Bahnnetz deutlich ausgebaut werden, und zwar auf Kontinentaler Ebene. Dann können Distanzen bis ca. 600 Km problemlos in Tageszügen wie dem ICE zurückgelegt werden, bis ca. 1000 Km mit herkömmlichen Nachtzügen, bis 2000 Km mit HGV-Nachtzügen und darüber dann das Flugzeug. Dann würden zwar ein paar Arbeitsplätze am Flughafen wegfallen, dafür aber im Bahnsektor wieder geschaffen werden!

Und ist es für einen Geschäftsmann, der in London heute seinen Arbeitstag ganz normal beendet, ein Problem dann am Abend den Nacht-HGV-Zug im Schlafabteil mit Telefon und Internet zu verbringen um dann am nächsten Morgen seinen Termin im Rom wahrzunehmen? Klar, der Flieger wär cooler und moderner aus heutiger Sicht, aber man muß weiter denken! Es gibt in einigen Jahrzehnten nicht mehr viel Geschäfte zu machen, wenn das Klima so richtig reingeschlagen hat.

Auch wird der Flugbereich unberechtigterweise subventioniert, im Gegenzug zur Bahn, ansonsten wäre solche Billigflüge gar nicht möglich. Das Thema Infrastruktur brauche ich nicht weiter erklären. Dann muß die Bahn in Deutschland auf ihren Kraftstoff Ökosteuer zahlen, Ryanair nicht. Auf einen Bahnfahrschein zahle ich den vollen Mehrwersteuersatz, auch wenn ich ins Ausland fahre, dann für den DB-Anteil. Fliege ich aber stattdessen von Frankfurt nach Paris ist der Flugschein Mehrwertsteuerfrei. Ich arbeite nicht in der Flugbranche, aber auf diese Weise subventioniere ich dich, dann habe ich auch das Recht mal was vorzuschlagen was dem werten Herr nicht so genehm sein könnte!

wie verreist man am besten 1.555 km?

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 24.09.2009, 22:36 (vor 6127 Tagen) @ Zugreisender

Hallo Zugreisender,

ABER: Das Flugzeug ist die klimaschädlichste Fortbewegungsweise, die Bahn nach der viel zu langsamen Schiffahrt die Klimabeste.

Das darf pro Streckenlänge stimmen. ABER: die Anzahl von Auto- und Bahnfahrten pro Zeiteinheit ist um einiges größer als die Anzahl der Flüge.
Sollte der Flieger immer noch ganz unten stehen, dann bedeutet das nur, dass man in dieser Sparte noch viel gewinnen kann, z.B. Inlandsflüge mit Turbineschraubenflieger statt Düsenflieger.

Bei einem Umwelttest in NL kam raus: im Personenverkehr ist der Fernreisebus am umweltfreundlichsten, im Güterverkehr das Binnenschiff. Die Bahn kam bei beiden an 2. Stelle, aber im Personenverkehr betraf das ein normaler IC und nicht ICE und TGV! Bezüglich Umwelt sollte man also in Flüsse / Kanäle sowie einem Fernbus- und ein IC-Netz investieren und nicht in Rennbahnen.

Sollten wir dies (einfach weil zu faul und zu bequem sind) doch tun werden wir in 50 Jahren Klimaschäden haben, die werden unsere Volkswirtschaft ein vielfaches Kosten wie die jetzigen Krise.

Leider berücksichtigen Abgase keine Staatsgrenzen. Was Europa an CO2 einspart, und die Amis an CO2 einsparen möchten, wird um einen Vielfalt in China zusätzlich ausgestoßen. Alle aberhundert Millionen Chinesen entdecken jetzt, wie es ist, ein eigenes Auto vor der Tür zu haben. Also muss man das Problem weltweit lösen.

Bevor Kurzstreckenflüge verboten werden muß zunächst das HGV-Bahnnetz deutlich ausgebaut werden, und zwar auf Kontinentaler Ebene.

Klar, versteht sich. Aber dafür müssen die politischen Visionen von etwa 54 Europastaaten vereinheitlicht werden! Japan und Vietnam könne solche Strecken bauen, weil es große Länder sind. In Frankreich, Spanien und Italien sind die Umständen auch günstig. Aber das noch relativ kleine Thalys-Netz umfaßt schon 4 Staaten.
Sollte so ein Netz tatsächlich kommen, dann wäre das natürlich die einmalige Chance für DB Fernverkehr, den "ICE International" als neue europaweite Premiummarke zu vermarkten.

Dann können Distanzen bis ca. 600 Km problemlos in Tageszügen wie dem ICE zurückgelegt werden, bis ca. 1000 Km mit herkömmlichen Nachtzügen, bis 2000 Km mit HGV-Nachtzügen und darüber dann das Flugzeug.

Wenn ich den "Striptease" von CNL anschaue, werden nach und nach Langstreckenfahrten mit normalen Nachtzügen auf ICE & Co verlagert. Amsterdam-Mailand? ICE International und in Basel auf CIS umsteigen.
Ob in Europa sich ein HGV-Nachtbetrieb lohnt, wage ich auch zu bezweifeln.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

wie verreist man am besten 1.555 km?

Maggus, Ravensburg (Württ), Donnerstag, 24.09.2009, 23:27 (vor 6127 Tagen) @ Zugreisender

Anstatt gesetzlich Kurzstreckenflüge zu verbieten, sollte man den Markt das regeln lassen. Nein, ich wähle nicht FDP, finde es hier aber trotzdem passend.

Nach Eröffnung der LGV-Est wurde die Linie Strasbourg-Paris CDG von Air France ganz schön zusammengestaucht. Es fliegen halt nur noch die Leute mit, die von CDG aus weiterfliegen. Die, die in Paris aussteigen und dann in die Stadt fahren, sind jetzt länger unterwegs, als mit dem TGV von Strasbourg nach Paris.

Ist ja quasi bei Dir um die Ecke. Wie es bei Deinem nächstgelegenen Flughafen (oder nicht?) Basel-Mulhouse in puncto Air France aussieht, weiß ich nicht.

Von mir in Friedrichshafen aus, wird die CDG-Linie demnächst eingestellt. Ab hier lohnt es sich nicht, ab Stuttgart oder Zürich zu fliegen. Dazu ist die Distanz dorthin zu weit, die Fahrt von CDG aus zu lang und die Zugfahrt (knapp 6 Stunden) zu schnell. Hat immerhin was bewirkt.

Vor der ABS Hamburg-Berlin gab es auch noch vereinzelt Lufthansa-Flüge von Tegel nach Hamburg, ebenso gabs mit dem Kranich CGN-FRA (Köln - Ffm).

Jeder, der nur in die City will, wird es sich zweimal überlegen, ob er/sie nicht doch den Zug nimmt. Es sei denn, er ist Senator oder HON. *g* Bei HONs rollt der Flieger sogar nochmal zurück ans Gate, falls der gute Mann beim Boarding nicht rechtzeitig erschienen ist.

Weiter: Es hat sich im Luftverkehr einiges getan an Effizienz. Single European Sky ist endlich in Sicht. Und keine Fluggesellschaft kann es sich heute noch leisten, Spritfresser durch die Luft zu steuern. Außer in Venezuela, da kostet der Sprit umgerechnet 4 cent.
Die Projekte wie "Gas to Liquid"-Triebwerke, CFK-Rumpfstruktur gehen an Dir vorbei? Der Flugverkehr legt ein knapp zweistelliges Wachstum pro Jahr hin, die Abgasemmisionen stagnieren jedoch.
Air Berlin erneuert mindestens alle 5-8 Jahre seine Flotte komplett.

Auch Zugtickets werden subventioniert. Regionalzüge werden von den Ländern bestellt (durcschnittl. 8€ pro Zugkilometer). Das gleicht sich mit den Subventionen für Flughäfen wieder aus. Immerhin ist die öffentliche Hand in den meisten Flughäfen Teilhaber und zB in Berlin sind Flughafen-MA Angestellte im öffentl. Dienst.

Es ist grundsätzlich sinnvoll, dass der Staat bei Verkehrs-Infrastruktur der Herr im Haus bleibt (Luftverkehr: Flughäfen und Flugsicherung [wird ja auch privatisiert], Schiene: Bahnnetz)

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