SFS Hannover - Würzburg: Rückbau der Infrastruktur beantragt (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Sonntag, 27.12.2015, 01:47 (vor 3774 Tagen)

Ich hoffe nicht, dass das der Beginn der "Qualitätsoffensive" im Fernverkehr ist:

DB Netze beantragt beim EBA den Rückbau der Überleitstellen Giften und Sudheim sowie Rückbau von Weichenverbindungen in den Bahnhöfen Escherde und Almstedt.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Mehdorns Nachwehen...

462 001, Taunus, Sonntag, 27.12.2015, 11:22 (vor 3773 Tagen) @ 218 466-1

...oder doch McKinsey mit einer wahnsinnigen Idee?

Ich hoffe nicht, dass das der Beginn der "Qualitätsoffensive" im Fernverkehr ist:

Und in ein paar Jahren wird aus Kostengründen an einigen Stellen das zweite Gleis entfernt. McKinsey sagt dazu: Das spart unnötige Kosten...

Aber du hast Recht, "Qualitätsoffensive" ist was ganz anderes, aber Grube ist genau so ein verpeilter...

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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1627
- Euro. Ausland: 717

Mehdorns Nachwehen...

TEE Rheingold, Sonntag, 27.12.2015, 11:27 (vor 3773 Tagen) @ 462 001

Wenn ich die Kilometerangaben in den Zeichnungen betrachte, liegen die Weichen unweit von anderen Überleitstellen, ca. 5 km.
Vielleicht gibt es Angaben, wie oft diese Überleitstellen überhaupt benutzt wurden?
Im DB-Netz findet man ganz andere Rückbauten, die die Betriebsqualität beeinträchtigen.
Sind die Weichen vielleicht verschliessen oder zu alt und was kostet die Wartung einer solchen Weiche im Jahr?
Aber nach Investionsoffensive sieht es nicht aus...

Mehdorns Nachwehen...

Turbonegro, Sonntag, 27.12.2015, 11:52 (vor 3773 Tagen) @ TEE Rheingold
bearbeitet von Turbonegro, Sonntag, 27.12.2015, 11:53

Als die "Alt"-Schnellfahrstrecken einst geplant und gebaut wurden, war Mischverkehr zwischen Güter- und Personenzügen vorgesehen. Heute fahren tagsüber nur Personenzüge, nachts nur Güterzüge.
Die Verhältnismäßig vielen Überleitstellen für fliegende Überholungen braucht genauso niemand, wie die Betriebsbahnhöfe mit bis zu sechs Gleisen.
Wenn man die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main zum Vergleich sieht, findet man keine Betriebsbahnhöfe und ganze zwei Überleitstellen. Und der Verkehr funktioniert trotzdem.
Vor etwa 5 Jahren wurde die Überleitstelle Enztal (zwischen Vaihingen und Stuttgart) ausgebaut, dass die fehlt, merkt kaum jemand.
Ich denke, es ist deutlich weniger dramatisch, als es im Ausgangsthema genannt wurde.

Mehdorns Nachwehen...

ICx, Sonntag, 27.12.2015, 12:41 (vor 3773 Tagen) @ Turbonegro

Vor mehr als 15 Jahren wurde schon die Überleitstelle Mengershausen nach einem Unfall im Leinebuschtunnel ausgebaut. Im Alltagsbezrieb habe ich noch keine Einschränkung dadurch wahrgenommen. Allerdings wurde vor einigen Jahren während Bauarbeiten mit eingleisigem Betrieb eine ICE-Linie ohne Halt in Kassel zwischen Göttingen und Fulda über die Altstrecke umgeleitet. Da könnte es eine Auswirkung gehabt haben.

Mehdorns Nachwehen...

BahnCard100First, Hamburg, Sonntag, 27.12.2015, 14:07 (vor 3773 Tagen) @ Turbonegro

Wenn man die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main zum Vergleich sieht, findet man keine Betriebsbahnhöfe und ganze zwei Überleitstellen. Und der Verkehr funktioniert trotzdem.


Und warum findet man keine Betriebsbahnhöfe? Weil auf der Köln-Rhein-Main keine Güzerzüge fahren können. Auf der neunen NBS Halle - Bamberg findet man wieder die Betriebsbahnhöfe

Mehdorns Nachwehen...

TEE Rheingold, Sonntag, 27.12.2015, 20:29 (vor 3773 Tagen) @ BahnCard100First

Desweiteren gibt es Montabaur ja noch ein paar Abstellgleise für Bauzüge, die z.B. nachts gebraucht werden.
Und durch die beiden Bahnhöfe Siegburg, Montabaur und Limburg ist die nächste Überleitstelle auch maximal 30-35 km entfernt, wobei es in allen Bahnhöfen die Möglichkeit zum Gleiswechsel gibt, wenn auch immer nur in einer Richtung pro Einfahrt. Habe es vor ca. 10 Jahren mal erlebt, von Willroth bis Siegburg im "Gegengleis" zu fahren wegen irgendeiner Störung.
Ich meine der südliche Gleiswechsel in Limburg wird betrieblich als Überleitstelle Lindenholzhausen geführt (und hier gibt es nur eine Verbindung vom östlichen aufs westliche Gleis in Richtung Süden). Die "richtige" Überleitstelle zwischen Flughafen und Limburg ist die Üst Idstein.

Mehdorns Nachwehen...

ICE-TD, Sonntag, 27.12.2015, 21:15 (vor 3773 Tagen) @ Turbonegro
bearbeitet von ICE-TD, Sonntag, 27.12.2015, 21:16

Wenn man die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main zum Vergleich sieht, findet man keine Betriebsbahnhöfe und ganze zwei Überleitstellen. Und der Verkehr funktioniert trotzdem.

Genau die Strecke ist das Negativbeispiel, die kleinste Störung führt zum Ausfall ganzer ICE-Linien (meist ist die 41 als erstes betroffen), weil ein eingleisiges Fahren an Störungen vorbei aufgrund der wenigen Überleitmöglichkeiten kaum möglich ist. Die Strecke beweist wie schwachsinnig solch eine betriebswirtschaftlich optimierte Infrastruktur ist.

Mehdorns Nachwehen... Kleine Korrektur zu Deinem Beitrag

GUM, Mittwoch, 30.12.2015, 12:15 (vor 3770 Tagen) @ ICE-TD
bearbeitet von GUM, Mittwoch, 30.12.2015, 12:20

Wenn man die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main zum Vergleich sieht, findet man keine Betriebsbahnhöfe und ganze zwei Überleitstellen. Und der Verkehr funktioniert trotzdem.

Genau die Strecke ist das Negativbeispiel, die kleinste Störung führt zum Ausfall ganzer ICE-Linien (meist ist die 41 als erstes betroffen), weil ein eingleisiges Fahren an Störungen vorbei aufgrund der wenigen Überleitmöglichkeiten kaum möglich ist. Die Strecke beweist wie schwachsinnig solch eine betriebswirtschaftlich optimierte Infrastruktur ist.

Darf ich eine kleine sprachliche Korrektur vornehmen? Denn sie zeigt eine Ungenauigkeit, die bis ins hohe Management verschiedener Unternehmen vorhanden ist und zu Fehlentscheidungen führt.

Es handelt sich nicht um die betriebswirtschaftlich optimierte Infrastruktur, sondern eine rein kostenmäßig optimierte Infrastruktur.

Dies ist ein erheblicher, qualitativer Unterschied weil im erstgenannten Fall (eigentlich) auch Faktoren wie Kundenzufriedenheit, Anziehungskraft von Produkten und Ertrags-/Preisbereitschaft in Betracht gezogen werden. Also alle Dimensionen einer Gewinn- und Verlust-Rechnung bzw. betriebswirtschaftlichen Erfolgs.

Die reine kostenmäßige Optimierung betrachtet rein die Stückkosten. Dieser Betrachtungsweise folgend ist ein Redesign ein voller Erfolg, wenn die Stückkosten pro Kilometer sinken. Dann wäre beispielsweise eine 2+2 Bestuhlung in der 1. Klasse Normalspur Fernverkehr ein voller Erfolg. Dass dann die Preisbereitschaft sinkt und Kunden in 2 abwandern, würde nicht betrachtet werden.

Analogt dazu der Abbau zweispuriger Trassen, flexibler Ausweich-/Überholgleis eoder auch Fahrzeugreserven: Diese hatten und haben durchaus ihren Sinn im Rahmen einer Produktstabilität oder Komforterhöhung.

Deshalb würde ich mich freuen, wenn von einer reinen Kostenbetrachtung gesprochen werden würde.

Nur so am Rande, vielleicht denkt ja auch mal ein @Bahn-Mitleser mit????

Grüße GUM

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