Von TGV bis Inselbahn – Reisebericht 3/4 mit 41 B. (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum dritten Teil unserer kleinen Reise von TGV bis Inselbahn. Im letzten Teil waren wir in Luxemburg angekommen. Auf dem Programm steht heute eine Abschiedsfahrt mit dem IC auf der Moselstrecke.
Tag 3: Luxemburg – Norddeich Mole – Emden
Über der Empfangshalle leuchtet eine Stadtansicht von Luxemburg. Norddeich Mole wird nach dem Fahrplanwechsel nicht mehr auf der Abfahrtstafel erscheinen. Rein vorsorglich decken wir uns am Bahnhof noch mit etwas Proviant ein.
Für unsere Abschiedsfahrt nutzen wir den IC 133 „Ostfriesland“. Und wenn wir schon eine Abschiedsfahrt machen, dann nutzen wir den Zug auch auf dem kompletten Laufweg. Gäbe es hier einen modernen Zugzielanzeiger, würde der Text „Heute ohne Wagen 11“ durchlaufen, d.h. das Bordbistro fehlt. Also hat sich der Weg zum Bäcker vorhin doch gelohnt.
Das Logo der Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) wird nach dem Fahrplanwechsel auch nicht mehr auf einem Reiseplan der Deutschen Bahn abgedruckt sein.
Die Strecke verläuft zunächst durch das luxemburgische Syrtal und schwenkt dann ins Moseltal. Kurz nach dem Halt in Wasserbillig queren wir die luxemburgisch-deutsche Grenze und fahren das erste Mal über die Mosel. Wenn ich mich nicht verzählt habe, werden wir den Fluss insgesamt sechs Mal überqueren. Nach dem Halt in Trier queren wir die Mosel erneut, dann verlässt die Bahnstrecke den Fluss und führt durch die Südeifel.
Bei Pünderich treffen wir wieder auf die Mosel und befahren den mit 786 Metern längsten Hangviadukt in Deutschland. Gleich darauf verschwinden die Gleise im Prinzenkopftunnel.
Nach dem Tunnel wechselt die Strecke auf der Doppelstockbrücke Alf-Bullay (oben Schiene, unten Straße) für ein kurzes Stück auf das Südufer der Mosel. Hier der Blick hinüber zum Wein- und Ferienort Sankt Aldegund.
Wahrscheinlich habt Ihr schon gemerkt, dass die letzten Bilder nur begrenzt vorzeigbar waren. Aber die Reiseplanung ist auch so schon schwierig genug, als dass ich auch noch den Sonnenstand einkalkulieren könnte. Aber aus dem letzten Wagen lässt sich die schöne Strecke noch am besten einfangen, hier die Kirche St. Johannes in den Weinbergen oberhalb von Hatzenport.
Und weiter geht die Fahrt durch das enge Moseltal...
...und vorbei an der Oberburg Gondorf. Dem Schloss hat die Erschließung des Moseltals arg zugesetzt, für den Bau der Bahnstrecke im Jahr 1876 wurde die Schlosskirche abgerissen und später auch noch die Bundesstraße mitten durch Schloss und Schlosshof geführt.
Die Fahrt durch das Tal der Untermosel mit seinen steilen Rebhängen neigt sich nun dem Ende zu und bald ist Koblenz erreicht.
In Koblenz steht ein Lokwechsel an, dann geht es durch das Rheintal nach Köln und weiter durch das Ruhrgebiet und durch Münster- und Emsland nach Ostfriesland. Allerdings präsentiert sich der Himmel auf diesem Abschnitt überwiegend grau, weswegen wir diesen Teil ohne Bilder überspringen.
Aber wir haben doch etwas Wetterglück, denn je näher wir der Küste kommen, desto freundlicher sieht es draußen vor dem Zugfenster aus, hier sind wir gerade irgendwo in den Weiten Ostfrieslands unterwegs.
Nach ziemlich genau 8 Stunden Fahrzeit und 635 Kilometern ist das Ziel Norddeich Mole erreicht.
Norddeich Mole ist einer jener Bahnhöfe, bei denen man mit dem Verlassen des Zugs sofort in Urlaubsstimmung kommt. Links und rechts die Fährschiffe, außerdem riecht und hört man gleich das Meer.
Wir schnuppern nun etwas maritime Atmosphäre, drehen eine kleine Runde auf dem Deich und schauen dem bunten Treiben auf der Drachenwiese zu.
Jetzt aber zurück zum Haltepunkt Norddeich Mole. Der Haltepunkt wurde 2013 umgebaut und das Molengleis verkürzt, so dass der Übergang zu den Fähren nun großzügiger ist. Hier steht bereits der Regional-Express für unsere Weiterfahrt bereit.
Für die nächsten zwei Nächte wartet ein Hotelzimmer in Emden auf uns. Auf dem Nordabschnitt der Emslandstrecke fahren wir durch Ostfriesland in die größte Stadt der Region.
Emden hat nicht nur einen großen Seehafen, sondern ist auch durch viele Kanäle und Gewässer im Stadtgebiet geprägt. In der Ratsdelft liegen als Museumsschiffe der Seenotrettungskreuzer Georg Breusing, das Feuerschiff Amrumbank und der Seelogger Stadt Emden.
Auch der Falderndelft mit dem Roten Siel gehört zum historischen Hafen.
Das Gödenser Haus aus dem Jahr 1551 gehört zu den ältesten erhaltenen Gebäuden in Emden. Mit dem Bild der in der Abendsonne leuchtenden Backsteinhäuser am Roten Siel beenden wir den dritten Reisetag.
Tag 4: Emden – Borkum – Emden
Heute steht ein Ausflug auf die Insel Borkum und zur dortigen Inselbahn auf dem Programm. Nebenbei können wir so auch die Bahnstrecke von Emden nach Emden Außenhafen in unserer Sammlung abhaken.
Zunächst laufen wir in der Morgensonne gemütlich an den Bahnhof, hier nochmals ein Bild am Roten Siel.
Der Emder Hauptbahnhof ging aus dem ehemaligen Bahnhof Emden West hervor, er wurde 1973 eröffnet. Wir treten hier die relativ kurze Fahrt mit dem IC „Borkum“ an.
Der Zug ist heute Morgen um 5:43 Uhr in Leipzig gestartet, wir werden nur für die letzten drei Kilometer von Emden bis Emden Außenhafen als Fahrgäste an Bord sein.
Und hier sind wir auch schon am Bahnhof Emden Außenhafen angekommen. Wie auch in Norddeich Mole gibt es hier einen direkten Übergang zum Schiffsverkehr, links das Gebäude der Reederei am Borkumkai.
Für die Überfahrt nach Borkum stehen zur Auswahl ein schneller Katamaran oder eine preiswertere Fähre. Wir entscheiden uns für eine Kombination und wählen für die Hinfahrt den Katamaran.
Mit bis zu 38 Knoten (70 Stundenkilometer) fahren wir durch die Emsmündung und das Wattenmeer. Nach einer Fahrzeit von einer Stunde ist die westlichste und größte der ostfriesischen Inseln erreicht.
Schon bei der Einfahrt in den Hafen von Borkum ist ein Zug der Borkumer Kleinbahn am Endhaltepunkt Borkum Reede zu sehen.
Wir werfen zunächst noch einen Blick von außen auf den Katamaran, der uns nach Borkum gebracht hat, dann besteigen wir den Zug der Borkumer Kleinbahn.
Gut sieben Kilometer fahren wir nun mit der Schmalspurbahn über die Insel nach Borkum Stadt. Und an dieser Stelle unterbrechen wir jetzt den Reisebericht – für den letzten Teil brauche ich schließlich auch noch ein paar Bilder...
Viele Grüße
Tobias
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