Eine vorweihnachtliche Rundreise an Donau und Inn (1/2 58 B) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
eigentlich steht mittlerweile jedes Jahr im Advent eine kleine vorweihnachtliche Reise auf meinem Reiseplan. Und da bin ich wohl auch nicht der einzige, denn ab Oktober beobachte ich, dass die Zugriffszahlen meiner Reiseberichte mit Weihnachtsmärkten steigen. Und so war ich auch dieses Jahr mit meinem Bruder drei Tage lang über ein verlängertes Wochenende des vierten Advents erstklassig unterwegs. Ich denke zwischen den Jahren sind ein paar weihnachtliche Bilder noch erlaubt. Ich muss aber gleich eine Warnung aussprechen, diesmal gibt es keine spektakulären Züge oder Strecken, stattdessen ist einfach der Alltag eingefangen.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/057-Waldbahn-Passau/57-000Karte.jpg)
Die Reise führt uns von Konstanz über Friedrichshafen und Ulm nach Regensburg. Am zweiten Tag stand eigentlich der Bayerische Wald auf dem Plan, wobei hier dann allerdings eine kurzfristige Planänderung erforderlich war und wir schließlich via Landshut und Bayerisch Eisenstein nach Passau fahren. Für die Rückfahrt nach Konstanz habe ich mir die Variante via Salzburg und Arlbergstrecke ausgesucht.
Tag 1: Konstanz – Regensburg
Wir starten am Samstagmorgen in Konstanz. Ich hatte mich eigentlich auf graues Herbstwetter eingestellt, stattdessen scheint sogar die Sonne und so bin ich ganz froh, dass die Wahl des Verkehrsmittels nach Friedrichshafen auf den Katamaran gefallen ist.
Die Auslastung ist sehr überschaubar und so freuen wir uns auf eine ruhige Fahrt über den Bodensee.
An der Hafenausfahrt von Konstanz verabschiedet uns die Imperia-Statue auf dem Molenturm. Die Statue des Künstlers Peter Lenk erinnert auf satirische Weise an das Konzil von Konstanz. An der Aufstellung der Kurtisane war die Deutsche Bahn übrigens zumindest indirekt beteiligt, denn der Hafen gehört den Bodensee-Schiffsbetrieben und die waren zu dieser Zeit noch im Besitz der Deutschen Bahn.
Und hier nochmals der Blick auf die Stadtsilhouette mit dem Konzilgebäude am Hafen...
...und etwas später mit dem Bahnhofsturm von Konstanz (ganz links), dem Münsterturm in der Mitte und der Rheinbrücke (ganz rechts), über die auch die Hochrheinbahn führt.
Der Katamaran beschleunigt nun auf 19 Knoten (35 Stundenkilometer). Während über dem schweizerischen Ufer dunkle Wolken hängen, scheint über dem Überlinger See noch die Sonne.
Nach einer Fahrzeit von 50 Minuten ist Friedrichshafen erreicht. Wir könnten nun vom Hafenbahnhof zum Stadtbahnhof fahren, da wir allerdings noch ausreichend Zeit haben, entscheiden wir uns für den Fußweg. Und irgendwie lockt der Moleturm...
Blick über Friedrichshafen...
...und den Hafen. Das Gebäude rechts war einst das Empfangsgebäude des Hafenbahnhofs, heute beherbergt es das Zeppelin Museum.
Über den Alpen hängen dunkle Wolken...
...während über dem Westen und der Schlosskirche von Friedrichshafen noch das Blau dominiert.
Jetzt aber zum Bahnhof. Der Stadtbahnhof von Friedrichshafen ist der älteste Bahnhof am Bodensee – aber lest selbst:
Ein diesellokbespannter IRE aus Lindau bringt uns nun nach Ulm und wir nehmen im Doppelstockwagen Platz.
Die Fahrt auf der Südbahn ist unspektakulär und pünktlich erreichen wir Ulm.
Rund um das Ulmer Münster gibt es einen Weihnachtsmarkt, nur wirken Weihnachtsmärkte bei Sonnenschein nicht so recht, deshalb schauen wir uns etwas in der Stadt um.
Vorbei am Schwörhaus...
...geht es in das Fischer- und Gerberviertel, wo zwei Arme des Flusses Blau durch ein historisches Handwerkerquartier fließen.
Im Fischer- und Gerberviertel steht auch das Schiefe Haus. Das Fachwerkgebäude aus dem 14. Jahrhundert beherbergt laut Guinness-Buch das schiefste Hotel der Welt.
Auch das Ulmer Rathaus hat Wurzeln aus dem 14. Jahrhundert, es wurde ursprünglich als Kaufhaus genutzt.
Doch jetzt zurück an den Hauptbahnhof, von hier aus soll es nun weitergehen nach Regensburg.
Ein Grund für die Routenwahl war auch, dass ich mal den Alstom Coradia Continental (ET 440) von agilis kennenlernen wollte. Als Teil des Regensburger Sterns kommen die Triebwagen bis nach Ulm. Auf der Strecke gibt es unterschiedliche Zuggattungen, den AS (agilis-Schnellzug) und den langsameren AG - wir wählen den AS.
Mit 16 Sitzplätzen in vier Reihen ist der Triebwagen in der ersten Klasse sehr eng bestuhlt. Die Züge verfügen über elektronische Reservierungsanzeigen, die Online-Sitzplatzreservierung ist aber offenbar deaktiviert.
Auf der bayerischen Donautalbahn geht es nun durch das Donauried nach Nordosten. Die Bahnstrecke folgt zwar dem Lauf der Donau, den Fluss selbst bekommt man aber meist nur bei den vier Donauquerungen zu sehen, ansonsten führt die Strecke unspektakulär durch das flache Land. Etwas Abwechslung gibt es in Neuburg an der Donau mit dem Blick auf Schloss Neuburg.
In Ingolstadt wechseln wir die Fahrtrichtung, auf dem letzten Abschnitt verläuft die Strecke dann für ein kurzes Stück in Sichtweite parallel zur Donau.
Vor dem Hauptbahnhof von Regensburg verbreiten einige Buden schon etwas Weihnachtsmarktstimmung. Bei vier weiteren Weihnachtsmärkten in der Stadt wird es uns heute Abend nicht langweilig.
Wir besuchen zunächst den Christkindlmarkt auf dem Neupfarrplatz...
...mit Blick zum Regensburger Dom.
Durch die weihnachtliche Altstadt und über die steinerne Brücke...
...geht es über die Donau mit Blick auf den Regensburger Dom.
Und mit dem Thurn und Taxis Weihnachtsmarkt im und um das fürstliche Schloss St. Emmeram beenden wir den ersten Reisetag.
Es geht gleich weiter...
--
"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/057-Waldbahn-Passau/57-036alex-Regensburg.jpg)
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/057-Waldbahn-Passau/57-037alex-1Klasse.jpg)
![[image]](http://abload.de/img/csdczucq.jpg)
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)