Schokolade und Fahrleitungsstörung - Kurztrip in die Schweiz (Reiseberichte)

elvis_lebt, Ostwürttemberg, Montag, 13.07.2015, 21:47 (vor 3957 Tagen)

Hallo zusammen,

bekanntermaßen gab es vor 4 Wochen äußerst günstige Europa-Spezial-Tickets. Ich habe mir zwei Touren gegönnt - diese hier führt über Stuttgart, Karlsruhe, Basel und Bern nach Visp und von dort über Lausanne und Fribourg, Bern, Basel und Mannheim wieder zurück.

Aufgestanden bin ich kurz vor vier, aus dem Haus gegangen kurz vor fünf. Da ich dem ersten Bus des Tages nicht traue, beginnt der Tag mit etwas Beingymnastik. Kurz nach halb 6 geht es dann in 2* los - zunächst mal nach Stuttgart.
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Vorbei an einem großen Loch...
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geht es zum TGV, der sich in Kürze auf den Weg nach Paris machen und mich dabei nach Karlsruhe bringen wird.
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Die Fahrt über SFS und Rheinbahn ist recht unspektakulär, zu allem Überfluss fängt es dann auch noch an zu regnen.

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Weiter geht es mit dem ICE nach Basel SBB.
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Der Regen hat zwar wieder aufgehört, aber so ganz optimal ist das Wetter trotzdem nicht.
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Von Basel geht es dann einigermaßen unspektakulär mit einem Intercity nach Bern
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Dort habe ich eine gute halbe Stunde Aufenthalt. Und da ich in Bern noch nie in der Stadt war und der Bahnhof entsetzlich ist, nutze ich die Zeit für einen flotten Rundgang:
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Dann steht die Strecke an, um die ich die restliche Tour herumgeplant habe: Im Regionalexpress über den Lötschberg. Bei der Abfahrt ist der „Lötschberger“ ordentlich ausgelastet und es steigen in Thun und Spiez noch etliche Leute zu. Der ZuB schaut auf meine Fahrkarte und fragt "Aber Sie wissen, dieser Zug geht über die Bergstrecke, also oben drüber!" "Das will ich doch hoffen, deshalb bin ich hier" "Ahh, dann isch recht..."

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Aber in Frutigen wird es dann schlagartig leer, der Lärmpegel sinkt deutlich und begleitet von gelegentlichen touristischen Ansagen per Lautsprecher geht es den Berg hinauf.

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Kurz nach Kandersteg geht es dann durch den Lötschberg-Scheiteltunnel nach Goppenstein. Ab jetzt bin ich im Wallis und es geht mit spektakulären Ausblicken ins Rhonetal hinab nach Brig.

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Brig ist erreicht:
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Die letzte Etappe lege ich mit einem Interregio zurück, der mich von Brig nach Visp bringt. Visp steht als Ziel auf meiner Fahrkarte - nicht weil ich die Stadt für besonders aufregend gehalten habe, sondern weil es bei der Buchung der letztmögliche Trennungspunkt für Hin- und Rückfahrt war. Über den Lötschberg nach Sion, Montreux oder Lausanne wollte der Automat beim besten Willen keine Fahrkarte rausrücken.
Für einen Moment überlege ich, ob ich einfach sitzenbleiben soll - dieser Interregio fährt ja ebenfalls nach Lausanne und so hätte ich dort noch etwas mehr Aufenthalt. Irgendwas sagt mir aber, dass das Probleme geben könnte, also steige ich in Visp aus, mache einen kleinen Stadtrundgang und kehre wieder zum Bahnhof zurück, wo der nächste Interregio Richtung Lausanne einfährt.
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Hier zeigt sich, warum ich keine Großraumwagen mag: Nebenan sitzt ein Pärchen und komponiert (ohne Kopfhörer) Musikstücke auf dem Laptop, schräg gegenüber eine schweizerisch-amerikanische Familie mit recht lautem Nachwuchs. Dafür hat sich das Wetter jetzt etwas aufgerappelt.
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Allerdings wird der Zug dann kurz vor Martigny plötzlich langsamer und bleibt schließlich stehen. Nach fünf Minuten werde ich langsam unruhig - ich habe in Lausanne nur elf Minuten zum Umsteigen. Kurze Zeit später meldet sich der ZuB - aktuelle Verspätung zwölf Minuten, Grund dafür ist eine Fahrleitungsstörung. Der Familienvater gegenüber (vermutlich ein in nach USA ausgewanderter Schweizer auf Heimatbesuch) erklärt mit schwerem Schweizer Akzent „Fahhrleitungsstörug? Oh, they have a prroblem with the pauerr line!“

Nach gut 20 Minuten geht es dann schließlich aufs Gegengleis (für Deutsche also auf die „richtige“ Seite) und im Schritttempo voran. Die Fahrleitung ist tatsächlich gestört - überall baumeln Drahtstücke herunter, einige Träger sind verbogen, auf den Schwellen liegen ein paar Isolatoren. Dann steht ein Zug auf dem Gleis - es ist der Interregio, aus dem ich in Visp ausgestiegen bin. Ein Bahnmitarbeiter ist schon da, ein paar Erdungsstangen sind auch bereits eingehängt. Trotzdem wird es da wohl für ein Weilchen nicht mehr weitergehen.

Mittlerweile habe ich gut 25 Minuten Verspätung, als der Zug kurz vor Montreux der Genfer See erreicht.
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Der Anschluss in Lausanne ist definitiv weg, ich werde also mit dem ICE eine Stunde später fahren und auch eine Stunde später daheim ankommen. Ich habe jetzt noch die Wahl zwischen der Strecke über Fribourg und Bern und der Jurafusslinie über Biel. Allerdings sagt die SBB für diese Verbindung eine sehr hohe Besetzung des ICN voraus und ich hätte damit nur zehn Minuten Umsteigezeit in Basel - das ist mir irgendwie zu heiß. Also stelle ich mich zu der Menschenmenge, die den IC in Richtung Romanshorn erwartet. Der hat dann aber mindestens acht Doppelstockwagen, sodass sich die Masse gut verteilt.
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Unterwegs Richtung Fribourg:
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In Bern steige ich auf einen der innerschweizerischen ICE um, der mich nach Basel bringt. Die Strecke kenne ich schon von der Hinfahrt, also kann ich beruhigt ein Nickerchen machen.
Die halbe Stunde Aufenthalt in Basel nutze ich und baue bei Migros ein bisschen Frust ab:
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Nach einem Bahnhofsfoto
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ist dann auch ICE 100 so weit:
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Wir sind noch nicht ganz aus der Halle gefahren, als Basel Bad angekündigt wird. Die Sache mit der Zugbindung (eigentlich sollte ich ja in ICE 1172 sitzen) ist glücklicherweise kein Problem - mangels DB-Information in Lausanne habe ich ja keinen Stempel und ich weiß nicht, ob ein deutscher ZuB Zugriff auf die Schweizer Verspätungen hat. Er hat aber schon von dem Zwischenfall gehört, somit ist das wenigstens kein Thema.

Es wird langsam dunkel:
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Statt wie vorgesehen in Karlsruhe steige ich erst in Mannheim um - in Karlsruhe gibt es keinen direkten Anschluss. Aus unerfindlichen Gründen taucht der Umstieg zwischen ICE 100 und ICE 615 nicht in der Reiseauskunft auf - ich weiß aber aus Erfahrung, dass es geht. Reichen der DB in Mannheim 6 Minuten nicht für einen Umstieg mit Gleiswechsel?

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Hier ist sogar die Zweitklasslounge vorne, die Plätze frei und die Scheibe durchsichtig, das entschädigt dann ein bisschen für die Umstände.

Ankunft in Stuttgart
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und Umsteigen in den RE nach Hause, wo ich dann schlussendlich kurz nach Mitternacht nach über 1.300 Kilometern und 19 Stunden wieder ankomme.

Grüße
Julian


*gebts mal als Start oder Ziel in die Reiseauskunft ein ;)


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