Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald (m 69 B.) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 07.11.2015, 11:38 (vor 3836 Tagen)

Hallo zusammen,

immer wieder wenn ich auf der Oberrheinbahn durch Achern gefahren bin und am Bahnsteig einen NE 81 der SWEG gesehen habe, hatte ich mir vorgenommen, irgendwann mal auf der Achertalbahn mitzufahren. Nachdem sich dann die Berichte über das baldige Ende der Dieseltriebwagen auf der Strecke mehrten, habe ich an einem der heißen Juli-Tage den Vorsatz einer Mitfahrt endlich in die Tat umgesetzt.

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Nachdem mein letzter Reisebericht mit Sizilien und der Ferrovia Circumetnea weit in den europäischen Süden führte, steht der heutige Reisetag ganz unter dem Motto Heimatkunde – wir erkunden das eigene Bundesland. Auf dem Plan stehen drei Nebenbahnen in den Schwarzwald, die Tour führt auf der Schwarzwaldbahn vom Bodensee nach Achern zur Achertalbahn, mit der Renchtalbahn nach Bad Griesbach und mit der Harmersbachtalbahn nach Oberharmersbach.

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Solche Tagestouren mache ich eigentlich am liebsten an Werktagen – neben einem Urlaubstag kostet das halt auch einen kleinen Aufpreis zum Länderticket, aber in Singen ist die 9-Uhr-Grenze schon überschritten und es geht mit einem Baden-Württemberg-Ticket erster Klasse ins Oberdeck des RE auf der Schwarzwaldbahn.

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Auf der Hochebene der Baar geht es nun über Donaueschingen und Villingen Richtung Schwarzwald...

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...dann beginnt der landschaftlich reizvolle Abschnitt der Schwarzwaldbahn.

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In Hornberg geht es in 24 Metern Höhe auf dem einzigen Viadukt der Strecke über die Dächer der Schwarzwaldstadt, auf dem Bergvorsprung gegenüber der Ruine von Schloss Hornberg. Zunächst führt die Strecke noch durch das Gutachtal...

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...dann geht es weiter durch das Kinzigtal.

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In der Vorbergzone wird das Tal nun breiter und bald ist Offenburg erreicht. Auf der Rheintalbahn geht es jetzt noch drei Stationen weiter nach Norden, dann sind wir in Achern angekommen.

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Das Objekt der Begierde steht schon bereit – perfekt! Ein NE 81 der SWEG wartet zur Fahrt auf der Achertalbahn. Die Bezeichnung NE 81 setzt sich zusammen aus dem Einsatzzweck, nämlich Nichtbundeseigene Eisenbahnen und dem Jahr der ersten Auslieferung 1981. Der VT 413 wurde 1993 gebaut und an die WEG (Württembergische Eisenbahngesellschaft) geliefert. Von der Strohgäubahn kam er schließlich in den badischen Landesteil zur SWEG.

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Nicht nur der Dieseltriebwagen ist neu für mich, sondern auch die knapp 11 Kilometer lange Nebenbahn nach Ottenhöfen. Die Bahnstrecke führt aus der Oberrheinischen Tiefebene durch das Achertal in den Schwarzwald.

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Nach einer Fahrzeit von 18 Minuten ist Ottenhöfen erreicht. Am Ortseingang erwartet die Besucher ein Blumengruß mit dem Gemeindewappen. Das lasse ich mal noch gerade so gelten, denn mit etwas gutem Willen fühle ich mich auch als Bahnreisender angesprochen – auch wenn der Fokus wie so oft wohl auf dem autoreisenden Gast liegt.

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Auf der Achertalbahn besteht ein Stundentakt, bei dem prächtigen Sommerwetter will ich nun für einen Kurs Pause machen in Ottenhöfen. Links steht VT 125 aus der ersten Serie des Jahres 1981 in der klassischen SWEG-Lackierung. Deutlich zu sehen auch die unterschiedlichen Fronten der zwei Serien. Ganz rechts in der Ferne ist ein Regioshuttle vor der Betriebswerkstatt auszumachen.

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Nun bleibt also eine Stunde Zeit um Ottenhöfen zu erkunden. Der Luftkurort hat rund 3.100 Einwohner und liegt im Tal der Acher, hier mit Blick über das Flüsschen zum Kurpark und zur katholischen Pfarrkirche.

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Wanderfreunde kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, ich habe heute aber andere Pläne, und so bleibt es bei diesem Blick auf die Schwarzwaldlandschaft.

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Wir sind hier in einer sehr katholischen Gegend, allein der Kurgäste wegen wurde auch eine evangelische Kirche gebaut. Mit dem Baustil einer norwegischen Stabkirche ist die Holzkirche in der Region einzigartig.

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Im beschaulichen Kurpark lassen sich Goldfische und Karpfen beobachten, wahlweise kann man auch die Bahnhofsidylle wirken lassen.

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Auf Drängen der Industriebetriebe im Achertal begannen zum Ende des 19. Jahrhunderts Planungen für eine Anbindung der Region an die Rheintalbahn. Zunächst wurde dabei eine Schmalspurbahn ins Gespräch gebracht, schließlich entschied man sich aber doch für eine Normalspurbahn, die 1898 eröffnet wurde.

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Mittlerweile ist auch der Triebwagen aus Achern wieder da und der Schulschluss macht sich am Fahrgastpublikum bemerkbar. Dieses Bild wird sich so planmäßig nicht wiederholen lassen, denn im September wurde der Verkehr im Achertal auf barrierefreie Regio-Shuttle-Züge umgestellt, die zudem ein kostenfreies WLAN bekommen sollen.

An dieser Stelle eine Zwischenfrage: weiß jemand, ob und wann die NE 81 am Kaiserstuhl aktuell anzutreffen sind?

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Nun geht es wieder hinab in die Rheinebene, die Höhendifferenz zwischen Ottenhöfen und Achern beträgt rund 150 Meter. Hier fahren wir gerade durch die Weinberge bei Kappelrodeck.

Nach der Ankunft in Achern geht es mit der Schwarzwaldbahn zwei Stationen zurück bis nach Appenweier. Der Zug hat ein paar Minuten Verspätung, da wird es mit dem 6-Minuten-Übergang auf die Renchtalbahn knapp, aber es reicht.

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Und so finden wir uns bei diesem Bild schon in einem Regio-Shuttle der SWEG auf der Fahrt von Appenweier nach Bad Griesbach im Schwarzwald. Zugegeben, ich musste erst im Duden nachsehen, was denn „Dessinierung“ ist, jedenfalls sehen wir das hier an den Sitzbezügen mit einem „Veloursgewebe mit spezieller „3-Löwen-Takt“ Dessinierung“ – so das Design-Manual zum Landesdesign. Man könnte auch Muster oder Dekor dazu sagen.

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Die Renchtalbahn ist eine gut 29 Kilometer lange Nebenstrecke, die ebenso wie die Achertalbahn von der Rheintalbahn in den Schwarzwald führt. Zunächst geht es noch durch die Oberrheinische Tiefebene...

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...dann folgt die Strecke dem Flusslauf der Rench in den Schwarzwald. Während das Renchtal anfangs recht breit ist, wird das Tal auf den letzten 10 Kilometern der Strecke ab Oppenau deutlich enger und die Bahn gewinnt nun an Höhe.

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Nach 45 Minuten ist der Endbahnhof Bad Griesbach erreicht. Den Ortsnamen Bad Griesbach werden die meisten hier wahrscheinlich mit dem bayerischen Rottal in Verbindung bringen (da hielt mal der IC Rottaler Land), der gleichnamige Ort im Schwarzwald ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach.

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Das Land Baden-Württemberg setzt bei Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf ein landeseinheitliches Zugdesign. Da die SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft) zu 100% im Besitz des Landes ist, geht man hier bei der Umsetzung des Landesdesigns voraus. Mehrere Regio-Shuttles sind schon in den baden-württembergischen Landesfarben Schwarz und Gold auf weißem Hintergrund unterwegs, ergänzt um den Staufer Wappenlöwen. Mir gefällt‘s.

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Am Schluss des Zugs zwei Regio-Shuttles in den alten Farben der Ortenau-S-Bahn, wobei die OSB bereits aus dem Fahrplan verschwunden ist und die Zuggattung nun SWE heißt. Jetzt wollen wir uns aber auch hier noch im Ort umsehen.

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Bad Griesbach hat rund 2.700 Einwohner, der Kurort ist insbesondere für seine Mineralbrunnen bekannt. Am Nordhang des Breitenbergs zwischen Schul- und Pfarrhaus prägt die Kirche St. Antonius das Ortsbild.

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Es geht gleich weiter...

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Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald - Fortsetzung

TD, Samstag, 07.11.2015, 11:48 (vor 3836 Tagen) @ TD

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Eine Stunde Aufenthalt kann ganz schön lang sein, noch dazu in der brütenden Sommerhitze. Aber egal, drehen wir halt noch einmal eine Runde um den Bahnhof. Den ersten Streckenabschnitt von Appenweier bis Oppenau nahm die damalige Renchtal-Eisenbahn-Gesellschaft 1876 in Betrieb. Erst 57 Jahre später, nämlich 1933, erreichte die Bahn auch Bad Griesbach.

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Der Endhaltepunkt verfügt nur noch über ein Gleis, das Bahnhofsgebäude macht einen recht verlassenen Eindruck. Die Zeit mit Fahrkartenschalter, Stückgutverladung und Gepäckaufgabe der per Bahn anreisenden Kurgäste ist längst abgelaufen.

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Bad Griesbach wird im Stundentakt (mit Taktlücken) angefahren, die Züge fahren von hier nach Freudenstadt. Freudenstadt ist in Luftlinie nur rund 15 Kilometer entfernt, nur liegt da der Hauptkamm des Schwarzwaldes dazwischen, so dass die Züge über Appenweier, Offenburg und Hausach über zwei Stunden bis nach Freudenstadt unterwegs sind.

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Zur Abkühlung genießen wir nun wieder die Klimaanlage im Zug. Dieses Fahrzeug trägt außen noch das OSB-Design, innen aber schon neue Bezüge im Landesdesign. Der Bahnhof Bad Griesbach liegt auf rund 460 Metern über dem Meeresspiegel, bis nach Appenweier geht es nun rund 300 Höhenmeter nach unten.

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Zunächst geht es durch den engen Talabschnitt der Rench, dann weitet sich das Tal. Neben Obst wird hier auch Wein angebaut. Diesmal fahren wir durch Offenburg hindurch auf die Schwarzwaldbahn bis nach Biberach.

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Auch den Ort Biberach gibt es doppelt, bekannter ist sicherlich Biberach an der Riß in Oberschwaben, hier nun aber Biberach (Baden) im Kinzigtal.

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Die Hauptgleise der Schwarzwaldbahn führen in Blickrichtung Schwarzwald, auf dem Stumpfgleis wartet bereits ein Regio-Shuttle zur Fahrt auf der Harmersbachtalbahn.

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Die knapp 11 Kilometer lange Strecke folgt dem Tal des Harmersbachs durch die sanfte Schwarzwaldlandschaft, im weiteren Verlauf wird das Tal enger.

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Dummerweise habe ich erst hinterher bemerkt, dass Zell am Harmersbach mit einer historischen Altstadt auch einen Besuch wert gewesen wäre. Und so bleibt es nun bei einem Bild vom schmucken Bahnhofsgebäude. Eigentlich wollte die Stadt Zell an die Schwarzwaldbahn angebunden werden, nachdem dieser Wunsch nicht erfüllt wurde, wurde im Jahr 1904 zumindest die Nebenbahn eröffnet.

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Endpunkt der Bahnstrecke ist in Oberharmersbach im Ortsteil Riersbach. Zunächst legen wir aber einen Zwischenstopp in Oberharmersbach selbst ein. Hier macht sich der Dieseltriebwagen gerade durch die enge Ortsdurchfahrt auf den Weg Richtung Endstation.

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Die Schwarzwaldgemeinde hat rund 2.500 Einwohner, hier ein Blick in die Ortsmitte mit Rathaus und Pfarrkirche St. Gallus.

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Unweit der Ortsmitte wurde ein Speicher wieder aufgebaut, der aus dem Jahr 1761 stammt und früher im Holdersbachtal stand. Als Anschauungsobjekt für die Geschichte des Schwarzwalds wurde der Speicher 1985 am ursprünglichen Standort abgebaut und in Oberharmersbach wieder errichtet.

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Mehr als genug Zeit bleibt auch, um den Haltepunkt Oberharmersbach Dorf anzuschauen. Ursprünglich stand hier eine Denkmallok, die allerdings wieder vom Sockel geholt und durch einen Kesselwagen ersetzt wurde.

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Schließlich geht es noch auf die letzten anderthalb Kilometer bis nach Oberharmersbach-Riersbach. So besonders viel gibt es hier allerdings nicht zu sehen, deshalb geht es mit dem gleichen Zug wieder zurück.

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Nach 16 Minuten ist wieder Biberach erreicht. Einmal am Tag gibt es eine Durchbindung nach Offenburg, ansonsten ist hier Umsteigen angesagt.

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Da die Züge der Schwarzwaldbahn in Biberach nicht halten, ist der Heimweg in Richtung Konstanz etwas beschwerlich, die Fahrplanauskunft schlägt vor, zunächst nach Hausach zu fahren und dort auf die Schwarzwaldbahn umzusteigen – mit Aufenthaltszeiten von insgesamt über einer Stunde.

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Da habe ich eine bessere Idee, und diese lautet den schlanken 4-Minuten-Übergang in die Gegenrichtung zu nutzen. Und so fahren wir gleich darauf im nächsten Regio-Shuttle durch das Kinzigtal nach...

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Gengenbach. Wenn man auf der Schwarzwaldbahn durch Gengenbach fährt, sieht man verschiedene Türme und kann auch beim Blick durch das Kinzigtor die Altstadt erahnen. Schön, dass sich nun die Gelegenheit bietet, auch mal einen Blick auf die andere Seite des Tors zu werfen.

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Die ehemalige Freie Reichsstadt mit heute etwa 11.000 Einwohnern hat eine hübsche historische Altstadt. Auf der Tourismusseite der Stadt schwärmt man gar von der „Perle unter den romantischen Fachwerkstädten“ und von „Badisch Nizza“.

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Bekannt ist Gengenbach für seine historische Turmsilhouette mit zwei Kirchtürmen und fünf Türmen der einstigen Stadtbefestigung, hier das Obertor.

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Sicherlich ist Gengenbach auch in der Adventszeit einen Besuch wert, dann verwandelt sich das prächtige Rathaus nämlich in den weltgrößten Hausadventskalender der Welt.

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Durch das Kinzigtor verlassen wir zunächst die Altstadt...

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...und machen einen Abstecher zur Kinzig. Echte Fuzzys hätten hier bestimmt ausgeharrt, bis ein schöner roter Zug das Bild belebt – ganz egoistisch will ich die verbleibende Zeit aber lieber für einen Besuch in einer Eisdiele nutzen.

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Also zurück in die Altstadt, und hier haben wir auch wieder einen Bahnbezug, denn die Schwarzwaldbahn verläuft zwischen Kinzigtor und Flößermuseum. Das Flößerei- und Verkehrsmuseum widmet sich nicht nur der Kinzig als Wasserweg für Waldgewerbe und Holzwirtschaft, sondern hat durch die Nutzung des denkmalgeschützten „Großherzoglich Badischen Bahnwartshauses" auch eine Verbindung zur Schwarzwaldbahn.

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Noch ein Blick zur Stadtkirche mit den Gebäuden des ehemaligen Benediktinerklosters...

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...dann beenden wir beim Steinernen Ritter auf dem Marktplatzbrunnen unseren kleinen Stadtrundgang.

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1865 begannen die Bauarbeiten für die Schwarzwaldbahn. Der erste Bauabschnitt durch das Kinzigtal über Gengenbach nach Hausach verlief sehr zügig, so dass Gengenbach seit dem Jahr 1866 über einen Bahnanschluss verfügt. Deutlich anspruchsvoller war der Bau der Gebirgsabschnitte, durchgehend befahrbar war der Strecke erst 1873.

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Und mit zwei Bildern aus dem Kinzigtal und der weiteren Fahrt auf der Schwarzwaldbahn beenden wir diesen kleinen Ausflug in den Schwarzwald.

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Viele Grüße und ein schönes Wochenende


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de

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Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald - Fortsetzung

Turbonegro, Samstag, 07.11.2015, 12:34 (vor 3836 Tagen) @ TD

Warum also nach Sizilien reisen, wo es vor der Haustüre auch ganz schön ist, oder wie war dereinst auf den Fernverkehrsloks zu lesen: "Nett hier - aber waren Sie auch schon mal in Baden-Württemberg..."

Magistrale Straßburg - Ulm, fixes Bauen und blöde Schilder..

Blaschke, Samstag, 07.11.2015, 15:38 (vor 3836 Tagen) @ TD

Hallo!

Bad Griesbach wird im Stundentakt (mit Taktlücken) angefahren, die Züge fahren von hier nach Freudenstadt. Freudenstadt ist in Luftlinie nur rund 15 Kilometer entfernt, nur liegt da der Hauptkamm des Schwarzwaldes dazwischen, so dass die Züge über Appenweier, Offenburg und Hausach über zwei Stunden bis nach Freudenstadt unterwegs sind.

Tja... Ich habe mal grad meinen prähistorischen Schweers + Wall-Atlas aus 2007 aus der Ecke gezaubert und mich orientiert.

Und festgestellt, dass das wieder ein Trauerspiel ist. Zwischen die rund 15 km zwischen Freudenstadt und Bad Griesbach gehört eine Neubaustrecke! Wird dann wohl größtenteils ein Tunnel werden. Der Schwarzwaldbasistunnel. Freudenstadt bis Bittelbronn gibt's schon, von da geht's direkt rüber über ein Stück neu zu bauende Strecke nach Horb. Horb - Tübingen - Reutlingen gibt's schon. Von Reutlingen dann rüber nach Münsingen auf neuer Strecke und von dort auf Bestandbahnen nach Ulm. Die schon bestehenden Strecken bauen wir aus und begradigen das alles ein bißchen.

Und fertig ist die neue Europamagistrale Strasbourg - Ulm!

Horb wird dann ein Knotenpunkt im internationalen Fernzugnetz. Denn da treffen sich die Strecken Stuttgart - Zürich - Mailand und eben Paris - Straßburg - München.


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Und wie man schön sieht, widerspricht sich die Beschilderung für Autofahrer. Über dem Vorfahrtsstraßen-Schild wird angezeigt, dass man nur nach rechts oder links juckeln darf. Drunter auf dem Schild der abknickenden Vorfahrt gibt's aber auch einen Strich Richtung geradeaus. Ist zwar einerseits richtig, denn da gibt's ja auch eine Straße. Nur darf man da nicht hin - da kann nur was kommen. Was mir als vorfahrtberechtigter Linksabbieger aber eh wurscht ist. Kurzum: Murks!

1865 begannen die Bauarbeiten für die Schwarzwaldbahn. Der erste Bauabschnitt durch das Kinzigtal über Gengenbach nach Hausach verlief sehr zügig, so dass Gengenbach seit dem Jahr 1866 über einen Bahnanschluss verfügt. Deutlich anspruchsvoller war der Bau der Gebirgsabschnitte, durchgehend befahrbar war die Strecke erst 1873.

Nun, was heißt "erst"... ;-): Heute wäre man mit der Bauerei sicherlich auch nicht schneller. Eher langsamer!

Ja, der Bericht gefällt mir wieder. Diese ganzen heruntergekommenen Bauten auf Sizilien waren ja schaurig anzuschauen. Schrecklich. Sollte man alles abreißen.


Schöne Grüße von

jörg

Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Samstag, 07.11.2015, 20:58 (vor 3835 Tagen) @ TD
bearbeitet von 218 466-1, Samstag, 07.11.2015, 21:03

(Aus Teil 1):

In Hornberg geht es in 24 Metern Höhe auf dem einzigen Viadukt der Strecke über die Dächer der Schwarzwaldstadt, auf dem Bergvorsprung gegenüber der Ruine von Schloss Hornberg. Zunächst führt die Strecke noch durch das Gutachtal...

Intressant dort sind auch die beiden "DreiBahnhenBlicke", einer oberhalb von Triberg, wo der selbe Zug drei mal vorbeifährt, wegen der beiden 180° Kehren und der zweite an der Donauversickerung bei Möhrigen, wo man im Dreieck zw. Immendingen, Hattingen und Tuttlingen die Schwarzwaldbahn, Gäubahn und Donaubahn sehen kann.

Den Ortsnamen Bad Griesbach werden die meisten hier wahrscheinlich mit dem bayerischen Rottal in Verbindung bringen (da hielt mal der IC Rottaler Land), der gleichnamige Ort im Schwarzwald ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Peterstal-Griesbach.

Ähn nö, der hielt in Bad Birnbach.
Bad Griesbach dort liegt näher an der Station Bayerbach aber dort hielt er nicht.

Das Land Baden-Württemberg setzt bei Ausschreibungen mit Neufahrzeugen auf ein landeseinheitliches Zugdesign. Da die SWEG (Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft) zu 100% im Besitz des Landes ist, geht man hier bei der Umsetzung des Landesdesigns voraus. Mehrere Regio-Shuttles sind schon in den baden-württembergischen Landesfarben Schwarz und Gold auf weißem Hintergrund unterwegs, ergänzt um den Staufer Wappenlöwen. Mir gefällt‘s.

DB Bahn hat es bisher bei den vorhandenen Zügen bei einem 612 belassen. Eigentlich schade, denn auch ein RE-D mit 146 und 218 wäre intressant im 3-Löwen Design, aber es wird wohl nicht mehr dazu kommen.

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Auch den Ort Biberach gibt es doppelt, bekannter ist sicherlich Biberach an der Riß in Oberschwaben, hier nun aber Biberach (Baden) im Kinzigtal.

Es gab mal einen IR Sonderzug zwischen den beiden Städten. In Aulendorf beim Station&Service hängt noch ein entsprechendes Zuglaufschild mit Datum.

Donaueschingen (...) Hornberg (...) Zell am Harmersbach (...) Offenburg und Hausach (...) Sicherlich ist Gengenbach auch in der Adventszeit einen Besuch wert,

Nicht nur dann. Diese Städte kenne ich alle, hauptsächlich an Januar/Februar Sonntagen so :D.
Leider erfolgt die An-/Abreise inzwischen mit Bussen. Bis vor ~20 Jahren wurden noch Sonderzüge eigesetzt.

Und mit zwei Bildern aus dem Kinzigtal und der weiteren Fahrt auf der Schwarzwaldbahn beenden wir diesen kleinen Ausflug in den Schwarzwald.

Danke fürs zeigen, gefällt.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald

462 001, Taunus, Sonntag, 08.11.2015, 12:03 (vor 3835 Tagen) @ TD

Hey Tobias,

danke für die Bilder.

Ist halt schön im Schwarzwald:) Und nebenbei, das neue 3-Löwen-Takt-Design gefällt mir ebenso und ich freu mich schon wenn die ersten Dostos damit rumfahren.

Gruß
ICE1223

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Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald (m 69 B.)

611 040, Erfurt, Sonntag, 08.11.2015, 20:43 (vor 3834 Tagen) @ TD

Wirklich schöner Bericht. Danke !!!

Mit der (damals noch) OSB bin ich letzes Jahr auch im Regioshutlle von Offenburg nach Freudenstadt gefahren, die letzte OSB-Strecke die dir noch fehlt. Auch eine schöne Nebenbahn, ähnlich wie die gezeigten.

Zu NE81 im Breisgau:

Vor der Elektrifizierung der Münstertalbahn fuhren dort noch einzelne Fahrten als Verstärker mit NE 81. Das ist aber seit dort die Talent 2 fahren Geschichte. (Übrigends sehr schöne Fahrzeuge die SWEG-442)
Auf der Kaiserstuhlbahn gibt es noch mind. einen MAN Schienenbus, der meistens im Bw Endingen steht. Ich glaube der wird noch im Schülerverkehr eingesetzt. Ich glaube nicht dass es nnoch NE 81 hier gibt. Aber ausgeschlossen ist es nicht. Jedenfalls wenn nur im Verstärkerverkehr, im Taktverkehr fahren nurnoch Regioshuttle.
So einer in BW-Landesfarben, fährt auch bei uns bei der BSB. Außerdem noch 5 RS von der ODEG die aber jetzt von der SWEG gemietet/gekauft worden sind. Aufjedenfall haben sie noch das ODEG-Design aber SWEG-Halterkürzel und SWEG-Logo.

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Ein Sommertag mit der SWEG im Schwarzwald (m 69 B.)

TD, Montag, 09.11.2015, 18:14 (vor 3833 Tagen) @ 611 040

Mit der (damals noch) OSB bin ich letzes Jahr auch im Regioshutlle von Offenburg nach Freudenstadt gefahren, die letzte OSB-Strecke die dir noch fehlt. Auch eine schöne Nebenbahn, ähnlich wie die gezeigten.

Hallo,
die Kinzigtalbahn Hausach-Freudenstadt habe ich schon mal im Rahmen einer anderen Schwarzwald-Runde befahren, aber da will ich irgendwann auch mal wieder hin, weil mir der Abschnitt Freudenstadt-Hochdorf noch fehlt und es auf der Kinzigtalbahn auch noch ein paar nette Orte gibt, wo ein Zwischenstopp sicher lohnt.

Im Münstertal war ich letztes Jahr - in Kombination mit der Inselbahn Borkum.

Viele Grüße

Tobias

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NE 81 am Kaiserstuhl

TD, Dienstag, 10.11.2015, 19:32 (vor 3832 Tagen) @ TD

An dieser Stelle eine Zwischenfrage: weiß jemand, ob und wann die NE 81 am Kaiserstuhl aktuell anzutreffen sind?

Ok, dann beantworte ich meine Frage selbst, vielleicht interessiert es ja jemanden. Auf dieser Seite gibt es einen Umlaufplan für die NE 81 aus dem März 2014. Ich war heute auf der Strecke unterwegs und kann zumindest für den dort genannten Nachmittagsplan bestätigen, dass dieser immer noch stimmt.

  • SWE86146 Endingen ab 12:36 Uhr nach Riegel-Malterdingen
  • SWE86151 Riegel-Malterdingen ab 12:53 nach Breisach und
  • SWE86152 Breisach ab 13:36 nach Riegel-Malterdingen

fuhr mit zwei NE81+Steuerwagen.

Bei der Ausfahrt aus Endingen kamen sogar aus der Gegenrichtung zwei NE81, das müsste SWE86148 Breisach ab 12:36 gewesen sein.

Irgendwann kommt dann auch mal ein Reisebericht, der Titel könnte laute „Goldener Herbst zwischen Höllental und Kaiserstuhl“ – nur wird es wahrscheinlich Frühling werden, bis der Bericht fertig ist, denn ich habe zunächst noch vier Reisen aus dem Sommer abzuarbeiten und dazwischen soll es auch noch auf eine Weihnachts- und eine Winterreise gehen...

Viele Grüße

Tobias

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