Fünfundzwanzig Jahre später, Teil 9.1 (Marienborn) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 21.11.2015, 17:38 (vor 3857 Tagen)

Guten Abend (ist schließlich draußen schon dunkel) und herzlich willkommen zur neunten Folge meiner Serie über die innerdeutschen Grenzbahnhöfe im Jahr 25 nach der Wiedervereinigung. Die bereits erschienenen Folgen sind über den Antwortbeitrag zu meinem in der Signatur verlinkten Inhaltsverzeichnis aufrufbar. Heute stehen Helmstedt und Marienborn auf dem Reiseplan. Ich besuchte beide Orte am Morgen des 6. August.


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Am 15. September 1872 wurde die Bahnstrecke Magdeburg - Eilsleben - Schöningen eröffnet. Bis Eilsleben ist sie heute Teil der Verbindung nach Helmstedt - Hannover. Von der Schöninger Strecke verblieb im Westen nur ein kurzer Stummel, hier endete der Gesamtverkehr nach Schließung des Tagebaus bei Offleben im Frühjahr 1974. Am 25. September 1971 fuhren die letzten Reisezüge der Reichsbahn zwischen Eilsleben und Völpke, bis Ende 1994 war die Strecke für den Güterverkehr offen, mittlerweile ist sie abgebaut.
Ebenfalls am 15. September 1872 wurde die in Eilsleben abzweigende Strecke nach Braunschweig eröffnet. Zwischen Helmstedt und Braunschweig ist die Strecke für norddeutsche Verhältnisse relativ kurvig; Kreuzworträtselrater kennen den Höhenzug bei Braunschweig mit drei Buchstaben: Die Strecke quert Ausläufer des Elm. Seit dem Winterfahrplan 1976 besteht zwischen Braunschweig und Helmstedt elektrischer Betrieb, 1993 folgte der elektrische Lückenschluß zwischen Helmstedt und Magdeburg sowie Bundes- und Reichsbahn. Mit Eröffnung der Schnellfahrstrecke verlor unsere Linie viele schnellfahrende Züge, heute fahren die IC-Linie Hannover - Leipzig und die RB-Linie Braunschweig - Magdeburg im Stundentakt, in Helmstedt halten die ICs nur alle zwei Stunden.
Nachfolgend sind noch einige stillgelegte Bahnstrecken zwischen Helmstedt und Vorharz zu erwähnen. Ferner hatte Helmstedt einstmals eine Verbindung nach Oebisfelde, hierzu siehe die siebte Folge dieser Serie.

Mag OSE heute vielen als die Abkürzung des Οργανισμός Σιδηροδρόμων Ελλάδος bekannt sein, so gab es einstmals auch eine deutsche Bahngesellschaft mit diesem Kürzel: Das war die Oschersleben - Schöninger Eisenbahn. Sie wurde Ende 1899 eröffnet, am 20. Dezember für den Reiseverkehr, der Güterverkehr lief da schon fast zwei Monate (da zieht mir doch glatt der Gestank einer Zuckerfabrik in die Nase). Der Westabschnitt war nach der Grenzziehung bedeutungslos und wurde abgebaut, zwischen Oschersleben und Hötensleben endete am 30. Mai 1970 der Reiseverkehr, anschließend erfolgte auch hier der Abbau.

Mit Eröffnung am 10. Juli 1843 ist die Strecke Oschersleben - Wolfenbüttel die älteste durch die deutsche Teilung unterbrochene Bahnstrecke. Über sie bestand erstmals eine direkte Bahnverbindung zwischen Berlin und Köln. 1939 verkehrten hier noch drei tägliche Schnellzugpaare, die die Hauptstadt mit Baden-Baden, Frankfurt und Basel bzw. Saarbrücken verbanden. Nach Kriegsende wurde der Zugverkehr kurzzeitig wieder aufgenommen, aber schon bald endgültig eingestellt. Der östliche Abschnitt Oschersleben - Gunsleben war noch bis in die 1990er in Betrieb. Zuletzt hielten im zum Haltepunkt degradierten Bahnhof Jerxheim nur noch die Nahverkehrszüge Braunschweig - Schöningen - Helmstedt. Sie nutzten ab Jerxheim die am 20. Juli 1858 eröffnete Strecke von Jerxheim nach Helmstedt. Zwischen Schöppenstedt, das zwischen Wolfenbüttel und Jerxheim liegt, und Helmstedt endete am 8. Dezember 2007 der Reiseverkehr.

Jerxheim wurde ab dem 15. August 1890 auch durch die Nebenbahn Jerxheim - Nienhagen erreicht. Seit 1945 ruht zwischen Jerxheim und Dedeleben der Verkehr, am 1. April 2000 war auch auf der sachsen-anhaltinischen Teilstrecke der Betrieb vorbei. Einzelne Züge verkehrten ab Nienhagen weiter bis Halberstadt.


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Im Jahresfahrplan 1986/1987 fallen D 444/445 Görlitz - Köln auf, die als einziges Interzonenzugpaar über Helmstedt fuhren. Hier dominierten ansonsten internationale Züge und solche des Berlin-Verkehrs. Ebenfalls in der Tabelle C-6 findet sich das Eilzugpaar im kleinen Grenzverkehr. Einige Seiten sind qualitativ leider hart an der Grenze.

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1 Helmstedt. Signalparade an der Ausfahrt Richtung Westen. Das Stellwerk Hf wurde 1979 in Betrieb genommen.


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2 Noch mehr Signale.


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3 Nichts los im Bahnhof. Ganz links ist Gleis 4 angeschnitten, ein Stumpfgleis für Züge aus Braunschweig.


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4 Der Verbreiterung des Mittelbahnsteigs fielen Gleis 3 und der schmale Bahnsteig der schöninger Strecke zum Opfer. Andreas Schmidt hat eine Aufnahme von der alten Situation (Quelle).


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5 Ostwärts.


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6 Nebengebäude, vermutlich für Bundesgrenzschutz & Co. KG.


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7 Der Bahnsteigtunnel.


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8 Bedürfnisanstalt.


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9 Bahnsteigbild mit Fahrgästen.


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10 Im Empfangsgebäude ist es öd und leer, nur das Reisezentrum hält die Stellung.


Geht gleich weiter.


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