Fahrzeiten vor 50 jahren und heute auf der RB42 (Allgemeines Forum)

Frank-RE, Recklinghausen, Sonntag, 06.07.2008, 11:28 (vor 6419 Tagen)

Gestern Abend ein Gespräch in der RB42. Ein Fahrgast meinte das sich die Fahrzeit zwischen Essen und Recklinghausen in den letzten 50 (fünfzig) Jahren kaum verändert hat. Ich kann nur für die letzten 20 jahre sprechen...weiß aber das es immer ca 22. Minuten waren. (egal ob RB oder RE)

Kann es wirklich sein das die Fahrzeiten über so einen langen Zeitraum gleich sind? Schienen und Fahrzeuge haben sich in 50 Jahren doch "etwas" geändert und damit verbunden wären doch auch kürzere Fahrzeiten.

Mein persönliches Gefühl auf der Strecke sagt mir das dort bei einer Fahrzeit von ca. 23 Minuten für 25 km noch mindestens 5 Minuten "Luft" drin ist.

Fahrzeiten Sommer 1964

Heeni, Hamburg, Sonntag, 06.07.2008, 18:39 (vor 6418 Tagen) @ Frank-RE

Nabend!

Habe grade mal im "Amtlichen Kursbuch Sommer 1964" nachgeschaut:

Fahrzeiten Essen - Recklinghausen:
N-Züge: 26 Min. - 33 Min. (hält überall)
E-Züge: 25 Min. - 33 Min. (hält nur X-Hbf)
D-Züge: 31 Min. (hält nur an X-Hbf)

Es gibt auch "kategorielose" Züge die 39 Min. brauchten.
teilweise gibt es Standzeiten in Wanne-Eickel Hbf und Gelsenkirchen Hbf von bis zu 9 Minuten.

Die Strecke war damals "schon" elektrifiziert.

Mehr kann ich leider jetzt auch nicht dazu schreiben...

Schönen Abend!

Heeni

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So lange es voran geht, kommt man weiter!

nicht ungewönlich

ICE11, Aachen, Montag, 07.07.2008, 11:24 (vor 6418 Tagen) @ Heeni

Es ist m. E. nicht ungewöhnlich, dass sich da nichts oder kaum was ändert. Beispiel Strecke Aachen-Köln:

Sommer 1967, Eilzug: 53 Minuten
Sommer 1994, RSB: 57 Minuten
Aktuell, RE1: 53 Minuten; RE9: 62 Minuten

Eilzug 1967, RSB 1994 und RE1 2008 haben die selben Halte (Aachen Hbf, Rothe Erde, Stolberg Hbf, Eschweiler Hbf, Langerwehe, Düren, Horrem, Ehrenfeld, Köln Hbf), RE9 hat zwei mehr (Eilendorf, Nothberg). Dennoch ist der RE9 nur acht Minuten schneller als der Nahverkehrszug 1967, welcher noch vier weitere Halte hatte, die heute von der S12 bedient werden (Buir, Sindorf, Groß-Königsdorf, Lövenich).

Wohlgemerkt: Zwischen 1994 und 2008 liegt ein Streckenausbau Düren-Köln!!!!

nicht ungewönlich

Steffen, Montag, 07.07.2008, 11:37 (vor 6418 Tagen) @ ICE11

Es ist m. E. nicht ungewöhnlich, dass sich da nichts oder kaum was ändert. Beispiel Strecke Aachen-Köln:

Sommer 1967, Eilzug: 53 Minuten
Sommer 1994, RSB: 57 Minuten
Aktuell, RE1: 53 Minuten; RE9: 62 Minuten

[...]

Wohlgemerkt: Zwischen 1994 und 2008 liegt ein Streckenausbau Düren-Köln!!!!

Nicht nur das. Ich gehe davon aus, dass die Silberlinge, die 1994 unterwegs waren, nur für 120 km/h zugelassen waren; die Erhöhung auf 140 km/h kam erst dannach. Oder waren im RE (bzw. den Vorgängern) zwischen Köln und Aachen schon immer 140er-Wagen unterwegs?

Ausserdem habe ich nicht das Gefühl, dass beim RE 1 besonders viel Fahrzeitreserve drin ist.


Hast Du das Buch "150 Jahre Eisenbahnen im Rheinland - Entwicklung und Bauten am Beispiel der Aachener Bahnen" bzw. "Eisenbahnen rund um Aachen - 150 Jahre internationale Strecke Köln-Aachen-Antwerpen"? In einem der beiden Bücher ist der Fahrplan für die Strecke Aachen - Köln aus den Anfangstagen abgedruckt (1841 eröffnet, also kurz dannach). Die Fahrt hat damals etwas länger gebraucht, und es fuhren auch nur 4(?) Züge, aber ein Vergleich fänd ich trotzdem interessant.

Ansonsten schau ich mal in der Bcherei nach, dort sind die Bücher.

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Historischer Fahrplan

ICE11, Aachen, Montag, 07.07.2008, 16:13 (vor 6418 Tagen) @ Steffen

Das zweitgenannte Buch, Eisenbahnen rund um Aachen, liegt aufgeschlagen vor mir. Für Herbst 1841 sind auf Seite 24 folgende Fahrzeiten nachzulesen:

Köln ab 8 Uhr vormittags, Ankunft in Aachen 11 Uhr vormittags.
Köln ab 3 1/2 Uhr nachmittags, Ankunft in Aachen 6 1/2 Uhr nachmittags.

Aachen ab 8 1/4 Uhr vormittags, Ankunft in Köln 11 Uhr vormittags.
Aachen ab 3 3/4 Uhr nachmittags, Ankunft in Köln 6 1/2 Uhr nachmittags.

Zwischenhalte jeweils Nirm, Stolberg, Eschweiler, Langerwehe, Düren, Merzenich, Buir, Dorsfeld, Horrem, Königsdorf, Müngersdorf. Zugkreuzung war jeweils in Düren.

Im Winter 1843/44 verkehrten bereits drei Züge pro Richtung (gleiche Fahrzeit), davon ein GmP.

Der Fahrplan für 1953 ist ebenfalls abgedruckt, ein Nahverkehrszug brauchte für die Strecke bis zu 120 Minuten, ein Schnellzug (von den Halten her am ehesten mit den heutigen REs vergleichbar) etwa 70 Minuten.

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