GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 1 / 17 Fotos (Reiseberichte)
Einen Ausflug im Fernverkehr mit der Staatsbahn in England unternehmen? Nur noch wenige Tage ist das möglich. Das Netz ICEC (InterCity East Coast) wurde neu vergeben, so dass ab 1. März Virgin East Coast von der staatlichen East Coast Main Line Company übernimmt. (ECMLCo wurde vor mehr als fünf Jahren gegründet, um das Teilnetz von National Express zu übernehmen, welche sich verkalkuliert hatten und nun vor enormen finanziellen Schwierigkeiten standen. So wurde etwa durch NXEC eine Gebühr für Reservierungen eingeführt, was ECMLCo schnell wieder abschaffte.)
Das Teilnetz East Coast erstreckt sich von London King’s Cross bis nach Aberdeen in Nordost-Schottland. Die Stammstrecke ist London – Peterborough – York – Newcastle – Edinburgh. Einzelne Züge fahren auch nach Leeds, Hull, Glasgow oder Inverness. East Coast betreibt nur Fernverkehrszüge und die Flotte besteht vornehmlich aus InterCity 125 (HST)-Dieseltriebzügen und InterCity 225-Elektrozügen, welche noch zu Zeiten von British Rail angeschafft wurden. Größter Konkurrent ist auf der Nahverkehrsrelation London-Peterborough wohl Govia Great Northern, während im Fernverkehr zwischen London und York sowie weiter nach Sunderland (bei Newcastle) der eigenwirtschaftliche Fernverkehr von Arriva Grand Central über den Preis viele Kunden anzieht. East Coast muss aufgrund der starken Regulierung der Eisenbahn in Großbritannien auch Fahrkarten von Grand Central verkaufen, ihr Personal diese auch aktiv vorschlagen, wenn z.B. eine besonders günstige Reise gesucht ist (sogenanntes „Impartial Retailing“ = neutraler Verkauf). Eine DB-Tochter im Ausland profitiert also davon, dass dort der Ordnungsrahmen herrscht, den es hierzulande (warum auch immer) nicht gibt.
Wie auch immer… Höchste Zeit, um sich auf den Weg zu machen! Wie es bei der britischen Bahn üblich ist, gab es günstige Sparpreise (Advance) für Frühbucher. Nach den Vergünstigungen 16-25 Railcard (34%) und EC Online (11%) kosteten Hin- und Rückfahrt von London nach York – immerhin rund zwei Stunden Fahrt und etwa 300 km Entfernung – in der 1. Klasse weniger als £43.
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Nach einem komfortablen Online-Buchungsprozess, in dem man auch die Wagenreihung einsehen und seinen Sitz auswählen konnte, wurde einem ein Abholcode zugesendet (ich hätte auch Print@Home wählen können). Rewards-Punkte in Höhe des 1,5fachen Buchungswertes wurden mir als registriertem Nutzer automatisch gutgeschrieben und konnten online eingelöst werden. Ich gab 50 Punkte für eine Lounge-Eintrittskarte aus, da die Lounge in London Kings Cross für Sparpreiskunden 1. Klasse sonst nur mit einer Zuzahlung von £5 offen ist.
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Die Abholung der Fahrkarten gestaltete sich unproblematisch. Es musste in den Fahrkartenautomaten lediglich die bei der Buchung verwendete Karte eingeschoben und der Abholcode eingegeben werden. Die Option „Collect“ ist an den FastTicket von Shere direkt auf dem Startbildschirm zu finden. Man muss sich nicht durch verschachtelte Menüs hangeln. Es bedarf nicht der Erwähnung, dass ich die bei und für East Coast gebuchten Fahrkarten auch an einem Automaten von Southern/Gatwick Express am Flughafen Gatwick abholen konnte. Die Verkehrsunternehmen verrechnen solche Leistungen untereinander ohne Zusatzaufwand für den Kunden.
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(Kleines Kuriosum: der Automat spricht immer noch von „NXEC train“, obwohl es NXEC schon seit Jahren nicht mehr gibt.)
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Mit der U-Bahn ging es morgens zum Bahnhof King’s Cross im nördlichen Zentrum Londons, der nicht nur Harry-Potter-Lesern ein Begriff sein dürfte. Seit einer Renovierung vor einigen Jahren ist er sehr ansehnlich geworden und bietet viele Möglichkeiten, sich zu verpflegen, was sowohl relativ günstig als auch frisch und schnell verfügbar ist (die üblichen Ketten wie giraffe, Wasabi, Boots und Waitrose). Einen „Bahnsteig 9 ¾“ gibt es dort übrigens tatsächlich, in Form eines Schildes an einer Wand und einem davor stehenden Trolley mit Koffer und Eulenkäfig, vor dem ständig Schlangen von Touristen stehen, um sich ablichten zu lassen.
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Der Weg zur Lounge, die im 1. Obergeschoss des Altbauteils versteckt ist, ist in der Haupthalle gut ausgeschildert. (Es gibt mehrere Zugänge, die zum Vorbereich der Lounge führen, einer über eine Brücke, die über alle Bahnsteige führt, ein anderer über die Haupthalle. Kann man sich schwer vorstellen? Stationspläne jeder SPFV- und SPNV-Station in Großbritannien gibt es auf nationalrail.co.uk, für King’s Cross hier.)
Öffnungszeiten sind Mo.-Fr. 7.00-21.25 Uhr, Sa. 8.00-20.15 und So. 9.00-20.15. Eine kurze Aufzugfahrt in den ersten Stock später befindet man sich in so einer Art Zwischenraum. Die außerhalb der Lounge befindliche Toilette ist zwar einem Aushang nach nur für 1.-Klasse-Kunden, aber ein Schlüssel wird nicht benötigt.
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Ein netter, ursprünglich aus Mauritius stammender älterer Herr ist Chef der Lounge. Der Selbstdruck-Gutschein wird nach kurzer Sichtkontrolle akzeptiert. Gefragt, ob er angesichts des baldigen Betreiberwechsels Angst um seinen Job habe, zuckte er nur mit den Schultern. Wer seine Arbeit gut mache, werde immer gebraucht. Darüber hinaus ist die Übernahme von Personal des bestehenden Betreibers Standard. Er meint noch, dass die Lounge nach der Übernahme von EC durch Virgin im kommenden Jahr umgebaut werden solle. Als ich mich als Bahnfan zu erkennen gebe, schlägt er mir vor, das NRM in York zu besuchen, welches auch einige historische Exponate in dieser Lounge beigesteuert hat. Genau das habe ich auch vor.
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Am Eingangsbereich vorbei eröffnet sich einem die Lounge, in angenehmen Grau- und Grüntönen gehalten und luftig und abwechslungsreich möbliert, unter anderem mit Teppichboden, Plastikwänden zur räumlichen Aufteilung und einer Mischung aus Bar-Tischen und Sesseln. Ein entfernter Verwandter der SBB Lounge in Zürich, mag man denken.
Den Reisenden erwartet eine Selbstbedienungs-Bar mit zwei Kaffeemaschinen (davon eine am Besuchstag leider defekt), Säften, Kühlschränken mit Cola und Wasser. Zu essen gibt es Bananen, Äpfel, Kekse und Croissants. Es ist ruhig, nicht allzu viel los – nur ein paar Geschäftsreisende und eine junge Mutter mit ihrem Sohn. Kein Vergleich zur Schnellimbiss-Atmosphäre so mancher anderer großstädtischer Eisenbahn-Lounges.
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Ein Drucker zum kabellosen Selbstdruck z.B. von Online-Tickets ist, in einer Ecke relativ weit hinten in der Lounge versteckt, ebenfalls verfügbar. Es wird neun Uhr und der Bahnsteig leuchtet auf den Anzeigebildschirmen endlich auf. Zeit, die Lounge zu verlassen.
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In Großbritannien ist es recht verbreitet, dass Hygiene-Bewertungsaufkleber an den Türen gastronomischer Einrichtungen angebracht werden. Auch online kann man auf den Seiten der Food Standards Agency die amtlichen Bewertungen von Gaststätten einsehen. Dort herrscht keine falsche Solidarität zugunsten von Schmuddelkindern.
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Über den zweiten Ausgang der Lounge geht es auf die Brücke und ab zu Bahnsteig 4, wo der Zug nach York schon wartet. Es fährt ein klassischer HST (InterCity 125) mit Mark-3-Wagen – diese Dieseltriebzüge fahren schon seit vier Jahrzehnten und werden wohl noch einige Jahre weiter auf britischen Schienen verkehren, bis die neuen Hitachi-Züge aus dem Intercity Express Programme endlich ausgeliefert werden!
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Diese Züge wirken heute mit ihren Schlagtüren, die nur von außen zu öffnen sind, etwas aus der Zeit gefallen. Möchte man die Tür von innen öffnen, hat man zuerst das Fenster in der Tür herunterzuschieben und den Türgriff von außen zu betätigen. Jedoch waren Klimaanlage und Luftfederung damals bereits üblich und mit einer Modernisierung vor rund zehn Jahren („Project Mallard“) bei Wabtec in Doncaster hielten WiFi und Steckdosen Einzug in die Züge der damaligen GNER. Die Sitze sind komfortabel, Steckdosen nicht tief unter den Sitzen angebracht, sondern seitlich an der Wand.
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Reservierungen werden traditionell per Fähnchen in die Sitze gesteckt (man beachte die EBEs, vor denen gewarnt wird).
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Frau Zugchefin hat schwer zu schleppen, denn das Avantix Mobile der britischen Eisenbahnen ist wegen der inbegriffenen Magnetstreifentechnik wesentlich dicker und schwerer als ein deutsches MT2.
In der nächsten Folge: Wie sieht das 1.-Klasse-Catering im Zug aus? Und was erwartet den bahnfaszinierten Reisenden in York?
Danke
für den netten & interessanten Bericht! (wenn auch ein bisschen arg viel Begeisterung für den Verkehr "auf der Insel" und ein bisschen arg viel Verachtung für den Verkehr in "Mitteleuropa" mitschwingt ;-)).
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 2 / 14 Fotos
Noch während der Zug im Bahnhof steht, kommt jemand mit einem Stapel „The Times“ vorbei. Es gibt die Zeitung zusätzlich zum selbstverständlichen WiFi, das während der Fahrt sogar recht gut funktioniert, und der Steckdose an der Wand neben dem Sitz.
Kurz nach der Abfahrt kommt ein Duo aus zwei Catering-Mitarbeitern vorbei. Der erste bringt Tee- und Kaffeekanne mit sich und fragt nach dem gewünschten Heißgetränk, der zweite schenkt Milch ein. Während der Fahrt kommen sie noch mehrmals vorbei – faktisch kann man also so viel von den Heißgetränken zu sich nehmen, wie man möchte. Auch wenn man das nicht unbedingt machen muss, da der Toilettenbesuch sich als eher wackelige Angelegenheit herausstellt.
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Da es bereits Vormittag ist, wird kein Full English Breakfast mehr serviert. Stattdessen gibt es das „Mid-Morning Menu“. Das Personal kommt mit einem Trolley und bietet Brot, Butter, Marmelade, Croissants, Orangensaft, Jogurt und Obst an. Darüber hinaus werden Bestellungen aufgenommen – heute hat man die Wahl zwischen einem Bacon-Brötchen, Porridge mit Obst, oder einem Fischomelett.
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Tradition verpflichtet, und so bestelle ich ein Bacon-Brötchen. Fluffiges weißes Brötchen (keine widerliche Krümelorgie) und heißer an Bord zubereiteter Bacon, zu dem ich etwas Ketchup dosiere, einfach und doch schmackhaft.
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Das „Feel at Home“-Magazin liegt an jedem Sitz aus und bringt eine Mischung aus Lifestyle und Berichten hinter den Kulissen.
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Nun ist York schon ganz nah und der Zug hat sich deutlich geleert. Der Tisch ist gedeckt für die nächsten Passagiere. Leider wird schon relativ früh, etwa 30 Minuten vor Ziel, mit dem Abräumen begonnen, auch wenn man vielleicht noch nicht fertig ist…
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Angekommen in York besteht das „Begrüßungskomitee“ aus ein paar Experten, die am Ende des Bahnsteigs stehen und mit Notizbuch und Kamera ihrem Hobby frönen, während am Nachbarbahnsteig eine IC225-Garnitur einfährt. Ja, Trainspotting gilt als typisch britische Freizeitbeschäftigung seit dem Jahr 1861, und sicher ist etwas dran. Auch zwei Eisenbahner führen ein Übergabegespräch, denn die Zuggarnitur wird in Kürze wieder nach London zurückfahren. Obwohl fünf HST-Garnituren Unfällen zum Opfer fielen, ist der Takt heute auch im Fernverkehr wesentlich dichter als noch vor einigen Jahrzehnten, was auf eine bessere Umlaufplanung genauso zurückzuführen ist wie auf eine seit der Wiederverstaatlichung von Railtrack ausgebaute Infrastruktur.
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Der Bahnhof York steht im Eigentum des Staatsunternehmens Network Rail, wird aber dennoch von East Coast verwaltet. In Großbritannien werden nur sehr wenige große Stationen direkt von Network Rail verwaltet – ein Überbleibsel aus Privatisierungsplänen der frühen 1990er, die größeren Stationen später separat wie Flughäfen zu verkaufen. Auch Züge von First TransPennine Express (SPNV), Northern Rail (SPNV), Grand Central (SPFV) sowie Arriva CrossCountry (SPFV) steuern diesen Bahnhof an. Einige Details der Architektur strahlen den Charme vergangener Zeiten aus.
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In etwas hölzernem Deutsch werden die Reisenden gebeten, den Eingang zum Aufzug nicht zu blockieren. Das Schild ist wohl älteren Datums, denn es ist in „Rail Alphabet“ gesetzt, der Schrift für Beschilderungen der Staatsbahn British Rail.
Der auch ausgeschilderte, schnellste Weg vom Bahnhof ins Museum ist über die Fußgängerbrücke.
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Mit einer Reihe verschiedener Beschilderungen versucht man, den Menschenmassen zur Hauptverkehrszeit Orientierung zu geben.
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Einige Werbeplakate aus dem Korridor zwischen Bahnhof und Museum, die unter anderem für die 16-25 Railcard sowie die 1. Klasse von East Coast werben.
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Durch einen Korridor und einen eingezäunten Pfad geht es bis zum Eingang des National Railway Museum. Der Eintritt ist kostenlos wie bei staatlich finanzierten Museen in Großbritannien üblich. Dennoch wird man nur nach und nach eingelassen – einerseits aus „statistischen Gründen“, andererseits wird man dann gleich gefragt, ob man einen Führer kaufen oder spenden möchte. Zu Spitzenzeiten kann es also sein, dass man sich einige Minuten vor dem Eingang anstellen muss.
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Kleines Detail: Links sieht man den „Road Train“ des NRM – ein auf Zug getrimmtes Straßengefährt, welches man für zwei Pfund besteigen kann und halbstündlich zwischen dem York Minster und dem NRM verkehrt.
In der nächsten Folge: Was bietet das NRM? Und wie gestaltet sich die Rückreise?
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 2 / 14 Fotos
By Appointment to HM The Queen - die penalties von 50 und 200 Pfund finde ich doch sehr drakonisch. Ist denn zu beobachten, daß mit den Passagieren tatsächlich so rigide umgegangen wird oder ist das mehr eine Warnung vor dem Brüllen des Löwen? Die Briten habe ich sonst eher sportlich gelassen und sehr umgänglich in Erinnerung.
Interessant (aber unvorteilhaft) finde ich übrigens den Tischzwang an jedem Sitzplatz. Auch finde ich erstaunlich, daß sich diese Diesel-Dinosaurier IC-125 so eisern halten. Hat IC-Reisen in GB eine Art Ökobilanz?
Sehr interessant!
Gruß
Olaf
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 2 / 14 Fotos
Vielen dank für die Bilder, jetzt weiß ich auch mal was es in der 1. Klasse im Zug in England zu essen gibt. Wir fahren wenn zweite Klasse in England.
Aber im NRM York war ich auch. Es gibt ja in England zwei.
Ein paar Fotos von meinem Besuch habe ich hier Fotos aus dem NRM York
Und meinen Bericht dazu hier Roadtrip - York NRM
Ich hoffe es ist ok, dass ich meinen Besuch auch hier mit euch teile.
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 3 / 17 Fotos
Das NRM besteht aus mehreren Hallen. Geht man vom Eingang aus direkt geradeaus, kommt man in eine Art Kunstgalerie. Zu meinem Besuchszeitpunkt wurden dort Bilder und Artefakte von – na, was wohl? – Trainspottern ausgestellt.
Geht man geradeaus und dann links, kommt man in einer Art Bahnhofsgebäude an, in dem es sich hauptsächlich um die britische Eisenbahngeschichte dreht. Verschiedene ehemalige Royal Trains sind ausgestellt und man kann die Unterschiede zwischen den Epochen ganz klar sehen, begehbar sind sie jedoch nicht.
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Aber nicht nur Vorkriegsmodelle findet man dort. Teilweise begehbar ist ein Mark-2-Fernverkehrswagen von British Rail.
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Und auch einer der ersten Fahrkartenautomaten ist aufgestellt, aber ebenfalls nicht betriebsbereit.
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Der Sicherheitserziehung von Trainspottern wurde schon früh Priorität eingeräumt.
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Erläuterungen und unterhaltsame Anekdoten schmücken die Exponate. Neben dem Personen- wird auch auf den Güterverkehr eingegangen. Ausgestellt ist unter anderem ein Güterwagen aus der Zwischenkriegszeit, der auf einer Bahnfähre zwischen Frankreich und Großbritannien verkehrte. So kam auch England in den Genuss von mediterranem Obst. Man erfährt auch einiges über Fisch- und Gemüsezüge, die jeden Morgen aus den ländlichen Regionen abfuhren und die Hauptstadt London mit Lebensmitteln versorgten.
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International Connections – vergangene Zeiten! Böse Zungen sagen, dass eine Fahrt von Köln nach London früher wesentlich einfacher gewesen wäre, da die reservierungspflichtigen Globalpreiszüge unserer westlichen Nachbarn – ganz klar ein Fremdkörper im Eisenbahnsystem – damals nicht existierten. Dem würde ich jedenfalls nicht widersprechen, auch wenn ich selbst diese Zeiten nicht aus eigener Erfahrung kenne. Allerdings kann man nach wie vor bei Abellio Greater Anglia und Stena Line den Dutchflyer buchen – von Hoek van Holland per Fähre nach Harwich und von dort aus nach London.
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Weiter geht es ins „Depot“, wo einige fahrfähige Züge aufgestellt sind. Dazu gehören ein Nachbau der „Rocket“ sowie ein Nahverkehrszug in den Farben von Network SouthEast (dem Nahverkehrssektor von British Rail für London und das Umland) in schlechtem Zustand.
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Auf dem Freiluftgelände gibt es eine kleine Dampflok, auf der sich Leute fotografieren lassen. Überhaupt sind auch sehr viele Eltern mit ihren Kindern zugegen. Das NRM bietet auch meinem Eindruck nach mehr für Kinder, mehr zum Anfassen als es etwa das DB-Museum in Nürnberg tut.
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Auch das könnte man wieder einführen...
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Im vom Eingang aus „rechten“ Teil des NRM gibt es verschiedene internationale Exponate. Dazu gehören eine Eurostar-Schnauze und ein Teil eines japanischen Shinkansen – begehbar! Darüber hinaus natürlich weitere historische britische Züge.
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Ein führerloser Zug der Posteisenbahn London, welche von 1927 bis 2003 betrieben wurde und Post zwischen Paddington und Whitechapel beförderte. Es ist durch das British Postal Museum & Archive geplant, einen Teil der Strecke als Museumseisenbahn zu reaktivieren.
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Schilder von britischen Zügen mit berühmten Namen.
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Zurück zu Stephensons Zeiten…
![[image]](http://www.vevu.org/york/45_Rocket.jpg)
Eine bunte Sammlung an verschiedenen Eisenbahnartefakten findet sich im „Warehouse“.
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Und es gibt auch noch eine Werkstatt, in der tatsächlich gearbeitet wird, um die Exponate fahrfähig zu halten.
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In der nächsten Folge: Die Sonderausstellungen des NRM.
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 2 / 14 Fotos
By Appointment to HM The Queen - die penalties von 50 und 200 Pfund finde ich doch sehr drakonisch. Ist denn zu beobachten, daß mit den Passagieren tatsächlich so rigide umgegangen wird oder ist das mehr eine Warnung vor dem Brüllen des Löwen? Die Briten habe ich sonst eher sportlich gelassen und sehr umgänglich in Erinnerung.
Es gehört zur britischen Kultur, überall gleich Strafen zur Abschreckung mit anzugeben. Das sieht man also dort auf fast jedem Verbotsschild.
Mein Stil ist es nicht, aber ich bin ja auch kein Brite. :)
Bye. Flo.
Ja, ganz große Klasse! Danke! :)
- kein Text -
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 3 / 17 Fotos
Bei unserem Besuch stand Teddy auch drinne in dem Zelt und zwar kurz vor der Rocket. Wann warst du denn dort?
Wurde die "Garteneisenbahn" da noch oder schon umgebaut? Bei meinem Besuch war da grade Pause wegen Bau angesagt.
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 4 / 15 Fotos
Spaziert man ein wenig durch das Gebäude mit der Drehscheibe, fällt einem eine Art Sonderausstellung auf. „British Rail – A Moving Story“ befasst sich mit der Geschichte der Staatsbahn Großbritanniens, von der Integration nach dem 2. Weltkrieg bis zur Privatisierung in den 1990er-Jahren. Begleitet wird dies von Statements verschiedener Wissenschaftler, denen „Was wäre, wenn?“-Fragen gestellt wurden. Immer wieder werden auch Vergleiche mit Eisenbahnen anderer Nationen gestellt.
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Werbung im Stil der späten 1940er/1950er.
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Kuriosität: Das Originalrezept für die häufig verspotteten British Rail Sandwiches.
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Die Privatisierung wurde und wird durchaus auch kritisch betrachtet. Hier eine zeitgenössische Karikatur aus einer Zeitung.
Im Obergeschoss befindet sich die Sonderausstellung „Moveable Feast“, welche sich mit der Geschichte der Reisendenverpflegung beschäftigt.
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![[image]](http://www.vevu.org/york/52_Packaging.jpg)
Unter der Vielzahl ausgestellter Verpackungen fällt die Styroporverpackung eines Burgers auf. Es handelt sich um die Verpackung aus dem Jahr 1999 für den letzten in der Mikrowelle hergestellten Burger von GNER, also der Linie, die heute noch von East Coast betrieben wird.
Auch intern wurde schon zu Staatsbahnzeiten eine Menge getan, um den fragwürdigen Ruf der Bordverpflegung zu verbessern. So wurden die Mitarbeiter angewiesen, die Schließung des Bistros anzusagen, wie sich aus diesem Poster ergibt. Denn: „A hungry, uninformed customer will not forgive us. A hungry but informed customer very probably will.“
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Darüber hinaus gibt es im Obergeschoss auch eine Bibliothek mit Büchern und DVDs aus aller Welt zum Thema Eisenbahn – genannt „Search Engine“.
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Das Museum besitzt auch einen Balkon, von dem aus freie Sicht auf den Bahnhof York besteht und einfahrende Züge fotografiert werden können. Angeschlossen daran ist eine Ausstellung zur Funktion elektronischer Stellwerke.
Zeit, das Museum zu verlassen und nachmittags sich noch ein wenig die Stadt York mit den mittelalterlichen, engen Straßenzügen anzuschauen.
Schnell ist es Abend und Zeit, den Bahnhof wieder aufzusuchen, um den gebuchten Zug zurück nach London zu erwischen. Eine Lounge existiert in York leider nicht. Aber dafür ist die Front des Bahnhofs wenigstens überdacht.
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Die „Special Notices“ sind immer am interessantesten.
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Eine Videofigur mit Selbstgesprächen als Ersatz für Bahnhofspersonal? Wer’s mag...
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Und warum man Gepäck mit Anhängern versehen soll, weiß ich auch nicht. Pflicht ist es jedenfalls meiner Erinnerung nach nicht, anders als beim französischen TGV.
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Die Rückfahrt erfolgt im elektrischen InterCity 225 mit Mark-4-Wagen, die immerhin automatische Schwenkschiebetüren besitzen. Zu essen gibt es als Hauptspeise leider nur noch Käsesandwiches, auch wenn das All-Day Menu unter anderem noch ein Lachs-Sandwich oder indische Samosas ankündigt. Aber die Sandwiches mit geräuchertem Käse und Krautsalat sind auch schmackhaft. Dazu gibt es Ingwerkuchen und Chips.
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Zu trinken gibt es um diese Zeit nicht nur Saft, Cola und Wasser. Auch Bier, Wein und sogar Spirituosen werden den 1.-Klasse-Reisenden kostenfrei angeboten.
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Das Personal ist extrem gut gelaunt, freundlich und bietet sogar von sich aus eine zweite Portion an. Da heißt es schon mal „willst du noch ein Bier zur Cola?“ oder „der Kuchen ist richtig gut, probier ihn“. Ein echter Kontrast zum 1.-Klasse-Service in DB Lounges.
Innen unterscheiden sich die Mark 4 eher geringfügig von den Mark 3, jedenfalls seit dem Redesignprogramm.
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Wir kommen mit zwei Minuten Verfrühung in King’s Cross auf Gleis 0 an.
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Was bleibt?
So viel Spaß für wenig Geld – ich werde die letzte britische Staatsbahn* vermissen! Das "Welcome to East Coast"-Programm von 2011 hat dem Serviceniveau auf jeden Fall gut getan, nach all der finanziellen Unsicherheit, die zum Kollaps von GNER und später NXEC führte. Auf dass die Nachfolger von Virgin East Coast ebenso Standards setzen können.
(* Abgesehen von Nordirland, wobei das ja Teil des Vereinigten Königreichs, aber nicht Teil der Insel Großbritannien ist.)
Strafen zur Abschreckung
By Appointment to HM The Queen - die penalties von 50 und 200 Pfund finde ich doch sehr drakonisch. Ist denn zu beobachten, daß mit den Passagieren tatsächlich so rigide umgegangen wird oder ist das mehr eine Warnung vor dem Brüllen des Löwen? Die Briten habe ich sonst eher sportlich gelassen und sehr umgänglich in Erinnerung.
Es gehört zur britischen Kultur, überall gleich Strafen zur Abschreckung mit anzugeben. Das sieht man also dort auf fast jedem Verbotsschild.
So würde ich es auch sagen. Weitere O-Töne aus GB:
"Do not trespass on the Railway – Penalty £1000"
"Use the bin to dispose of your litter, or face an £80 fine."
Die Durchsetzung ist eine ganz andere Sache. Ich kann mir das im Fall der Sitzreservierung eigentlich nur bei besonders renitenten Beförderungsfällen vorstellen, nicht bei Touristen, die sich aus Versehen irgendwo hingesetzt haben, wo reserviert wurde. Ich habe mir die Reservierungszettel als Souvenir mitgenommen, das ging laut Personal auch in Ordnung.
Mein Stil ist es nicht, aber ich bin ja auch kein Brite. :)
Ja gut. Hierzulande hapert es sowohl an der Durchsetzung als auch an der Schmerzhaftigkeit. Natürlich handelt jemand aus rein ökonomischer Sicht dumm, der die Häufchen seines Bellos mühsam wegräumt oder das Licht an seinem Fahrrad in Schuss hält, wenn das nur alle paar Jubeljahre jemand kontrolliert und im besten Fall zehn Euro Bußgeld fällig werden. Dass leere Drohungen etwas ändern würden, glaube ich aber auch nicht.
Vergleich zur DB
Danke für den Bericht.
Ich fuhr eine Zeit lang öfter mit dem England Rail Pass für Jugendliche durchs Land - vor ein paar Jahren kostete der für 2 Tage in einem Monat 98 Euro für die 1. Klasse, also 49 Euro am Tag. Mittlerweile ist der Preis wohl auf 261 Euro für 4 Tage in 2 Monaten gestiegen.
Wie auch immer, das Angebot im Zug, besonders in der 1. Klasse, ist einfach super. Bei den Fahrten Manchester-London nahm ich morgens immer den Express-Pendolino um 7 Uhr, der fuhr mit einem Zwischenstop in gut 2 Stunden nach Euston. Auf der Fahrt gab es das full breakfast, drinks und auch war der Lounge-Besuch in Euston mit drin, ebenfalls mit freien Getränken.
Um das Ticket auch mal zu nutzen gings dann mitunter noch nach Brighton, auch auf der Linie gab es Freigetränke. Zudem war das Personal im Zug immer sehr freundlich. 24,50 Euro für eine 1. Klasse Fahrt von Manchester nach Brighton in der peak-time mit Frühstück und Getränken war schon ganz cool. :-)
Es war mir damals schon ein Rätsel, wie die DB einen maximal mittelmäßigen Service in der 1. Klasse bieten kann - die Tütchen mit Gummibären oder Schokolade sind ja ein Witz dagegen. Ebenso das Angebot in den DB-Lounges, wo gefühlt ständig verschiedene Speisen aus sind.
Eine Erklärung war damals für mich das Fernbus-System in GB, wo ich mir damals dachte, dass die Bahngesellschaften genau da trumpfen, wo sie es können - beim Service und bei der Geschwindigkeit.
Vermutlich wird auch genau das der DB zu schaffen machen - für einen maximal mittelmäßigen Service (kaum erkennbarer Mehrwert in der 1. Klasse, angegammelte Lounges in abgelegenen Ecken im Bahnhof, mitunter pampiges Personal ohne wirkliche Fremdsprachenkenntnisse) Preise zu verlangen, die ein Mehrfaches des Fernbuspreises sind ist auf Dauer schwierig....
Vergleich zur DB
Es war mir damals schon ein Rätsel, wie die DB einen maximal mittelmäßigen Service in der 1. Klasse bieten kann - die Tütchen mit Gummibären oder Schokolade sind ja ein Witz dagegen. Ebenso das Angebot in den DB-Lounges, wo gefühlt ständig verschiedene Speisen aus sind.
Eine Erklärung war damals für mich das Fernbus-System in GB, wo ich mir damals dachte, dass die Bahngesellschaften genau da trumpfen, wo sie es können - beim Service und bei der Geschwindigkeit.Vermutlich wird auch genau das der DB zu schaffen machen - für einen maximal mittelmäßigen Service (kaum erkennbarer Mehrwert in der 1. Klasse, angegammelte Lounges in abgelegenen Ecken im Bahnhof, mitunter pampiges Personal ohne wirkliche Fremdsprachenkenntnisse) Preise zu verlangen, die ein Mehrfaches des Fernbuspreises sind ist auf Dauer schwierig....
Böse Zungen behaupten, das mit dem Personal läge auch am deutschen Kündigungsschutz. Was hierzulande noch zum guten Ton insbesondere im Nahverkehr gehört, kann woanders bei gehäuften Kundenbeschwerden schnell EDEKA (Ende der Karriere) bedeuten. Es gibt viele Ex-Bundesbahner, die freundlich und kundenorientiert sind, aber auch ein paar Spezialfälle. Natürlich haben die Angst, wenn ein Betreiberwechsel ansteht. Wer seine Arbeit gut macht, wird bestimmt immer gebraucht, was ist mit den anderen?
Der Fernbusverkehr hat eine Menge Verbesserungen für DB-Kunden gebracht. Man denke an das kostenlose WiFi in der 1. Klasse, von dem es jahrelang hieß, es ginge nicht, weil dies und das und jenes. Ob der ach so langfristige Vertrag mit der Telekom jetzt plötzlich doch geändert werden konnte, oder ob in Deutschland früher andere physikalische Gesetze galten als in England? Das wird wohl immer ein Geheimnis der DB-Führung bleiben.
Bei der DB wird die 1. Klasse im Fernverkehr teilweise mit Sparpreisen, die nur 10 Euro über dem gleichzeitig verfügbaren 2.-Klasse-Sparpreis liegen, verramscht. Zurecht, denn der Mehrwert ist tatsächlich schwach. Die BC100 und Normalpreise 1. Klasse wohlgemerkt bleiben deutlich teurer. Aber auch in GB ist nicht alles eitel Sonnenschein, denn dort sind insbesondere die unregulierten Spitzenzeittickets sowie Zeitkarten teurer als hierzulande. Die Privatisierung mit dem intensiven Wettbewerb auch im SPFV mag einiges gebracht haben, doch die Serviceorientierung gab es schon zur Spätzeit der Staatsbahn mit der Gründung des eigenen Sektors Intercity.
Fest steht, dass sich in Großbritannien eine Menge getan hat seit den späten 1990ern, die sich durch eine Unfallserie und vernachlässigte Infrastruktur ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben. Auch für den Kontinental-Europäer lohnt es sich, ab und zu auf die Insel zu schauen, um Inspirationen mitzunehmen oder auch nur eine andere Bahnkultur zu erleben, von der so viele einst unkten, das würde niemals funktionieren können.
Literaturtipp: The InterCity Story 1964-2012 von Green und Vincent.
Super, danke!
- kein Text -
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Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!
Vielen Dank für die ersten beiden Folgen & Bild-Kommentar
Tradition verpflichtet, und so bestelle ich ein Bacon-Brötchen. Fluffiges weißes Brötchen (keine widerliche Krümelorgie) und heißer an Bord zubereiteter Bacon, zu dem ich etwas Ketchup dosiere, einfach und doch schmackhaft.
Das klingt interessant! Hat der Zug also einen "echten" Herd mit mehreren Kochplatten oder gibt es da irgendeinen, für den Passagier sichtbaren Zubereitungstrick? Heißdampfofen/Konvekotmat?
Das „Feel at Home“-Magazin liegt an jedem Sitz aus und bringt eine Mischung aus Lifestyle und Berichten hinter den Kulissen.
Das gefällt mir! Da wird den Passagieren die Hochwertigkeit und Komplexität der Infrastruktur erklärt.
Noch mal danke für den genialen Bericht.
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Speisenzubereitung in Mallard HST
Tradition verpflichtet, und so bestelle ich ein Bacon-Brötchen. Fluffiges weißes Brötchen (keine widerliche Krümelorgie) und heißer an Bord zubereiteter Bacon, zu dem ich etwas Ketchup dosiere, einfach und doch schmackhaft.
Das klingt interessant! Hat der Zug also einen "echten" Herd mit mehreren Kochplatten oder gibt es da irgendeinen, für den Passagier sichtbaren Zubereitungstrick? Heißdampfofen/Konvekotmat?
Die Speisen werden von East Coast als "Oven cooked" beworben. Ich vermute also, dass das Essen mit Heißluft zubereitet wird.
Jedenfalls bei First Great Western gibt es in deren HSTs wohl noch echte Herde, wo auch Eier gebraten werden. Das heißt aber noch nichts für die Züge von East Coast, da sich die HSTs durch die verschiedenen Umbauten in den letzten Jahrzehnten erheblich auseinander entwickelt haben. (Bei East Coast gibt es zum Full breakfast nur Omelette, die kann man ja auch im Heißluftofen zubereiten.)
Ich habe zuhause eine DVD-Box "All Aboard East Coast Trains" von Sky One, vielleicht wird da ja in einer Szene die Küche gezeigt. Muss ich mal nachschauen, ich weiß es spontan nicht.
Sieht lecker aus!
Die Speisen werden von East Coast als "Oven cooked" beworben. Ich vermute also, dass das Essen mit Heißluft zubereitet wird.
Jedenfalls bei First Great Western gibt es in deren HSTs wohl noch echte Herde, wo auch Eier gebraten werden. Das heißt aber noch nichts für die Züge von East Coast, da sich die HSTs durch die verschiedenen Umbauten in den letzten Jahrzehnten erheblich auseinander entwickelt haben. (Bei East Coast gibt es zum Full breakfast nur Omelette, die kann man ja auch im Heißluftofen zubereiten.)
Ich habe zuhause eine DVD-Box "All Aboard East Coast Trains" von Sky One, vielleicht wird da ja in einer Szene die Küche gezeigt. Muss ich mal nachschauen, ich weiß es spontan nicht.
Danke für die Infos. Sieht echt lecker aus und macht Lust aufs Bahnfahren.
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Speisenzubereitung in Mallard HST
Jedenfalls bei First Great Western gibt es in deren HSTs wohl noch echte Herde, wo auch Eier gebraten werden. Das heißt aber noch nichts für die Züge von East Coast, da sich die HSTs durch die verschiedenen Umbauten in den letzten Jahrzehnten erheblich auseinander entwickelt haben.
Wobei FGW auch so ziemlich das genialste Essen anbietet, was ich jemals auf europäischen Schienen gegessen hab. War zwar nicht ganz billig, aber gut!
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Weg mit dem 4744!
GB: London - York und ein Besuch im NRM - Teil 1 / 17 Fotos
Hallo,
ein paar Korrekturen:
East Coast Main Line Company ist keine Staatsbahn im klassischen Sinne. Die Staatsbahn in Großbritannien hieß British Rail und wurde von 1994 bis 1997 privatisiert. East Coast gehört zu DOR (Directly operatet Railways) das ist eine privatrechtlich organisierte Gesellschaft die dem Department for Transport(Verkehrsministerium) gehört.
Es fahren nicht einzelne Züge von London nach Leeds, sondern es herscht So-Fr ein 30 Min Takt und Sa ein 60 Min Takt. Nach York gibt es täglich einen 30 Min Takt mit einzelnen Verstärkern.
Ein weiterer Konkurent bis Doncaster ist First Hull Trains, zusammen mit Grand Central ein Open Access Operator, die beiden Gesellschaften fahren also kein Franchise sondern als zusätzliche Anbieter. Tickets sind auch nicht uneingeschränkt bei Grand Central, Hull Trains und East Coast gültig.
Die klassischen Trainspotter fotografieren überigens nicht, sondern führen Buch über jeden Zug und jedes Fahrzeug das sie sichten. Filme waren schließlich früher teuer. Die sogenannten Railway Ethusiasts fotografieren und filem dann auch.
First TransPennine Express betreibt keinen SPNV sondern SPFV, wobei es diese scharfe Unterscheidung in GB nicht gibt. Aber der Headcode von FTP Zügen ist immer 1XXX, also Express Passenger Train.
"Oven cooked" beudetet übersetzt auf dem herd zubereitet. Ich war mal in der Galley bei East Coast dort wird ganz klassisch mit Töpfen und Pfannen und Ofen hantiert, es sind immer 1-2 Köche an Bord.
Ein Vergleich zwischen dem 1.Klasse Service in GB und dem in Deutschland kommt aus einer recht kuriosen Geschichte:
Nachdem British Rail gegen den Willen der Bevölkerung privatisiert wurde mussten die privaten Unternehmen beweisen, dass sie besser sidn wie British Rail. Also wurden auf den Intercity Fernstrecken kostenlose Inklusivleistungen eingeführt:
Am Anfang gab es kostenfreien Tee und Kaffe, später kam Wasser und Saft dazu, dazu gab es einen kleinen Snack. Die Erwartungen der Fahrgäste stiegen und so wurden Softdrinks und Alkoholika eingeführt. Danach wurden große Mahlzeiten eingeführt. Heute sind große Mahlzeiten nur bei Vrigin Trains West Coast, Arriva CrossCoutry und East Coast gratis, bei First Great Western, Abellio Greater Anglia und First TransPennine Express gibt es gratis ein Heißgetränk, ein Kaltgetränk und einen kleinen Snack.
Hier ist das First Class Menu für die erste Woche von Virgin Trains East Coast:
http://www.eastcoast.co.uk/the-east-coast-experience/first-class/menu/#TabNextWeek
Die Gepäck Anhänger in den verschiedenen Farben sind für Fahrgäste die ihr Gepäck einchecken wollen, mit der Farbe wird der Zielbahnhof bestimmt, dann kann man das Gepäck bei den IC 225 beim Steuerwagen und beim HST am PowerCar abgeben und es am Zielbahnhof wieder abholen.
Was die HST und ihre Motoren angeht:
Die HST von allen Bahngesellschaften sind romotorisiert, in den Triebköpfen von First Great Western, East Coast und CrossCountry arbeiten MTU R4000 die gleichen Motoren wie in einigen 218ern. In den Triebköpfen von East Midland Trains arbeiten Motoren von Paxmann.
Man darf die Preise für Touristen (Brit Rail Pass, InterRail und Tourist Fares) nicht mit den britischen Preisen vergleichen. Es gibt Railcards nur für Jugendliche (16-25), Familien(es müssen 2 Personen reisen), Rentner und Mobilitätseingeschränkte. Ansonsten gibt es noch die Advanced Tickets und normale Fahrkarten. Es gibt in GB keine Preisdeckelung, so eine Jahrespendlerkarte York-London kostet 23.000 Pfund 1. Klasse, entspricht ca 47 Pfund pro Fahrt, bei 2. Klasse sind es 13.540 Pfund. York-London ist eine ganz normale Pendlerstrecke, wo die Leute jeden Tag zur Arbeit pendeln.
Wenn man die Kosten in Euro umrechnet kann man sich dafür für mindestens 3 Jahre eine BC 100 First holen. Klar ist der Service etwas niedriger aber die Kosten extrem viel niedriger. Mit dem Jahrespendlerticket sind noch nciht mal die Kosten für die Londoner Tube gedeckt.
Selbst wenn ich nur nach Peterborough pendle kostet mich das im Jahr 2. Klasse 6.140 Pfund, dafür kann ich mir fast 2 Jahre eine BC 100 2. Klasse kaufen.
WiFi
Bald auch bei der DB: "Ever wondered how you get Wi-Fi on a train so slowly?". ;)
Bye. Flo.
Danke für die Anmerkungen!
Auch wenn ich nicht so selten in GB Bahn fahre, freue ich mich immer über Infos. Ja, einiges war ungenau ausgedrückt.
Wobei TPExpress wohl noch ein Grenzfall ist, da das Netz ursprünglich aus den Expresslinien von Regional Railways North East und North West Regional Railways entstand und nicht aus dem Sektor InterCity von British Rail.
Die hohen Preise für Zeitkarten sind in der Tat ein Problem. Andererseits ist es möglich, z.B. eine Zeitkarte mit Travelcard für London zu lösen, oder ein Plusbus Season. Das fehlt hierzulande in der BRD und ist unschön, wenn man z.B. an beiden Enden der Bahnzeitkarte noch auf Verbundverkehr angewiesen ist. Peterborough - London wird auf jeden Fall oft gependelt (da ist die TSGN Only-Zeitkarte günstiger als die, die auch die Nutzung von East Coast einschließt…). Ist York - London pendeln wirklich so üblich? Ich meine, es gibt auch Leute, die Berlin - Wolfsburg pendeln, aber der Regelfall ist das nicht unbedingt.
Gestern habe ich dann wieder eine DB-Fahrt unternommen, wo sie sich von der "besten" Seite gezeigt hat. Hinfahrt von Berlin nach Dortmund mit IC 1927 in umgekehrter Wagenreihung und ohne Reservierungen, da der Drucker in Grunewald defekt war, und zur Überholung durch einen RE1 und eine S-Bahn knapp 10 Minuten vor Dortmund-Kurl gehalten wurde. Da vermisst man doch wieder den britischen Servicestandard :)