Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 (Reiseberichte)
Tag 2: Freiburg – Fontainebleau – Luxemburg
Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass die eigentliche Motivation für die Reise ein Besuch in Fontainebleau südlich von Paris war, denn dies war die einzige europäische Partnerstadt meiner Heimatstadt Konstanz, die ich noch nicht besucht hatte.
Für die Fahrt nach Frankreich habe ich mir diesmal den TGV von Freiburg nach Paris ausgesucht, und so starten wir um kurz vor 7 Uhr mit einem TGV Duplex zur Fahrt ins Nachbarland.
Die Auslastung ist anfangs sehr überschaubar, auch bei den ersten Halten in Frankreich bleibt ein großer Fahrgastandrang aus, der kommt erst in Dijon, so dass dann – zumindest in unserem Wagen – alle Plätze besetzt sind (was vielleicht aber auch Reservierungssystem liegen kann).
Wir verlassen Freiburg in Richtung Süden und fahren durch die Rheinebene, hier ein letzter Blick nach links zu den Ausläufern des Schwarzwalds, dann biegen wir bei Müllheim nach Westen ab und fahren über den Rhein nach Mulhouse.
Nach dem Halt in Mulhouse fahren wir noch ein Stück auf der Altstrecke, dann nutzt der Zug den Ostast der LGV Rhin-Rhône durch das Flachland der Burgundischen Pforte. Zwischen den mit der LGV gebauten Bahnhöfen Belfort-Montbéliard TGV und Besançon Franche-Comté TGV wird als Höchstgeschwindigkeit 314 Stundenkilometer angezeigt.
Zwischendurch kommt ein eher eintöniger Streckenabschnitt...
...ab Dijon folgt dann ein sehr reizvoller Abschnitt auf der Altbaustrecke durch das Burgund.
Der Zug wechselt nun auf die LGV Sud-Est und nach schneller Fahrt über das flache Land erreichen wir den Gare de Lyon in Paris. Ein positiver Nebeneffekt der Südroute nach Paris ist, dass wir den Bahnhof diesmal nicht wechseln müssen, sondern hier direkt umsteigen können.
Weiter geht die Fahrt mit einem Transilien-Zug der Linie R. Auf der Vorort-Linie kommen Doppelstock-Triebzüge zum Einsatz.
Hier ein Blick ins Oberdeck, mit einer 2+3-Bestuhlung auf zwei Ebenen hat der Zug eine beträchtliche Sitzplatz-Kapazität.
Nach knapp 40 Minuten ist der gemeinsame Bahnhof der Städte Fontainebleau und Avon erreicht, wobei der Bahnhof in Avon liegt. An der Stadtgrenze zwischen Avon und Fontainebleau gibt’s dann auch das Gegenstück zum Schild mit den Partnerstädten in Konstanz bzw. Constance.
Fontainebleau liegt 55 Kilometer südlich von Paris und hat rund 15.000 Einwohner. Wir schlendern nun durch die Stadt, hier der Brunnen an der Rue Grand.
Die mit Abstand bekannteste Sehenswürdigkeit ist jedoch das Schloss Fontainebleau, das seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Der Bau aus dem 16. Jahrhundert hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich vom Edikt von Fontainebleau aus dem Jahr 1685 über die Abdankung Napoleons 1814 bis zum NATO-Hauptquartier in der Nachkriegszeit.
Während im Schlosspark noch die Sonne strahlte, werden wir auf dem Rückweg zum Bahnhof nass. Hier das schmucke Empfangsgebäude des Bahnhofs Fontainebleau-Avon.
Abbildungen in der Empfangshalle zeigen nicht nur das Schloss, sondern auch den Wald von Fontainebleau, der zu den größten zusammenhängenden Walgebieten Westeuropas gehört und vielen der insgesamt 34 Schlossherren als Jagdrevier diente.
Mit der Transilien-Linie R fahren wir nun auf der Altbaustrecke Marseille-Paris zurück nach Paris.
Die „Ligne PLM“ führt entlang der Seine nach Norden, im Stadtgebiet von Melun queren wir dann den Fluss. Der Zug endet im Bahnhof Gare de Lyon, mit der Metro wechseln wir zum Gare de l’Est.
Am Gare de l’Est starten nicht nur die Züge in den Osten Frankreichs und nach Deutschland, sondern auch unser TGV nach Luxemburg.
In einem TGV vom Typ Réseau reisen wir nach Osten, die Fahrt bis Luxemburg dauert gut zwei Stunden.
Der Zug nutzt zunächst die LGV Est européenne...
...landschaftlich interessanter wird es dann auf der Altbaustrecke über Metz entlang der Mosel nach Norden.
Mit etwas Verspätung kommen wir schließlich in Luxemburg an. Morgen geht es von hier aus weiter nach Deutschland, zunächst bringen wir aber das Gepäck ins Hotel und machen uns dann auf einen Abendspaziergang durch die Stadt.
Vorbei am Monument du Souvenir, auch genannt Gëlle Fra (goldene Frau)...
...laufen wir in die Altstadt, hier das Cercle Municipal auf dem Place d’Armes...
...und zurück über das Petruss-Tal mit Blick zum beleuchteten Bockfelsen.
Mit dem Bild des nächtlich beleuchteten Bahnhofs von Luxemburg endet unser zweiter Reisetag und damit auch dieser Teil des Reiseberichts. Hier am Bahnhof werden wir morgen unsere Reise fortsetzen, aber dazu dann mehr in den nächsten Tagen im dritten Teil.
Viele Grüße
Tobias
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- Von TGV bis Inselbahn – Reisebericht 2/4 mit 47 B -
TD,
18.02.2015, 17:44
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 -
TD,
18.02.2015, 17:48
- Vielen Dank!
-
462 001,
18.02.2015, 19:30
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 - Sören Heise, 18.02.2015, 19:37
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 - moonglum, 18.02.2015, 20:42
- (OT:) Was mich immer am meisten beeindruckt... -
Blaschke,
18.02.2015, 20:54
- (OT:) Was mich immer am meisten beeindruckt... - JanZ, 19.02.2015, 11:46
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 - Breisgau-S-Bahn, 18.02.2015, 22:49
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 -
Colaholiker,
19.02.2015, 07:12
- Paris-Vorortverkehrsbestuhlung - Armchair traveller, 19.02.2015, 11:17
- Danke!
-
GUM,
19.02.2015, 10:00
- Vielen Dank!
- Von TGV bis Inselbahn – Fortsetzung Teil 2 -
TD,
18.02.2015, 17:48