Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn (2/2 56 B) (Reiseberichte)

TD, Montag, 29.12.2014, 18:51 (vor 4162 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zu Teil 2 unserer kleinen vorweihnachtlichen Reise. Im ersten Teil waren wir in Bayerisch Eisenstein angekommen, hier schauen wir uns nun noch etwas um.

[image]

Als kürzeste Verbindung zwischen Prag und München war der Strecke durch den Bayerischen Wald einstmals eine große Bedeutung zugemessen worden und für den Übergabebetrieb entsprechend große Gleisanlagen und ein riesiges Empfangsgebäude mit zwei Flügeln für die beiden Bahngesellschaften erbaut worden. Hier der tschechische Gebäudeteil mit dem Namen Železná Ruda-Alžbětín (Markt Eisenstein Elisenthal).

[image]

Der Grenzverlauf führt direkt durch das Empfangsgebäude und setzt sich auf der Straßenseite fort, hier gibt es einen Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer.

[image]

Der Bahnhof von Bayerisch Eisenstein liegt etwas erhöht, so dass man von dort einen Blick über den Ort und den umgebenden Bayerischen Wald hat.

[image]

Der Ringlokschuppen mit Drehscheibe beherbergt das Bayerische Localbahnmuseum, allerdings bleibt uns heute nur der Blick von außen.

[image]

Hier der Blick von der deutschen Seite auf das Empfangsgebäude von Bayerisch Eisenstein, die Regioshuttles der Waldbahn warten auf die Rückfahrt nach Plattling.

[image]

Und so beginnt auch für uns die Rückfahrt, diesmal nehmen wir aber nur für eine knappe Viertelstunde im Regioshuttle Platz und steigen in Zwiesel schon wieder aus.

[image]

Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass die Auswahl der Unterwegsaufenthalte diesmal der Kennzeichnung sehenswerter Orte in der Rail Travel Map Deutschland folgt. Um es vorsichtig auszudrücken: bestimmt ist Zwiesel im Sommer einen Besuch wert.

[image]

Zwiesel gilt als ein Zentrum der Glasindustrie. Und so habe ich nun immerhin auch die höchste Kristallglas-Pyramide der Welt aus 93.665 Weinkelchen in 65 Ebenen und mit einer Gesamthöhe von über 8 Metern gesehen.

[image]

Der Bahnhof von Zwiesel wurde 1877 eröffnet. Die Bahn betreibt im Empfangsgebäude ein BahnCafé mit integriertem Fahrkartenschalter. Der Fahrkartenverkauf ist sonntags zwar geschlossen, das Café aber bewirtschaftet, so dass sich bei einem Kaffee die Wartezeit ganz angenehm überbrücken lässt.

[image]

Auf der weiteren Fahrt ist es für Streckenbilder eigentlich schon zu dunkel, hier fahren wir durch die Stadt Regen am gleichnamigen Fluss mit der Stadtpfarrkirche Sankt Michael.

[image]

Weiter geht die Fahrt hinab in den Gäuboden, wo wir in Plattling auf den Donau-Isar-Express nach Passau umsteigen.

[image]

Und hier sind wir schon in Passau angekommen und machen uns auf den Weg durch die weihnachtlich geschmückte Fußgängerzone in die Altstadt.

[image]

Jenseits der Donau leuchten die Feste Oberhaus und an der Mündung der Ilz in die Donau die Feste Niederhaus.

[image]

Auch in Passau gibt es natürlich wieder einen Christkindlmarkt, der von der Westfassade des Stephansdoms überragt wird.

[image]

Und mit einem letzten Blick über die Donau zum nächtlich erleuchteten Dom und dem Rathaus endet unser zweiter Reisetag.

Es geht gleich weiter...

--
[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn Fortsetz.

TD, Montag, 29.12.2014, 18:57 (vor 4162 Tagen) @ TD

Tag 3: Passau – Schärding – Salzburg – Zürich – Konstanz

Von Passau nach Konstanz fährt man üblicherweise via München. Aber so recht gefallen will mir keine der angebotenen Verbindungen, so dass die Wahl schließlich auf einen kleinen Umweg durch Österreich und die Schweiz fällt.

[image]

Zunächst werfen wir bei Tageslicht nochmals einen Blick auf schöne Altstadt von Passau, dann machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

[image]

Passau ist ein Grenzbahnhof, wir starten hier mit einem Regionalzug der ÖBB und wollen zunächst nach Schärding fahren.

[image]

[image]

Der lokbespannte Zug besteht aus CityShuttle-Wagen. Die Auslastung ist sehr überschaubar, so dass wir bei der Fahrt entlang des Inns auch mal den Kopf aus dem Fenster strecken können, ohne andere Fahrgäste zu stören.

[image]

[image]

Die Fahrt am Inn mit Blick auf Schloss Neuburg erinnert mich daran, dass noch ein weiterer Reisebericht aus dieser Ecke der Vollendung harrt, und so gibt es stattdessen ein Bild von der Nepomukstatue auf dem Johannesfelsen im Inn. Unser nächster Zwischenaufenthalt ist in Schärding, auch dieser Ort ist in meiner Karte als sehenswert gekennzeichnet - mal schauen, ob sich die Empfehlung diesmal lohnt.

[image]

Und ja, die farbenfrohe Altstadt mit der spätbarocken Silberzeile am Oberen Stadtplatz mit Bürgerhäusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert ist wirklich schmuck.

[image]

[image]

[image]

Schärding liegt am Ufer des Inns, am gegenüberliegenden deutschen Ufer ist Schloss Neuhaus zu sehen.

[image]

Und noch ein Blick von der deutschen Seite der Innbrücke flussaufwärts...

[image]

...sowie auf Schärding.

[image]

Schließlich folgen wir zur Fuß der Blechlawine durch das Linzer Tor zurück Richtung Bahnhof. Auch hier muss man etwas Zeit einplanen, denn der Bahnhof liegt abseits der Innenstadt.

[image]

Der Bahnhof von Schärding wird umgebaut und die Bautafel verspricht ein neues futuristisches Design – dann wollen wir mal noch schnell den alten Zustand festhalten.

[image]

[image]

Ein weiterer Grund für die Wahl dieser Fahrtroute und den Aufenthalt in Schärding war auch, dass mir der ÖBB-Dieseltriebwagen der Reihe 5047 noch in meiner Fahrzeugsammlung fehlt. Das soll sich nun bei der Fahrt nach Attnang-Puchheim ändern.

[image]

[image]

Auf dem Nordabschnitt der Salzkammergutbahn bzw. der Hausruckbahn geht es nun durch das Innviertel. Nach der Kreuzung mit der Innviertelbahn in Ried im Innkreis wird die Strecke dann landschaftlich interessanter.

[image]

Nachdem die Strecke mit dem Hausrucktunnel den höchsten Punkt auf 600 Höhenmetern erreicht hat, geht es ab Holzleithen mit Alpenpanorama bergab.

[image]

[image]

In Attnang-Puchheim trifft die Salzkammergutbahn auf die Westbahn Wien-Salzburg. Das neue Bahnhofsgebäude mit angeschlossenem Busterminal wurde dieses Jahr eröffnet.

[image]

Auf dem Bahnsteig gibt es elektronische Wagenreihungsanzeiger – wir stehen richtig wenn gleich der IC nach Salzburg einfährt.

[image]

[image]

Nachdem wir auf der gesamten Tour bisher nur in Nahverkehrszügen unterwegs waren, ist es schön, auch mal wieder in einem Fernverkehrswagen Platz zu nehmen.

[image]

Und endlich gibt es auch wieder eine Bordgastronomie – wenn zunächst auch nur aus der Minibar.

[image]

Die Fahrt durch das Salzburger Alpenvorland vergeht schnell und das Wetter macht sich auch wieder. Jetzt passieren wir noch den Wallersee, dann ist bald Salzburg erreicht.

[image]

[image]

In Salzburg ist der letzte Städtetrip der Tour eingeplant. So langsam sind die Fußmärsche doch anstrengend, dann darf es jetzt auch mal eine Fahrt mit dem Obus in die Altstadt sein.

[image]

Über der Altstadt thront die Festung Hohensalzburg. Jetzt müssen wir uns entscheiden: zum Christkindlmarkt auf den Domplatz oder hinauf zur Festung?

[image]

Festung. Hier der Blick über Salzburg mit Dom und der Salzach. Die goldene Kugel unten auf dem Kapitelplatz wird umgangssprachlich Balkenhol-Mozartkugel genannt, richtig heißt das Kunstwerk Sphaera.

[image]

[image]

Und weil wir nun etwas arg fußfaul sind, wird der Weg zwischen Festungsberg und Dom mit der Festungsbahn zurückgelegt. Die Standseilbahn überwindet den Höhenunterschied von knapp 97 Metern in etwa einer Minute.

[image]

Mit dem Obus geht es zurück an den Hauptbahnhof von Salzburg...

[image]

...wo wir noch in der ÖBB Club Lounge vorbeischauen.

[image]

[image]

Dann besteigen wir den Railjet nach Zürich. Wir haben Sitzplätze reserviert im Ruhebereich, dieser befindet sich im Steuerwagen, wo sich auch die Business-Klasse befindet. Zur Begrüßung gibt es in der First diesmal Amicelli.

[image]

Wir fahren nun über das deutsche Eck nach Innsbruck und weiter über die Arlbergstrecke. Allerdings wird es nun bald dunkel, so dass Streckenbilder keinen Sinn mehr machen. Und so beschäftigen wir uns näher mit der Winterkarte von Henry am Zug, die mit ihrem frechen Design ein Hingucker ist.

[image]

Als neue Spezialität stehen Germknödel mit Mohnzucker und zerlassener Butter auf der Karte, dazu ein Verlängerter und wir sind auch kulinarisch in Österreich.

[image]

Draußen ist es mittlerweile völlig dunkel, am Arlberg lässt sich etwas Schnee erahnen und wenn die beleuchteten Orte am Zugfenster vorbeiziehen, ist es eigentlich ganz nett. Zwischendurch werfen wir den nächsten Blick in die Speisekarte und bestellen ein Abendessen, es gibt Altwiener Paprikahuhn mithausgemachten Spätzle und Gnocchi Cafe de Paris mit Salat. Die Spülmaschine ist kaputt, deshalb gibt es Becher statt Gläser.

Jetzt fahren wir durch Liechtenstein und nach dem Fahrtrichtungswechsel in Buchs entlang von Walensee und Zürichsee durch die Schweiz. Ich habe den Eindruck, dass man in der Schweiz etwas großzügiger mit der Weihnachtsbeleuchtung ist, da erstrahlen jenseits der Bahnstrecke doch ganze Häuser.

[image]

Der Christkindlimarkt im Hauptbahnhof Zürich hat bereits geschlossen – und um ganz ehrlich zu sein, habe ich jetzt erstmal auch genug von den Weihnachtsmärkten.

[image]

Und mit diesem Bild vom Weihnachtsbaum in Zürich beenden wir den Reisebericht. Wir fahren jetzt mit dem nächsten IC nach Winterthur und von dort mit einer beschleunigten S-Bahn zurück nach Konstanz, wo unsere Reise gegen 23 Uhr endet.

Ich hoffe, dass Euch diese kleine Rundfahrt gefallen hat – und wie immer zum Schluss der Hinweis auf mein Reiseberichtsarchiv unter www.bahnreiseberichte.de.


Viele Grüße und einen guten Rutsch


Tobias

--
[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Schöööön

Sören Heise, Region Hannover, Montag, 29.12.2014, 21:03 (vor 4162 Tagen) @ TD

Besten Dank, Tobias.

Mit der 1142 ab Passau hast Du ja Glück gehabt, die sind wohl bald Geschichte. Und dann noch in alter Lackierung!

Danke auch für die Bilder aus Schärding, das Empfangsgebäude (wie auch immer der Österreicher sagen mag) sieht ja wirklich ganz nett aus.

Südostbayern ist ein eher weißer Fleck auf meiner Landkarte, vielleicht ändert sich das mal. Schön ist es aber auch anderswo. ;-)


Viele Grüße
Sören

--
[image]

Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr

Schöööön

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 29.12.2014, 21:25 (vor 4162 Tagen) @ Sören Heise

Empfangsgebäude (wie auch immer der Österreicher sagen mag)

Aufnahmegebäude ;)

@Tobias: Wieder ein sehr schöner Bericht, Danke!

--
Weg mit dem 4744!

Schöööön +1

GUM, Dienstag, 30.12.2014, 17:08 (vor 4161 Tagen) @ Sören Heise

- kein Text -

--
Sicherheitshinweis: Lassen Sie Ihre Politiker nicht unbeaufsichtigt!
Security advice: Don't leave your politicians unattended!

Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn Fortsetz.

462 001, Taunus, Montag, 29.12.2014, 21:52 (vor 4162 Tagen) @ TD

Hallo,

vielen Dank! Da hast du wirklich eine sehr außergewöhnliche Route von Passau nach Konstanz gewählt.
Ich war dieses Jahr auch in Salzburg um eine weitere Obus Stadt auf meiner Liste abhaken zu können. Für die Rückfahrt hab ich ebenfalls den RJ nach Zürich benutzt(allerdings im Hochsommer, es war schrecklich heiß, so etwa 30°C). Danach den TGV bis Basel und dann per ICE bis Frankfurt.

Viele Grüße und einen guten Rutsch

Tobias

Gleichfalls:)

IC nach Salzburg vs. "IC" der NS.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.12.2014, 18:21 (vor 4161 Tagen) @ TD

Auf dem Bahnsteig gibt es elektronische Wagenreihungsanzeiger – wir stehen richtig wenn gleich der IC nach Salzburg einfährt.

[image]

Die Sitze sind sozusehen dieselbe wie bei unseren "IC"s:

[image]


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Zwiesel.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 30.12.2014, 18:11 (vor 4161 Tagen) @ TD
bearbeitet von Oscar (NL), Dienstag, 30.12.2014, 18:11

Und so beginnt auch für uns die Rückfahrt, diesmal nehmen wir aber nur für eine knappe Viertelstunde im Regioshuttle Platz und steigen in Zwiesel schon wieder aus.

[image]

Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass die Auswahl der Unterwegsaufenthalte diesmal der Kennzeichnung sehenswerter Orte in der Rail Travel Map Deutschland folgt. Um es vorsichtig auszudrücken: bestimmt ist Zwiesel im Sommer einen Besuch wert.

[image]

Zwiesel gilt als ein Zentrum der Glasindustrie. Und so habe ich nun immerhin auch die höchste Kristallglas-Pyramide der Welt aus 93.665 Weinkelchen in 65 Ebenen und mit einer Gesamthöhe von über 8 Metern gesehen.

[image]

Vor anderthalb Jahren war ich dort. Bestandteil meiner Tour war eine Besteigung des Arbers, zu Fuss ab Zwiesel. Zurück ging es dann nach Bodenmais und ab dort mit der Bahn zurück nach Zwiesel.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum