seehas und seehäsle im Portrait (2/2 m. 49 B.) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 04.04.2015, 15:50 (vor 4065 Tagen)
bearbeitet von TD, Samstag, 04.04.2015, 15:51

Hallo zusammen,

willkommen zu Teil 2 unseres kleinen Reiseberichts mit seehas und seehäsle. Der letzte Teil endete mit diesem Bild von Engen, das Reisenden auf Schwarzwald- oder Gäubahn sicherlich bekannt ist.

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Heute wollen wir nun auch die andere Seite dieser Häuserzeile erkunden.

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Zunächst werfen wir nach der Ankunft in Engen aber noch ein Blick auf die Front des Flirt sowie den seehas-Schriftzug. Bis auf dieses Logo tragen die Züge ansonsten das übliche SBB-Farbschema, das auffällige pink der früheren Fahrzeuge und auch den Namenszusatz „Die Hegau-Bodensee-Bahn“ aus der Anfangszeit der Verbindung findet man heute nicht mehr.

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Die Kleinstadt Engen mit ihren rund 10.000-Einwohnern ist Endpunkt der seehas-Strecke. Wir wollen uns nun in der schmucken Altstadt umschauen, hier mit Blick auf das ehemalige Wirtshaus zum Adler, dessen Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert stammen und das damit zu den ältesten Gebäuden der Stadt zählt. Die Bemalung orientiert sich an Resten aus der Renaissancezeit.

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Im Hintergrund des Marktplatzes der ursprünglich als Wehrturm erbaute Glockenturm der Kirche Mariä Himmelfahrt.

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Das Krenkinger Schlössle überragt die Altstadt, Bahnreisende kennen das ehemalige badische Bezirksamt aus etwas anderer Perspektive.

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Nun zurück an den Bahnhof. Von hier aus verkehrt der seehas im Halbstundentakt, außerdem halten die Regionalzüge auf der Gäubahn Singen-Stuttgart und der Schwarzwaldbahn Konstanz-Karlsruhe in Engen (allerdings nur die RE, nicht die IRE). Das Schild im Fenster weist darauf hin, dass das Gebäude zum Verkauf steht.

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Wir besteigen nun den seehas zur Rückfahrt. Da wir die Unterwegshalte auf der Hinfahrt bereits abgeklappert haben, fahren wir nun durch bis Radolfzell, wo wir auf das seehäsle umsteigen wollen.

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Wer in Radolfzell aus dem Zug steigt und sich in die Bahnhofsunterführung begibt, den stellen die Wegweiser vor die Wahl „Zum See“ oder „Zur Stadt“. Wir entscheiden uns zunächst für die Stadt, hier der Blick vom Bahnhof in die Altstadt und zum Münster Unserer Lieben Frau.

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Wer hingegen dem Wegweiser „Zum See“ folgt, dem bietet sich ein Ausblick über den Untersee, hier mit Blickrichtung Osten und dem Alpenpanorama am Horizont.

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Den Bahnhof selbst wollen wir auch nicht vergessen. Es geht hier nicht nur zu den Zügen, der Weg durch den Bahnhof ist gleichzeitig die kürzeste Verbindung zwischen See und Altstadt, entsprechend belebt ist der Durchgang.

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Das seehäsle nach Stockach steht schon bereit. Die Verbindung wird von der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) mit Regio-Shuttles betrieben. Die Triebwagen des seehäsle unterscheiden sich durch den blauen Streifen vom üblichen HzL-Design.

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Bevor wir einsteigen, schauen wir uns noch etwas am Bahnhof um. Das Schild zum Seehäsle-Radweg ist eines der letzten Überbleibsel aus der wenig ruhmreichen Ära von Thurbo auf dieser Verbindung. Als die Strecke 1996 für den Personenverkehr reaktiviert wurde, wurde der Verkehr wie auch schon der seehas von der Mittelthurgaubahn bzw. deren Nachfolgegesellschaften betrieben. Die eingesetzten Diesel-GTW-Prototypen waren jedoch äußerst störungsanfällig, so dass sich die SBB GmbH schließlich von der Strecke zurückzog und die HzL den Betrieb übernahm.

Es geht gleich weiter...

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seehas und seehäsle im Portrait (Fortsetzung)

TD, Samstag, 04.04.2015, 15:56 (vor 4065 Tagen) @ TD

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Ich gebe es zu, dieses Bild entstand eigentlich in Stockach, zur besseren Orientierung passt das Streckenschema aber an dieser Stelle ganz gut.

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Wir werfen noch einen Blick auf den seehäsle-Schriftzug und das Logo des Landkreises Konstanz, dann steigen wir ein.

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Wir fahren nun auf der nicht elektrifizierten Strecke nach Norden, die auch die Züge in Richtung Friedrichshafen nutzen, in Stahringen trennen sich dann die Strecken. Üblicherweise wird dabei die Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen als Bodenseegürtelbahn bezeichnet, tatsächlich gehört der Abschnitt von Radolfzell nach Stahringen jedoch zur Bahnstrecke Radolfzell-Mengen (Hegau-Ablachtal-Bahn) und die Bodenseegürtelbahn beginnt erst in Stahringen. Den Haltepunkt Haselbrunn im Stadtgebiet von Radolfzell überspringen wir, dann geht es durch den Brandbühl-Tunnel und am Rande des Bodanrücks nach Stahringen.

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In Stahringen angekommen steigt dem Fahrgast Landluft in die Nase, den ein Bauernhof mitsamt Misthaufen direkt am Haltepunkt verbreitet. Stahringen ist heute ein Ortsteil von Radolfzell mit etwa 1.400 Einwohnern.

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Das Empfangsgebäude trägt noch den Ortsnamen, der heutige Haltepunkt befindet sich jedoch etwas versetzt zu Füßen der Pfarrkirche St. Zeno.

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Für uns geht es nach links „zu den Zügen Richtung Stockach“. In Tagesrandlage halten auch einige wenige Züge der Bodenseegürtelbahn (das ist dann übrigens das "seehänsele") in Richtung Überlingen und Friedrichshafen in Stahringen. Diese Züge waren für einige Zeit eine Tarifkuriosität, da die DB keine Fahrkarten für ihre eigenen Züge nach Stahringen verkaufen konnte.
Kurz nach dem Haltepunkt trennen sich Hegau-Ablachtalbahn und Bodenseegürtelbahn. Dort befindet sich auch die Eigentumsgrenze, denn die Strecke von Stahringen bis Stockach gehört mittlerweile dem Landkreis Konstanz.

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Wir nähern uns nun dem nächsten Haltepunkt Wahlwies, schon von weitem ist der Kirchturm des Ortes zu sehen.

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Der Haltepunkt von Wahlwies ist unscheinbar und etwas eingemauert...

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...das ehemalige Bahnhofsgebäude liegt ein ganzes Stück entfernt. Um nicht jedes Mal eine Stunde warten zu müssen, hatte ich die Haltepunkte nicht in der hier gezeigten Reihenfolge besucht, sondern im Zickzack zwei vor – eins zurück abgegrast, sonst wäre es mir hier doch langweilig geworden.

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Das seehäsle hat uns jetzt in den nächsten Ort Nenzingen gebracht. Die Tafel links erinnert an die Wiederaufnahme des Personenverkehrs 1996.

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Die Hegau-Ablachtal-Bahn von Radolfzell über Stockach nach Mengen (dort Anschluss an die Donautalbahn) wurde im Jahr 1873 fertiggestellt. 1954 verlor ein erster nördlicher Streckenabschnitt den Personenverkehr, in weiteren Schritten folgten die übrigen Abschnitte und 1982 fuhr der letzte Personenzug zwischen Stockach und Radolfzell. 1996 erweckte die Bahnreform den südlichen Streckenabschnitt mit dem seehäsle wieder zum Leben.

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Wir werfen noch einen Blick in den zugehörigen Ort, das Hegau-Dorf Nenzingen hat rund 1.800 Einwohner. Anschließend starten auf die letzte Etappe.

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Nach insgesamt 17 Kilometern und einer Fahrzeit von 18 Minuten erreicht das seehäsle den Endbahnhof Stockach.

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Das ehemalige Empfangsgebäude ist äußert schmuck renoviert. Die Fahrplanmedien kennen den Bahnhof nur als „Stockach NE“, auf dem Stationsschild ist dieser Zusatz jedoch nicht genannt.

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Zu Fuß drehen wir jetzt eine kleine Runde durch die 16.000-Einwohner-Stadt. Auf dem Weg ins Zentrum passieren wir das eigenwillige Kunstwerk „U20 oder der Traum eines U-Bootfahrers“ des Bildhauers Peter Lenk, das viermal Rudolf Scharping, einen Leichtmatrosen und eine flotte Braut zeigt.

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Nun noch ein Blick in die Hauptstraße, rechts das alte Forstamt aus dem Jahr 1706. Schräg gegenüber das ehemalige Gasthaus Adler Post, eine der ältesten Poststationen in Deutschland. Einstmals war hier ein „Verkehrsknotenpunkt“ für Reiter der Postwege Wien-Paris, Ulm-Basel und Stuttgart-Zürich. Auf dem nächsten Bild die Alte Apotheke und mit dem Türmchen das Landvogteigebäude, der ehemaligen Sitz der Landvögte.

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Gegenüber des Bahnhofs befindet sich das Postamt, eine Tafel erinnert dort an die große postalische Geschichte der Stadt. Als Endpunkt einer Stichstrecke im Personenverkehr ist Stockach heute in Bezug auf den Bahnverkehr weit davon entfernt ein Verkehrsknotenpunkt zu sein. Das Experiment eines Schnellzugpaars, das in 100 Minuten von Radolfzell über Stockach und Mengen nach Ulm fuhr, wurde bereits 1875 eingestellt, seither wird die Strecke nach Stockach als Nebenbahn geführt.

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Dieses schmucke Gebäude eines Modemarkts ist von der Straße aus auf den ersten Blick nicht mehr als Bahnhof zu identifizieren...

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...gleisseitig hingegen schon.

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Stockach ist der Endpunkt des seehäsle und damit des Personenverkehrs auf der Strecke. Der Landkreis Konstanz bzw. dessen EVU seehäsle hat hier eine Tankstelle und Abstellmöglichkeit errichtet.

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Der nördliche Abschnitt der Hegau-Ablachtal-Bahn ist im Eigentum der Ablachtal-Bahn GmbH und für Güterverkehr mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zugelassen. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr wird immer wieder mal in die Diskussion gebracht, allerdings weniger für den Nahverkehr, da hier das lokale Potential nicht so groß ist, sondern vielmehr für den überregionalen Verkehr wie Basel-München oder Ulm-Zürich.

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Die Fahrkartenautomaten der HzL an der seehäsle-Strecke wirken ungewohnt nackt. Auf dem Display wirbt das seehäsle im Comic-Stil „zu(g)verlässig und sympathisch“.

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Wir treten nun die Rückfahrt an, hier der Blick aus dem Zugfenster zwischen Wahlwies und Stahringen in der Nähe des Bodensees.

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In Radolfzell verabschieden wir uns vom seehäsle und steigen für die Rückfahrt nach Konstanz auf den seehas um. Eigentlich sind wir damit am Ende des Reiseberichts angelangt...

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...allerdings lädt die Abendstimmung in Allensbach noch zu einem Zwischenstopp am Gnadensee ein.

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Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass ich den Reisebericht aus mehreren Etappen zwischen November und März zusammengesetzt habe. Dabei war das Zeitfenster für ein paar sonnige Bilder teilweise recht kurz, insbesondere im Herbst dominiert am Bodensee häufig der Nebel, der hier die Imperia am Hafen von Konstanz fast verschluckt. Die Statue stammt ebenfalls von Peter Lenk, dessen U-Boot wir vorhin in Stockach schon gesehen haben. Die Nebelbilder entstanden am gleichen Tag, an dem ich zuvor die Sonnenbilder in Engen gemacht hatte.

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Auch der Bahnhofsturm verschwindet schon im abendlichen Nebel...

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...während der seehas schon wieder auf die nächsten Fahrgäste in den Hegau wartet.


Ich hoffe, dass Euch dieser kleine Bericht gefallen hat. Nachdem das diesmal eher eine Dokumentation und Heimatkunde-Stunde war, geht es im nächsten Reisebericht dann für mehrere Tage ins Ausland, aber dazu demnächst mehr...


Viele Grüße vom Bodensee
und frohe Ostern


Tobias


PS.: Meine früheren Reiseberichte findet Ihr unter www.bahnreiseberichte.de.

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Wunschhaltanforderung?

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 04.04.2015, 16:36 (vor 4065 Tagen) @ TD

Die eingesetzten Diesel-GTW-Prototypen waren jedoch äußerst störungsanfällig, so dass sich die SBB GmbH schließlich von der Strecke zurückzog und die HzL den Betrieb übernahm.

Besten Dank für die Reportage von vor der Haustür, Tobias. :-)

Die besagten Fahrzeuge kommen, wie ferrovie.it meldet, demnächst vielleicht im Salento zum Einsatz, dem Absatz des italienischen Stiefels.


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Das Signal am Lampenmasten ist für die Wunschhaltanforderung, nehme ich an?
Und auch ich nutze bei Streckenportraits gerne das Hin-und-Herfahren zwecks besserer Zeitausnutzung.


Viele Grüße
Sören

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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Wunschhaltanforderung!

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 04.04.2015, 18:14 (vor 4065 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 04.04.2015, 18:16

Hoi,

Die besagten Fahrzeuge kommen, wie ferrovie.it meldet, demnächst vielleicht im Salento zum Einsatz, dem Absatz des italienischen Stiefels.

Davon hörte man bereits seit der Abstellung nach dem Abzug vom Seehäsle. Dachte, dass wäre mittlerweile schon lange so. Naja, in Italien dauert eben alles etwas länger.

Das Signal am Lampenmasten ist für die Wunschhaltanforderung, nehme ich an?

Das entspricht exakt den Schweizerischen Fahrdienstvorschriften und kann daher im Land südlich des Rheins regelmässig angetroffen werden:

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Sehen die Bedarfshaltsignale in Deutschland gleich aus oder ist das ein Überbleibsel aus SBB-Zeiten?


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

Wunschhaltanforderung!

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 04.04.2015, 18:26 (vor 4065 Tagen) @ Twindexx

Merci. Die Bedarfshaltsignale waren damals eine Besonderheit. In Deutschland übernimmt diese Rolle normalerweise der Reisende selbst durch sichtbares Aufstellen auf dem Bahnsteig.

Wunschhaltanforderung!

TEE Rheingold, Samstag, 04.04.2015, 19:05 (vor 4065 Tagen) @ Sören Heise

Gibt/gab es das nicht auch bei Rurtalbahn von Düren nach Heimbach?

Wunschhaltanforderung!

Steffen, Samstag, 04.04.2015, 22:53 (vor 4065 Tagen) @ TEE Rheingold

Gibt/gab es das nicht auch bei Rurtalbahn von Düren nach Heimbach?

Bedarfshalte gibt es in Deutschland viele, aber normalerweise ohne Signal sondern so wie von Sören beschrieben (auch zwischen Düren und Heimbach).

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Wunschhaltanforderung!

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 04.04.2015, 21:35 (vor 4065 Tagen) @ Twindexx

Sehen die Bedarfshaltsignale in Deutschland gleich aus oder ist das ein Überbleibsel aus SBB-Zeiten?

In Deutschland hat man blinkende Haltetafeln, das scheint ein Überbleibsel der SBB-Zeit zu sein ;)

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Weg mit dem 4744!

Wunschhaltanforderung!

611 040, Erfurt, Samstag, 04.04.2015, 23:25 (vor 4065 Tagen) @ JeDi

Zumindest auf der HzL Strecke Villingen - Rottweil gibt es dafür Knöpfe am Bahnsteig (und natürlich im Zug).

Wunschhaltanforderung!

caboruivo, CH, Montag, 06.04.2015, 14:09 (vor 4064 Tagen) @ JeDi

Sehen die Bedarfshaltsignale in Deutschland gleich aus oder ist das ein Überbleibsel aus SBB-Zeiten?


In Deutschland hat man blinkende Haltetafeln, das scheint ein Überbleibsel der SBB-Zeit zu sein ;)

Da hätte doch wohl kaum die CH-FDV gegolten, oder irre ich mich da?

Wie immer ein toller Bericht und das Seehäsle ist wohl tatsächlich etwas, was die SBB vergeigt haben. Gut, sie besitzen ja auch nicht Dieselfahrzeuge auf Vorrat. Da ist die HzL doch bei Weitem die bessere Wahl.

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Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

Wunschhaltanforderung!

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 07.04.2015, 11:44 (vor 4063 Tagen) @ caboruivo

Sehen die Bedarfshaltsignale in Deutschland gleich aus oder ist das ein Überbleibsel aus SBB-Zeiten?


In Deutschland hat man blinkende Haltetafeln, das scheint ein Überbleibsel der SBB-Zeit zu sein ;)

Da hätte doch wohl kaum die CH-FDV gegolten, oder irre ich mich da?

Richtig. Das Seehäsle ist allerdings älter als die Aufnahme der blinkenden Haltetafeln ins deutsche Signalbuch (früher waren Bedarfshalte bei der Eisenbahn hierzulande seeeehr unüblich). Ich vermute, dass man daher der Einfachkeit halber die CH-Bedarfshaltsignale verbaut und per Sondergenehmigung des LfB in Betrieb genommen hat.

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Weg mit dem 4744!

Wunschhaltanforderung!

Splittergattung, Sonntag, 05.04.2015, 00:34 (vor 4065 Tagen) @ Twindexx

Sehen die Bedarfshaltsignale in Deutschland gleich aus oder ist das ein Überbleibsel aus SBB-Zeiten?

Wir sind hier eben etwas altmodischer, Einsteiger müssen ihr Dasein durch sichtbares Hinstellen bemerkbar machen und Aussteiger mancherorts tatsächlich die Notfallsprechstelle benutzen oder gar zum Führerstand gehen und den Tf anquatschen. Muss man als Nicht-Ortskundiger also aufpassen bei Triebwagen in Mehrfachtraktion, dass man nicht hinten einsteigt und dann plötzlich niemanden zum Bescheidsagen hat... ;-)

Wunschhaltanforderung!

611 040, Erfurt, Sonntag, 05.04.2015, 00:40 (vor 4065 Tagen) @ Splittergattung

Ich weiß ja nicht mit welchen Zügen du wo fährst (wahrscheinlich VT 98 Schienenbusse) aber bei der HzL gibt es in allen Regioshuttles Haltewunschtaster die dem Tf auf dem Fst anzeigen ob jmd. aussteigen möchte, und durch die Schaku werden auch Haltewünsche von den hinteren VTs übertragen.

Wunschhaltanforderung!

Skyeurope, Sonntag, 05.04.2015, 08:55 (vor 4065 Tagen) @ 611 040

Die 628 der Westfrankenbahn haben aber keine. Hier muss man tatsächlich den Tf ansprechen.

Wunschhaltanforderung!

Splittergattung, Sonntag, 05.04.2015, 09:38 (vor 4065 Tagen) @ Skyeurope

Die 628 der Westfrankenbahn haben aber keine. Hier muss man tatsächlich den Tf ansprechen.

Genau die meinte ich. Und die Notfallsprechstelle wurde letzten Sommer in den 425 auf der Außerfernbahn gebraucht.

Wunschhaltanforderung!

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 07.04.2015, 11:43 (vor 4063 Tagen) @ Splittergattung

Die 628 der Westfrankenbahn haben aber keine. Hier muss man tatsächlich den Tf ansprechen.


Genau die meinte ich. Und die Notfallsprechstelle wurde letzten Sommer in den 425 auf der Außerfernbahn gebraucht.

Wobei in den WFB-628 theoretisch passend Zugbegleitpersonal im hinteren Zugteil vorhanden sein sollte.

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Weg mit dem 4744!

Wunschhaltanforderung!

Splittergattung, Dienstag, 07.04.2015, 19:16 (vor 4062 Tagen) @ JeDi

Die 628 der Westfrankenbahn haben aber keine. Hier muss man tatsächlich den Tf ansprechen.


Genau die meinte ich. Und die Notfallsprechstelle wurde letzten Sommer in den 425 auf der Außerfernbahn gebraucht.


Wobei in den WFB-628 theoretisch passend Zugbegleitpersonal im hinteren Zugteil vorhanden sein sollte.

Jo, die sind normalerweise auch da. Aber was ist eigentlich, wenn die mal vorne sind, z.B. zur Fahrkartenkontrolle? Oder haben die Doppelzüge immer zwei Begleiter?

(OT:) Das weckt Erinnerungen an alte Zeiten...

Blaschke, Sonntag, 05.04.2015, 18:40 (vor 4064 Tagen) @ Splittergattung

Hallöchen!

Wir sind hier eben etwas altmodischer, Einsteiger müssen ihr Dasein durch sichtbares Hinstellen bemerkbar machen und Aussteiger mancherorts tatsächlich die Notfallsprechstelle benutzen oder gar zum Führerstand gehen und den Tf anquatschen. Muss man als Nicht-Ortskundiger also aufpassen bei Triebwagen in Mehrfachtraktion, dass man nicht hinten einsteigt und dann plötzlich niemanden zum Bescheidsagen hat... ;-)


Kurz nach der Wende. Blaschi unterwegs auf einsamen Strecken rund um Berlin. Wir sind mit 2 umlackierten Blutblasen unterwegs. Vorne der Triebwagen leer, hinten sitzt 'ne Schulklasse, Grundschüler, mit Lehrerin, drin. Schaffner quasselt mit dem Triebfahrzeugführer. Es gab auf der Strecke einige Bedarfshalte. An einem der "Zwangshalte" stehen wir. Schaffner schaut auf dem Bahnsteig umher. Lehrerin und Schulklasse kommen nach vorne und beschimpfen den Schaffner. "Wieso haben Sie am Halt vorher nicht angehalten?" Usw usw. "Wie sollen wir denn jetzt zurückkommen?" -- "Irgendwann kommt der Gegenzug!". Die Lehrerin außer sich. Schaffner läßt sie kommentarlos stehen, steigt wieder ein, geht zum Lokführer. Der fragt, "was hat die Alte denn?". Schaffner: "Die ist zu doof zum Zugfahren. Aber Lehrerin. Soll sie doch in die vordere Kugel einsteigen!"


Tja, wo er recht hat... ;-))))))))))


Schöne Grüße von

jörg


wobei ich den Begriff "Kugel" für die Blutblase weder vorher noch nachhe jemals gehört habe...

seehas und seehäsle im Portrait

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 04.04.2015, 21:42 (vor 4065 Tagen) @ TD
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 04.04.2015, 21:43

Hoi,

Zunächst werfen wir nach der Ankunft in Engen aber noch ein Blick auf die Front des Flirt sowie den seehas-Schriftzug. Bis auf dieses Logo tragen die Züge ansonsten das übliche SBB-Farbschema, das auffällige pink der früheren Fahrzeuge und auch den Namenszusatz „Die Hegau-Bodensee-Bahn“ aus der Anfangszeit der Verbindung findet man heute nicht mehr.

Das Pink war ja auch MThB-Farbe. Die ging bekanntlich Konkurs, wobei das hauptsächlich daran lag, dass ihnen zustehende Gelder des Landkreises Konstanz nicht abgeholt wurden (die Liquidation der MThB ging deshalb anschliessend noch relativ reibungslos, weil man dann natürlich das Geld nachträglich noch abholte).

Rechtsnachfolger der MThB wurde die zu 90% den SBB und zu 10% dem Kanton Thurgau gehörende Thurgau-Bodensee, kurz THURBO, heute thurbo. Die Auslandsgeschäfte wurden im Tochterunternehmen Euro-THURBO abgewickelt. Da allerdings der Kanton Thurgau kein Interesse an irgendwelchen Auslandsengagements hatte, wurde der 10%-Anteil an die SBB verkauft und Euro-THURBO in die SBB Deutschland GmbH, kurz SBB GmbH, integriert.

Die neun Flirt-Triebzüge des Seehas wurden zwar noch von Thurbo beschafft, jedoch nie in Thurbo-Farben ausgeliefert. Das ist jedoch der Grund, warum die Typenbezeichnung anfangs RABe 526 lautete (mittlerweile auf RABe 521.2 umgezeichnet) und auch die Türanordnung von den SBB-Fahrzeugen des Typs RABe 521 abweicht.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.

seehas und seehäsle im Portrait (2/2 m. 49 B.)

Steffen, Samstag, 04.04.2015, 23:00 (vor 4065 Tagen) @ TD

Als die Strecke 1996 für den Personenverkehr reaktiviert wurde, wurde der Verkehr wie auch schon der seehas von der Mittelthurgaubahn bzw. deren Nachfolgegesellschaften betrieben. Die eingesetzten Diesel-GTW-Prototypen waren jedoch äußerst störungsanfällig, [...]

Zu Zeiten der Mittelthurgaubahn bin ich einmal nach Stockach gefahren. Hin mit besagtem Prototyp, zurück mit einem original MAN Schienenbus (Ex-Dürener Kreisbahn). Der war allerdings auch nicht gerade fit. Der Lokführer saß am hinteren Pult und steuerte den Zug auf Befehl eines Lotsen, der vorne saß (oder stand). Ankunft in Radolfzell sehr unpünktlich, aber das unverhoffte Erlebnis wars Wert :-)

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seehas und seehäsle im Portrait (2/2)

462 001, Taunus, Sonntag, 05.04.2015, 13:53 (vor 4065 Tagen) @ TD

Hallo Tobias,

vielen Dank für die kleine Heimatkunde, war sehr interessant.

Gruß und schöne Ostertage
ICE1223

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