Deutschlands Q-Bahnhöfe (Teile 7 und 8, 30 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 25.05.2015, 18:08 (vor 4012 Tagen)
bearbeitet von Sören Heise, Montag, 25.05.2015, 18:09

Moooin,

beginnen wir mit einem kleinen Service für alle, die die Betreffzeile nicht gelesen haben: Das ist Sörens Bahnhofsportrait. Heute setzen wir unsere Reise zu Deutschlands Q-Bahnhöfen fort. Der Kundige überlegt nun, ob diese Doppelfolge in einem Doppelbundesland spielt oder in einem Doppelbundesland, denn sowohl Quedlinburg und Quedlinburg-Quarmbeck als auch Quickborn und Quickborn Süd stehen zur Auswahl. Da ich jedoch Quarmbeck zuletzt aus einer Ferkeltaxe gesehen habe, sind wir heute in Schleswig-Holstein zu Gast, zwischen Altona, Kaltenkirchen und Neumünster.


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Dort gibt es seit Februar 1974 die Stadt Quickborn. Sie geht zurück auf einen urkundlich erstmals 1323 erwähnten Ort. Dessen größte (und vermutlich auch einzige) Sehenswürdigkeit ist die Marienkirche, 1809 nach Plänen von Christian Frederik Hansen errichtet. Die steht noch da wie schon immer, aber die Eisenbahn in Quickborn hat sich seit ihren Kindertagen doch ein klein wenig verändert.

Altona, Kaltenkirchen und Neumünster - das steht für die heutige AKN Eisenbahn AG. Sie betreibt die Schienenstrecke durch Quickborn. Die Geschichte der Gesellschaft ist ziemlich umfangreich, ich versuche, mich kurzzufassen.

Erste Planungen sahen eine Schmalspurbahn vor, die den Torf aus dem Himmelmoor (bei Quickborn) zum Endverbraucher nach Altona bringen sollte. Man holte die Bauern mit ins Boot und präsentierte 1879 den Vorschlag einer Schmalspurbahn zwischen Altona und Kaltenkirchen, parallel zur Straße. Später wurde die Normalspur vorgesehen, aber kein Übergang zur Staatsbahn. Im Juni 1883 wurde die Gesellschaft als Altona-Kaltenkirchener Eisenbahn-Gesellschaft gegründet, am 8. September 1884 wurde der Betrieb zwischen Altona und Kaltenkirchen aufgenommen, am 24. November folgte eine kurze innterstädtische Verlängerung in Altona. Am 20. August 1898 folgte die Verlängerung von Kaltenkirchen nach Bad Bramstedt, gleichzeitig ging auch eine erste Verbindung zur Staatsbahn in Betrieb.
Die Strecke lag teilweise auf der Straße und hatte Radien bis herunter auf 80 Meter. 1911 wurde daher beschlossen, die Strecke Altona - Quickborn nach anderen Normen neuzutrassieren, 1912 ging die neue Strecke in Betrieb, 1921 gefolgt von der Höherlegung südlich vom heutigen Endpunkt Eidelstedt (hier benutzt heute die S-Bahn die einstige AKN-Trasse). 1914 kam ein neuer Name, Eisenbahn-Gesellschaft Altona - Kaltenkirchen - Neumünster, seit 1994 heißt die Firma AKN Eisenbahn AG. Zurück ins Kaiserreich: Am 1. August 1916 wurde die Verlängerung von Bramstedt nach Neumünster eröffnet, seit dem 31. März 1953 fährt die AKN über die DB-Strecke weiter in den dortigen Staatsbahnhof.

1962/1965 wurde in zwei Etappen die Stammstrecke in Hamburg verkürzt, der Betrieb durch die S-Bahn übernommen. Seit dem Winterfahrplan 1965/1966 ist somit Eidelstedt der südliche Endpunkt der S-Bahn. Hier ist ein bahnsteiggleicher Übergang möglich, somit verfügen die AKN-Stationen heute über Hochbahnsteige analog zur S-Bahn.
Seit dem 1. Dezember 1966 ist die AKN Mitglied im Hamburger Verkehrsverbund, wenig später konnte der Verkehr ausschließlich mit MAN-Schienenbussen abgewickelt werden. Der Verkehr wuchs, die AKN wurde modernisiert.

Die Modernisuierung begann 1974/1975 mit Gleisbauarbeiten, 1976/1977 kamen neue Triebwagen (die dieses Jahr abgelöst werden sollen). Der Verkehr stieg und stieg, 1993 kamen 18 neue Triebwagen. 1990 wurde beschlossen, die Strecke Eidelstedt - Kaltenkirchen zweigleisig auszubauen (weiter im Norden ist der Verkehr dünner), 2001 wurde als erster Abschnitt die Teilstrecke Ulzburg Süd - Kaltenkirchen Süd in Betrieb genommen. Im Herbst 2004 folgte der Abschnitt von Eidelstedt bis Schnelsen. Seit 2011 ist auch die Teilstrecke von Schnelsen bis Quickborn zweigleisig, bereits 2005 wurde das bisherige Quickborner Empfangsgebäude abgerissen und durch das heutige „Forum Bahnhof” ersetzt.

Dann war da noch der Traum von einer Führung der AKN bis in Hamburgs Innenstadt, zum Hauptbahnhof. 1999 baute die AKN daher einen Triebwagen zum Hybridtriebwagen um, er erhielt Stromabnehmer für die Stromschienen der S-Bahn. 2004 erwuchs daraus nach Umbau weiterer Triebwagen ein planmäßiger Betrieb bis zum Hauptbahnhof, allerdings nur zu gewissen Stunden. Allerdings waren die Besteller der Leistungen nicht bereit, zu zahlen. Daher fahren seit 2009 nur noch zwei Zugpaare montags - freitags zum Hauptbahnhof, zurück geht es als Leerzug. Nun hat man den Spieß umgedreht und es ist geplant, die S-Bahn bis Kaltenkirchen zu verlängern. Hierzu soll sie mit Oberleitung elektrifiziert werden und auch auf dem fehlenden Teilstück ein zweites Gleis erhalten. Ein ein paar Jahren kann es soweit sein. Bis dahin ist noch genug Zeit, die AKN als Diesel-S-Bahn zu genießen, im Berufsverkehr kommt alle zehn Minuten ein Zug.


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1 Die in Quickborn beginnenden Verstärkerzuüge des Zehnminutentakts kommen aus der Kehranlage zwischen den Streckengleisen. Der zu sehende Zug fährt nach Kaltenkirchen, es ist VT 2.61.


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2 in Richtung Rathaus der großzügige Busbahnhof.


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3 Bahnhof und Empfangsgebäude.


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4 Bahnhofsschild.


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5 Zugzielanzeiger.


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6 Ein Blick nach gegenüber.


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7 Ausfahrt Ri. Eidelstedt.


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8 Noch ein Bahnhofsbild.


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9 Hintereingang.


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10 Der Bahnhof von Süden.


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11 Der Bahnhofsplatz.


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12 Der Bahnhof von vorne.


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13 Der Bahnhofseingang.


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14 Innenansicht.


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15 Kundenbüro der AKN.


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16 Noch ein Blick hinein.


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17 Der Hausbahnsteig.


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18 Bahnsteigdach und VT 2.58.


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19 VT 2.43 kommt an.


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20 Wir fahren nur eine Station, bis Quickborn Süd.


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21 Die Doppeleinheit dieselt davon.


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22 Gesamtansicht der Station.


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23 Pendlerparkplätze.


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24 Von unten.


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25 Unterm Bahnsteigdach.


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26 Heidkampstraße.


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27 Unterm anderen Bahnsteigdach.


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28 Hmmm.


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29 Eine Doppeleinheit mit VT 2.40 hinten verläßt Quickborn Süd in Richtung Quickborn.


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30 Wenig später kommt VT 2.35 und nimmt den Chronisten mit nach Eidelstedt.


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Dort entstand genau eine Aufnahme, ehe es weiter ging zu meinem nächsten Ziel. Das wird nicht unser nächstes Ziel sein, soviel sei hier verraten.

Viele Grüße
Sören

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Deutschlands Q-Bahnhöfe (Teile 7 und 8, 30 Bilder)

Turbonegro, Montag, 25.05.2015, 19:29 (vor 4012 Tagen) @ Sören Heise

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Solche Zäune zwischen den Gleisen fände ich bei der DB flächendeckend auch sinnvoll, dass senkt die Gleisüberschreiter auf null. Naja, irgend n paar Verrückte gibts immer. Warum gibts das bei der Deutschen Bahn nicht?
Ansonsten sind die Bahnhöfe sehr gepflegt, Hut ab, passen auch baulich gut. Fehlt also nur noch die Oberleitung, dann hätte es was von einer Stadtbahn à la Stuttgart, Frankfurt oder Hannover, aber auch die Oberleitung kommt (irgendwann)...
Danke für den Bericht.

Deutschlands Q-Bahnhöfe (Teile 7 und 8, 30 Bilder)

L.Willms, Montag, 25.05.2015, 19:34 (vor 4012 Tagen) @ Turbonegro

Fehlt also nur noch die Oberleitung, dann hätte es was von einer Stadtbahn à la Stuttgart, Frankfurt oder Hannover, aber auch die Oberleitung kommt (irgendwann)...

Ist aber EBO, nicht BOStrab (BOStrab sollte man umbenennen in Bau- und Betriebsordnung für Stadtbahnen, und auch den die BOStrab begründenden Paragrafen im PBevG umformulieren).

AKN Bahnhöfe

462 001, Taunus, Montag, 25.05.2015, 19:53 (vor 4012 Tagen) @ Turbonegro

Solche Zäune zwischen den Gleisen fände ich bei der DB flächendeckend auch sinnvoll, dass senkt die Gleisüberschreiter auf null. Naja, irgend n paar Verrückte gibts immer. Warum gibts das bei der Deutschen Bahn nicht?

Tja, die Kosten.

Ansonsten sind die Bahnhöfe sehr gepflegt, Hut ab, passen auch baulich gut.

Liegt wohl daran, das die Strecke/Bahnhöfe nicht der DB sondern der AKN gehören.

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Zäune zwischen den Gleisen

Fabian318, Münster i. W., Montag, 25.05.2015, 22:54 (vor 4012 Tagen) @ Turbonegro
bearbeitet von Fabian318, Montag, 25.05.2015, 22:54

Solche Zäune zwischen den Gleisen fände ich bei der DB flächendeckend auch sinnvoll, dass senkt die Gleisüberschreiter auf null. Naja, irgend n paar Verrückte gibts immer. Warum gibts das bei der Deutschen Bahn nicht?

Ist wohl problematisch bei Lademaßüberschreitungen, die über die Mitte zwischen beiden Gleisen (sprich Berta und Cäsar reichen).

Danke für den Bericht.

Dem schließe ich mich an. :)

Die AKN und ihre Zäune

worfie, Montag, 25.05.2015, 23:22 (vor 4012 Tagen) @ Turbonegro

Solche Zäune zwischen den Gleisen fände ich bei der DB flächendeckend auch sinnvoll, dass senkt die Gleisüberschreiter auf null. Naja, irgend n paar Verrückte gibts immer. Warum gibts das bei der Deutschen Bahn nicht?

Gute Frage eigentlich.
Der AKN-Zaun hat ja eine Station weiter ganz großes Tamtam mit Bürgerbewegungen und Protestplakaten ("Horrortunnel") ausgelöst und sich - die DB könnte es nicht besser machen - zu einer unendlichen Geschichte entwickelt, siehe z.B. auch http://www.shz.de/lokales/quickborner-tageblatt/neuer-akn-zugang-nicht-vor-2015-id38742... ;)

Andererseits, wenn er denn passend steht, ist so ein Zaun schon eine gute Sache.

Deutschlands Q-Bahnhöfe (Teile 7 und 8, 30 Bilder)

Turbonegro, Montag, 25.05.2015, 19:55 (vor 4012 Tagen) @ Sören Heise


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Hast du zufällig diese Bild nochmal gemacht, auf denen man die beiden Signalbegriffe sieht, mich würde interessieren, warum das rechte Signal als Hauptsignal mit Hp 0 ausgeführt ist, während das linke Signal, so wie es aussieht, ein Hauptsperrsignal den ehem. Signalbegriff Hp00 zeigt, allerdings sieht man dies nicht richtig.
Ein Erstazsignal gibts beim rechten Signal auch nicht.

Kennt sich jemand dort zufälligerweise aus?

Deutschlands Q-Bahnhöfe (Teile 7 und 8, 30 Bilder)

Fabian318, Münster i. W., Montag, 25.05.2015, 23:07 (vor 4012 Tagen) @ Turbonegro
bearbeitet von Fabian318, Montag, 25.05.2015, 23:11

Hast du zufällig diese Bild nochmal gemacht, auf denen man die beiden Signalbegriffe sieht, mich würde interessieren, warum das rechte Signal als Hauptsignal mit Hp 0 ausgeführt ist, während das linke Signal, so wie es aussieht, ein Hauptsperrsignal den ehem. Signalbegriff Hp00 zeigt, allerdings sieht man dies nicht richtig.
Ein Erstazsignal gibts beim rechten Signal auch nicht.

Kennt sich jemand dort zufälligerweise aus?

Ich nicht, aber es gibt durchaus regelmäßig Kompaktschirme die zwei Rotoptiken, wie das ehem. Hp 00 an Asigs, haben, wo aber nur die linke Rotleuchte leuchtet, die rechte ist Not-/Ersatzrot. Bei Einfahrsignalen zum Beispiel. Das linke Ausfahrsignal ist auch so geschaltet oder die rechte Rotoptik ist blind.

In der anderen Richtung (Foto 7) ist es ganz genau so und auf Foto 17 lässt sich das linke Asig erkennen.

Deutschlands Q-Bahnhöfe

Christian_S, Montag, 25.05.2015, 21:21 (vor 4012 Tagen) @ Sören Heise

Danke für Quickborn, einem weiteren Ort, in dem ich noch nie war. Wohlbekannt aber ist er mir durch Mike Krüger ;)

Die AKN-Fahrzeuge schon ja schon ein wenig "old style" aus, innen aber sind sie doch recht angenehm gestaltet.

Sammelantwort

Sören Heise, Region Hannover, Dienstag, 26.05.2015, 17:55 (vor 4011 Tagen) @ Sören Heise

Moin,

vielen Dank für die Kommentare.

Turbonegro: Genau, die Oberleitung kommt demnächst. Dann aber auch S-Bahn-Triebwagen. Denn die AKN ist eine richtige Eisenbahn.
Der Pflegezustand der Stationen und Fahrzeuge ist bei der AKN immer gut, so mein Eindruck.

Eine Aufnahme mit anderem Signalbegriff habe ich nicht. Ich meine, ich bin schon 20 Minuten später weitergefahren. Wenn es aber doch 40 Minuten Aufenthalt waren, war ich bei der Zugabfahrt beim Bäcker. ;-)

worfie: Danke für den Link. Hoffentlich komme ich dieses Jahr noch dort vorbei.

Christian: Ja, die Fahrzeuge sind ein wenig altmodisch. Aber einige LINT54 kommen noch dieses Jahr.


Nächstes Mal wird es musikalisch. Bis dann!

Viele Grüße
Sören

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