CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden. (Allgemeines Forum)
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.06.2015, 11:11 (vor 3944 Tagen)
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 30.06.2015, 11:14
Hallo ICE-Fans,
das chinesische Rennbahnnetz ist wieder 813 km grösser geworden.
813 km entspricht etwa Hamburg-Basel.
In Betrieb ging die Strecke Hefei-Fuzhou, nach 5 Jahren Bauzeit. Wiki.
Die Städte, einst 8 Stunden Bahn auseinander, sind jetzt in 4 Stunden zu bereisen (mit dem Flieger sind es 3:25). Entspricht ein Schnitt von 203,3 km/h. Die Züge bedienen aber auch Zwischenhalte, weil sie grosse touristische Bedeutung haben.
Satte 86% der Strecke befindet sich in Tunneln oder auf Viadukten. Obwohl sie 350 km/h zulässt, wird planmässig nur 300 km/h gefahren.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
Skyeurope, Dienstag, 30.06.2015, 11:25 (vor 3944 Tagen) @ Oscar (NL)
Die 03h25 mit dem Flugzeug entsprechen allerdings einer Umsteigeverbindung. Ein Non-Stop Flug würde nur ca. 1 Stunde dauern.
CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.06.2015, 11:31 (vor 3943 Tagen) @ Skyeurope
Die 03h25 mit dem Flugzeug entsprechen allerdings einer Umsteigeverbindung. Ein Non-Stop Flug würde nur ca. 1 Stunde dauern.
1. Habe mich schon gewundert, wieso die chinesischen Flugzeuge so langsam waren...:)
2. Eine Stunde reine Flugzeit. Inklusive Eincheckverfahren dann wohl doch 3 Stunden oder so. Aber das war wohl nicht die Absicht von dieser amerikanischen Streckenkartenfirma...:)
{Anfang Schweiz-Modus}
Die Strecke brauchte man gar nicht zu bauen.
Die alte Strecke war mit 8 Stunden Reisezeit schon schneller als das Auto (11 Stunden), und bekanntlich ist im Strassenverkehr mehr zu holen als im Flugverkehr, auch in China.
{Ende Schweiz-Modus}
gruß,
Oscar (NL).
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MartinN, Fricktal, Schweiz, Dienstag, 30.06.2015, 13:05 (vor 3943 Tagen) @ Oscar (NL)
Hallo zusammen
Wie würde Mr. Spock sagen? Faszinierend!
Nein im Ernst, ich staune immer wieder über Meldungen aus China. Es ist schon beeindruckend wie die in kurzer Zeit wieder etwas so grosses zustande bringen. Was mich trotzdem wundert ist, warum sie ihre Züge "nur" mit Km/h 300 fahren lassen obwohl sie betonen, dass es sich nicht um eine Sicherheitsmassnahme handelt sondern um eine Wirtschaftliche. Damit nehmen Sie ja in Kauf, dass sie nicht ganz so schnell sind wie der TGV,ICE(in Frankreich) oder der Shikansen E5 mit Km/h 320.
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Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.06.2015, 13:55 (vor 3943 Tagen) @ MartinN
Hallo MartinN,
Wie würde Mr. Spock sagen? Faszinierend!
Ich glaube nicht nur Herr Spock... sondern auch bestimmte ICE-Fans hier...:)
Nein im Ernst, ich staune immer wieder über Meldungen aus China. Es ist schon beeindruckend wie die in kurzer Zeit wieder etwas so grosses zustande bringen.
Es hilft, wenn man:
+ eine zehnstellige Zahl an Einwohner hat (also auch viele, die dort für die Bahn arbeiten und ganz viele Steuerzahler)
+ Dutzende von Städte hat, die alle grösser als Berlin sind
+ die Städte alle auf HGV-kompatibelen Abständen entfernt sind
+ dazwischen relativ wenig Menschen wohnen = auch relativ wenig Menschen protestieren
Und dann ist die Eisenbahn nur ein Teilgeschäft. Genauso fleissig werden dort auch Flughäfen und Autobahnen gebaut.
Was mich trotzdem wundert ist, warum sie ihre Züge "nur" mit Km/h 300 fahren lassen obwohl sie betonen, dass es sich nicht um eine Sicherheitsmassnahme handelt sondern um eine Wirtschaftliche.
Grundsätzlich weil auch in China das Rennbahngeschäft keine Gelddruckmaschine ist.
1. CRH funktioniert im Moment offenbar am besten bei vmax 300 km/h. Schneller fahren bringt mehr Kosten aber nicht mehr Umsatz.
2. Die 350 km/h Tickets konnte/wollte der Normalchinese nicht bezahlen. Offenbar nimmt man auch in China etwas mehr Reisezeit in Kauf, wenn man damit Geld einsparen kann. CRH ist immerhin weit schneller als das Auto und (wenn man Flughafenzeit mitrechnet) fast genauso schnell wie der Flieger.
Dieselben Entwicklungen sehen wir auch in Spanien, wo der Talgo 350 auch nur 300 fährt.
Und in Deutschland geht es auch im Schnitt von 300 zu 250 km/h (ICx). Dafür wird dann der heutige IC schneller (ausgenommen die ICs die auf IC-NEU umgestellt werden)
Damit nehmen Sie ja in Kauf, dass sie nicht ganz so schnell sind wie der TGV, ICE(in Frankreich) oder der Shikansen E5 mit Km/h 320.
In China wirken Kostensteigungen sich aufgrund des grossen Netzes/der viele Züge nunmal etwas heftiger aus als in DE/FR/ES/JP.
Auch interessant, CRH-Bahnhöfe sollen zugleich Solarkraftwerk werden:
New public buildings, along with public infrastructure such as railway stations and airport terminals, will be eligible for subsidies under the country’s goal of installing eight GW of distributed solar, which refers to electricity produced near to where it’s used.
gruß,
Oscar (NL).
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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
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Lumi25, Dienstag, 30.06.2015, 14:48 (vor 3943 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Lumi25, Dienstag, 30.06.2015, 14:49
Dieselben Entwicklungen sehen wir auch in Spanien, wo der Talgo 350 auch nur 300 fährt.
Und in Deutschland geht es auch im Schnitt von 300 zu 250 km/h (ICx). Dafür wird dann der heutige IC schneller (ausgenommen die ICs die auf IC-NEU umgestellt werden)
Es macht auch wenig Sinn auf 100 km SFS 300 km/h zu fahren. Der Fahrzeitvorteil gegenüber 250 km/h beträgt 4 Minuten. Zwischen 250 km/h und 200 km/h sind es auch nur 6 Minuten.
Im Prinzip machen unter den derzeitigen Umständen in Deutschland nicht mal 250 km/h Sinn. Es würden auch 200 km/h schnelle KISS-Züge ausreichen mit einer Spurstärke von 1,3m/s² wie sie die BLS hat (von der Spurstärke her gesehen).
Nur könnte man die Züge halt nicht ICE nennen.
Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn man ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurücklegen kann.
CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
MartinN, Fricktal, Schweiz, Dienstag, 30.06.2015, 16:05 (vor 3943 Tagen) @ Lumi25
Hallo zusammen
Dieselben Entwicklungen sehen wir auch in Spanien, wo der Talgo 350 auch nur 300 fährt.
Und in Deutschland geht es auch im Schnitt von 300 zu 250 km/h (ICx). Dafür wird dann der heutige IC schneller (ausgenommen die ICs die auf IC-NEU umgestellt werden)
Es macht auch wenig Sinn auf 100 km SFS 300 km/h zu fahren. Der Fahrzeitvorteil gegenüber 250 km/h beträgt 4 Minuten. Zwischen 250 km/h und 200 km/h sind es auch nur 6 Minuten.
Im Prinzip machen unter den derzeitigen Umständen in Deutschland nicht mal 250 km/h Sinn. Es würden auch 200 km/h schnelle KISS-Züge ausreichen mit einer Spurstärke von 1,3m/s² wie sie die BLS hat (von der Spurstärke her gesehen).
Nur könnte man die Züge halt nicht ICE nennen.
Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn man ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurücklegen kann.
Wenn aber durch die erhöhte Geschwindigkeit der Anschlusszug erwischt wird macht es sehr wohl Sinn. Die Fahrpläne werden ja unter anderem von der Geschwindigkeit gemacht.
Ausserdem schreiben wir hier von der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke in China und die ist 813 Km lang und nicht bloss 100Km und an in diesem Beispiel hat sich gegenüber vorher die Fahrzeit halbiert.
CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
Alphorn (CH), Dienstag, 30.06.2015, 16:55 (vor 3943 Tagen) @ MartinN
Ausserdem schreiben wir hier von der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke in China und die ist 813 Km lang und nicht bloss 100Km und an in diesem Beispiel hat sich gegenüber vorher die Fahrzeit halbiert.
Wie viel davon wegen direkterer Linienführung?
Wie viel davon wegen weniger Halten?
Wie viel davon wegen neuer Direktverbindung?
Ich gehe davon aus, dass mit maximal 200 km/h die Fahrzeit näher an der neuen als an der alten Fahrzeit wäre. Der Schnitt ist ja bei 4 Stunden 203 km/h.
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Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.06.2015, 19:01 (vor 3943 Tagen) @ Lumi25
Antwort 16:30 geschrieben aber erst später gepostet.
Hallo Lumi25,
Es macht auch wenig Sinn auf 100 km SFS 300 km/h zu fahren. Der Fahrzeitvorteil gegenüber 250 km/h beträgt 4 Minuten. Zwischen 250 km/h und 200 km/h sind es auch nur 6 Minuten.
Demnach wären die 300 km/h auf der HSL-Zuid zwischen Schiphol und Rotterdam auch zwecklos. Dennoch fährt Thalys Paris-Amsterdam dort diese vmax. Hauptgrund: Prestige (ein französisches Wort).
Im Falle der HSL-Zuid kann man die 300 km/h zur Diskussion stellen. Das grösste Zeitersparnis war nämlich die Streckenverkürzung in Vergleich zur Altstrecke via Den Haag. Auch die beiden deutschen 300 km/h Rennbahnen (K-F, N-IN) sind vor allem eine Streckenverkürzung.
In China geht es um Dimensionen, die für uns Europäer kaum zu befassen sind. Laut Google Link in meinem vorherigen Posting war die Altstrecke ziemlich "gebogen". Und laut Wiki verläuft die Rennbahn ziemlich gerade. Vermutlich wurde 150-200 km Strecke eingespart. Das sind bei 100 km/h Schnitt schon 2 Stunden. Die restlichen zwei Stunden müssten dann aufs Konto der angehobenen vmax gerechnet werden.
EDIT: Alphorn (CH) nennt noch einen dritten Faktor: Auslassung der Halte. Ich weiss nicht, wie die chinesischen Medien funktionieren, aber kann es mir vorstellen, dass man den Vergleich möglichst ad Extremum macht. Also alte "IC"-Verbindung vs. schnellste angebotene CRH-Verbindung.
Wenn ich allerdings lese, dass die CRHs 300 km/h vmax fahren und 200 km/h vdurch erreichen, dann werden die sicher und wohl nicht 813 km nonstop fahren. Wiki nennt 15 Zwischenhalte. Die schnellsten CRH werden diese nicht alle bedienen, aber Halte in Tongling (362.000 aber Doppelstadt mit Chizhou), Huangshan (1,5 Mio.) und Shangrao (327.000 aber Umsteigeknoten) wären mir auf jedem Fall sinnvoll. Zum Vergleich: Hefei 1,659 Millionen Einwohner und Fuzhou 2,124 Millionen.
Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn man ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurücklegen kann.
Eher: Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn es sich lohnt, ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurückzulegen.
Hätte man die Rennbahnen in Deutschland von Anfang an wie die italienischen Schienenautobahnen gebaut, dan wäre es technisch möglich Hamburg-Hannover-Nürnberg-München (nur diese Halte) zu fahren. Oder meinetwegen ein ICE International Amsterdam-Köln-Frankflug-Karlsruhe-Basel-Zürich-Mailand-Bologna-Florenz-Rom (nur diese Halte). Aber würde sich das damals lohnen? Würde sich das heute lohnen? Gäbe es ausreichend Kundschaft für solche Züge? Offenbar nicht, denn sonst hätte man die Strecken so gebaut und derartige Züge angeboten.
In China gibt es aber tatsächlich CRHs die Beijing-Guangzhou fahren. Das sind über 2000 Kilometer.
gruß,
Oscar (NL).
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CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
Lumi25, Dienstag, 30.06.2015, 19:44 (vor 3943 Tagen) @ Oscar (NL)
Hätte man die Rennbahnen in Deutschland von Anfang an wie die italienischen Schienenautobahnen gebaut, dan wäre es technisch möglich Hamburg-Hannover-Nürnberg-München (nur diese Halte) zu fahren. Oder meinetwegen ein ICE International Amsterdam-Köln-Frankflug-Karlsruhe-Basel-Zürich-Mailand-Bologna-Florenz-Rom (nur diese Halte). Aber würde sich das damals lohnen? Würde sich das heute lohnen? Gäbe es ausreichend Kundschaft für solche Züge? Offenbar nicht, denn sonst hätte man die Strecken so gebaut und derartige Züge angeboten.
Mir ging es rein um Deutschland.
Die Bundesbahn hatte damals die SFS Hannover-Würzburg genau so geplant allerdings über den Raum Holzminden statt via Göttingen mit Anbindungen an Kassel und Fulda.
Die Politiker wollten das aber nicht. Die SFS Hannover-Würzburg ist für mich eine Mahnung was Politiker anrichten können. Wo sind denn hier nennenswerte Neuverkehre im Gegensatz zu früher entstanden?
Hannover-Würzburg ohne Halt wäre nach Bundesbahnplanung damals in unter 90 Minuten möglich gewesen heute braucht man 2 Stunden.
Diese Fehlplanungen lassen sich nur noch teilweise korregieren deshalb hoffe ich, dass man in Mannheim bzw. Ulm nicht den selben Fehler macht.
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guru61, Arolfingen, Mittwoch, 01.07.2015, 09:47 (vor 3943 Tagen) @ Lumi25
Die Politiker wollten das aber nicht. Die SFS Hannover-Würzburg ist für mich eine Mahnung was Politiker anrichten können. Wo sind denn hier nennenswerte Neuverkehre im Gegensatz zu früher entstanden?Hannover-Würzburg ohne Halt wäre nach Bundesbahnplanung damals in unter 90 Minuten möglich gewesen heute braucht man 2 Stunden.
Diese Fehlplanungen lassen sich nur noch teilweise korregieren deshalb hoffe ich, dass man in Mannheim bzw. Ulm nicht den selben Fehler macht.
Hallo
Dein Wort in Gottes Ohr.
Ich habe gerade in der neuen Eisenbahnrevue den Bericht über das Frya Debakel gelesen: Anscheinend wurde die Strecke ohne Rücksicht auf Verluste und mit totaler Ignoranz gegenüber den finanziellen Realitäten durchgepeitscht.
Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.
Gruss Guru
NL: HSL-Zuid an sich nicht falsch
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 01.07.2015, 10:56 (vor 3943 Tagen) @ guru61
bearbeitet von Oscar (NL), Mittwoch, 01.07.2015, 10:56
Hallo guru61,
Ich habe gerade in der neuen Eisenbahnrevue den Bericht über das Fyra Debakel gelesen: Anscheinend wurde die Strecke ohne Rücksicht auf Verluste und mit totaler Ignoranz gegenüber den finanziellen Realitäten durchgepeitscht.
Ich muss immer an einem chinesischen Kollegen bei meiner Arbeit denken.
Ich dachte immer, wir haben bereits ein beeindruckendes HGV-Netz, aber Ihr habt es tatsächlich sogar geschafft, eine Rennbahn innerhalb einer Stadt zu bauen!
(ja, für chinesische Begriffe ist die Randstad offenbar eine einzige Stadt)
Ja, die HSL-Zuid war vor allem ein Prestigeobjekt. Das wird auch klar im "Ontspoorboek" (mehr oder weniger die Buchdruckversion meiner Seifenoper). Es wurden entscheidende Fehler gemacht:
- eine EU-bedingte Ausschreibungspflicht, die es gar nicht gab
- mit allem Möglichen versuchen, die Ausschreibung zu gewinnen
- überhaupt keine Rücksicht auf die Fahrgäste
Aber an sich ist eine direkte Anbindung Schiphol-Rotterdam nicht soooo schlecht. Immerhin gibt es eine Streckenverkürzung, sowie die Trennung der Verkehre Amsterdam-Den Haag und Amsterdam-Rotterdam.
Man kann sich allerdings die Frage stellen, was man mit 7 Milliarden ohne HSL-Zuid (oder mit den 4 Milliarden des Abschnittes Schiphol-Rotterdam) so alles erreichen könnte. Nur ein paar Beispiele:
- Zugfolgezeit 2 statt 3 Minuten
- Doppelspur Woerden-Leiden
- Beseitigung Lafa in Delft 2005 statt 2015
- Schiphol-Amsterdam Zuid-Almere komplett viergleisig
- Einführung der ersten 10-Minutentakte
- Strecke Utrecht-Breda
- ERTMS Level 1 Limited Supervision
- Start der Umelektrifizierung 25 kV -> 200 km/h auf den Strecken rundum Zwolle
- Ausbau R-NET Schnellbussystem Randstad
- Trambahn Leiden (nach Katwijk und Noordwijk / Leiderdorp, Oegstgeest)
usw.
Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.
Die parlamentären Umfragen sind inzwischen abgeschlossen. Jetzt wird beraten.
Ich konnte dazu ein paar Dutzend Folgen meiner Seifenoper schreiben. Hatte keine Zeit dafür / Lust drauf.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
Felix, Göttingen, Mittwoch, 01.07.2015, 14:07 (vor 3942 Tagen) @ guru61
Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.
Und die zahllosen Jubelperser, Möchtegernmachos und Buzzword-Sprechblasenabsonderer ("Investitionen", "Raumwirkung", Status quo "nicht mehr zeitgemäß" uvm.) von der Galerie erst recht nicht.
Besonders in der deutschen Bahnszene gibt es fast nur solche Leute. Man hat den Eindruck, es wird nur noch gelogen und getrollt, aus Selbstzweck.
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Wenn man gar nichts baut, dann baut man mit Sicherheit auch keinen Murks, zerstört keine Landschaft und gibt auch kein Geld aus. Im Zweifel also lieber gar nicht bauen - das wäre zur Abwechslung mal vernünftig, ist aber strengstens verboten.
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
sfn17, Mittwoch, 01.07.2015, 14:22 (vor 3942 Tagen) @ Felix
bearbeitet von sfn17, Mittwoch, 01.07.2015, 14:23
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Mir fällt die SFS Würzburg-Hannover (Inbetriebnahme der wesentlichen Abschnitte: 1988-1991) ein. Hat schon damals für eher wenig Proteste gesorgt; der Fokus war ja sogar, die Inlandsflüge M-HH etwas zu reduzieren. Ich glaube, für diese SFS muss man sich auch heute nicht schämen. Das Desaster sind nur die in die Landschaft hingek(l)otzten Betonbrücken. Aber die Bahn hat mittlerweile dazugelernt und baut jetzt etwas schönere Brücken.
Fast keine Verlagerung auf die Bahn durch SFS H-WÜ
Felix, Göttingen, Mittwoch, 01.07.2015, 14:33 (vor 3942 Tagen) @ sfn17
Mir fällt die SFS Würzburg-Hannover (Inbetriebnahme der wesentlichen Abschnitte: 1988-1991) ein.
Warum?
Hat schon damals für eher wenig Proteste gesorgt; der Fokus war ja sogar, die Inlandsflüge M-HH etwas zu reduzieren.
Das ist ja wohl voll schiefgegangen. Zugegeben, ich kenne das Flugverkehrsaufkommen HH-M vor und nach Inbetriebnahme nicht, aber heute wird HH-M typischerweise geflogen, trotz seitheriger Verlegung des Flughafens Münchens vom Stadtrand ins Erdinger Moos.
Auch vor der SFS Hannover-Würzburg gab es schon einen IC-Stundentakt Hamburg-München und Hamburg-Frankfurt. Es gab sogar mehr Sitzplätze pro Wagen in den ICs als danach in ICEs. Also fast keine Verlagerung auf die Bahn, trotz Fahrzeitverkürzung und Anbindung Kassels!
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 01.07.2015, 18:24 (vor 3942 Tagen) @ Felix
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Berlin-Hamburg, Berlin-Hannover?
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Weg mit dem 4744!
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
Felix, Göttingen, Mittwoch, 01.07.2015, 21:34 (vor 3942 Tagen) @ JeDi
Berlin-Hamburg, Berlin-Hannover?
Berlin-Hamburg 1. Baustufe - Elektrifizierung und Ertüchtigung auf 160 km/h - würde ich zustimmen. Aber Berlin-Hannover? Die Strecke über Magdeburg hatte eine Durchschittsgeschwindigkeit von um die 100 km/h, das war doch nicht schlecht. Und halt die Halte in zwei Landeshauptstädten, die jetzt abgehängt sind.
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 02.07.2015, 00:26 (vor 3942 Tagen) @ Felix
Und halt die Halte in zwei Landeshauptstädten, die jetzt abgehängt sind.
Welche beiden sollen das sein? Potsdam - meinetwegen, ist mit dem einen IC-Paar quasi abgehängt. Und sonst? Magdeburg hat einen FV-Stundentakt, über Hannover und Berlin brauchen wir eher nicht zu diskutieren?
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Weg mit dem 4744!
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
Felix, Göttingen, Donnerstag, 02.07.2015, 10:01 (vor 3942 Tagen) @ JeDi
Und halt die Halte in zwei Landeshauptstädten, die jetzt abgehängt sind.
Welche beiden sollen das sein? Potsdam - meinetwegen, ist mit dem einen IC-Paar quasi abgehängt. Und sonst? Magdeburg hat einen FV-Stundentakt...
Ich meinte Potsdam und Magdeburg. Magdeburg ist von den Linien, die jetzt über die NBS fahren, abgehängt.
Weil die Nullösung immer tabuisiert wird
Celestar, Donnerstag, 02.07.2015, 14:15 (vor 3941 Tagen) @ Felix
Berlin-Hamburg, Berlin-Hannover?
Berlin-Hamburg 1. Baustufe - Elektrifizierung und Ertüchtigung auf 160 km/h - würde ich zustimmen. Aber Berlin-Hannover? Die Strecke über Magdeburg hatte eine Durchschittsgeschwindigkeit von um die 100 km/h, das war doch nicht schlecht. Und halt die Halte in zwei Landeshauptstädten, die jetzt abgehängt sind.
Bei einer Durschnittsgeschwindigkeit von 100km/h braucht man sich aber nicht zu wundern, wenn all im Auto sitzen.
Nun gut, vielleicht IST Deutschland einfach kein Land, das für den Fernverkehr geschaffen ist. Realistisch betrachtet ist der Eisenbahnverkehr bei uns eher eine Randerscheinung (etwa 7-8% der gesamten Personentransportleistung wird im Schienenverkehr erbracht), die Frage ist nur, ob es dabei bleiben soll.
Wenn ja: Können wir weiter machen wie bisher.
Wenn nein: Dann muss sich großflächig was ändern.
Und beim 'ändern' gibt es eigentlich nur 3 Stellschrauben.
1) Preis: Da kann die Bahn mit dem Fernbus einfach nicht konkurrieren. Dazu braucht ein Fernzug zu viel Infrastruktur, zu viel Personal und zu viel Energie.
2) Fahrzeit: Da kann man verdammt viel machen. Wir haben nur EIN Städtepaar (> 100.000 EW), dass mit einer guten Durchschnitsgeschwindigkeit verbunden ist: Nürnberg-Ingolstadt.
3) Komfort: Da hat die Bahn in der Theorie die Nase weit vorne, aber das verspielt sie einerseits am Bahnhof und andererseits beim Komfortrückschritt im Zug (ICE1/2->ICE3->ICx)
Celestar
Nulllösung ist standard und leider keineswegs tabu
flierfy, Mittwoch, 01.07.2015, 19:20 (vor 3942 Tagen) @ Felix
Politiker haben ja noch nie Verantwortung übernehmen müssen.
Und die zahllosen Jubelperser, Möchtegernmachos und Buzzword-Sprechblasenabsonderer ("Investitionen", "Raumwirkung", Status quo "nicht mehr zeitgemäß" uvm.) von der Galerie erst recht nicht.
Besonders in der deutschen Bahnszene gibt es fast nur solche Leute. Man hat den Eindruck, es wird nur noch gelogen und getrollt, aus Selbstzweck.
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Wenn man gar nichts baut, dann baut man mit Sicherheit auch keinen Murks, zerstört keine Landschaft und gibt auch kein Geld aus. Im Zweifel also lieber gar nicht bauen - das wäre zur Abwechslung mal vernünftig, ist aber strengstens verboten.
Du siehst wohl den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Nulllösung ist in Deutschland doch mittlerweile die Standardlösung.
Fulda-Frankfurt/M-Mannheim: Nulllösung,
Hamburg-Hannover: Nulllösung,
Hannover-Köln: Nulllösung,
Frankfurt/M-Nürnberg: Nulllösung,
Stuttgart-München: Nulllösung,
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Deutschland ist mittlerweile fast nur noch eine Nulllösung. Kaum noch was wird gebaut. Dieses Land ist im Stillstand angekommen.
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Das ganze Pilzkonzept in Berlin mit Lehrter Bf mit Tiergartentunnel usw,
SFS Köln-Rhein-Main (hätte eigentlich noch grosszügiger ausfallen müssen).
Nulllösung ist standard und leider keineswegs tabu
Celestar, Donnerstag, 02.07.2015, 09:11 (vor 3942 Tagen) @ flierfy
Deutschland ist mittlerweile fast nur noch eine Nulllösung. Kaum noch was wird gebaut. Dieses Land ist im Stillstand angekommen.
Leider trifft das den Nagel zu 100% auf den Kopf :(
Celestar
Nulllösung ist standard und leider keineswegs tabu
Felix, Göttingen, Donnerstag, 02.07.2015, 10:06 (vor 3942 Tagen) @ Celestar
Deutschland ist mittlerweile fast nur noch eine Nulllösung. Kaum noch was wird gebaut. Dieses Land ist im Stillstand angekommen.
Leider trifft das den Nagel zu 100% auf den Kopf :(
Das nenne ich dreist die Realität auf den Kopf stellen. Es werden gerade zwei große NBS gleichzeitig gebaut, wenn man VDE 8 als zwei Strecken sieht, sind es sogar drei! Dazu noch ein unterirdischer Riesenbahnhof. Und das nur im Bereich Eisenbahnfernverkehr.
Wenn Dich der allgemein hoffnungslose Zustand dieses Landes betrübt - der wird durch sinnloses Bauen, durch Beton- und Zerstörungsorgien nicht besser.
Nulllösung ist standard und leider keineswegs tabu
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 02.07.2015, 10:27 (vor 3942 Tagen) @ Felix
Wenn Dich der allgemein hoffnungslose Zustand dieses Landes betrübt - der wird durch sinnloses Bauen, durch Beton- und Zerstörungsorgien nicht besser.
Ich empfehle Dir ein Zelt in den Weiten der Wildnis, beispielsweise in Kanada. Dann siehst du keinen Beton mehr. Und in den Flüssen wimmelt es von Fischen, die bekanntlich die Lieblingsspeise der Trolle sind.
Gute Reise wünschende Grüße,
der Colaholiker
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
GUM, Donnerstag, 02.07.2015, 10:39 (vor 3942 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von GUM, Donnerstag, 02.07.2015, 10:41
Die Liste liesse sich endlos fortsetzen. Deutschland ist mittlerweile fast nur noch eine Nulllösung. Kaum noch was wird gebaut. Dieses Land ist im Stillstand angekommen.
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Das ganze Pilzkonzept in Berlin mit Lehrter Bf mit Tiergartentunnel usw,
SFS Köln-Rhein-Main (hätte eigentlich noch grosszügiger ausfallen müssen).
Lieber flierfy,
ich sehe da leider eine gewisse Wahrnehmungsverzerrung. Davon, dass in den "letzten Jahrzehnten" kein Großprojekt fertig geworden ist, kann gar keine Rede sein.
Denke mal an:
1.)München<->Nürnberg, Reisezeitverkürzung knapp 35 Minuten, Reisegeschwindigkeit höher als beim Auto (beinahe 190 Kilometer in 1h07 von Stadtzentrum zu Stadtzentrum).
2.) Berlin Lehrter Stadtbahnhof Hauptbahnhof:
+ Erhebliche Zeiteinsparung für alle Fahrgäste auf der Nord-Süd-Asche aus Hamburg Richtung Leipzig.
+ Erstmalig kann das Stadtgebiet Berlin zwei Mal pro Stunde ultraschnell durchquert werden. Berlin Papestraße/Südkreuz, Berlin Potsdamer Platz (Neue Mitte), Berlin Lehrter Bahnhof/Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen. RE mit normalem Verbundtarif.
3.) City Tunnel Leipzig.....
und noch vieles mehr.
Und der Lehrter Bahnhof/Berlin Hauptbahnhof hätte gar nicht viel größer ausfallen können, da hier die gleiche Problematik gilt, die schon in den 90er-Jahren Fluggesellschaften betroffen hat:
Das niedrige Durchschnittseinkommen im Bundesland Berlin sorgt dafür, dass Reisende mit hoher Zahlungsbereitschaft zu selten für noch größere Investitionen sind. Der Airbus A310-300 Extended Range flog gerade einmal ein halbes oder ganzes Jahr von Berlin über Hamburg nach New York, derzeit ist es (glaube ich) nur eine einzige Boeing B757, die Langstrecke in die USA ab Berlin fliegt.
Ein ICE-Geschäftsreisedrehkreuz mit Halbstundentakt in Berlin Lehrter Bahnhof Stadtbahnhof macht also keinen Sinn.
Insofern passt doch zumindest dieser Teil der Bahn-Strategie.
--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
Celestar, Donnerstag, 02.07.2015, 16:19 (vor 3941 Tagen) @ GUM
Denke mal an:
1.)München<->Nürnberg, Reisezeitverkürzung knapp 35 Minuten, Reisegeschwindigkeit höher als beim Auto (beinahe 190 Kilometer in 1h07 von Stadtzentrum zu Stadtzentrum).
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf. Die Fahrzeit ist immer noch nicht unter einer Stunde und MUC ist auch nicht angebunden. Das hätte man mit einer NBS Nürnberg Hbf - MUC - München Hbf (plus Bypass Ingolstadt) haben können.
Celestar
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
JeDi, überall und nirgendwo, Freitag, 03.07.2015, 07:12 (vor 3941 Tagen) @ Celestar
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf.
Meinst du 10 km südlich Nürnberg? Ingolstadt hat eigentlich ein recht schönes SFS-Ende...
--
Weg mit dem 4744!
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 12:23 (vor 3940 Tagen) @ JeDi
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf.
Meinst du 10 km südlich Nürnberg? Ingolstadt hat eigentlich ein recht schönes SFS-Ende...
Das auch. Eigentlich ist die SFS ausnahmsweise mal halbwegs sinnvoll dahingehend, dass man Kantenzeiten von 30 Minuten fahren kann, ohne sich weit aus dem Fenster zu lehnen. Der Südteil zwischen München und Ingolstadt ist halt totaler Bockmist.
Gut wären abwechselnd die Verbindungen Nürnberg - 30 - Ingolstadt - 30 - München und Nürnberg - 40 - MUC - 20 - München zu haben. Die Sprinter könnten evtl durchfahren und in 45-48 Minuten von München nach Nürnberg kommen. Bei einer Einfädelung von Osten nach München würde man auch noch die ICEs -Pasing (- Augsburg) verlängern.
Celestar
Was willst Du denn mit einer Anbindung von MUC erreichen?
GUM, Freitag, 03.07.2015, 12:53 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
Denke mal an:
1.)München<->Nürnberg, Reisezeitverkürzung knapp 35 Minuten, Reisegeschwindigkeit höher als beim Auto (beinahe 190 Kilometer in 1h07 von Stadtzentrum zu Stadtzentrum).
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf. Die Fahrzeit ist immer noch nicht unter einer Stunde und MUC ist auch nicht angebunden. Das hätte man mit einer NBS Nürnberg Hbf - MUC - München Hbf (plus Bypass Ingolstadt) haben können.Celestar
Hmm... Viele Argumente auf einmal.
München->Nürnberg könnte tatsächlich in exakt einer Stunde mit ICE3 gefahren werden, so stand es sogar - wenn ich mich richtig erinnere 2006 - im Fahrplan.
Offen gesprochen halte ich eine Anbindung von MUC per Fernverkehr an München-Nürnberg-Würzburg für relativ sinnfrei. Fahrgäste aus diesen Städten können ja auch gut Richtung Frankfurt fahren und dort in das "große" Drehkreuz der Lufthansa einsteigen.
Fahrgäste nach München könnten mit einem komfortabel ausgestatteten RE nach München Hbf gebracht werden, wenn man denn nur wollte. Dazu müsste einfach nur die bestehende S1 durch ein paar hochwertige Fahrzeuge upgegradet werden.
Sprich: Ein paar Bordkartendrucker rein, Toilette, 1. Klasse und vielleicht irgendeine Art Getränkeversorgung. Da böte sich die Länge eines doppelten S-Bahn-Triebwagens an. 100 % Begleitung durch Zubs und schon gibt es eine komfortable Verbindung in die Innenstadt.
--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!
Was willst Du denn mit einer Anbindung von MUC erreichen?
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 16:40 (vor 3940 Tagen) @ GUM
Offen gesprochen halte ich eine Anbindung von MUC per Fernverkehr an München-Nürnberg-Würzburg für relativ sinnfrei. Fahrgäste aus diesen Städten können ja auch gut Richtung Frankfurt fahren und dort in das "große" Drehkreuz der Lufthansa einsteigen.
Nürnberg - MUC ginge in < 40 Minuten, nach FRA sind das knappe 3 Stunden. Augsburg könnte man auch durchbinden, und die Verbindung aus Erfurt/Leipzig/Dresden/Berlin nach MUC wäre viel schneller als nach FRA.
FRA wird mit der Schrottkonstruktion der 4. Bahn irgendwann den Anschluß verlieren. Allerdings tut das MUC auch, wenn nicht die 3. Bahn bald gebaut wird. Dann geht halt alles über Drehkreuze im Ausland ...
Celestar
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Freitag, 03.07.2015, 16:51 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf.
Direkt im Bf. Ingolstadt-Nord.
Die Fahrzeit ist immer noch nicht unter einer Stunde und MUC ist auch nicht angebunden. Das hätte man mit einer NBS Nürnberg Hbf - MUC - München Hbf (plus Bypass Ingolstadt) haben können.
Braucht man aber nicht, weil sich das für wenige ICE-Spriner nicht lohnt.
Ingolstadt hat mehr Fahrgastpotential als MUC. Dessen Anbindung wäre Aufgabe des Transrapid gewesen, was uns wieder zu den erwähnten Nulllösungen bringt.
--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 17:01 (vor 3940 Tagen) @ 218 466-1
Das ist aber auch nur eine halbe Sache geworden, die SFS hört ja schon etwa 10km nördlich Ingolstadt Hbf auf.
Direkt im Bf. Ingolstadt-Nord.
Nö, die SFS (selbst mit dem geringen Standard "mehr als 160km/h Vmax) beginnt etwas nördlich des Auditunnels.
Braucht man aber nicht, weil sich das für wenige ICE-Spriner nicht lohnt.
Ingolstadt hat mehr Fahrgastpotential als MUC.
Nachdem MUC mehr Passagiere pro Tag + Mitarbeiter hat, als Ingolstadt Einwohner, glaube ich das nicht ganz. Plus es würde aus.
Plus: der ICE-Bahnhof MUC könnte dann die Verbindungen von Dorfen/Mühldorf Richtung Nürnberg um etwa 1h und Landshut-Nürnberg um mindestens 45 Minuten beschleunigen.
Celestar
Wahrnehmungsverzerrung ist noch kein Standard!
flierfy, Freitag, 03.07.2015, 01:03 (vor 3941 Tagen) @ GUM
ich sehe da leider eine gewisse Wahrnehmungsverzerrung. Davon, dass in den "letzten Jahrzehnten" kein Großprojekt fertig geworden ist, kann gar keine Rede sein.
Fertig geworden ist vielleicht einiges. Aber es wird kaum noch Neues begonnen zu bauen. Die SFSen Ebensfeld-Erfurt-Leipzig sind fast fertig. Nun wird nur noch an dem kurzen Stückchen Wendlingen-Ulm gebaut. Das ist für ein Land wie Deutschland viel zu wenig. In Frankreich sind derzeit gleich drei SFSen in Bau.
Denke mal an:
1.)München<->Nürnberg, Reisezeitverkürzung knapp 35 Minuten, Reisegeschwindigkeit höher als beim Auto (beinahe 190 Kilometer in 1h07 von Stadtzentrum zu Stadtzentrum).2.) Berlin Lehrter Stadtbahnhof Hauptbahnhof:
+ Erhebliche Zeiteinsparung für alle Fahrgäste auf der Nord-Süd-Asche aus Hamburg Richtung Leipzig.
+ Erstmalig kann das Stadtgebiet Berlin zwei Mal pro Stunde ultraschnell durchquert werden. Berlin Papestraße/Südkreuz, Berlin Potsdamer Platz (Neue Mitte), Berlin Lehrter Bahnhof/Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen. RE mit normalem Verbundtarif.
Mir brauchst du das nicht sagen. Ich hab irgendwie den Eindruck, dass du nicht gelesen hast, auf was ich mit diesen Einwurf geantwortet habe.
3.) City Tunnel Leipzig.....
Es ist schön, dass er da ist. Aber unbedingt gebraucht hat man ihn nun auch nicht.
Weil Stillstand Rückstand sei...
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 02.07.2015, 14:56 (vor 3941 Tagen) @ Felix
Hallo Felix,
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Es gibt sehr wohl Projekte, die die Bahn gerne realisiert hätte, wofür aber im Moment die Finanzmittel fehlen.
Ich denke allerdings eher, dass man die Prioritäten manchmal anders stellen sollte.
Wenn man gar nichts baut, dann baut man mit Sicherheit auch keinen Murks, zerstört keine Landschaft und gibt auch kein Geld aus. Im Zweifel also lieber gar nicht bauen - das wäre zur Abwechslung mal vernünftig, ist aber strengstens verboten.
Bin ich mir nicht sicher. Unter Umständen kann der Beibehalt eines bestehenden Systems zu noch grösseren Kosten führen. Das sehen wir gerade in den USA, wo man vor allem über "high-speed rail" redet und kaum etwas baut (Frage: wird jetzt in Kalifornien gebaut oder nicht?).
Zurück zum Ursprungsthema: die Chinesen bauen dagegen heute schon die Infra die sie in den nächsten Dekaden erwarten zu brauchen. Vielleicht sind die Rennbahnen zur Zeit unterbelegt, aber wenn Flugsprit knapp wird, können die die Fluggäste rasch auf die Bahn verlagern. Ich gehe zumindest davon aus, dass der Normalchinese seine Reisen vierstelliger Kilometerzahl (z.B. Shanghai-Harbin) fliegt.
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Andere haben da schon einige Beispiele gegeben.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Weil Stillstand Rückstand sei...
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 07:42 (vor 3941 Tagen) @ Oscar (NL)
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Es gibt sehr wohl Projekte, die die Bahn gerne realisiert hätte, wofür aber im Moment die Finanzmittel fehlen.
Das ist doch etwas anderes. Die Bahn würde gerne bauen, wenn ein anderer das für sie bezahlt. Das ist etwas anderes als eine bewußte Entscheidung gegen den Bau.
Bin ich mir nicht sicher. Unter Umständen kann der Beibehalt eines bestehenden Systems zu noch grösseren Kosten führen.
Verglichen damit, daß man das bestehende System nach Bau des neuen stillegt. Das ist in Deutschland aber von niemandem beabsichtigt. Hier will man zwei Systeme parallel betreiben = doppelte Kosten.
Das sehen wir gerade in den USA, wo man vor allem über "high-speed rail" redet und kaum etwas baut (Frage: wird jetzt in Kalifornien gebaut oder nicht?).
Ich habe tatsächlich gelesen, daß dort jetzt etwas gebaut wird. Dabei ist noch nicht mal die ganze Trassenführung klar.
Zurück zum Ursprungsthema: die Chinesen bauen dagegen heute schon die Infra die sie in den nächsten Dekaden erwarten zu brauchen. Vielleicht sind die Rennbahnen zur Zeit unterbelegt, aber wenn Flugsprit knapp wird, können die die Fluggäste rasch auf die Bahn verlagern. Ich gehe zumindest davon aus, dass der Normalchinese seine Reisen vierstelliger Kilometerzahl (z.B. Shanghai-Harbin) fliegt.
Ich glaube, daß das in China kein rationales Handeln ist. Die sind mindestens so "Fortschritts"-wahnsinnig wie wir. China ist auch das Land, das sich massenhaft vorhersehbare Umweltkatastrophen einhandelt, weil es von seinen Prestigegroßprojekten nicht lassen will, z.B. im Bereich Wasserwirtschaft.
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Andere haben da schon einige Beispiele gegeben.
Zur SFS Frankfurt-Köln habe ich in meiner Antwort an Marien etwas geschrieben. Etwas zum Hauptbahnhof Berlin inkl. Zulaufstrecken:
Wenn die Berliner Stadtbahn und der Bahnhof Zoo wirklich dringend einer Entlastung bedurft hätten, hätte man das sofort haben können, indem man die Fernzüge - oder zumindest einige - in Berlin-Charlottenburg enden gelassen hätte. Das hat man nicht gemacht, anscheinend war die Entlastung der Berliner Stadtbahn und des Bahnhofs Zoo doch nicht so dringend nötig.
Nulllösung ist eben keine Lösung
Marien, Berlin, Freitag, 03.07.2015, 06:32 (vor 3941 Tagen) @ Felix
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Ich werde die Neubaustrecke Frankfurt-Köln mal in den Raum. Sie hat nicht nur die beiden Rheinstrecken teilweise vom Fernverkehr befreit sondern für die Räume Limburg und Montabaur einen großen Fahrgastzuwachs gebracht.
Diese ICE-Strecke ist zeitgemäß und war durchaus notwendig.
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Kommt auf die Absicht an, die man verfolgt. Neubauten machen ja immer nur dann Sinn, wenn die bestehenden Strecken hinsichtlich der Kapazität völlig unzureichend sind.
Momentan trifft das vor allem auf Fulda-Frankfurt und Frankfurt-Mannheim zu.
Dagegen sind die ICE-Strecken Erfurt-Ebensfeld-Nürnberg und Wendlingen-Ulm im Prinzip eine Geldverschwendung.
Meiner Meinung sollte man noch die Zulaufstrecken nach Frankfurt ausbauen und dann erst einmal ein paar Jahrzehnte mit dem auskommen, was man hat. Wenn Bedarf an schnelleren ICE-Verbindungen besteht, kann man ja bestehende Strecken schneller machen und Halte auslassen, die durch andere Fernverkehrszüge bedient werden.
Das der ICE Frankfurt-Berlin nur in Erfurt und Halle halten soll, ist ja schon mal ein großer Fortschritt.
Nulllösung ist eben keine Lösung
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 07:33 (vor 3941 Tagen) @ Marien
Kommt auf die Absicht an, die man verfolgt. Neubauten machen ja immer nur dann Sinn, wenn die bestehenden Strecken hinsichtlich der Kapazität völlig unzureichend sind.
Eben, das ist genau mein Punkt. Aber...
Momentan trifft das vor allem auf Fulda-Frankfurt und Frankfurt-Mannheim zu.
...wieso glaubt eigentlich jeder das Gerücht, Frankfurt-Fulda und Frankfurt-Mannheim hätten keine ausreichende Kapazität. Bis jetzt sind doch noch alle durchgekommen, oder?
Für Frankfurt-Fulda kann man das auch dadurch widerlegen, daß man sich klarmacht, daß der am stärksten ausgelastete Teilabschnitt Fulda-Flieden ist, weil dort auch Güterzüge fahren, die ab Flieden weiter nach Gemünden fahren. Wenn Fulda-Flieden also zu 100% ausgelastet wäre, wäre der Rest der Strecke geringer ausgelastet.
Fulda-Flieden ließe sich aber entlasten, wenn die Bahn einige Güterzüge Richtung Burgsinn über die NBS schickt. Daß dies trotz selbstauferlegtem Begegnungsverbot möglich wäre, beweist der Eggegebirgstunnel. Aber man will nicht. Weil man es nicht nötig hat.
Zur SFS Frankfurt-Köln:
Ich werde die Neubaustrecke Frankfurt-Köln mal in den Raum. Sie hat nicht nur die beiden Rheinstrecken teilweise vom Fernverkehr befreit sondern für die Räume Limburg und Montabaur einen großen Fahrgastzuwachs gebracht.
Diese ICE-Strecke ist zeitgemäß und war durchaus notwendig.
Zugegeben bestand hier ein gewisser Handlungsdruck, weil man zwischen Frankfurt und Köln mehr Güterzüge fahren lassen wollte, als damals möglich war. Die ICE-Strecke ist trotzdem eine Katastrophe. Sinnvoll wäre wahrscheinlich der Ausbau einer Alternativstrecke für höhere Güterverkehrskapazitäten gewesen.
"teilweise vom Fernverkehr befreit" - so klingt es, wenn man Bonn, Koblenz und Mainz das damalige hochattraktive Angebot nimmt, mit Halbstundentakt Richtung Mannheim und Stundentakt Richtung Frankfurt. Viele Anschlüsse, z.B. Richtung Trier und jeder Zug fuhr Köln Hbf an. Und es gab sogar noch IRs über die Rheinstrecke, die z.B. eine Direktverbindung Darmstadt-Köln herstellen.
Das Angebot für Limburg und Montabaur - ich vermute, die meisten werden Fernpendler mit hochrabattierten Zeitkarten oder BC100 sein. Das rechnet sich für die Bahn nur als Kostendeckungsbeitrag, für die Volkswirtschaft ist das subventioniertes Fernpendeln.
Fulda-Frankfurt überlastet
Marien, Berlin, Freitag, 03.07.2015, 08:42 (vor 3941 Tagen) @ Felix
bearbeitet von Marien, Freitag, 03.07.2015, 08:42
Kommt auf die Absicht an, die man verfolgt. Neubauten machen ja immer nur dann Sinn, wenn die bestehenden Strecken hinsichtlich der Kapazität völlig unzureichend sind.
Eben, das ist genau mein Punkt. Aber...
Momentan trifft das vor allem auf Fulda-Frankfurt und Frankfurt-Mannheim zu.
...wieso glaubt eigentlich jeder das Gerücht, Frankfurt-Fulda und Frankfurt-Mannheim hätten keine ausreichende Kapazität. Bis jetzt sind doch noch alle durchgekommen, oder?
Nein. Die DB Netz lehnt zwischen Frankfurt und Fulda sowie Frankfurt und Mannheim regelmäßig Trassenanmeldungen ab. Das wird natürlich nicht öffentlich breit getreten bzw. betrifft ja nur Anmeldungen und keine laufenden Fahrpläne.
Für die neue ICE-Linie 15 Frankfurt-Erfurt-Halle-Berlin(-Binz) müssen zwischen Frankfurt und Fulda einige Güterzüge geopfert werden.
Ansonsten sei auf https://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg-de/2397820/oaD8AKg5HaRNravbKmAkUdBzhyg/4396754... verwiesen.
Fulda-Flieden ließe sich aber entlasten, wenn die Bahn einige Güterzüge Richtung Burgsinn über die NBS schickt. Daß dies trotz selbstauferlegtem Begegnungsverbot möglich wäre, beweist der Eggegebirgstunnel. Aber man will nicht. Weil man es nicht nötig hat.
Es ist nicht selbst auferlegt, es ist vom EBA angeordnet. Aus Brandschutzgründen und wegen des Verrutschens von Ladung durch Druckstöße dürfen sich in den Tunneln zwischen Würzburg und Fulda keine Güterzüge mit Personenzügen begegnen. Nur wenn das sicherungstechnisch absolut ausgeschlossen ist, wäre die Freigabe für die Güterzüge für die NBS auch tagsüber möglich.
Im Eggetunnel sind eh nur 160 km/h zugelassen und auf der Strecke fahren nur wenige Fernzüge. Das ist keine sinnvolle Referenz.
Das Angebot für Limburg und Montabaur - ich vermute, die meisten werden Fernpendler mit hochrabattierten Zeitkarten oder BC100 sein. Das rechnet sich für die Bahn nur als Kostendeckungsbeitrag, für die Volkswirtschaft ist das subventioniertes Fernpendeln.
Trotzdem halte ich gerade diese Neubaustrecke für richtig, noch richtiger als Ingolstadt-Nürnberg oder Erfurt-Leipzig.
Fulda-Frankfurt überlastet - eben nicht
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 15:09 (vor 3940 Tagen) @ Marien
Nein. Die DB Netz lehnt zwischen Frankfurt und Fulda sowie Frankfurt und Mannheim regelmäßig Trassenanmeldungen ab. Das wird natürlich nicht öffentlich breit getreten bzw. betrifft ja nur Anmeldungen und keine laufenden Fahrpläne.
Das ist ja nur dann ein Problem, wenn die Züge deswegen gar nicht mehr fahren. Wenn sie stattdessen über eine andere Strecke fahren, dann ist es kein Problem.
Und schließlich gilt immer noch das Argument, daß man die Güterzüge Fulda-Burgsinn auf die NBS holen könnte und damit die Kinzigtalbahn entlasten. S.u.
Für die neue ICE-Linie 15 Frankfurt-Erfurt-Halle-Berlin(-Binz) müssen zwischen Frankfurt und Fulda einige Güterzüge geopfert werden.
Ansonsten sei auf https://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg-de/2397820/oaD8AKg5HaRNravbKmAkUdBzhyg/4396754... verwiesen.
[...]
Es ist nicht selbst auferlegt, es ist vom EBA angeordnet.
Weißt Du das sicher? Weißt Du noch, woher Du diese Information hast? Ich hatte es nämlich anders in Erinnerung.
Aus Brandschutzgründen und wegen des Verrutschens von Ladung durch Druckstöße dürfen sich in den Tunneln zwischen Würzburg und Fulda keine Güterzüge mit Personenzügen begegnen. Nur wenn das sicherungstechnisch absolut ausgeschlossen ist, wäre die Freigabe für die Güterzüge für die NBS auch tagsüber möglich.
Im Eggetunnel sind eh nur 160 km/h zugelassen und auf der Strecke fahren nur wenige Fernzüge. Das ist keine sinnvolle Referenz.
Das ist doch überhaupt kein Grund, weswegen der Eggetunnel keine sinnvolle Referenz sein sollte. Erstens, warum sollte es von Belang sein, wenn Geschwindigkeiten über 160 km/h gefahren werden - die Züge dürfen doch sowieso keinem anderen begegnen. Zweitens, selbst wenn, dann könnte man immer noch die Höchstgeschwindigkeit zwischen Fulda und Burgsinn auf 160 km/h reduzieren, würde die Fernzüge nur minimal Fahrzeit kosten. Drittens, zwischen Fulda und Burgsinn fahren auch nur wenige Fernzüge, nur 1 pro Stunde und Richtung. Im Eggetunnel fahren zwar noch weniger, dafür aber Regionalverkehr, den es zwischen Fulda und Burgsinn nicht gibt.
Den Behauptungen der DB und den Behauptungen und Gerüchten von interessegeleiteter Seite - nämlich dem Interesse, die NBS Fulda-Frankfurt durchzupauken - ist nicht zu trauen. Dieses Thema ist immer wieder diskutiert worden und noch nie ist ein überzeugendes Gegenargument vorgebracht worden, weshalb auf der NBS zwischen Fulda und Burgsinn tagsüber kein Güterverkehr möglich sein sollte.
Fulda-Frankfurt überlastet
Marien, Berlin, Freitag, 03.07.2015, 17:21 (vor 3940 Tagen) @ Felix
bearbeitet von Marien, Freitag, 03.07.2015, 17:21
Nein. Die DB Netz lehnt zwischen Frankfurt und Fulda sowie Frankfurt und Mannheim regelmäßig Trassenanmeldungen ab. Das wird natürlich nicht öffentlich breit getreten bzw. betrifft ja nur Anmeldungen und keine laufenden Fahrpläne.
Das ist ja nur dann ein Problem, wenn die Züge deswegen gar nicht mehr fahren. Wenn sie stattdessen über eine andere Strecke fahren, dann ist es kein Problem.
Doch, es ist ein Problem, weil die Alternativstrecken um bis zu 130 Minuten verschobene Fahrzeiten beinhalten können, siehe Dokument. Das kann auf weiterführenden Streckenabschnitten wieder problematisch werden, wenn man ein bestimmtes Zeitfenster erreichen möchte.
Und schließlich gilt immer noch das Argument, daß man die Güterzüge Fulda-Burgsinn auf die NBS holen könnte und damit die Kinzigtalbahn entlasten. S.u.
Aber nicht im Begegnungsverkehr mit den ICE.
Für die neue ICE-Linie 15 Frankfurt-Erfurt-Halle-Berlin(-Binz) müssen zwischen Frankfurt und Fulda einige Güterzüge geopfert werden.
Ansonsten sei auf https://fahrweg.dbnetze.com/file/fahrweg-de/2397820/oaD8AKg5HaRNravbKmAkUdBzhyg/4396754... verwiesen.
[...]
Es ist nicht selbst auferlegt, es ist vom EBA angeordnet.
Weißt Du das sicher? Weißt Du noch, woher Du diese Information hast? Ich hatte es nämlich anders in Erinnerung.
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/122/1612237.pdf
Die Anforderungen gelten grundsätzlich für die Planung, den Bau und den
Betrieb der Tunnel. Bei zweigleisigen Tunneln von mehr als 1 000 m Länge,
die vor Inkrafttreten der Tunnel-Richtlinie des EBA geplant wurden, besteht
ein Begegnungsverbot von Reise- und Güterzügen
Aus Brandschutzgründen und wegen des Verrutschens von Ladung durch Druckstöße dürfen sich in den Tunneln zwischen Würzburg und Fulda keine Güterzüge mit Personenzügen begegnen. Nur wenn das sicherungstechnisch absolut ausgeschlossen ist, wäre die Freigabe für die Güterzüge für die NBS auch tagsüber möglich.
Im Eggetunnel sind eh nur 160 km/h zugelassen und auf der Strecke fahren nur wenige Fernzüge. Das ist keine sinnvolle Referenz.
Das ist doch überhaupt kein Grund, weswegen der Eggetunnel keine sinnvolle Referenz sein sollte. Erstens, warum sollte es von Belang sein, wenn Geschwindigkeiten über 160 km/h gefahren werden - die Züge dürfen doch sowieso keinem anderen begegnen.
Im Eggetunnel gilt das Begegnungsverbot übrigens auch.
Den Behauptungen der DB und den Behauptungen und Gerüchten von interessegeleiteter Seite - nämlich dem Interesse, die NBS Fulda-Frankfurt durchzupauken - ist nicht zu trauen.
Gerade diese NBS ist 100 mal wichtiger als eine ICE-Strecke zwischen Erfurt und Nürnberg. Über Fulda-Frankfurt geht ja fast der gesamte Nord/Nordost-Südwest-Fernverkehr. Abgesehen von der Kapazität lässt sich hier auch Fahrzeit für eine Vielzahl von ICE-Linien sparen.
Ich würde jederzeit eine NBS Erfurt-Leipzig/Halle gegen eine NBS Fulda-Frankfurt eintauschen. Ist sinnvoller und bringt mehr.
Fulda-Frankfurt überlastet
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 17:39 (vor 3940 Tagen) @ Marien
Gerade diese NBS ist 100 mal wichtiger als eine ICE-Strecke zwischen Erfurt und Nürnberg. Über Fulda-Frankfurt geht ja fast der gesamte Nord/Nordost-Südwest-Fernverkehr. Abgesehen von der Kapazität lässt sich hier auch Fahrzeit für eine Vielzahl von ICE-Linien sparen.
Ich würde jederzeit eine NBS Erfurt-Leipzig/Halle gegen eine NBS Fulda-Frankfurt eintauschen. Ist sinnvoller und bringt mehr.
Auch eine Tunnelverbindung Frankfurt HBF - Frankfurt Ost würde zusammen mit einem Ausbau der nordmainischen Strecke nach Hanau nochmal reichlich Fahrzeit einsparen, vor allem für die Leute, die eben nicht in Frankfurt ein- oder aussteigen.
Celestar
Fulda-Frankfurt überlastet
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 18:17 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
Gerade diese NBS ist 100 mal wichtiger als eine ICE-Strecke zwischen Erfurt und Nürnberg. Über Fulda-Frankfurt geht ja fast der gesamte Nord/Nordost-Südwest-Fernverkehr. Abgesehen von der Kapazität lässt sich hier auch Fahrzeit für eine Vielzahl von ICE-Linien sparen.
Ich würde jederzeit eine NBS Erfurt-Leipzig/Halle gegen eine NBS Fulda-Frankfurt eintauschen. Ist sinnvoller und bringt mehr.
Die NBS Fulda - Frankfurt ist ja in Vorbereitung. Siehe die Website des Projekts
Auch eine Tunnelverbindung Frankfurt HBF - Frankfurt Ost würde zusammen mit einem Ausbau der nordmainischen Strecke nach Hanau nochmal reichlich Fahrzeit einsparen, vor allem für die Leute, die eben nicht in Frankfurt ein- oder aussteigen.
Dann noch der Doppeltunnel F-Hbf - Offenbach, und man ist wieder beim ursprünglichen Entwurf von Frankfurt 21.
Die geschätzte Zeitersparnis wurde damals mit 10 Minuten angesetzt.
Eggetunnel
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 19:41 (vor 3940 Tagen) @ Marien
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/122/1612237.pdf
Die Anforderungen gelten grundsätzlich für die Planung, den Bau und den
Betrieb der Tunnel. Bei zweigleisigen Tunneln von mehr als 1 000 m Länge,
die vor Inkrafttreten der Tunnel-Richtlinie des EBA geplant wurden, besteht
ein Begegnungsverbot von Reise- und Güterzügen
Vielen Dank.
Aus Brandschutzgründen und wegen des Verrutschens von Ladung durch Druckstöße dürfen sich in den Tunneln zwischen Würzburg und Fulda keine Güterzüge mit Personenzügen begegnen. Nur wenn das sicherungstechnisch absolut ausgeschlossen ist, wäre die Freigabe für die Güterzüge für die NBS auch tagsüber möglich.
Im Eggetunnel sind eh nur 160 km/h zugelassen und auf der Strecke fahren nur wenige Fernzüge. Das ist keine sinnvolle Referenz.
Das ist doch überhaupt kein Grund, weswegen der Eggetunnel keine sinnvolle Referenz sein sollte. Erstens, warum sollte es von Belang sein, wenn Geschwindigkeiten über 160 km/h gefahren werden - die Züge dürfen doch sowieso keinem anderen begegnen.
Im Eggetunnel gilt das Begegnungsverbot übrigens auch.
Ja, ich weiß. Aber für den Eggetunnel hat man ein zulässiges Verfahren, um sowohl Güterzüge wie auch Reisezüge durch den Tunnel zu schleusen, bei dem dem Begegnungsverbot entsprochen wird.
Es ist nicht einzusehen, warum dieses Verfahren nicht auch auf der NBS zwischen Fulda und Burgsinn eingesetzt werden können sollte. Wenn das Gegenteil behauptet wird, dann ist dem nicht zu trauen. Die Gesellschaft, die dies alles bezahlen und eine zusätzliche Landschaftszerstörung hinnehmen soll, hat ein Recht auf wahrheitsgetreue Information und darauf, von der Bahn nicht angelogen zu werden.
Angesichts der unerträglichen Desinformationspolitik der Bahn sollte eigentlich ein fünfzigjähriges Moratorium für jegliche vom Steuerzahler finanzierte Neu- und Ausbauten ausgesprochen werden, zur Strafe.
Nun, die Bahnlobbyisten mögen dies anders sehen. Ich sehe aber nicht ein, wieso die Bahnlobby die deutsche Politik diktieren soll.
Als bei Obernjesa die Nord-Süd-Strecke gesperrt war, wurden für die Dauer einer Woche die Güterzüge auch tagsüber über die SFS zwischen Göttingen und Kassel geleitet, zusammen mit den Fernzügen. Meines Wissens achtete man dabei darauf, dem Begegnungsverbot zu entsprechen, aber das Verfahren war offenbar zulässig.
Wenn die DB behauptet, das ginge zwischen Fulda und Burgsinn - dann lügt sie wahrscheinlich.
Straßenlobby ist schlimmer als die Bahnlobby
Marien, Berlin, Freitag, 03.07.2015, 20:49 (vor 3940 Tagen) @ Felix
bearbeitet von Marien, Freitag, 03.07.2015, 20:49
Angesichts der unerträglichen Desinformationspolitik der Bahn sollte eigentlich ein fünfzigjähriges Moratorium für jegliche vom Steuerzahler finanzierte Neu- und Ausbauten ausgesprochen werden, zur Strafe.
Nun, die Bahnlobbyisten mögen dies anders sehen. Ich sehe aber nicht ein, wieso die Bahnlobby die deutsche Politik diktieren soll.
Die Straßenlobby ist noch viel schlimmer und versündigt sich mehr an der Landschaft. Ich wäre dafür, 50 Jahre lang keine neue Autobahn oder Bundesstraße mehr zu bauen.
Straßenlobby ist schlimmer als die Bahnlobby
218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Freitag, 03.07.2015, 20:58 (vor 3940 Tagen) @ Marien
Die Straßenlobby ist noch viel schlimmer und versündigt sich mehr an der Landschaft. Ich wäre dafür, 50 Jahre lang keine neue Autobahn oder Bundesstraße mehr zu bauen.
Ich wäre sogar dafür, einige Straßen stillzulegen und zurückzubauen.
Insbeondere dort, wo Umgehungen gebaut wurden, braucht man innerörtlich keine großzügigen mehrspurigen Straßen mehr.
--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Straßenlobby ist schlimmer als die Bahnlobby
heinz11, Freitag, 03.07.2015, 21:10 (vor 3940 Tagen) @ 218 466-1
Die Straßenlobby ist noch viel schlimmer und versündigt sich mehr an der Landschaft. Ich wäre dafür, 50 Jahre lang keine neue Autobahn oder Bundesstraße mehr zu bauen.
Ich wäre sogar dafür, einige Straßen stillzulegen und zurückzubauen.
Insbeondere dort, wo Umgehungen gebaut wurden, braucht man innerörtlich keine großzügigen mehrspurigen Straßen mehr.
Genau. Weil dort, wo innerorts großzügige, mehrspurige Straßen vorhanden sind, sofort und massiv großzügigste Umgehungen gebaut wurden...
(Ironie aus)
Straßenlobby ist schlimmer als die Bahnlobby
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 21:19 (vor 3940 Tagen) @ Marien
Die Straßenlobby ist noch viel schlimmer und versündigt sich mehr an der Landschaft. Ich wäre dafür, 50 Jahre lang keine neue Autobahn oder Bundesstraße mehr zu bauen.
Ich auch.
Eggetunnel
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 23:33 (vor 3940 Tagen) @ Felix
Im Eggetunnel gilt das Begegnungsverbot übrigens auch.
Ja, ich weiß. Aber für den Eggetunnel hat man ein zulässiges Verfahren, um sowohl Güterzüge wie auch Reisezüge durch den Tunnel zu schleusen, bei dem dem Begegnungsverbot entsprochen wird.Es ist nicht einzusehen, warum dieses Verfahren nicht auch auf der NBS zwischen Fulda und Burgsinn eingesetzt werden können sollte.
Der Eggetunnel ist ein einzelner Tunnel in einer längeren Strecke ohne Tunnels. Da kann man leicht z.B. einen Güterzug irgendwo anhalten, damit er nicht im Tunnel einem Personenzug begegnet.
Die SFS Hannover - Würzburg ist aber speziell zwischen Göttingen und Würzburg eine dichte Folge von Tunnel - Brücke - Tunnel - Brücke - Tunnel - Brücke. Da halte ich einen sinnvollen Fahrplan, der Begegnungen von ICE und Güterzug in einem der vielen Tunnels vermeidet, nicht für machbar. Aus dem Wikipedia-Artikel:
So verlaufen 121 Kilometer der 327 Kilometer langen Strecke in 61 Tunneln sowie 30 Kilometer auf 294 Brücken
Wenn das Gegenteil behauptet wird, dann ist dem nicht zu trauen. Die Gesellschaft, die dies alles bezahlen und eine zusätzliche Landschaftszerstörung hinnehmen soll, hat ein Recht auf wahrheitsgetreue Information und darauf, von der Bahn nicht angelogen zu werden.
Dann empfehle ich nachmessen, oder mal selber die Strecke in einem ICE zurücklegen.
Fulda-Frankfurt überlastet - eben nicht
telemaxx, Bremen, Hannover, Freitag, 03.07.2015, 18:54 (vor 3940 Tagen) @ Felix
Nein. Die DB Netz lehnt zwischen Frankfurt und Fulda sowie Frankfurt und Mannheim regelmäßig Trassenanmeldungen ab. Das wird natürlich nicht öffentlich breit getreten bzw. betrifft ja nur Anmeldungen und keine laufenden Fahrpläne.
Das ist ja nur dann ein Problem, wenn die Züge deswegen gar nicht mehr fahren. Wenn sie stattdessen über eine andere Strecke fahren, dann ist es kein Problem.Und schließlich gilt immer noch das Argument, daß man die Güterzüge Fulda-Burgsinn auf die NBS holen könnte und damit die Kinzigtalbahn entlasten. S.u.
Das Begegnungsverbot wurde ja nun bereits belegt. Darüber hinaus arbeitet die Bahn an einem Sicherungssystem, um Begegnungen zwischen Güterzügen und ICE auf dem Abschnitt Fulda-Burgsinn auszuschließen. Dann kann der hochbelastete Abschnitt Fulda-Flieden etwas entlastet werden. Zeitplan ist mir allerdings nicht bekannt.
Den Behauptungen der DB und den Behauptungen und Gerüchten von interessegeleiteter Seite - nämlich dem Interesse, die NBS Fulda-Frankfurt durchzupauken - ist nicht zu trauen. Dieses Thema ist immer wieder diskutiert worden und noch nie ist ein überzeugendes Gegenargument vorgebracht worden, weshalb auf der NBS zwischen Fulda und Burgsinn tagsüber kein Güterverkehr möglich sein sollte.
Auf der Strecke Fulda-Frankfurt wird nicht nur mehr Kapazität benötigt, sondern vor allem auch mehr Betriebsqualität. Die Bahn würde außerdem gerne mehr Nahverkehrszüge fahren lassen, was aber nicht möglich ist, da keine Trassen vorhanden sind.
Fulda-Frankfurt überlastet - eben nicht
Felix, Göttingen, Freitag, 03.07.2015, 19:47 (vor 3940 Tagen) @ telemaxx
Das Begegnungsverbot wurde ja nun bereits belegt. Darüber hinaus arbeitet die Bahn an einem Sicherungssystem, um Begegnungen zwischen Güterzügen und ICE auf dem Abschnitt Fulda-Burgsinn auszuschließen. Dann kann der hochbelastete Abschnitt Fulda-Flieden etwas entlastet werden. Zeitplan ist mir allerdings nicht bekannt.
Ja, habe ich schon vor ewig langer Zeit von gehört, anscheinend ist nichts daraus geworden. Falls man es damals mal ernst damit gemeint hat, so würde ich dieses Projekt heute als Nebelkerze bewerten.
Auf der Strecke Fulda-Frankfurt wird nicht nur mehr Kapazität benötigt, sondern vor allem auch mehr Betriebsqualität. Die Bahn würde außerdem gerne mehr Nahverkehrszüge fahren lassen, was aber nicht möglich ist, da keine Trassen vorhanden sind.
Bevor man irgendetwas anderes tut, soll man erstmal den Güterverkehr Fulda-Burgsinn auf die NBS verlagern.
Wenn man danach immer noch klagen will, über mangelnde Kapazität oder Betriebsqualität, muß man sich darüber unterhalten, ob zusätzliche Nahverkehrszüge auf dieser Strecke wirklich so nötig gebraucht werden.
Es darf nicht sein, daß die DB die Öffentlichkeit seit Jahrzehnten pausenlos anlügt, um sich vom Steuerzahler ihre Wunschstrecken bauen zu lassen.
Fulda-Frankfurt überlastet - eben nicht
telemaxx, Bremen, Hannover, Samstag, 04.07.2015, 12:37 (vor 3939 Tagen) @ Felix
bearbeitet von telemaxx, Samstag, 04.07.2015, 12:39
Das Begegnungsverbot wurde ja nun bereits belegt. Darüber hinaus arbeitet die Bahn an einem Sicherungssystem, um Begegnungen zwischen Güterzügen und ICE auf dem Abschnitt Fulda-Burgsinn auszuschließen. Dann kann der hochbelastete Abschnitt Fulda-Flieden etwas entlastet werden. Zeitplan ist mir allerdings nicht bekannt.
Ja, habe ich schon vor ewig langer Zeit von gehört, anscheinend ist nichts daraus geworden. Falls man es damals mal ernst damit gemeint hat, so würde ich dieses Projekt heute als Nebelkerze bewerten.
Ein Prototyp wurde für eine Übergangszeit von drei Wochen bereits implementiert: http://www.berner-mattner.com/cms/upload/1_PDF/2_Maerkte/Transportation/Projektbeispiel...
Dort heißt es:
In der ZKE [zentrale Konflikterkennung] wird dann errechnet, ob es zu unzulässigen Tunnelbegegnungen kommen könnte. Somit werden diese unzulässigen Begegnungen, die im Regelfahrplan bereits ausgeschlossen sind, auch in Ausnahmesituationen wie Verspätungen mit technischer Unterstützung ausgeschlossen.
In dem Bericht befindet sich auch ein Bild, das die Situation auf dem Abschnitt zeigt. Es wurden zwei Tunnelbereiche (Fulda und Burgsinn) definiert, in denen jeweils mehrere Tunnel zusammengefasst sind. Zwischen den Tunneln innerhalb der Tunnelbereiche ist eine Begegnung ICE/Güterzug nicht möglich. Daher kann man die auch als einen Tunnel ansehen. Begegnungen sind jeweils vor den Tunnelbereichen und zwischen den beiden Tunnelbereichen möglich (Fulda, Mottgers, Burgsinn). Dies auch im Verspätungsfall abzusichern ist Aufgabe der ZKE.
Was fehlt also noch für eine dauerhafte Implementierung? Zum einen ist das System noch nicht für den dauerhaften Einsatz zugelassen:
Noch ist die ZKE des Projekts ein Unikat im Netz der Deutschen Bahn und noch nicht für den Einsatz unter Sicherheitsverantwortung zugelassen.
Außerdem lief das System nur semi-automatisch - auch aufgrund der kurzen Einsatzdauer und genehmigungsrechtlichen Problemen:
Erkennt die ZKE mögliche unzulässige Tunnelbegegnungen, so erzeugt sie optische und akustische Warnmeldungen. Ausgegeben werden diese an Bedienplätzen, die an den Arbeitsplätzen der Fahrdienstleiter in den Stellwerken Fulda und Burgsinn aufgebaut sind. Zusätzlich befindet sich aus Redundanzgründen ein weiterer Bedienplatz beim Disponenten in Frankfurt. Dieser muss nur reagieren, wenn die Warnmeldungen und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen von den Fahrdienstleitern vor Ort nicht quittiert werden.
"Rein technisch wäre es denkbar, Gegenmaßnahmen auch direkt von der ZKE einleiten zu lassen. Doch schon aus genehmigungsrechtlichen Gründen hat man sich zunächst für ein Assistenzsystem entschieden – letztlich ging es vorerst um einen Zeitraum von drei Wochen", erläutert Roland Herzig.
Leider wird keine Aussage getroffen, wie viele Güterzüge dadurch pro Stunde auf der NBS fahren könnten. Ich erinnere mich leider nicht mehr an den Wert.
Auf der Strecke Fulda-Frankfurt wird nicht nur mehr Kapazität benötigt, sondern vor allem auch mehr Betriebsqualität. Die Bahn würde außerdem gerne mehr Nahverkehrszüge fahren lassen, was aber nicht möglich ist, da keine Trassen vorhanden sind.
Bevor man irgendetwas anderes tut, soll man erstmal den Güterverkehr Fulda-Burgsinn auf die NBS verlagern.
Was ja geplant ist. Die Bahn arbeitet an einer genehmigungsfähigen Sicherheitsarchitektur.
Wenn man danach immer noch klagen will, über mangelnde Kapazität oder Betriebsqualität, muß man sich darüber unterhalten, ob zusätzliche Nahverkehrszüge auf dieser Strecke wirklich so nötig gebraucht werden.
Schon mal morgens oder nachmittags nach Frankfurt gependelt? Benötigt werden die ganz sicher.
Fulda-Frankfurt stark überlastet
flierfy, Samstag, 04.07.2015, 14:17 (vor 3939 Tagen) @ Felix
Wenn man danach immer noch klagen will, über mangelnde Kapazität oder Betriebsqualität, muß man sich darüber unterhalten, ob zusätzliche Nahverkehrszüge auf dieser Strecke wirklich so nötig gebraucht werden.
Mit dem letzten Satz machst du ziemlich deutlich, dass es dir nur darum geht, Bauprojekte zu verhindern. Wie du nun aber zugegeben hast, ist der Planfall 0 zwischen Fulda und frankfurt/M nur mit erheblichen Erschränkungen im Bahnverkehr möglich. Das wiederum ist weder den Menschen in Osthessen noch in anderen Teilen Deutschlands zu zumuten. Deswegen muss dort gebaut werden, und zwar schleunigst.
Ich will Freiheit vom Terror der Verkehrslobby
Felix, Göttingen, Samstag, 04.07.2015, 14:39 (vor 3939 Tagen) @ flierfy
Mit dem letzten Satz machst du ziemlich deutlich, dass es dir nur darum geht, Bauprojekte zu verhindern. Wie du nun aber zugegeben hast, ist der Planfall 0 zwischen Fulda und frankfurt/M nur mit erheblichen Erschränkungen im Bahnverkehr möglich. Das wiederum ist weder den Menschen in Osthessen noch in anderen Teilen Deutschlands zu zumuten. Deswegen muss dort gebaut werden, und zwar schleunigst.
Verstehe Deine Argumentation nicht, aber natürlich geht es mir darum, Bauprojekte zu verhindern. Ich will Freiheit vom Terror der Verkehrslobby und "Fortschritts"-irren, ich will, daß das Volk selbst darüber entscheiden kann, ob und was es bauen will - ohne gedrängt oder gezwungen zu werden. Und ich will Freiheit von den unendlichen Strom von Lügen und Bullshit, mit dem der Terror der Verkehrslobby begleitet wird, um die Leute zu manipulieren und zu lähmen.
Und es ist immer noch Tatsache, daß man Fulda-Flieden entlasten könnte, wenn man denn wollte, womit bewiesen (jawohl!) ist, daß man es eben nicht so dringend nötig hat, daß man das nur behauptet, um das Großprojekt durchzusetzen. Und das mit den angeblich nötigen zusätzlichen Nahverkehrszügen ist auch wieder nur eine Behauptung, aber damit befasse ich mich solange nicht, solange Fulda-Flieden nicht entlastet ist.
Und ich verlange weiterhin, daß sämtliche Neu- und Ausbauprojekte der vergangenen Jahrzehnte auf den Prüfstand gestellt werden, daraufhin, ob die zugrundegelegten Verkehrszahlen und -prognosen der Wahrheit entsprachen und ob Alternativen geprüft wurden. Für jedes Projekt, bei dem dies nicht der Fall war, verlange ich Reparationszahlungen von der DB, in Höhe der gesamten vom Staat gezahlten Summe plus Zins und Zinseszins und das ganze mal zwei, zur Strafe. Und die Strecken sollen solange gesperrt werden, bis die Reparationen vollständig abgezahlt sind.
Analog für alle Straßenbau- und anderen Verkehrsprojekte der vergangenen Jahrzehnte.
Ich will Freiheit vom Terror der Ökolobby
Celestar, Samstag, 04.07.2015, 14:54 (vor 3939 Tagen) @ Felix
Am Beispiel des Flughafens in München. Die Verkehrsprognose, auf der die ursprüngliche Planung basierte (mit 4 Start- und Landebahnen) wurde Anfang der 80er deutlich nach unten korrigiert, deshalb gab es eine Neuplanung (2 Bahnen wurden gestrichen) auf Basis einer neuen Prognose. 10-15 Jahre später stellte sich heraus, dass die Prognose um fast Faktor 2 übertroffen wurde. Und zwar nicht die korrigierte, sondern die Ursprüngliche. <sarcasm>Mit deiner Argumentationsgrundlange verlange ich:
1) Den sofortigen Bau von 2 neuen Start- und Landebahnen auf Basis des damaligen Planfeststellungsbeschlusses.
2) Schadensersatz für alle Geschädigten (Airlines bzw Inhaber, Passagiere, etc) von allen, die sich damals an der gerichtlichen Auseinandersetztung beteiligt haben.
</sarcasm>
Celestar
Dann erlaubt doch mal einen Volksentscheid darüber!
Felix, Göttingen, Samstag, 04.07.2015, 15:09 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Am Beispiel des Flughafens in München. Die Verkehrsprognose, auf der die ursprüngliche Planung basierte (mit 4 Start- und Landebahnen) wurde Anfang der 80er deutlich nach unten korrigiert, deshalb gab es eine Neuplanung (2 Bahnen wurden gestrichen) auf Basis einer neuen Prognose. 10-15 Jahre später stellte sich heraus, dass die Prognose um fast Faktor 2 übertroffen wurde. Und zwar nicht die korrigierte, sondern die Ursprüngliche. <sarcasm>Mit deiner Argumentationsgrundlange verlange ich:
1) Den sofortigen Bau von 2 neuen Start- und Landebahnen auf Basis des damaligen Planfeststellungsbeschlusses.
2) Schadensersatz für alle Geschädigten (Airlines bzw Inhaber, Passagiere, etc) von allen, die sich damals an der gerichtlichen Auseinandersetztung beteiligt haben.
</sarcasm>
Wer ist es denn, der ständig unter zunehmend totaler Verachtung demokratischer Gepflogenheiten unter dem Hinweis auf Sachzwänge und angeblicher Unmündigkeit der zwangsbeglückungsbedürftigen Menschen seine Projekte durchpeitscht? Die Verkehrslobby! Die Ökolobby bekämpft diese Projekte nur, und kann sie lediglich verzögern, aber nicht verhindern. Ein letztlich aussichtsloser Kampf. So auch beim Flughafen München.
Erinnern wir uns an Mappus und Konsorten, was sie verbrochen haben und wie sie dabei vorgegangen sind. Einen Volksentscheid über Stuttgart 21 durfte es nicht geben, erst nach unendlich mühevollem Kampf gelang es dank einer zeitlich günstig gelegenen Landtagswahl schließlich, einen Volksentscheid durchzusetzen darüber, ob das Projekt abgebrochen werden sollte, nachdem bereits vollendete Tatsachen geschaffen worden waren!
Die Projekte der Verkehrslobby sind schrecklich, noch schrecklicher ist ihre totalitäre Gesinnung und ihre völlige Abwesenheit von Rechtsempfinden. Wie weit würden diese Leute im Ernstfall noch gehen?
Erinnern wir uns an den Flughafen Kassel. Jedem denkenden Menschen war klar, daß von seiten der Fluggesellschaften keine Nachfrage nach diesem Flughafen bestand. Die Lufthansa hat auch unmißverständlich klar gesagt, daß sie diesen Flughafen nicht anfliegen würde. Trotzdem war bereits, nachdem zum ersten Mal das Vorhaben öffentlich vorgestellt wurde, es keine Möglichkeit mehr gab, dieses Projekt zu verhindern. Bürgerinitiativen, Argumente - wurden natürlich versucht, es war aber alles von vornherein zwecklos.
Wie lange noch müssen wir unter einem solchen Terror leben?
Dann erlaubt doch mal einen Volksentscheid darüber!
Celestar, Samstag, 04.07.2015, 15:13 (vor 3939 Tagen) @ Felix
Machen wir dann auch einen Volksentscheid darüber, dass die Mineralölsteuereinnahmen zu 100% für den Straßenbau verwendet werden?
Celestar
Dann erlaubt doch mal einen Volksentscheid darüber!
Felix, Göttingen, Samstag, 04.07.2015, 15:41 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Machen wir dann auch einen Volksentscheid darüber, dass die Mineralölsteuereinnahmen zu 100% für den Straßenbau verwendet werden?
Ich verstehe nicht, warum Du gerade diese Frage stellst, aber ja, wir brauchen Volksentscheide, ergebnisoffene Entscheidungen über alle verkehrspolitischen Themen (vor mir aus gerne über alle Themen).
Ich will Freiheit vom Terror der Verkehrslobby
JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 04.07.2015, 15:05 (vor 3939 Tagen) @ Felix
bearbeitet von JeDi, Samstag, 04.07.2015, 15:07
Und es ist immer noch Tatsache, daß man Fulda-Flieden entlasten könnte, wenn man denn wollte, womit bewiesen (jawohl!) ist, daß man es eben nicht so dringend nötig hat, daß man das nur behauptet, um das Großprojekt durchzusetzen. Und das mit den angeblich nötigen zusätzlichen Nahverkehrszügen ist auch wieder nur eine Behauptung, aber damit befasse ich mich solange nicht, solange Fulda-Flieden nicht entlastet ist.
Dumm nur, dass es gar nicht um Fulda-Flieden geht. Weder bei zusätzlichen Nahverkehrszügen, noch bei der Überlastung. Das Problem ist doch, dass es meistens nur die Wahl zwischen "Nichts" und "Großprojekt" gibt - und nichts dazwischen...
--
Weg mit dem 4744!
Ich will Freiheit vom Tenor der Verkehrsverhinderung
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 15:22 (vor 3939 Tagen) @ JeDi
Dumm nur, dass es gar nicht um Fulda-Flieden geht. Weder bei zusätzlichen Nahverkehrszügen, noch bei der Überlastung. Das Problem ist doch, dass es meistens nur die Wahl zwischen "Nichts" und "Großprojekt" gibt - und nichts dazwischen...
nich dass das falsch verstanden wird,
bei den allermeisten Bahnprojekten, Bahnbaustellen geht es nicht um Nichts und auch nicht um Großprojekt.
Die allermeisten Projekte befinden sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich, auch hinsichtlich Leittechnik, Kapazität,
absolut wie auch finanziell.
Im Norden ist jüngst die ABS Stelle-Lüneburg, 3.Gleis fertiggestellt worden, recht unbemerkt.
Großprojekt? nich wirklich.. finanziell, absolut aufwendig.. total.
Ich will Freiheit vom Tenor der Verkehrsverhinderung
JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 04.07.2015, 15:26 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
nich dass das falsch verstanden wird,
bei den allermeisten Bahnprojekten, Bahnbaustellen geht es nicht um Nichts und auch nicht um Großprojekt.
Die allermeisten Projekte befinden sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich, auch hinsichtlich Leittechnik, Kapazität,
absolut wie auch finanziell.
Im Norden ist jüngst die ABS Stelle-Lüneburg, 3.Gleis fertiggestellt worden, recht unbemerkt.
Großprojekt? nich wirklich.. finanziell, absolut aufwendig.. total.
Stimmt. Trotzdem gibt grade "da oben" eine Y-Trasse, die als Planung durch die Lande geistert und weitere Ausbauten verhindert...
--
Weg mit dem 4744!
Ich will Freiheit vom Tenor der Verkehrsverhinderung
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 15:42 (vor 3939 Tagen) @ JeDi
nich dass das falsch verstanden wird,
bei den allermeisten Bahnprojekten, Bahnbaustellen geht es nicht um Nichts und auch nicht um Großprojekt.
Die allermeisten Projekte befinden sich im mittleren Geschwindigkeitsbereich, auch hinsichtlich Leittechnik, Kapazität,
absolut wie auch finanziell.
Im Norden ist jüngst die ABS Stelle-Lüneburg, 3.Gleis fertiggestellt worden, recht unbemerkt.
Großprojekt? nich wirklich.. finanziell, absolut aufwendig.. total.
Stimmt. Trotzdem gibt grade "da oben" eine Y-Trasse, die als Planung durch die Lande geistert und weitere Ausbauten verhindert...
welche weiteren Ausbauten sollten verhindert werden durch dieses Projekt?
und genau hier geht's ja hauptsächlich nich um das Große und auch nicht um Nichts (aber auch das wird gefordert), sondern hauptsächlich geht's in der Diskussion um die ganzen Varianten dazwischen, vereinzelte Ausbauten, 3-, 4-gleisiger Ausbau durch sämtliche Dörfer.
Das klassische Y sowie die eine längere NBS-Variante schneiden nach wie vor am besten ab - aber das muss man auch erstmal den Menschen vor Ort erklären, übermitteln können.
ja, .... Korridor Hamburg / Bremen - Hannover, eines der wenigen 3 derzeitigen Großprojekte in Planung (bei gesonderter Betrachtung der FBQ-Hinterlandanbindung 4).
Planfall 0 ist wichtiger Bestandteil der Planung
Henrik, Freitag, 03.07.2015, 18:54 (vor 3940 Tagen) @ Marien
Um ein Großprojekt in Deutschland aus den vergangenen Jahrzehnten zu finden, bei dem man wirklich - ohne rot zu werden, falls ein Schamgefühl vorhanden ist - sagen konnte, daß es notwendig war, weil der Status quo unerträglich geworden war, müßte man lange nachdenken.
Ich werde die Neubaustrecke Frankfurt-Köln mal in den Raum. Sie hat nicht nur die beiden Rheinstrecken teilweise vom Fernverkehr befreit sondern für die Räume Limburg und Montabaur einen großen Fahrgastzuwachs gebracht.
sämtliche weitere ABS/NBS triffts ebenso.
Diese ICE-Strecke ist zeitgemäß und war durchaus notwendig.
Die Möglichkeit, daß man auf den Bau einer Strecke oder eines anderen Großprojektes auch einfach verzichten könnte, wird übrigens immer von vornherein ausgeschlossen. Keiner wagt es, diese Möglichkeit auch nur zu erwähnen, weil es so stark tabuisiert wird.
Kommt auf die Absicht an, die man verfolgt.
Nein.
Der Planfall 0 ist verpflichtender Bestandteil einer jeden Planung.
Neubauten machen ja immer nur dann Sinn, wenn die bestehenden Strecken hinsichtlich der Kapazität völlig unzureichend sind.
nein, nicht wirklich.
Von daher ist die Betrachtung des Planfall 0 auch so sehr wichtig.
Der IST-Zustand mag noch so ausreichend sein, wenn aber im Planfall 0 die Kapazität nicht ausreicht, dann ist ein Ausbau vonnöten.
Neubauten können natürlich auch durchaus sehr Sinn machen, wenn die Kapazität ausreichend ist.
Momentan trifft das vor allem auf Fulda-Frankfurt und Frankfurt-Mannheim zu.
momentan..
Dagegen sind die ICE-Strecken Erfurt-Ebensfeld-Nürnberg und Wendlingen-Ulm im Prinzip eine Geldverschwendung.
..das war einst ganz anders aus.
zudem sehr subjektive Einschätzung fernab jedweder objektiver Grundlage.
In das Projekt Wendlingen-Ulm fließen derzeit keine Bundesmittel.
Meiner Meinung sollte man noch die Zulaufstrecken nach Frankfurt ausbauen und dann erst einmal ein paar Jahrzehnte mit dem auskommen, was man hat.
zu nennen sei hier zudem das hochüberlastete Dreieck im Norden,
für das mit der Y-Trasse eine Entlastung geschaffen wird.
Ebenso ganz oben auf der Prioritätenliste steht der Ausbau der FBQ-Hinterlandanbindung Lübeck-Puttgarden
sowie die ABS/NBS Karlsruhe-Basel
..das dauert eh noch Jahrzehnte.^^
auskommen mit dem was man hat, sollte man eh nicht.
Es gibt immer was zu tun.... und die ABS nehmen eh den größten Anteil.
Wenn Bedarf an schnelleren ICE-Verbindungen besteht, kann man ja bestehende Strecken schneller machen und Halte auslassen, die durch andere Fernverkehrszüge bedient werden.
die Züge schneller machen.
Neuverkehre.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 01.07.2015, 10:18 (vor 3943 Tagen) @ Lumi25
Hallo Lumi25,
Die Bundesbahn hatte damals die SFS Hannover-Würzburg genau so geplant allerdings über den Raum Holzminden statt via Göttingen mit Anbindungen an Kassel und Fulda.
Hannover-Würzburg ohne Halt wäre nach Bundesbahnplanung damals in unter 90 Minuten möglich gewesen heute braucht man 2 Stunden.
Interessant. Also haben wir:
1. echter HGV via Holzmindener Raum
2. die Ist-Strecke
3. eine verbesserte Ist-Strecke nach italienischem Vorbild
Alternative 1 lässt Göttingen aus, bot aber 1:30
Alternative 2 bietet bestenfalls 2:00
Alternative 3 kann auch 1:30 erreichen (vermutlich nur mit vmax 280 statt 250), aber mit Anbindung von Göttingen. Es gäbe dann z.B. ICE Hannover-Würzburg nonstop; Göttingen, Kassel und Fulda wären IC-Städte.
Na gut, das wird nichts, DB möchte diesen "ICE" haben; stattdessen wird nur der IC implementiert und nennt man ihn ICE.
Die Politiker wollten das aber nicht. Die SFS Hannover-Würzburg ist für mich eine Mahnung was Politiker anrichten können. Wo sind denn hier nennenswerte Neuverkehre im Gegensatz zu früher entstanden?
Neuverkehre ist ein relativer Begriff. Dazu eine Gegenfrage: wie lange brauchte man für Hannover-Würzburg, als es die Rennbahn nicht gab?
Machen wir mal einen Ansatz: 4 Stunden. Dann können wir betrachten:
- Neuverkehre 4:00 -> 2:00 (ist)
- Neuverkehre 2:00 -> 1:30 (sollte)
- Neuverkehre 4:00 -> 1:30 (was wäre wenn)
Hätte man mit 4:00 -> 1:30 wesentlich mehr Neuverkehre gehabt als mit 4:00 -> 2:00? Ich weiss es nicht.
In Frankreich hatte man tatsächlich Neuverkehre geschaffen. Nicht so sehr weil Lucien und Claire vorher flogen, sondern weil Jean-Pierre und Marie-Louise nicht mehr die ganze Strecke nach Paris mit seinem Peugeot bzw. ihrem Renault zurücklegen. Stattdessen fahren die zum nächsten TGV-Bahnhof und steigen dort auf die Bahn um.
In China entstand Anfang des Jahrhunderts einen Mobility-Boom. Neuverkehre gab es somit auf allen Verkehrsträgern. Der Normalchinese konnte sich ein Auto leisten, ein Flugticket leisten, eine Bahnfahrkarte leisten.
Als in China die erste Rennbahn gebaut wurde, waren etliche Fernzüge noch dampfbetrieben und waren die Strassen vor allem mit Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern bevölkert.
Als in Deutschland die erste Rennbahn gebaut wurde, fuhr der IC schon 200 km/h und waren Opel, Volkswagen, Mercedes und BMW reichlich vorhanden.
Und ob es viel Einfluss hat, weiss ich nicht, aber in China sind Autobahnen sowohl tempolimitiert als gebührenpflichtig.
Diese Fehlplanungen lassen sich nur noch teilweise korrigieren, deshalb hoffe ich, dass man in Mannheim bzw. Ulm nicht denselben Fehler macht.
In Ulm hat man den "Fehler" schon gemacht. Nach meinem Kenntnisstand soll Ulm-Augsburg bestenfalls ausgebaut werden (wo wir als ICE-Fans am liebsten eine ununterbrochene Rennbahn Stuttgart-München gesehen hätten). Eine Ulm-Umfahrung ist nicht vorgesehen.
In Mannheim braucht man vermutlich den Fehler nicht zu machen, weil nicht sicher ist, ob die Rennbahn F-MA überhaupt kommt.
Aber: Umfahrungen kann man nachträglich bauen. Eine gebaute Strecke steht, auch wenn sie falsch geplant ist.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Neuverkehre.
Felix, Göttingen, Mittwoch, 01.07.2015, 16:03 (vor 3942 Tagen) @ Oscar (NL)
Neuverkehre ist ein relativer Begriff. Dazu eine Gegenfrage: wie lange brauchte man für Hannover-Würzburg, als es die Rennbahn nicht gab?
3 Stunden 22 Minuten, nach der FV-Datenbank auf fernbahn.de
Für Hamburg-München 7 Stunden 7 Minuten. (Würzburg-Augsburg direkt, nicht über Nürnberg)
(vom 31.5.1987-28.5.1988)
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Henrik, Donnerstag, 02.07.2015, 21:03 (vor 3941 Tagen) @ Oscar (NL)
Die Bundesbahn hatte damals die SFS Hannover-Würzburg genau so geplant allerdings über den Raum Holzminden statt via Göttingen mit Anbindungen an Kassel und Fulda.
Hannover-Würzburg ohne Halt wäre nach Bundesbahnplanung damals in unter 90 Minuten möglich gewesen heute braucht man 2 Stunden.
Interessant. Also haben wir:
1. echter HGV via Holzmindener Raum
2. die Ist-Strecke
3. eine verbesserte Ist-Strecke nach italienischem VorbildAlternative 1 lässt Göttingen aus, bot aber 1:30
Alternative 2 bietet bestenfalls 2:00
Alternative 3 kann auch 1:30 erreichen (vermutlich nur mit vmax 280 statt 250), aber mit Anbindung von Göttingen. Es gäbe dann z.B. ICE Hannover-Würzburg nonstop; Göttingen, Kassel und Fulda wären IC-Städte.
Da ist einiges falsch verstanden und auch falsch beschrieben worden.
Die Fahrzeit von 1:30 h bzw. 90 Minuten bezieht sich nicht auf Hannover - Würzburg,
sondern auf Hannover - Gemünden (von dort ist noch nen gutes Stück bis Würzburg)
und nicht auf eine Entwurfs- und Betriebsgeschwindigkeit von 250 km/h, sondern 300 km/h.
Die IST-Variante bot im Fahrplanjahr 1992 eine Fahrzeit von 1:58 h für Hannover - Würzburg (jeder ICE). Mit ICE 3 anstatt ICE 1 wäre bei gleicher Höchstgeschwindigkeit eine um weitere 12 Minuten kürzere Fahrzeit möglich gewesen.
Auch schon beim ersten Trassenentwurf der DB war der ICE-Bahnhof im Kasseler Raum an heutiger Stelle Wilhelmshöhe vorgesehen, damals jedoch noch mit sehr direkter Anbindung nach Norden und Süden. Die Stadt Kassel wünschte sich anfangs eine unterirdische ICE-Station unter dem Hauptbahnhof, desweiteren gab es noch den möglichen östlicheren Standort in KS-Bettenhausen.
Das Ansinnen der Anbindung von den Zonenrandgebieten der Universitätsstadt Göttingen sowie Hildesheim kam von der Obersten Landesplanungsbehörde Niedersachsen im Rahmen der Raumordnung. Bei bestehenden Planungsparametern (Ve = 300 km/h, Großlichtraum) rechtfertigten die zusätzlichen Fahrgäste nicht die deutlich höheren Investitionskosten i.H.v. 500 Mio DM. Die Ölkrise von 1973 +Folgen führten zu Änderung der DB-Planungsparameter hin zu Ve = 250 km/h, nur noch Anwendung des erweiterten Regellichtraums (ERL), nur noch 4,70 m Gleismittenabstand. Folglich gab es keine negative Bewertung mehr der Variante III über Göttingen - sie wurde präferiert, zumal sich auch raumordnerische Unverträglichkeiten bei der 20 km kürzeren Variante I über Elze, Holzminden/Höxter & Wehrden durch die Erholungsgebiete im Wesertal herausstellten.
Na gut, das wird nichts, DB möchte diesen "ICE" haben; stattdessen wird nur der IC implementiert und nennt man ihn ICE.
Die IC-Linien sollen als solche Linien erhalten bleiben.
Das ändert daran also nichts.
Die Politiker wollten das aber nicht.
Die SFS Hannover-Würzburg ist für mich eine Mahnung was Politiker anrichten können.
das greift es zu kurz, zu eindimensional, zu polemisch und vor allem völlig falsch, s.o.
völlig ohne einen einzigen Politiker würde die NBS heute auch im gleichen Zustand bestehen,
hingegen völlig ohne Berücksichtigung von Natur & Mensch sowie Wirtschaftlichkeit würde sie gewiss anders verlaufen.
Wo sind denn hier nennenswerte Neuverkehre im Gegensatz zu früher entstanden?
Neuverkehre ist ein relativer Begriff.
Neuverkehre bzw. hier Neukunden, zusätzliche Fahrgäste sind kein relativer Begriff,
sondern ein fest definierter, gar höchst wichtiger Faktor im Rahmen von Verkehrsplanung.
Es war der wichtigste Hintergrund für diese NBS auf HGV-Niveau
und eben ja auch der größte wichtigste Beleg für den Erfolg von HGV hierzulande.
Dazu eine Gegenfrage: wie lange brauchte man für Hannover-Würzburg, als es die Rennbahn nicht gab?
Machen wir mal einen Ansatz: 4 Stunden. Dann können wir betrachten:- Neuverkehre 4:00 -> 2:00 (ist)
- Neuverkehre 2:00 -> 1:30 (sollte)
- Neuverkehre 4:00 -> 1:30 (was wäre wenn)Hätte man mit 4:00 -> 1:30 wesentlich mehr Neuverkehre gehabt als mit 4:00 -> 2:00? Ich weiss es nicht.
natürlich hätte man diese gehabt bei gleicher Trassenführung, aber eben ja auch höhere Kosten.
Auf der NBS Köln-Rhein/Main brachte die Planungsänderung von 250 km/h auf 300 km/h eine Erhöhung des Neuverkehrs um 1 Mio Fahrgäste.
In Frankreich hatte man tatsächlich Neuverkehre geschaffen. Nicht so sehr weil Lucien und Claire vorher flogen, sondern weil Jean-Pierre und Marie-Louise nicht mehr die ganze Strecke nach Paris mit seinem Peugeot bzw. ihrem Renault zurücklegen. Stattdessen fahren die zum nächsten TGV-Bahnhof und steigen dort auf die Bahn um.
Grade auf Paris-Lyon ist die Verlagerung vom Flieger hin zum TGV sehr bedeutend.
zurück hier,
nach 3 Jahren des ICE-Verkehrs wechselten 36% vom Flugzeug auf die Schiene hin zum ICE.
Der Anteil der Neukunden an allen ICE-Fahrgästen lag bei etwa 20%.
In China entstand Anfang des Jahrhunderts einen Mobility-Boom. Neuverkehre gab es somit auf allen Verkehrsträgern. Der Normalchinese konnte sich ein Auto leisten, ein Flugticket leisten, eine Bahnfahrkarte leisten.
Der Normalchinese heute noch immer nicht!
Die städtische Bevölkerung hingegen schon - aber bereits auch schon vor mehr als 15 Jahren.
Als in China die erste Rennbahn gebaut wurde, waren etliche Fernzüge noch dampfbetrieben und waren die Straßen vor allem mit Fahrrädern, Mopeds und Motorrädern bevölkert.
nicht wirklich.
das gibt ein völlig falsches Bild wieder.
Als in Deutschland die erste Rennbahn gebaut wurde, fuhr der IC schon 200 km/h und waren Opel, Volkswagen, Mercedes und BMW reichlich vorhanden.
nicht wirklich.
Das IC-Netz sowie die NBS haben die gleichen zeitlichen Ursprünge.
MIV setzt sich davon deutlich ab, ja
..sieht grundsätzlich in China aber nicht anders aus.
Diese Fehlplanungen lassen sich nur noch teilweise korrigieren, deshalb hoffe ich, dass man in Mannheim bzw. Ulm nicht denselben Fehler macht.
In Ulm hat man den "Fehler" schon gemacht. Nach meinem Kenntnisstand soll Ulm-Augsburg bestenfalls ausgebaut werden (wo wir als ICE-Fans am liebsten eine ununterbrochene Rennbahn Stuttgart-München gesehen hätten). Eine Ulm-Umfahrung ist nicht vorgesehen.
Ulm steht fest, ja - es gab anfangs andere Planungen.
In Mannheim braucht man vermutlich den Fehler nicht zu machen, weil nicht sicher ist, ob die Rennbahn F-MA überhaupt kommt.
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Aber: Umfahrungen kann man nachträglich bauen. Eine gebaute Strecke steht, auch wenn sie falsch geplant ist.
bauen kann man vieles, sie wird jedoch nicht mehr wirtschaftlich sein und somit fehlt der Geldgeber.
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Lumi25, Donnerstag, 02.07.2015, 23:15 (vor 3941 Tagen) @ Henrik
Die Fahrzeit von 1:30 h bzw. 90 Minuten bezieht sich nicht auf Hannover - Würzburg,
sondern auf Hannover - Gemünden (von dort ist noch nen gutes Stück bis Würzburg)
und nicht auf eine Entwurfs- und Betriebsgeschwindigkeit von 250 km/h, sondern 300 km/h.
Die IST-Variante bot im Fahrplanjahr 1992 eine Fahrzeit von 1:58 h für Hannover - Würzburg (jeder ICE). Mit ICE 3 anstatt ICE 1 wäre bei gleicher Höchstgeschwindigkeit eine um weitere 12 Minuten kürzere Fahrzeit möglich gewesen.
Rechne mal bitte durch...
kürzere Trassenführung via. Holzminden statt Göttingen
durchgehend befahrbar mit 250 km/h.
Die heute SFS Hannover-Würzburg ist 327 km lang (korrigiere mich wenn es nicht stimmt). Bei der Variante über Holzminden wären es 300 km wohl gewesen.
Auf 50 km braucht ein 250 km/h schneller ICE 1 12 Minuten das bedeutet also bei 300 km eine Fahrzeit von 60 Minuten. Die 90 Minuten sind also sehr großzügig von mir ausgelegt. 75 Minuten Fahrzeit wären locker machbar gewesen bei durchgehend 250 km/h.
Es geht aber nicht nur um Hannover-Würzburg auch die Routen Berlin-Frankfurt oder Hamburg-Frankfurt hätten enorm profitiert. Berlin-Frankfurt wäre dann in 3 Stunden möglich gewesen und Hamburg-Frankfurt in unter 3 Stunden.
Das ist kein Vergleich zu heute. Bei Fahrzeiten bis 3 Stunden ist der HGV-Verkehr dem Kurzstreckenflieger absolut ebenbürdig.
Grade auf Paris-Lyon ist die Verlagerung vom Flieger hin zum TGV sehr bedeutend.
Das hätte es auch zwischen Berlin und Frankfurt bzw. Hamburg und Frankfurt werden können.
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Ich denke Mannheim wird anders denken wenn die Güterzüge dann nachts durch den Hbf alle müssen, weil es keine Umfahrung gibt.
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 03.07.2015, 05:40 (vor 3941 Tagen) @ Lumi25
Grade auf Paris-Lyon ist die Verlagerung vom Flieger hin zum TGV sehr bedeutend.
Aber die Verlagerung Auto -> TGV wohl noch mehr.
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr Neckar kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Rhein/Main - Rhein/Ruhr gibt es schon teilweise als 300 km/h Neubau und 200 km/h Ausbau.
Wieso ist die Umfahrung nicht zulässig?
Ich denke Mannheim wird anders denken wenn die Güterzüge dann nachts durch den Hbf alle müssen, weil es keine Umfahrung gibt.
Wir erinnern uns Viareggio.
gruß,
Oscar (NL).
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Henrik, Freitag, 03.07.2015, 19:56 (vor 3940 Tagen) @ Oscar (NL)
Grade auf Paris-Lyon ist die Verlagerung vom Flieger hin zum TGV sehr bedeutend.
Aber die Verlagerung Auto -> TGV wohl noch mehr.
Wieso sollte dem so sein? Aufgrund welcher Quellenlage kommt man zu so einer Aussage?
vgl.
Die Zahl von durchschnittlich 15.000 Fahrgästen pro Tag lag über optimistischsten Prognosen. Laut Umfragen war die Hälfte der neuen Fahrgäste vom Auto umgestiegen, ein weiteres Drittel hatte zuvor die Flüge von Air Inter benutzt; die Fluggesellschaft hatte 30 Prozent ihrer Fluggäste an die Bahn verloren.
https://de.wikipedia.org/wiki/LGV_Sud-Est#Geschichte
^^belegt ganz offensichtlich obige These nicht.
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr Neckar kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Rhein/Main - Rhein/Ruhr gibt es schon teilweise als 300 km/h Neubau und 200 km/h Ausbau.
Wieso ist die Umfahrung nicht zulässig?
Weil der Gesetzgeber es so wollte.. ;) :D
..er hat im Bedarfsplan den Bypass Mannheim in einer Fußnote ausgeschlossen.
Zudem stufte das Regierungspräsidium Karlsruhe im Rahmen des ROV die Bypass-Lösung als „nicht raumverträglich“ ein.
https://de.wikipedia.org/wiki/Neubaustrecke_Rhein/Main-Rhein/Neckar#Bypass_Mannheim
Ich denke Mannheim wird anders denken wenn die Güterzüge dann nachts durch den Hbf alle müssen, weil es keine Umfahrung gibt.
Wir erinnern uns Viareggio.
daran wird sich wohl eher niemand dran erinnern, zu alt & zu weit weg zudem.
auch sehr irrelevant, interessanter ist der Lärm an sich.
Umfahrung Mannheim - Mißverständnis oder Ignoranz?
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 23:23 (vor 3940 Tagen) @ Henrik
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr Neckar kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Rhein/Main - Rhein/Ruhr gibt es schon teilweise als 300 km/h Neubau und 200 km/h Ausbau.
Wieso ist die Umfahrung nicht zulässig?
Weil der Gesetzgeber es so wollte.. ;) :D
Das ist falsch und bestenfalls ein Mißverständnis des in dem Wikipedia-Artikel als Beleg angeführten Sitzungsprotokolls des baden-württembergischen Landtags vom 19. Juni 2002, wo über den Antrag aller Fraktionen "Schienenverkehr der Zukunft gestalten – Hauptbahnhof Mannheim einbinden" (Landtagsdrucksache 13/1089) mit dem späteren Änderungsantrag aller Fraktionen (Landtagsdrucksache 13/1092) abgestimmt wurde. Den vollständigen beschlossenen Text findet man in einer Mitteilung der Landesregierung vom 13.12.2002. Jeder, der dies liest, sollte wenigstens diesen letzten Text auch lesen, um dann auch zu dem Schluß zu kommen, daß damit nicht "der Gesetzgeber" den "Bypass Mannheim" per Gesetz für "rechtlich nicht zulässig" erklärt hat, sondern mit einer Resolution eine Meinung des Parlaments zu Kund getan hat, und die Landesregierung aufgefordert hatte, in einer bestimmten Art und Weise auf Raumordnungsverfahren und Planfeststellung einzuwirken:
4. Der Landtag von Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf,
den Planungen einer sogenannten Bypass-Lösung weiterhin mit allem
Nachdruck entgegenzutreten und sich für die Belange des Rhein-Neckar-
Dreiecks einzusetzen
6. Der Landtag von Baden-Württemberg erwartet von der Bundesregierung
und dem Deutschen Bundestag, dass die Deutsche Bahn AG nur Finanzmittel
für eine Trasse erhält, die im Einklang mit den Interessen des Landes
Baden-Württemberg steht.
Planfeststellung bei Vorhaben des Eisenbahnbaus ist nicht Sache der Landesparlamente, sondern des Eisenbahnbundesamtes. Institutionen wie Bundesländer, Kommunen usw usf werden gehört, können aber nichts entscheiden, sondern höchstens später Geld für den Bau verweigern. Aber für die Eisenbahnen des Bundes ist primär der Bund zuständig; deswegen ja auch der Punkt 6 der Entschließung vom Juni 2002.
Dementsprechend liest man in dem verlinkten Absatz des de.Wikipedia-Artikels auch:
In der Ausschreibung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung vom Februar 2008 ist eine Umfahrung des Mannheimer Hauptbahnhofs enthalten.[7]
also sechs Jahre nach der Meinungsäußerung des Landtags, die offenbar völlig folgenlos geblieben ist.
Im Gegensatz zu den Äußerungen von "Henrik". Bisher dachte ich, daß der zwar in allgemeinpolitischen Fragen die Scheißhausparolen vom rechten Rand ("der SPD gehören die meisten Zeitungen") wiederkäut, aber in Sachen Eisenbahn einigermaßen zuverlässig ist. Diese Illusion wurde mir hiermit genommen.
Aus einer PDF-Datei "Streckenverlauf NBS Rhein/Main-Rhein/Neckar" aus dem Jahre 2007, die allerdings in der überarbeiteten Webpräsentation des Projekts nach der "Mittelrhein-Studie" nicht mehr enthalten ist:
Kurz vor dem Viernheimer Dreieck erfolgt die zweigleisige Anbindung des Mannheimer Hauptbahnhofes über Mannheim-Waldhof. Die geplante Direktverbindung folgt der A6 in Richtung Süden und wechselt vor Wallstadt auf ihre östliche Seite. Im weiteren Verlauf werden der Neckar, die A656 und der Rangierbahnhof Mannheim überquert. Im Bereich des Pfingstbergtunnels erfolgt die Anbindung der Neubaustrecke an die bestehende Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart.
Jetzt heißt es nur noch
Die konkrete Streckenführung wird auf Basis der im Bedarfsplan festgelegten Rahmenbedingungen zu erarbeiten sein. Insofern kann eine Entscheidung über die genaue Streckenführung und welche Variante grundsätzlich weiterverfolgt wird erst im Anschluss daran getroffen werden.
Umfahrung Mannheim - Mißverständnis
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 00:34 (vor 3940 Tagen) @ L.Willms
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr Neckar kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Rhein/Main - Rhein/Ruhr gibt es schon teilweise als 300 km/h Neubau und 200 km/h Ausbau.
Wieso ist die Umfahrung nicht zulässig?
Weil der Gesetzgeber es so wollte.. ;) :D
Das ist falsch
Nein, s.o.
und bestenfalls ein Mißverständnis
Es mag gut sein, dass ein Mißverständnis vorliegt beim Lesen des Bundesgesetzes.
Dieses lässt aber keine zwei Deutungen zu - der Bypass ist dort ausgeschlossen.
sollten noch immer Missverständnisse bestehen, so wird man diese gewiss ausräumen können. ;)
des in dem Wikipedia-Artikel als Beleg angeführten Sitzungsprotokolls des baden-württembergischen Landtags vom 19. Juni 2002, wo über den Antrag aller Fraktionen "Schienenverkehr der Zukunft gestalten – Hauptbahnhof Mannheim einbinden" (Landtagsdrucksache 13/1089) mit dem späteren Änderungsantrag aller Fraktionen (Landtagsdrucksache 13/1092) abgestimmt wurde. Den vollständigen beschlossenen Text findet man in einer Mitteilung der Landesregierung vom 13.12.2002. Jeder, der dies liest, sollte wenigstens diesen letzten Text auch lesen, um dann auch zu dem Schluß zu kommen, daß damit nicht "der Gesetzgeber" den "Bypass Mannheim" per Gesetz für "rechtlich nicht zulässig" erklärt hat, sondern mit einer Resolution eine Meinung des Parlaments zu Kund getan hat, und die Landesregierung aufgefordert hatte, in einer bestimmten Art und Weise auf Raumordnungsverfahren und Planfeststellung einzuwirken:
das eine schließt das andere nicht aus bzw. hier besteht ja eben genau der direkte Zusammenhang.
Der Gesetzgeber hat letztendlich den "Bypass Mannheim" per Gesetz für "rechtlich nicht zulässig" erklärt - das, genau das ist seine Aufgabe.
4. Der Landtag von Baden-Württemberg fordert die Landesregierung auf,
den Planungen einer sogenannten Bypass-Lösung weiterhin mit allem
Nachdruck entgegenzutreten und sich für die Belange des Rhein-Neckar-
Dreiecks einzusetzen
6. Der Landtag von Baden-Württemberg erwartet von der Bundesregierung
und dem Deutschen Bundestag, dass die Deutsche Bahn AG nur Finanzmittel
für eine Trasse erhält, die im Einklang mit den Interessen des Landes
Baden-Württemberg steht.
!
genau das ist der Punkt.
Planfeststellung bei Vorhaben des Eisenbahnbaus ist nicht Sache der Landesparlamente, sondern des Eisenbahnbundesamtes. Institutionen wie Bundesländer, Kommunen usw usf werden gehört, können aber nichts entscheiden, sondern höchstens später Geld für den Bau verweigern. Aber für die Eisenbahnen des Bundes ist primär der Bund zuständig; deswegen ja auch der Punkt 6 der Entschließung vom Juni 2002.
eben,
daher hier der Link auf das Bundesgesetz.
Dementsprechend liest man in dem verlinkten Absatz des de.Wikipedia-Artikels auch:
In der Ausschreibung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung vom Februar 2008 ist eine Umfahrung des Mannheimer Hauptbahnhofs enthalten.[7]
also sechs Jahre nach der Meinungsäußerung des Landtags, die offenbar völlig folgenlos geblieben ist.
offenbar völlig folgenlos?
Das Bundesgesetz ist geändert worden, die DB AG hat ihre Planungen grundlegend geändert, s.u.
So folgenlos scheint das ganz offenbar nicht gewesen zu sein.
Im Gegensatz zu den Äußerungen von "Henrik". Bisher dachte ich, daß der zwar in allgemeinpolitischen Fragen die Scheißhausparolen vom rechten Rand ("der SPD gehören die meisten Zeitungen") wiederkäut, aber in Sachen Eisenbahn einigermaßen zuverlässig ist. Diese Illusion wurde mir hiermit genommen.
in der überarbeiteten Webpräsentation des Projekts nach der "Mittelrhein-Studie" nicht mehr enthalten ist:
dort ist entsprechend zu lesen:
Seit November 2010 wurden im Zusammenhang mit der Bedarfsplanüberprüfung des Bundes die Planungsaktivitäten stark reduziert. Zu diesem Zeitpunkt lag für einzelne Abschnitte die Entwurfs- und Genehmigungsplanung vor. Aufgrund veränderter Randbedingungen, die resultierend aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) erwartet werden, sowie der Änderung von Richtlinien und Gesetzen, muss die Planung ggf. überarbeitet werden.
Überprüfung des Bedarfsplanes/Mittelrheinstudie
In der Bedarfsplanüberprüfung des Bundesverkehrsministeriums mit der Verkehrsprognose 2025 wurde das Projekt erneut bewertet. Als Ergebnis wurde die Konsenstrasse Darmstadt und die ausschließliche Anbindung Mannheim Hauptbahnhof unterstellt. Damit wurde die entsprechende Fußnote im Bundesschienenwegeausbaugesetz umgesetzt.
--
DIE ZEIT, Frankfurter Rundschau sowie Kommunisten.de sollten recht weit links der SPD zu verorten sein und dem Verdacht der Nähe des rechten Randes recht erhaben sein. -.-
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 03.07.2015, 07:23 (vor 3941 Tagen) @ Lumi25
Das ist kein Vergleich zu heute. Bei Fahrzeiten bis 3 Stunden ist der HGV-Verkehr dem Kurzstreckenflieger absolut ebenbürdig.
Aber auch nur auf dem Papier. Als ich letzte Woche nach Hamburg mußte, habe ich es mir auch mal durchgerechnet, wie es am besten geht.
Bahn:
Fahrt von mir zum Hbf: 20 Minuten mit der Straßenbahn
Fahrzeit Frankfurt Hbf - Hamburg Hbf: 3:40 im ICE.
Macht 4h reine Fahrzeit, plus 15 Minuten Umsteigezeit am Hbf in Frankfurt und 5 minuten um in Hambrug vom Gleis zum Parkplatz zu kommen, wo mein Kollege mit dem Auto wartete. Am frühen Morgen unterwegs, mußte ich irgendwo ein Frühstück einplanen, was aber zeitneutral zwischen Frankfurt und Fulda im ICE stattfand.
Flugzeug:
Fahrt von mir zum Flughafen: ~50 Minuten mit Straßenbahn und Bus
Flugzeit FRA-HAM: 1:05 (Am Beispiel des Flugs LH002)
In der Nettoreisezeit knapp halb so lang, jetzt kommt aber noch dazu:
2h Vorlauf in Frankfurt für Bordkarte aus dem Automaten ziehen (online eingecheckt, aber nicht ausgedruckt, die IATA-Formate sind handlicher als DIN A4), Baggage drop (meistens eine ewig lange Schlange, wir reden von der morgendlichen Rush-Hour, und mein Gepäck war vom Gewicht her nicht fürs Handgepäck geeignet), Sicherheitskontrolle (Da geht es morgens auch nur im Schneckentempo durch, gerade an den Posten, die von Frasec betrieben werden), und mit Pech heißt das Abfluggate dann A42, was nochmal eineinhalb Kilometer Fußmarsch sind. Klar, auf dem Papier reichen ich glaub 45 Minuten vor Abflug, aber wer Frankfurt in der morgendlichen Rush-Hour kennt, weiß, daß unter 2h gar nichts geht, wenn man Gepäck einchecken muß und nicht mindestens Miles&More Senator-Status oder höhere Reiseklasse hat, und somit Priorität an der Sicherheitskontrolle genießt.
Dann in Hamburg nochmal (sehr knapp geschätzt) 30 Minuten für aus dem Flieger, Gepäck abholen und zum Parkplatz laufen (der Kollege hätte mich auch dort abholen können). Ach Moment, der Magen knurrt, also rechnen wir nochmal mindestens ne halbe Stunde für ein Frühstück was auch nur halbwegs so gemütlich ist wie im Speisewagen, drauf. Irgendwo ein belegtes Brötchen und ein Coffee to go mitnehmen ist ja doch was anderes als gemütlich im Speiseagen des ICE 1 ein City-Frühstück zu verputzen. ;-)
Zeitlich liegt der Flug also brutto deutlich über der Bahnfahrt, bei kürzerer Nettoreisezeit.
Preislich sieht es da übrigens nicht besser aus. Gebucht wurde ca. eine Woche vorher. Preis: Lufthansa wollte für das günstigste Eco-Ticket ohne Umbuchungsmöglichkeit und ohne jegliche Flexibilität (also wie der DB-Sparpreis): 450€, bei der Bahn in der 1. Klasse (zugegeben mit BC 25, aber ohne wäre es immernoch günstiger als der Flug) 150€.
Von München nach Hamburg mag es anders aussehen. Aber zumindest von Frankfurt aus lohnen innerdeutsche Flüge eigentlich nicht mehr.
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 12:30 (vor 3940 Tagen) @ Colaholiker
bearbeitet von Celestar, Freitag, 03.07.2015, 12:33
Von München nach Hamburg mag es anders aussehen. Aber zumindest von Frankfurt aus lohnen innerdeutsche Flüge eigentlich nicht mehr.
Etwa 25000-30000 innerdeutsche Passagiere an einem Werktag besagen das Gegenteil. Das ist zwar schon spürbar weniger als in München, aber bei durchschnittlicher Auslastung doch ein großer Haufen ICE3 Garnituren.
Die Grenze, bei der die Zugverbindung 'schneller' ist als die Flugverbindung, sind 2:30 (irgendwie weiss das die ganze Welt, nur Deutschland nicht). Unter gewissen Umständen kann es auch ein wenig mehr sein, aber um eine großflächige Verschiebung des Modal-Split zur erreichen, ist das die Fahrzeit die herauskommen sollte. Von Frankfurt nach Hamburg und Berlin ist das auch relativ einfach machbar.
Celestar
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 03.07.2015, 13:18 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
bearbeitet von Colaholiker, Freitag, 03.07.2015, 13:19
Etwa 25000-30000 innerdeutsche Passagiere an einem Werktag besagen das Gegenteil.
Nur zwischen Frankfurt und Hamburg? Da hätte ich gerne mal eine Quelle. Oder meinst Du insgesamt? Sonst kommt mir das nämlich etwas sehr viel vor. Bei 150 Pax pro Flieger (auf FRA-HAM kamen früher zwar mal A300 zum Einsatz, aber seit Jahren nur noch A319-A321 oder 737, also kleinere Gefäßgrößen) wären das ber 160 Flüge. Also mehr als 9 Flüge pro Betriebsstunde des Flughafens Frankfurt. Irgendwo stimmt da was nicht.
Außerdem mußt Du da die rausrechnen, die von irgendwoanders ankommen und auf einen Flug nach Hamburg umsteigen, was 1. die Anfahrt zum Flughafen auf 0 setzt und 2. auch die zwei Stunden Vorlaufzeit eliminiert. Ganz davon abgesehen, daß ein Stückeln Flug + Bahn aus Flug-/Fahrgastrechtesicht meistens ungünstig ist.
Und als Vergleich, wie viele sind es bei der Bahn? ;-)
Außerdem darf man den Businesskasper-Effekt nicht vergessen. Man wird bezahlt, man bekommt es bezahlt, warum soll man also wie ein gewöhnlicher sterblicher mit dem ICE fahren, wenn man doch Business Class fliegen darf? Ich hätte von meinem Arbeitgeber den Flug (allerdings in Eco) auch bezahlt bekommen, bin aber aus eigener Motivation auf die Bahn umgestiegen. Lieber sitze ich bequem 3:40 in der 1. Klasse im ICE 1 als mich ne Stunde in eine Sardinendose mit Kranichaufdruck zu zwängen, nachdem ich mich an der Sicherheitskontrolle vom chronisch schlecht gelaunten Personal anschnauzen lassen muß.
Zweifelnde Grüße,
der Colaholiker
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 16:43 (vor 3940 Tagen) @ Colaholiker
Nur zwischen Frankfurt und Hamburg? Da hätte ich gerne mal eine Quelle. Oder meinst Du insgesamt?
Insgesamt, aber die Strecken nach Hamburg und Berlin sind so ziemlich die längsten/langsamsten, die geflogen werden.
Celestar
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 03.07.2015, 13:31 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
Von München nach Hamburg mag es anders aussehen. Aber zumindest von Frankfurt aus lohnen innerdeutsche Flüge eigentlich nicht mehr.
Etwa 25000-30000 innerdeutsche Passagiere an einem Werktag besagen das Gegenteil.
Und wieviele Autofahrer sind auf diese(n/r) Strecke(n) unterwegs? Vermutlich ein Vielzahl davon.
Was machte die Mehrheit der Fluggäste, wenn die Flieger wegen Aschenwolke nicht mehr flogen? Sie fuhren Auto, entweder das eigene oder gemietet.
Beim Strassenverkehr ist also noch viel mehr zu holen.
Aber offenbar sind Fluggäste leichter für eine Bahnfahrt zu verführen als Autofahrer.
Die Grenze, bei der die Zugverbindung 'schneller' ist als die Flugverbindung, sind 2:30 (irgendwie weiss das die ganze Welt, nur Deutschland nicht)...
Von Frankfurt nach Hamburg und Berlin ist das auch relativ einfach machbar.
Hafas ergibt ab Frankflug 3:53 nach Hamburg und 4:28 nach Berlin. Wie soll das auf 2:30 reduziert werden?
Vermutlich geht das nur mit (zurück zum Originalthema) chinesischer Reissbrettpolitik.
In China wird sogar die 4:30 zwischen Beijing-Shanghai mit der Bahn gefahren.
gruß,
Oscar (NL).
--
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NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Freitag, 03.07.2015, 13:38 (vor 3940 Tagen) @ Oscar (NL)
Beim Strassenverkehr ist also noch viel mehr zu holen.
Stimmt
Aber offenbar sind Fluggäste leichter für eine Bahnfahrt zu verführen als Autofahrer.
Fluggäste sind dran gewöhnt, daß man sich nach dem Fahrplan richten muß, sie sind es gewohnt, sich die Kabine mit anderen zu teilen, sie sind sogar mehr noch als Bahnfahrer an die Festlegung auf einen bestimmten Flug gewöhnt, wie es hier die Sparpreise festlegen... all das kennen Autofahrer so eben nicht. Und bei genauerem Nachdenken fällt einem noch wesentlich mehr ein, wo es mehr Gemeinsamkeiten zwischen Flug und Bahn als zwischen Auto und Bahn gibt.
Mutmaßende Grüße,
der Colaholiker
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 16:37 (vor 3940 Tagen) @ Colaholiker
Und bei genauerem Nachdenken fällt einem noch wesentlich mehr ein, wo es mehr Gemeinsamkeiten zwischen Flug und Bahn als zwischen Auto und Bahn gibt.
Weder Zug noch Flugzeug kann man direkt vor der Haustüre besteigen. Da steht nur das eigene Auto, das dann auch am Ziel direkt ankommt ... wenn nicht eine längere Parkplatzsuche die gewonnene Fahrzeit wieder aufbraucht.
Letztenendes entscheidend sind Reisezeiten Haustür zu Haustür.
Modifiziert gemäß Kosten der Reise (ggf. nur Grenzkosten) und Reisekomfort.
NBS Hannover - Würzburg; Modal-Split.
Henrik, Freitag, 03.07.2015, 15:34 (vor 3940 Tagen) @ Oscar (NL)
Von München nach Hamburg mag es anders aussehen. Aber zumindest von Frankfurt aus lohnen innerdeutsche Flüge eigentlich nicht mehr.
Etwa 25000-30000 innerdeutsche Passagiere an einem Werktag besagen das Gegenteil.
Und wieviele Autofahrer sind auf diese(n/r) Strecke(n) unterwegs? Vermutlich ein Vielzahl davon.
die sind auf den Strecken unterwegs, auf den Autobahnen, aber nicht von A nach B,
bei den reinen Querschnittsbelastungen sind die Effekte des Schienenschnellverkehrsangebotes natürlich weitaus geringer, und zwar aufgrund des großen Anteils des Individualverkehrs mit seiner Vielfalt an Relationen.
Insofern findet der direkte Wettbewerb aller drei Verkehrsträger natürlich nur zwischen denjenigen Städten statt, die außer einem ICE-Haltebahnhof auch einen Verkehrsflughafen aufweisen. Bei der Betrachtung des Modal-Split macht es also Sinn, nur die Quell-Ziel-Verkehre zu erfassen.
Wie schon mehrfach hier im Forum zu lesen war,
ging direkt nach Beginn des ICE-Verkehrs der Flugzeug-Anteil auf Frankfurt-Hamburg von 34% auf 27% zurück, der MIV-Anteil von 38% auf 34%.
Was machte die Mehrheit der Fluggäste, wenn die Flieger wegen Aschenwolke nicht mehr flogen? Sie fuhren Auto, entweder das eigene oder gemietet.
..deswegen waren ja auch die Züge so leer. -.-
Die meisten sind natürlich ICE gefahren.
Beim Straßenverkehr ist also noch viel mehr zu holen.
..in der Fläche - und da hauptsächlich durch den Preis, vgl. 2012.
Aber offenbar sind Fluggäste leichter für eine Bahnfahrt zu verführen als Autofahrer.
sie sind ja auch eh schon in einem öffentlichen Verkehrsmittel.
Die Grenze, bei der die Zugverbindung 'schneller' ist als die Flugverbindung, sind 2:30 (irgendwie weiss das die ganze Welt, nur Deutschland nicht)...
Von Frankfurt nach Hamburg und Berlin ist das auch relativ einfach machbar.
Hafas ergibt ab Frankflug 3:53 nach Hamburg und 4:28 nach Berlin. Wie soll das auf 2:30 reduziert werden?
;)
......klar, die Leute fahren erstmal mit dem Taxi zum Flughafen, um dort dann in den ICE einzusteigen. :D
Frankfurt - Hamburg IST 3:35 h
Frankfurt - Berlin IST 3:42 h
weitere deutliche Reduzierungen sind bereits fest geplant.
Vermutlich geht das nur mit (zurück zum Originalthema) chinesischer Reissbrettpolitik.
In China wird sogar die 4:30 zwischen Beijing-Shanghai mit der Bahn gefahren.
hierzulande wird auch sogar die 5:55 zwischen Hamburg und München mit ICE gefahren.
natürlich wird auch Peking-Shanghai geflogen ..und das nicht wenig.
NBS Hannover - Würzburg; Modal-Split.
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 16:33 (vor 3940 Tagen) @ Henrik
Hafas ergibt ab Frankflug 3:53 nach Hamburg und 4:28 nach Berlin. Wie soll das auf 2:30 reduziert werden?
;)
......klar, die Leute fahren erstmal mit dem Taxi zum Flughafen, um dort dann in den ICE einzusteigen. :DFrankfurt - Hamburg IST 3:35 h
ich finde für heute die kürzesten Reisezeiten mit 3:37, zwei Minuten mehr. Neun Verbindungen mit Halten nur in KS, GÖ und H. Je mehr Zwischenhalte, dann um so längere Gesamtfahrzeiten, bis zu 4:24 bei dem Lumpensammler, F ab um 21:13, HH an um 1:37 und den zusätzlichen Halten in Hanau (HU), sowie zwischen H und HH in Celle, Uelzen, Lüneburg und HH-Harburg.
Frankfurt - Berlin IST 3:42 h
was (am heutigen FR) nur von dem morgendlichen Sprinter erreicht wird. Für die normalen ICEs muß man mit Reisezeiten um 4:10 rechnen.
F - B wird sich mit EF - HAL/L verkürzen können, v.a. wenn die Spange von der SFS durch das Fuldatal Richtung Bad Hersfeld gebaut wird.
NBS Hannover - Würzburg; Modal-Split.
Henrik, Freitag, 03.07.2015, 17:03 (vor 3940 Tagen) @ L.Willms
Hafas ergibt ab Frankflug 3:53 nach Hamburg und 4:28 nach Berlin. Wie soll das auf 2:30 reduziert werden?
;)
......klar, die Leute fahren erstmal mit dem Taxi zum Flughafen, um dort dann in den ICE einzusteigen. :DFrankfurt - Hamburg IST 3:35 h
ich finde für heute die kürzesten Reisezeiten mit 3:37
Gegenrichtung 3:36, Fahrplanjahr 1991 3:35
Frankfurt - Berlin IST 3:42 h
was (am heutigen FR) nur von dem morgendlichen Sprinter erreicht wird.
eben.
es ging um die kürzesten Fahrzeiten, nicht um die längsten.
F - B wird sich mit EF - HAL/L verkürzen können, v.a. wenn die Spange von der SFS durch das Fuldatal Richtung Bad Hersfeld gebaut wird.
..die ist schon seit Jahrzehnten vom Tisch,
dort wäre in der Tat noch so einiges zu holen.
NBS Hannover - Würzburg; Modal-Split.
L.Willms, Freitag, 03.07.2015, 17:11 (vor 3940 Tagen) @ Henrik
F - B wird sich mit EF - HAL/L verkürzen können, v.a. wenn die Spange von der SFS durch das Fuldatal Richtung Bad Hersfeld gebaut wird.
..die ist schon seit Jahrzehnten vom Tisch,
im Zusammenhang mit dem Projekt Hanau - Fulda/Würzburg lag das allerdings wieder auf dem Tisch.
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
Celestar, Freitag, 03.07.2015, 16:54 (vor 3940 Tagen) @ Oscar (NL)
Hafas ergibt ab Frankflug 3:53 nach Hamburg und 4:28 nach Berlin. Wie soll das auf 2:30 reduziert werden?
Vermutlich geht das nur mit (zurück zum Originalthema) chinesischer Reissbrettpolitik.
Das geht auch mit frazösischer, spanischer oder sogar italienischer Reissbrettpolitik.
Außerdem muss man ja nicht gleich die 2:30 anstreben. Aber im Taktverkehr 3:15 Hamburg-Frankfurt und etwa 3:30 Berlin-Frankfurt (immer HBF, nicht FRA) bzw etwa 20-30 Minuten weniger im Sprinter sind gar nicht so viel Aufwand. 2:30 geht allerdings nur mit echten, durchgängingen NBS.
Celestar
NBS Hannover - Würzburg; Neuverkehre.
brandenburger, Perleberg, Freitag, 03.07.2015, 18:34 (vor 3940 Tagen) @ Celestar
Die Grenze, bei der die Zugverbindung 'schneller' ist als die Flugverbindung, sind 2:30 (irgendwie weiss das die ganze Welt, nur Deutschland nicht). Unter gewissen Umständen kann es auch ein wenig mehr sein, aber um eine großflächige Verschiebung des Modal-Split zur erreichen, ist das die Fahrzeit die herauskommen sollte. Von Frankfurt nach Hamburg und Berlin ist das auch relativ einfach machbar.
Ich finde den Ansatz, die Bahn müsse immer schneller sein, um Leute vom Flugzeug wegzuholen, nicht richtig. Die Lenkung sollte vorwiegend über den Preis erfolgen, das heißt die hohe Subventionierung des Flugverkehrs muss aufhören.
Was den Flugverkehr betrifft verhalten sich die Politiker fast aller Staaten gegensätzlich zu ihren klimapolitischen Zusagen. Da mutig einzugreifen bringt viel mehr als Glühbirnen zu verbieten.
Subventionslüge
Celestar, Samstag, 04.07.2015, 10:37 (vor 3940 Tagen) @ brandenburger
Ich finde den Ansatz, die Bahn müsse immer schneller sein, um Leute vom Flugzeug wegzuholen, nicht richtig. Die Lenkung sollte vorwiegend über den Preis erfolgen, das heißt die hohe Subventionierung des Flugverkehrs muss aufhören.
Erstens muss die Frage gestattet sein, ob überhaupt eine Lenkung zu erfolgen hat. IMHO führt eine staatliche Lenkung normalerweise immer nur zu einer langfristigen Verschlechterung der Situation für alle Beteiligten.
Zweitens wird die Lüge über die "Hohe Subvention des Luftverkehrs" nicht einfach dadurch wahr, dass man sie immer wieder wiederholt. Wo wird denn der Luftverkehr subventioniert?
1) Infrastruktur:
a) Die DFS ist zwar ein im Staatsbesitz befindliches, aber privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen, das profitabel ist. Die Einnahmen sind die Gebühren, die die Airlines (Lufttransportunternehmen) erbringen, die ebenfalls nichtstaatlich sind.
b) FRA ist ohnehin ein börsennotiertes Unternehmen.
c) MUC ist zwar (leider noch) in öffentlicher Hand, aber eine profitable GmbH, die an ihre Gesellschafter (Bund, Land, Stadt) Gewinne auszahlt und Kredite tilgt, die zum Bau von MUC aufgenommen wurden. 'Subventionen' waren hier allenfalls die Konditionen. Terminal 2, die Erweiterung und in Zukunft die 3. Bahn wird aus dem Tagesgeschäftfinanziert.
d) BER/BBI ist eine Katastrophe. Berlin ist die einzige Stadt der Welt, die es schafft, etwa 5 Mrd EUR auszugeben, um die vorhandene Kapazität zu halbieren. Das Projekt ist in dieser Form eine einzige, gigantische Geldverschwendung. Da wäre eine 'Nulllösung' immer noch besser gewesen als diese Minuslösung
e) Die anderen größeren Flughäfen in Deutschland arbeiten mehr oder weniger ohne staatliche Zuschüsse.
f) Subventioniert werden meistens irgendwelche kleinen Regionalflugplätze, deren Existenzberechtigung sich mir häufig nicht erschließt. Allerdings sind diese Subventionen häufig irgendwo im einstelligen Mio-Bereich.
2) Airlines
a) Alle Fluggesellschaften, die in Deutschland betrieben werden, sind meinens wissens private Unternehmen. Das ist kein besonders lukratives Geschäft, aber Zuschüssen aus öffentlicher Hand gibt es normalerweise keine. Vielleicht einige 'Inselhopper'.
b) Statt dessen werden Fluggesellschaften eher Steine in den Weg gelegt. z.b. Nachtflugbeschränkungen, obwohl in D wesentlich mehr Menschen von Straßen und Schienenlärm betroffen sind (egal ob man jetzt die Grenze bei 50, 60 oder 70dB(A) ansetzt).
Wo bitte sind die Subventionen?
Im Gegensatz dazu bekommen die Bahnunternehmen in Deutschland
a) das bisschen neue Infrastruktur quasi geschenkt (Die NBS würden sich niemals betriebswirtschaftlich rechnen, wenn man die Baukosten einbezieht).
b) 10+ Mrd (?) Subventionen, um Nahverkehrsangebote zu betreiben, die sich teilweise ohne diese Subventionen nichtmal mit abgeschriebener Infrastruktur und abgeschriebenen Fahrzeugen mit einer schwarzen Null betreiben lassen.
Welcher Verkehrsträger bekommt bitte mehr Geld aus öffentlicher Hand?
Celestar
Subventionslüge
GibmirZucker, Samstag, 04.07.2015, 12:09 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Im Fall des Flugverkehrs sehe ich das Problem eher bei den Steuererleichterungen.
Die Schweizer sind wenigstens konsequent, dass bei internationalen Fahrkarten die Mehrwertsteuer für den CH-Anteil entfällt. Mach wegen den niedrigen Sätzen da weniger aus, aber warum zahlt man mit der Bahn für Berlin-Basel 19% Mehrwertsteuer (d.h. über 20 Euro bei Normalpreis mit Railplus/BC25 Rabatt) bei einer Fahrt nach Zürich, während der Flug steuerfrei ist?
Klimapolitisch sollte der Flugverkehr noch eine gesonderte Abgabe entrichten. In höheren Luftlagen ausgepustetes Kohlendioxid ist viel klimaschädlicher als am Boden. Würde man das Berücksichtigen, ergäben sich auch empfindliche Abgaben. Stattdessen zahlt der Flugverkehr nichts bis wenig, die Bahn aber Energieabgaben.
Subventionslüge
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 13:27 (vor 3939 Tagen) @ GibmirZucker
Im Fall des Flugverkehrs sehe ich das Problem eher bei den Steuererleichterungen.
Die Schweizer sind wenigstens konsequent, dass bei internationalen Fahrkarten die Mehrwertsteuer für den CH-Anteil entfällt. Mach wegen den niedrigen Sätzen da weniger aus, aber warum zahlt man mit der Bahn für Berlin-Basel 19% Mehrwertsteuer (d.h. über 20 Euro bei Normalpreis mit Railplus/BC25 Rabatt) bei einer Fahrt nach Zürich, während der Flug steuerfrei ist?
Beim Flug Berlin-Basel sind ebenso 19% Mehrwertsteuer fällig,
ansonsten macht sie natürlich keinen Sinn, ist dann auch nicht fällig.
Wo sollte hier also eine Steuererleichterung sein?
Die Lasterleichterung liegt hier eher auf Seiten der Bahn, s.o. - sie bekommt alles bezahlt
Klimapolitisch sollte der Flugverkehr noch eine gesonderte Abgabe entrichten. In höheren Luftlagen ausgepustetes Kohlendioxid ist viel klimaschädlicher als am Boden. Würde man das Berücksichtigen, ergäben sich auch empfindliche Abgaben.
dafür ist die Luft dort auch eine andere.
Entgegen der ungerechten Einseitigkeit folgt dann auch eine heftige hohe Abgabe bei den umweltschädlichen 40 Jahre alten IC-Zügen, bei den sehr schwach ausgelasteten Nahverkehrszügen etc.?
Stattdessen zahlt der Flugverkehr nichts bis wenig, die Bahn aber Energieabgaben.
Der Flugverkehr zahlt heftig Luftverkehrsabgaben - und zwar nur die deutschen,
contraproduktiv ist diese Abgabe also zudem (weniger geflogen wurde nicht, nur woanders),
ansonsten zahlt der Flugverkehr alles - die Bahn nichts, auch keine Bahnverkehrsabgabe, s.o.
Subventionslüge
GibmirZucker, Samstag, 04.07.2015, 13:34 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
Beim Flug Berlin-Basel sind ebenso 19% Mehrwertsteuer fällig,
ansonsten macht sie natürlich keinen Sinn, ist dann auch nicht fällig.
Es ging mir um die Reisekette Berlin-Zürich. Bahn: Auf Abschnitt Berlin-Basel 19% Mehrwertsteuer, beim Flug nach Zürich keine Mehrwertsteuer. D.h. bei einem Fahrpreis Berlin-Zürich von 120 Euro macht die Mehrwertsteuer (106 Euro bis Basel) über 20 Euro aus. Der Fluggesellschaft wird diese Abgabe geschenkt.
Entgegen der ungerechten Einseitigkeit folgt dann auch eine heftige hohe Abgabe bei den umweltschädlichen 40 Jahre alten IC-Zügen, bei den sehr schwach ausgelasteten Nahverkehrszügen etc.?
40 Jahre alte IC-Züge sind umweltschädlich? Wie denn das? Ist der Energieverbrauch wirklich höher als bei einem ICE? Das Gewicht pro Sitzplatz ist in etwa gleich hoch, das Triebfahrzeug (101 oder seltener 120) rekuperiert ebenso beim Bremsen Strom. Energieintensive Fahrten mit >200km/h fallen da weg. Ich denke, dass ein IC wohl das Verkehrsmittel mit dem geringsten Energieverbrauch pro Personenkilometer ist.
Ein Nahverkehrszug, egal ob schwach oder stark ausgelastet, zahlt seine Energieabgaben, im Fall von Dieseltraktion sogar den vollen Steuersatz, da es keine Verbilligung gibt (wie in der Schweiz).
Subventionslüge
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 13:50 (vor 3939 Tagen) @ GibmirZucker
Beim Flug Berlin-Basel sind ebenso 19% Mehrwertsteuer fällig,
ansonsten macht sie natürlich keinen Sinn, ist dann auch nicht fällig.
Es ging mir um die Reisekette Berlin-Zürich. Bahn: Auf Abschnitt Berlin-Basel 19% Mehrwertsteuer, beim Flug nach Zürich keine Mehrwertsteuer. D.h. bei einem Fahrpreis Berlin-Zürich von 120 Euro macht die Mehrwertsteuer (106 Euro bis Basel) über 20 Euro aus. Der Fluggesellschaft wird diese Abgabe geschenkt.
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Das Bahn-Ticket kann man auf kompletter nationaler Länge als nationales Ticket auch frei benutzen, gibt's auch für nur 19 Euro.^^
Entgegen der ungerechten Einseitigkeit folgt dann auch eine heftige hohe Abgabe bei den umweltschädlichen 40 Jahre alten IC-Zügen, bei den sehr schwach ausgelasteten Nahverkehrszügen etc.?
40 Jahre alte IC-Züge sind umweltschädlich? Wie denn das? Ist der Energieverbrauch wirklich höher als bei einem ICE?
erheblich höher.
das haben alte und vor allem langsame unattraktive Züge nunmal so an sich.
Ich denke, dass ein IC wohl das Verkehrsmittel mit dem geringsten Energieverbrauch pro Personenkilometer ist.
dem ist nicht so,
der IC ist der umweltschädlichste Fernverkehrszug, also mit dem deutlich höchsten Energieverbrauch pro Person.
Ein Nahverkehrszug, egal ob schwach oder stark ausgelastet, zahlt seine Energieabgaben, im Fall von Dieseltraktion sogar den vollen Steuersatz, da es keine Verbilligung gibt (wie in der Schweiz).
der leere Nahverkehrszug ganz offenbar nicht, denn er ist der schädlichste in diesem Sinne,
und er wird gar noch höchstgradig subventioniert.
Subventionslüge
GibmirZucker, Samstag, 04.07.2015, 13:56 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
der IC ist der umweltschädlichste Fernverkehrszug, also mit dem deutlich höchsten Energieverbrauch pro Person.
Gefühlt, unter der Berücksichtigung meiner bescheidenen Physikkenntnisse, kann ich das nicht nachvollziehen. Aber vielleicht kannst mir mit konkreten Zahlen auf die Sprünge helfen. Vielleicht konkret für Frankfurt-Leipzig, um wieviel höher ist der Energieverbrauch pro Kopf bei üblicher Auslastung im IC im Vergleich zum ICE?
Subventionslüge
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 14:30 (vor 3939 Tagen) @ GibmirZucker
der IC ist der umweltschädlichste Fernverkehrszug, also mit dem deutlich höchsten Energieverbrauch pro Person.
Gefühlt, unter der Berücksichtigung meiner bescheidenen Physikkenntnisse, kann ich das nicht nachvollziehen.
allein bescheidene Physikkenntnisse sollten da schon ausreichen.
dass ein neuer moderner ICE vom Grundsatz her schon erheblich energiesparender ist, fällt auch jedem Physiklaien schon auf,
dass er bequemer und schneller ist und entsprechend die Auslastung höher ist, ebenso.
Aber vielleicht kannst mir mit konkreten Zahlen auf die Sprünge helfen.
um wieviel höher ist der Energieverbrauch pro Kopf bei üblicher Auslastung im IC im Vergleich zum ICE?
kannst am besten selbst raussuchen, ist schließlich sehr bekannt und überall nachlesbar,
auch hier im Forum schon oft thematisiert.
Die IC fuhren damals im HGV, also im 200 km/h-Intercity-Verkehr noch mit einem Verbrauch von 3,0 Liter Benzin/100 Pkm (heute liegt er natürlich höher)
Der ICE 1 fuhr mit einem Verbrauch von 2,5 Liter Benzin-Äquivalent je 100 Personenkilometer.
Der ICE 2 ist bekanntlich deutlich leichter & flexibler als der ICE 1 und der ICE 3 nochmal erheblich effizienter.
Subventionslüge
GibmirZucker, Samstag, 04.07.2015, 18:37 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
Die IC fuhren damals im HGV, also im 200 km/h-Intercity-Verkehr noch mit einem Verbrauch von 3,0 Liter Benzin/100 Pkm (heute liegt er natürlich höher)
Damals? Wie damals? Noch mit einer 103?
Der ICE 1 fuhr mit einem Verbrauch von 2,5 Liter Benzin-Äquivalent je 100 Personenkilometer.
Der ICE 2 ist bekanntlich deutlich leichter & flexibler als der ICE 1 und der ICE 3 nochmal erheblich effizienter.
Fuhr. Und wie fährt man heute?
Logik für Frankfurt-Leipzig:
Der IC fährt mit einer 101 und 9 Wagen. 480 Tonnen, 600 Sitzplätze.
Wird mit einem ICE-T gefahren, also 411+415 macht das in etwa auch 600 Sitzplätze und ein Gewicht von etwa 640 Tonnen. Das Gewicht pro Sitzplatz ist höher.
Nun, der Wirkungsgrad von Elektromotoren ist ausgeschöpft, denke nicht, dass er beim 411 spürbar höher ist als bei einer 101. Evtl. ist der Luftwiderstand beim ICE geringer, evtl. kann durch den verteilten Antrieb mehr Bremsenergie zurückgewonnen werden als beim IC. Reicht das aber aus, um das Mehrgewicht zu kompensieren? Wenn ja, warum?
Ich habe übrigens eine Referenzsstrecke genommen, die zu "meinen" Ungunsten ausfällt, würde man eine Verbindung über eine NBS mit Vmax 280 nehmen, sähe es noch einmal anders aus.
Subventionslüge
JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 04.07.2015, 14:01 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von JeDi, Samstag, 04.07.2015, 14:01
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Moment. Ich will von Berlin nach Zürich. Bei der Bahn zahle ich - wie wir eben gelernt haben - gut 20 EUR USt, beim Flieger 0 EUR. Was ist daran normal?
Und: Seit wann ist auf einen Flug von Berlin nach Basel USt fällig?
--
Weg mit dem 4744!
Subventionslüge
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 14:14 (vor 3939 Tagen) @ JeDi
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Moment. Ich will von Berlin nach Zürich. Bei der Bahn zahle ich - wie wir eben gelernt haben - gut 20 EUR USt, beim Flieger 0 EUR. Was ist daran normal?
was daran sollte unnormal sein?
beides wird gleichbehandelt,
Inlandsflüge werden genau so besteuert wie nationale Zugfahrten.
Es trifft genau den Sinn der Steuer.
Und: Seit wann ist auf einen Flug von Berlin nach Basel USt fällig?
ups, is ja doch schon Frankreich. -.-
sah sehr nach Inland aus.
Subventionslüge
JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 04.07.2015, 14:23 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Moment. Ich will von Berlin nach Zürich. Bei der Bahn zahle ich - wie wir eben gelernt haben - gut 20 EUR USt, beim Flieger 0 EUR. Was ist daran normal?
was daran sollte unnormal sein?
beides wird gleichbehandelt,
Eben nicht.
Inlandsflüge werden genau so besteuert wie nationale Zugfahrten.
Ja.
Es trifft genau den Sinn der Steuer.
Internationale Flüge werden nicht so besteuert wie internationale Zugfahrten. Warum?
--
Weg mit dem 4744!
Subventionslüge
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 14:45 (vor 3939 Tagen) @ JeDi
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Moment. Ich will von Berlin nach Zürich. Bei der Bahn zahle ich - wie wir eben gelernt haben - gut 20 EUR USt, beim Flieger 0 EUR. Was ist daran normal?
was daran sollte unnormal sein?
beides wird gleichbehandelt,
Eben nicht.
doch, vom Grundsatz her schon.
Inlandsflüge werden genau so besteuert wie nationale Zugfahrten.
Ja.
Es trifft genau den Sinn der Steuer.
Internationale Flüge werden nicht so besteuert wie internationale Zugfahrten. Warum?
hier ging es um eine Zugfahrt, die zu nahezu 100% der Westrecke als komplett nationale Fahrkarte genutzt werden kann.
Internationale Flüge werden besteuert wie es dem Kern der Steuer vom Grundsatz her entspricht, eine anormale Behandlung ist nicht zu erkennen.
Subventionslüge
JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 05.07.2015, 21:48 (vor 3938 Tagen) @ Henrik
hier ging es um eine Zugfahrt, die zu nahezu 100% der Westrecke als komplett nationale Fahrkarte genutzt werden kann.
Nicht zwingend. Für Züge, die ohne Halt geführt würden (oder zumindest ohne Ausstiegshalt in Deutschland) würde die selbe Besteuerung gelten. Wie wäre es bei einem Flug (z.B.) Berlin - Stuttgart - Zürich? Bis Stuttgart 19% USt (weil man da ja noch aussteigen könnte)?
Internationale Flüge werden besteuert wie es dem Kern der Steuer vom Grundsatz her entspricht, eine anormale Behandlung ist nicht zu erkennen.
--
Weg mit dem 4744!
Subventionswahrheit
flierfy, Samstag, 04.07.2015, 14:04 (vor 3939 Tagen) @ Henrik
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Da der Kraftstoff für den Flugverkehr nicht genauso kräftig besteuert wird, wie der für den Automobil- und den Bahnverkehr, besteht ein ganz erheblicher steuerlicher Vorteil für den Flugverkehr.
Steuerwahrheit
Henrik, Samstag, 04.07.2015, 14:18 (vor 3939 Tagen) @ flierfy
Der Fluggesellschaft wird ja nichts geschenkt, sie wird ja nicht gesondert behandelt, sondern normal behandelt - genau dafür ist die Mehrwertsteuer ja nicht da, sie zieht dort vom Grundsatz her nicht.
Da der Kraftstoff für den Flugverkehr nicht genauso kräftig besteuert wird, wie der für den Automobil- und den Bahnverkehr, besteht ein ganz erheblicher steuerlicher Vorteil für den Flugverkehr.
Die angeführte Argumentation war staatliche Kostendeckung.
Auto wie Bahn finanzieren sich nicht selbst, ihre Fahrbahnen. Diese werden vom Staat finanziert, der dafür eben diese Steuern erhebt.
Es wurde ausgeführt, dass der Luftverkehr seine Fahrbahnen selbst finanziert, eine Kostendeckung durch den Staat ist nicht vonnöten, insofern auch keine Steuern fällig,
zumindest nach der bekannten & angeführten Argumentationskette.
Hinzu kommt, dass die Deutschen Airlines beim Kraftstoff durch den höheren Preis eh schon benachteiligt sind.
Subventionswahrheit
Celestar, Samstag, 04.07.2015, 14:57 (vor 3939 Tagen) @ flierfy
Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Die Mineralölsteuer dient zur Beiteilung der Nutzer an den Bau- und Betriebskosten der Infrastruktur (Verursacherprinzip). Fluggesellschaften errichten die von ihnen versuchten Kosten nicht über eine Steuer, sondern über eine Ansammlung an Gebühren (ganz ähnlich wie die GEZ ...).
Es gibt also keine logische Grundlage, warum man Kerosin besteuern sollte.
Celestar
Subventionswahrheit
GibmirZucker, Samstag, 04.07.2015, 18:46 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Die Mineralölsteuer dient zur Beiteilung der Nutzer an den Bau- und Betriebskosten der Infrastruktur (Verursacherprinzip).
Wusste ich gar nicht, dass die Betriebskosten der Dieselstrecken durch die Mineralölsteuer abgegolten werden.
Subventionswahrheit
flierfy, Sonntag, 05.07.2015, 01:50 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Die Mineralölsteuer dient zur Beiteilung der Nutzer an den Bau- und Betriebskosten der Infrastruktur (Verursacherprinzip). Fluggesellschaften errichten die von ihnen versuchten Kosten nicht über eine Steuer, sondern über eine Ansammlung an Gebühren (ganz ähnlich wie die GEZ ...).
Es gibt also keine logische Grundlage, warum man Kerosin besteuern sollte.
Die Ökosteuer wird auf Kraftstoffe erhoben, um die Löcher in der Rentenkasse zu stopfen. Seltsamer Weise wird sie nicht auf Kerosin erhoben.
Überhaupt besteht der Zusammenhang zwischen Steuer und Staatsaufgaben so überhaupt nicht. Autofahrer decken mit ihren Steuern ein Vielfaches der Kosten, die durch den Bau und Unterhalt ihrer Verkehrsanlagen anfällt. Der Flugverkehr beteiligt sich gar nicht. Es ist ein unbestreitbarer Fakt, dass der Flugverkehr gegenüber Bahn und Auto stark bevorzugt wird.
Subventionswahrheit
heinz11, Sonntag, 05.07.2015, 07:44 (vor 3939 Tagen) @ flierfy
Es gibt also keine logische Grundlage, warum man Kerosin besteuern sollte.
Die Ökosteuer wird auf Kraftstoffe erhoben, um die Löcher in der Rentenkasse zu stopfen. Seltsamer Weise wird sie nicht auf Kerosin erhoben.
Überhaupt besteht der Zusammenhang zwischen Steuer und Staatsaufgaben so überhaupt nicht. Autofahrer decken mit ihren Steuern ein Vielfaches der Kosten, die durch den Bau und Unterhalt ihrer Verkehrsanlagen anfällt.
Und das wird sich leider auch nicht ändern, da Steuern nicht zweckgebunden sein dürfen und so die "Überinanspruchnahme" der Autofahrer gesetzlich legitimiert ist.
Der Flugverkehr beteiligt sich gar nicht. Es ist ein unbestreitbarer Fakt, dass der Flugverkehr gegenüber Bahn und Auto stark bevorzugt wird.
Indirekte Kosten
telemaxx, Bremen, Hannover, Sonntag, 05.07.2015, 13:03 (vor 3938 Tagen) @ heinz11
Meiner Meinung nach müssen auch die indirekten Kosten des Autofahrens betrachtet werden, also Umweltkosten, Unfallkosten usw. Da dürfte die Mineralölsteuer dann bei weitem nicht reichen.
Indirekte Kosten
heinz11, Sonntag, 05.07.2015, 13:17 (vor 3938 Tagen) @ telemaxx
Meiner Meinung nach müssen auch die indirekten Kosten des Autofahrens betrachtet werden, also Umweltkosten, Unfallkosten usw. Da dürfte die Mineralölsteuer dann bei weitem nicht reichen.
Hier ging es in der Diskussion erst einmal nur um die sachgerechte Finanzierung der Infrastruktur.
Wenn Du die zurechenbaren Kosten ausdehnen willst, dann bitte aber auch für alle Verkehrsarten nach den gleichen Standards und nicht nur für Autos. Und gerade bei den Umweltkosten fällt auf, daß die Luftfahrt sehr begünstigt ist. Die Bahn selbst hat eine schöne Seite, wo man die CO2-Ausstosse von Bahn, Auto und Flugzeug vorgerechnet bekommt.
Wo wir einmal dabei sind: Dann müßte der Verkehrsträger Straßenverkehr aber auch die Verluste, die aufgrund von Staus, die wegen unzureichender Infrastruktur entstehen, gutgeschrieben bekommen.
Und aus Gleicheitsgründen müßten die von der Userin 218 466-1 so heißgeliebten Loks mit Rußfiltern nachgerüstet werden. Wasch desch koschtet, würde der Schwabe jetzt sagen...
;-)
Indirekte Kosten
GibmirZucker, Sonntag, 05.07.2015, 13:25 (vor 3938 Tagen) @ heinz11
Wenn Du die zurechenbaren Kosten ausdehnen willst, dann bitte aber auch für alle Verkehrsarten nach den gleichen Standards und nicht nur für Autos. Und gerade bei den Umweltkosten fällt auf, daß die Luftfahrt sehr begünstigt ist. Die Bahn selbst hat eine schöne Seite, wo man die CO2-Ausstosse von Bahn, Auto und Flugzeug vorgerechnet bekommt.
Umweltverschmutzung hat viele Facetten, z.B. zur Schadstoffbelast in der Stadt trägt das Flugzeug eher wenig bei, aber was den Klimaeffekt angeht, ist fliegen eine Kastastrophe, weil erstens 100% nichterneuerbare Energien, zweitens das Kohlendioxid dort oben viel mehr Unheil anrichtet. Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage wären, warum gerade das Verkehrsmittel steuerlich bevorzugt behnandelt wird, dass die schlimmsten Folgen für das Klima hat - wenn doch Klimaschutz angezeigt ist und man nicht mal mehr normale Glühbirnen herstellen darf.
Indirekte Kosten
telemaxx, Bremen, Hannover, Sonntag, 05.07.2015, 14:24 (vor 3938 Tagen) @ heinz11
Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass die Mineralölsteuer die Kosten des Autofahrens nicht deckt. Es heißt immer, dass die Autofahrer "zu viel" bezahlen, dabei können die Kosten des Autofahrens gar nicht durch die Steuer gedeckt werden.
Indirekte Kosten
Henrik, Sonntag, 05.07.2015, 14:58 (vor 3938 Tagen) @ telemaxx
Mir ging es nur darum, darauf hinzuweisen, dass die Mineralölsteuer die Kosten des Autofahrens nicht deckt. Es heißt immer, dass die Autofahrer "zu viel" bezahlen, dabei können die Kosten des Autofahrens gar nicht durch die Steuer gedeckt werden.
..könnten schon.
dies trifft die Bahn aber ebenso, um sämtliche externen Kosten vom Sektor Bahn zu decken, müsste auch sie teurer werden.
Subventionswahrheit
heinz11, Sonntag, 05.07.2015, 07:41 (vor 3939 Tagen) @ Celestar
Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Die Mineralölsteuer dient zur Beiteilung der Nutzer an den Bau- und Betriebskosten der Infrastruktur (Verursacherprinzip). Fluggesellschaften errichten die von ihnen versuchten Kosten nicht über eine Steuer, sondern über eine Ansammlung an Gebühren (ganz ähnlich wie die GEZ ...).
Es gibt also keine logische Grundlage, warum man Kerosin besteuern sollte.
Doch. Denn das Energiesteuergesetz regelt die Besteuerung aller Energiearten, soweit sie verbraucht werden. Das heißt, da Kerosin überhaupt nicht besteuert wird, ist das ganz klar eine Begünstigung. Die höhere Steuersätze von Benzin und Diesel werden damit begründet, daß diese Einnahmen die Kosten Infrastruktur finanzieren sollen. Hier ist aber eine erhebliche Überdeckung zu verzeichnen.
NBS Hannover - Würzburg; Geschwindigkeiten
MC_Hans, 8001376, Freitag, 03.07.2015, 13:43 (vor 3940 Tagen) @ Lumi25
Rechne mal bitte durch...
kürzere Trassenführung via. Holzminden statt Göttingen
durchgehend befahrbar mit 250 km/h.Die heute SFS Hannover-Würzburg ist 327 km lang (korrigiere mich wenn es nicht stimmt). Bei der Variante über Holzminden wären es 300 km wohl gewesen.
Auf 50 km braucht ein 250 km/h schneller ICE 1 12 Minuten das bedeutet also bei 300 km eine Fahrzeit von 60 Minuten. Die 90 Minuten sind also sehr großzügig von mir ausgelegt. 75 Minuten Fahrzeit wären locker machbar gewesen bei durchgehend 250 km/h.
Bei 300 km eine Fahrzeit von 60 Minuten, also 1h? Das ergibt, lass mich kurz nachdenken, hm, grübel grübel,..., Wolfram Alpha,... 300 km/h! Und nicht 250 km/h.
Mit 250 km/h wären das nicht 60 min sondern 72 min, 75 min also nicht ganz so locker machbar.
Gruß
NBS Hannover - Würzburg; Fahrzeiten.
Henrik, Freitag, 03.07.2015, 15:03 (vor 3940 Tagen) @ Lumi25
Die Fahrzeit von 1:30 h bzw. 90 Minuten bezieht sich nicht auf Hannover - Würzburg,
sondern auf Hannover - Gemünden (von dort ist noch nen gutes Stück bis Würzburg)
und nicht auf eine Entwurfs- und Betriebsgeschwindigkeit von 250 km/h, sondern 300 km/h.
Die IST-Variante bot im Fahrplanjahr 1992 eine Fahrzeit von 1:58 h für Hannover - Würzburg (jeder ICE). Mit ICE 3 anstatt ICE 1 wäre bei gleicher Höchstgeschwindigkeit eine um weitere 12 Minuten kürzere Fahrzeit möglich gewesen.
kürzere Trassenführung via. Holzminden statt Göttingen
durchgehend befahrbar mit 250 km/h.
Nein.
Die heute SFS Hannover-Würzburg ist 327 km lang (korrigiere mich wenn es nicht stimmt).
korrekt.
Bei der Variante über Holzminden wären es 300 km wohl gewesen.
Nein.
Auf 50 km braucht ein 250 km/h schneller ICE 1 12 Minuten das bedeutet also bei 300 km eine Fahrzeit von 60 Minuten. Die 90 Minuten sind also sehr großzügig von mir ausgelegt. 75 Minuten Fahrzeit wären locker machbar gewesen bei durchgehend 250 km/h.
Über Strecken zu reden, die nie in Planung waren, bei Fahrzeiten, die nie überschlugen wurden, ist müßig.
Der Ursprung der heutigen SFS Hannover-Würzburg geht zurück auf die etwa 280 km lange
Ergänzungsstrecke Hannover–Kassel–Gemünden für 300 km/h aus dem Ausbauprogramm für das Netz der Deutschen Bundesbahn.
Auf diese Relation von Hannover nach Gemünden mit Halt in Kassel beziehen sich die 90 Minuten.
Es geht aber nicht nur um Hannover-Würzburg auch die Routen Berlin-Frankfurt oder Hamburg-Frankfurt hätten enorm profitiert. Berlin-Frankfurt wäre dann in 3 Stunden möglich gewesen und Hamburg-Frankfurt in unter 3 Stunden.
Das ist kein Vergleich zu heute. Bei Fahrzeiten bis 3 Stunden ist der HGV-Verkehr dem Kurzstreckenflieger absolut ebenbürdig.
da ist von 3:30 h die Rede.
Das ist mit der derzeitigen SFS möglich, erst recht mit moderneren Triebzügen, der Y-Trasse im Norden H-HH, der Mottgersspange.
Das Ziel von Berlin-Frankfurt in 3:15 h gab es auch weiterhin mit dieser bestehenden SFS.
Grade auf Paris-Lyon ist die Verlagerung vom Flieger hin zum TGV sehr bedeutend.
Das hätte es auch zwischen Berlin und Frankfurt bzw. Hamburg und Frankfurt werden können.
nicht hätte, sondern gab es. Die Verlagerung vom Flugverkehr hin zum ICE war gewaltig, s.o.
Die Situation in Frankreich war eine andere - daher galt dem Flugverkehr besondere Erwähnung - das galt es darzustellen.
dass die NBS Rhein/Main-Rhein/Ruhr kommt steht fest,
eine Umfahrung von Mannheim ist (derzeit) rechtlich nicht zulässig.
Ich denke Mannheim wird anders denken, wenn die Güterzüge dann nachts durch den Hbf alle müssen, weil es keine Umfahrung gibt.
Entsprechende Äußerungen gab es ja bereits - könnte interessant werden.
CN: Hefei-Fuzhou, 813 km in 4 statt 8 Stunden.
Celestar, Mittwoch, 01.07.2015, 17:01 (vor 3942 Tagen) @ Lumi25
Dieselben Entwicklungen sehen wir auch in Spanien, wo der Talgo 350 auch nur 300 fährt.
Und in Deutschland geht es auch im Schnitt von 300 zu 250 km/h (ICx). Dafür wird dann der heutige IC schneller (ausgenommen die ICs die auf IC-NEU umgestellt werden)
Es macht auch wenig Sinn auf 100 km SFS 300 km/h zu fahren. Der Fahrzeitvorteil gegenüber 250 km/h beträgt 4 Minuten. Zwischen 250 km/h und 200 km/h sind es auch nur 6 Minuten.
Im Prinzip machen unter den derzeitigen Umständen in Deutschland nicht mal 250 km/h Sinn. Es würden auch 200 km/h schnelle KISS-Züge ausreichen mit einer Spurstärke von 1,3m/s² wie sie die BLS hat (von der Spurstärke her gesehen).
Nur könnte man die Züge halt nicht ICE nennen.
Mehr als 200 km/h macht eigentlich nur Sinn wenn man ab 100 km aufwärts Strecken ohne Halt zurücklegen kann.
Naja, ganz so einfach ist nicht. Wenn man wirklich den "Hochgeschwindigkeitsverkehr" mit dem "Taktverkehr" verbinden will, sind 200km/h entweder sehr unzureichend oder bringen eben Kantenzeiten ein, die unbrauchbar langsam sind (oder gar keinen Taktknoten). Die 'typischen' 90-100km in 27 minuten zu fahren ist mit Vmax <= 250km/h schwierig..
Celestar