![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-63seehaesle-Streckennetz.JPG)
Ich gebe es zu, dieses Bild entstand eigentlich in Stockach, zur besseren Orientierung passt das Streckenschema aber an dieser Stelle ganz gut.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-64seehaesle-Aufschrift.JPG)
Wir werfen noch einen Blick auf den seehäsle-Schriftzug und das Logo des Landkreises Konstanz, dann steigen wir ein.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-65seehaesle-Tueraufschrift.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-66seehaesle-innen.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-67Fahrt-seehaesle.JPG)
Wir fahren nun auf der nicht elektrifizierten Strecke nach Norden, die auch die Züge in Richtung Friedrichshafen nutzen, in Stahringen trennen sich dann die Strecken. Üblicherweise wird dabei die Strecke von Radolfzell nach Friedrichshafen als Bodenseegürtelbahn bezeichnet, tatsächlich gehört der Abschnitt von Radolfzell nach Stahringen jedoch zur Bahnstrecke Radolfzell-Mengen (Hegau-Ablachtal-Bahn) und die Bodenseegürtelbahn beginnt erst in Stahringen. Den Haltepunkt Haselbrunn im Stadtgebiet von Radolfzell überspringen wir, dann geht es durch den Brandbühl-Tunnel und am Rande des Bodanrücks nach Stahringen.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-68Stahringen.jpg)
In Stahringen angekommen steigt dem Fahrgast Landluft in die Nase, den ein Bauernhof mitsamt Misthaufen direkt am Haltepunkt verbreitet. Stahringen ist heute ein Ortsteil von Radolfzell mit etwa 1.400 Einwohnern.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-69Stahringen.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-70Stahringen-Bahnhof.JPG)
Das Empfangsgebäude trägt noch den Ortsnamen, der heutige Haltepunkt befindet sich jedoch etwas versetzt zu Füßen der Pfarrkirche St. Zeno.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-71Stahringen-Zeno-Kirche.JPG)
Für uns geht es nach links „zu den Zügen Richtung Stockach“. In Tagesrandlage halten auch einige wenige Züge der Bodenseegürtelbahn (das ist dann übrigens das "seehänsele") in Richtung Überlingen und Friedrichshafen in Stahringen. Diese Züge waren für einige Zeit eine Tarifkuriosität, da die DB keine Fahrkarten für ihre eigenen Züge nach Stahringen verkaufen konnte.
Kurz nach dem Haltepunkt trennen sich Hegau-Ablachtalbahn und Bodenseegürtelbahn. Dort befindet sich auch die Eigentumsgrenze, denn die Strecke von Stahringen bis Stockach gehört mittlerweile dem Landkreis Konstanz.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-72Wahlwies.JPG)
Wir nähern uns nun dem nächsten Haltepunkt Wahlwies, schon von weitem ist der Kirchturm des Ortes zu sehen.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-73Wahlwies-Haltepunkt.JPG)
Der Haltepunkt von Wahlwies ist unscheinbar und etwas eingemauert...
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-74Wahlwies-Bahnhof.JPG)
...das ehemalige Bahnhofsgebäude liegt ein ganzes Stück entfernt. Um nicht jedes Mal eine Stunde warten zu müssen, hatte ich die Haltepunkte nicht in der hier gezeigten Reihenfolge besucht, sondern im Zickzack zwei vor – eins zurück abgegrast, sonst wäre es mir hier doch langweilig geworden.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-75Nenzingen-Haltepunkt.JPG)
Das seehäsle hat uns jetzt in den nächsten Ort Nenzingen gebracht. Die Tafel links erinnert an die Wiederaufnahme des Personenverkehrs 1996.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-76Nenzingen-Tafel-Wiederinbetriebnahme.JPG)
Die Hegau-Ablachtal-Bahn von Radolfzell über Stockach nach Mengen (dort Anschluss an die Donautalbahn) wurde im Jahr 1873 fertiggestellt. 1954 verlor ein erster nördlicher Streckenabschnitt den Personenverkehr, in weiteren Schritten folgten die übrigen Abschnitte und 1982 fuhr der letzte Personenzug zwischen Stockach und Radolfzell. 1996 erweckte die Bahnreform den südlichen Streckenabschnitt mit dem seehäsle wieder zum Leben.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-77Nenzingen.JPG)
Wir werfen noch einen Blick in den zugehörigen Ort, das Hegau-Dorf Nenzingen hat rund 1.800 Einwohner. Anschließend starten auf die letzte Etappe.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-78Stockach-Bahnhof.JPG)
Nach insgesamt 17 Kilometern und einer Fahrzeit von 18 Minuten erreicht das seehäsle den Endbahnhof Stockach.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-79Stockach-Bahnhof.JPG)
Das ehemalige Empfangsgebäude ist äußert schmuck renoviert. Die Fahrplanmedien kennen den Bahnhof nur als „Stockach NE“, auf dem Stationsschild ist dieser Zusatz jedoch nicht genannt.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-80U-Boot-U20-Skulptur.JPG)
Zu Fuß drehen wir jetzt eine kleine Runde durch die 16.000-Einwohner-Stadt. Auf dem Weg ins Zentrum passieren wir das eigenwillige Kunstwerk „U20 oder der Traum eines U-Bootfahrers“ des Bildhauers Peter Lenk, das viermal Rudolf Scharping, einen Leichtmatrosen und eine flotte Braut zeigt.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-81Stockach-Altstadt.JPG)
Nun noch ein Blick in die Hauptstraße, rechts das alte Forstamt aus dem Jahr 1706. Schräg gegenüber das ehemalige Gasthaus Adler Post, eine der ältesten Poststationen in Deutschland. Einstmals war hier ein „Verkehrsknotenpunkt“ für Reiter der Postwege Wien-Paris, Ulm-Basel und Stuttgart-Zürich. Auf dem nächsten Bild die Alte Apotheke und mit dem Türmchen das Landvogteigebäude, der ehemaligen Sitz der Landvögte.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-82Stockach-Altstadt.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-83Stockach-Postamt.JPG)
Gegenüber des Bahnhofs befindet sich das Postamt, eine Tafel erinnert dort an die große postalische Geschichte der Stadt. Als Endpunkt einer Stichstrecke im Personenverkehr ist Stockach heute in Bezug auf den Bahnverkehr weit davon entfernt ein Verkehrsknotenpunkt zu sein. Das Experiment eines Schnellzugpaars, das in 100 Minuten von Radolfzell über Stockach und Mengen nach Ulm fuhr, wurde bereits 1875 eingestellt, seither wird die Strecke nach Stockach als Nebenbahn geführt.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-84Stockach-Schild-Poststation.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-85Stockach-Bahnhof.JPG)
Dieses schmucke Gebäude eines Modemarkts ist von der Straße aus auf den ersten Blick nicht mehr als Bahnhof zu identifizieren...
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-86Stockach-Bahnhof.JPG)
...gleisseitig hingegen schon.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-87Stockach-Ablachtalbahn.JPG)
Stockach ist der Endpunkt des seehäsle und damit des Personenverkehrs auf der Strecke. Der Landkreis Konstanz bzw. dessen EVU seehäsle hat hier eine Tankstelle und Abstellmöglichkeit errichtet.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-88Stockach-Ablachtalbahn.JPG)
Der nördliche Abschnitt der Hegau-Ablachtal-Bahn ist im Eigentum der Ablachtal-Bahn GmbH und für Güterverkehr mit einer Maximalgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zugelassen. Eine Reaktivierung für den Personenverkehr wird immer wieder mal in die Diskussion gebracht, allerdings weniger für den Nahverkehr, da hier das lokale Potential nicht so groß ist, sondern vielmehr für den überregionalen Verkehr wie Basel-München oder Ulm-Zürich.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-89seehaesle-Automat.JPG)
Die Fahrkartenautomaten der HzL an der seehäsle-Strecke wirken ungewohnt nackt. Auf dem Display wirbt das seehäsle im Comic-Stil „zu(g)verlässig und sympathisch“.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-90seehaesle-Automatendisplay.JPG)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-91Wahlwies-Stahringen.JPG)
Wir treten nun die Rückfahrt an, hier der Blick aus dem Zugfenster zwischen Wahlwies und Stahringen in der Nähe des Bodensees.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-92seehaesle-Aufkleber.JPG)
In Radolfzell verabschieden wir uns vom seehäsle und steigen für die Rückfahrt nach Konstanz auf den seehas um. Eigentlich sind wir damit am Ende des Reiseberichts angelangt...
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-93Allensbach-Sonnenuntergang.JPG)
...allerdings lädt die Abendstimmung in Allensbach noch zu einem Zwischenstopp am Gnadensee ein.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-94Konstanz-Imperia-Nebel.JPG)
Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass ich den Reisebericht aus mehreren Etappen zwischen November und März zusammengesetzt habe. Dabei war das Zeitfenster für ein paar sonnige Bilder teilweise recht kurz, insbesondere im Herbst dominiert am Bodensee häufig der Nebel, der hier die Imperia am Hafen von Konstanz fast verschluckt. Die Statue stammt ebenfalls von Peter Lenk, dessen U-Boot wir vorhin in Stockach schon gesehen haben. Die Nebelbilder entstanden am gleichen Tag, an dem ich zuvor die Sonnenbilder in Engen gemacht hatte.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-95Konstanz-Bahnhofsturm-Nebel.JPG)
Auch der Bahnhofsturm verschwindet schon im abendlichen Nebel...
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/055-Seehas/55-96Konstanz-seehas-Nebel.JPG)
...während der seehas schon wieder auf die nächsten Fahrgäste in den Hegau wartet.
Ich hoffe, dass Euch dieser kleine Bericht gefallen hat. Nachdem das diesmal eher eine Dokumentation und Heimatkunde-Stunde war, geht es im nächsten Reisebericht dann für mehrere Tage ins Ausland, aber dazu demnächst mehr...
Viele Grüße vom Bodensee
und frohe Ostern
Tobias
PS.: Meine früheren Reiseberichte findet Ihr unter www.bahnreiseberichte.de.
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