Fortsetzung vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn (Reiseberichte)
Tag 2: Regensburg – Landshut- Bayerisch-Eisenstein – Passau
Eigentlich hatte ich mir für den Tag eine schöne Rundfahrt zurechtgelegt, über Plattling und Zwiesel sollte es nach Bodenmais gehen und von dort mit dem Bus zur Arber Bergbahn. Dann hinauf auf den Großen Arber und schließlich via Bayerisch Eisenstein wieder nach Plattling und weiter nach Passau. Nur leider verkündet die Internetseite der Arber Bergbahn „Der Start in die Wintersaison muss aufgrund der Wetterlage leider verschoben werden, bis genügend Schnee für den Skibetrieb vorhanden ist.“ Was nun? Das Hotelzimmer in Passau ist gebucht und der Tag will irgendwie gefüllt werden. Die Rail Travel Map Deutschland sagt, dass Landshut und Zwiesel sehenswert wären und der Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein interessiert mich eigentlich auch. Ich überlege noch, ein Stück nach Tschechien zu fahren, aber der Fahrplan und mögliche Ziele passen mir nicht so recht.
Wir werfen noch einen Blick aus dem Hotelzimmer auf den Regensburger Dom bei Tageslicht, dann machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/057-Waldbahn-Passau/57-036alex-Regensburg.jpg)
Mit dem alex fahren wir nun von Regensburg nach München. Als wir an den Bahnhof kommen, steht bereits der Zugteil aus Prag im Bahnhof, dann kommt auch der Zugteil aus Hof und vereinigt geht die Fahrt gen München.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/057-Waldbahn-Passau/57-037alex-1Klasse.jpg)
Da in unserem Abteil keine weiteren Fahrgäste sind, können wir auch mal im Dezember den Kopf aus dem Fenster strecken. Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, wo der Ort Eggmühl liegt, den der agilis gestern als Zielbahnhof hatte. Diese Bildungslücke ist nun auch geschlossen, denn unterwegs passieren wir den Bahnhof des 979-Einwohner-Orts.
Nun bleibt Zeit für eine kleine Tour durch Landshut, allerdings liegt die Innenstadt ein ganzes Stück vom Bahnhof entfernt. Der Busverkehr ist am Sonntagmorgen nicht so dicht, so dass wir uns für den Fußweg entscheiden. Durch das Ländtor geht es in die Altstadt.
Die schmucke Altstadt wird überragt vom 130 Meter hohen Turm der Basilika St. Martin, der höchste Backsteinturm der Welt sowie der höchste Kirchturm Bayerns.
Über der Stadt thront die Burg Trausnitz. Der Sage nach wurde der Turm der Martinskirche deshalb so hoch gebaut, damit die Stadtbewohner den Herzögen auf der Burg auf Augenhöhe begegnen konnten. Ob die Zeit noch reicht um dort hinaufzusteigen?
Ja – und hier der Blick von oben auf die Martinskirche und die Stadt mit ihren Giebelhäusern in den Straßenzügen Altstadt und Neustadt.
Wir schauen noch kurz auf dem Christkindlmarkt vorbei, dann geht es durch die Altstadt mit Blick auf das prächtige Rathaus zurück an den Bahnhof.
Mit dem „Donau-Isar-Express“ (DIX) geht es nun von Landshut nach Plattling. Auch dies wieder ein Coradia Continental (ET 440), wobei hier mit 12 Sitzplätzen in der ersten Klasse die Beinfreiheit deutlich großzügiger ist als in der agilis-Version.
Die eingleisige Strecke führt durch das Isartal und den Süden des Gäubodens nach Plattling.
In Plattling wechseln wir vom DIX auf ein Regioshuttle der waldbahn (im Bild hinten). „waldbahn“ ist der Markenname der Regentalbahn für die Verbindungen auf den Strecken der Bayerischen Waldbahn, wobei die Regentalbahn wiederrum unter dem Markennamen Länderbahn auftritt und zu Netinera gehört – ich glaube ich bleibe der Einfachheit halber einfach bei waldbahn.
Die Strecke führt bei Deggendorf über die Donau und gewinnt dann durch eine doppelte Kehrschleife an Höhe, zwischen Deggendorf und Gotteszell wird dabei ein Höhenunterschied von über 200 Metern überwunden.
Die Strecke ist von zwei Tunneln und zahlreichen Brücken geprägt, die Brücke über die Schlossauer Ohe ist mit 48 Metern die zweithöchste Eisenbahnbrücke in Bayern.
Der Endbahnhof der waldbahn ist Bayerisch Eisenstein auf 722 Höhenmetern. Die Bahnstrecke gewinnt nun weiter an Höhe und so langsam wird es draußen sogar weiß. Und ein bisschen Schnee gehört doch zu einer Weihnachtsreise einfach dazu.
Bayerisch Eisenstein hat einen interessanten und imposanten Grenzbahnhof an der tschechisch-deutschen Grenze. Die Staatsgrenze verläuft mitten durch den Bahnhof und auch durch das Bahnhofsgebäude. Zur Zeit des Eisernen Vorhangs war der grenzüberschreitende Verkehr eingestellt und die Gleise durch einen Drahtzaun unterbrochen. Seit 1991 ist der Grenzübergang wieder geöffnet und auch tschechische Züge wenden wieder in Bayerisch Eisenstein.
Heute besteht die Grenze nur noch aus einer roten Markierung auf dem Bahnsteig. Ein kleiner Schritt und wir sind in Tschechien.
Und mit einem weiteren Bild vom Grenzverlauf beenden wir Teil 1 des Reiseberichts, denn sowohl nach der Zahl der Bilder als auch nach dem Reiseverlauf ist nun die Halbzeit erreicht. Aber vielleicht kann mir noch jemand weiterhelfen: für wen oder was steht denn die Abkürzung auf der tschechischen Seite der Grenzmarkierung? Ich meine ein ČS zu erkennen, aber die tschechische Sparkasse wird es ja wohl nicht sein...
Teil 2 folgt voraussichtlich am Montag, denn morgen will ich etwas in den Schnee fahren...
Viele Grüße
Tobias
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- Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn (1/2 58 B) -
TD,
27.12.2014, 19:19
- Fortsetzung vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn -
TD,
27.12.2014, 19:28
- Ein grosses Dankeschön! -
gbstngrtz,
28.12.2014, 14:40
- Ein grosses Dankeschön! -
TD,
28.12.2014, 18:01
- Vielen Dank! - oppermad, 28.12.2014, 20:44
- Ein grosses Dankeschön! - gbstngrtz, 28.12.2014, 21:56
- Ein grosses Dankeschön! -
TD,
28.12.2014, 18:01
- ČS - Anoj 1, 29.12.2014, 13:00
- Ein grosses Dankeschön! -
gbstngrtz,
28.12.2014, 14:40
- Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn (1/2 58 B) - AndyUlm, 28.12.2014, 10:15
- Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn -
462 001,
28.12.2014, 13:54
- Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn - TD, 28.12.2014, 18:19
- Klasse! Danke! :)
-
sflori,
28.12.2014, 17:37
- Fortsetzung vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn -
TD,
27.12.2014, 19:28