Mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn 4/4 m 43 B. (Reiseberichte)

TD, Samstag, 22.11.2014, 13:31 (vor 4187 Tagen)

Hallo und herzlich willkommen zum letzten Teil unseres kleinen Reiseberichts. In Teil 3 waren wir abends in Cursdorf angekommen. Heute am letzten Reisetag fahren wir zurück an den Bodensee.


Tag 5: Cursdorf – Kronach - Konstanz

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Die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn ist keine reine Touristen- und Ausflugsbahn, sondern dient durchaus auch dem Nahverkehr. Und so verlässt der erste Zug bereits um 6.14 Uhr Cursdorf. Ganz so früh sind wir aber nicht unterwegs. Eigentlich stand 9.14 Uhr auf unserem Reiseplan, ich entscheide mich dann aber für die Bahn eine halbe Stunde früher, damit wir uns noch etwas in Lichtenhain umsehen können. Jedenfalls geht es nun mit der BR 479 auf die Flachstrecke.

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In Cursdorf gibt es einen niveaugleichen Einstieg und die Triebwagen verfügen über einen großen Stellplatz.

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Auch heute präsentiert sich der Thüringer Wald wolkenverhangen, aber immerhin regnet es nun nicht.

Die Verbindung wird im Fahrplan übrigens als Regionalbahn geführt, allerdings mit dem Hinweis „Es gilt ein besonderer Fahrpreis“, denn die Strecke ist nicht in das DB-Preissystem integriert und es können keine durchgehenden Fahrkarten gelöst werden, aber immerhin gibt es einen pauschalen Bahncard-Rabatt.

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Und hier sind wir schon in der Bergstation Lichtenhain angekommen. Wegen der durchwachsenen Wetterprognosen ist der Cabriowagen nun hier abgestellt und der geschlossene Aufsatzwagen ist im Einsatz.

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Zunächst schauen wir aber dem Personenwagen nach, der sich auf den Weg macht ins neblige Schwarzatal.

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Zugegeben, mit der „richtigen Bahn“ hat die Bergbahn auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, aber immerhin erinnert das Bahnhofsschild an das bekannte DB-Design.

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Hier kommt nun die Güterbühne mit dem Aufsatzwagen angefahren. Der geschlossene Aufsatzwagen war früher bei der Kleinbahn Schleiz-Saalburg unterwegs und wird seit 1972 bei der Oberweißbacher Bergbahn eingesetzt. Der Aufsatz- bzw. Cabriowagen ist im Fahrplan am fehlenden Fahrradsymbol zu erkennen. Auch die Standseilbahn wird im Fahrplan übrigens als RB geführt.

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Sowohl Adhäsionsstrecke als auch Standseilbahn stehen seit dem Jahr 1982 unter Denkmalschutz, dazu gehört auch das Einfahrtsportal der Bergstation in Fachwerkbauweise. Der Maschinenraum befindet sich teilweise unter der Strecke.

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Ein Höhenunterschied von 323 Metern hinab ins Schwarzatal liegt nun vor uns. Da es sich hier um eine Seilbahn und nicht um eine Eisenbahn handelt, wird die Geschwindigkeit auch nicht in Stundenkilometern angegeben, sondern mit 1,6 Meter pro Sekunde.

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Hier nun einige Impressionen von der Talfahrt. Die Strecke ist gesäumt von Holzskulpturen, die Figuren der Region darstellen. Gleich tauchen wir in die Wolkendecke ein.

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Auf der Streckenmitte passieren wir die Abtsche Ausweiche. Die Züge verkehren im Halbstundentakt und in Gegenrichtung sind schon die ersten Ausflügler unterwegs.

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Schließlich ist die Talstation Obstfelderschmiede erreicht. Die Gütebühne mit dem Aufsatzwagen wird hier durch eine Abtsche Weiche an die Verladerampe links gelenkt.

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Die Talstation der Oberweißbacher Bergbahn liegt direkt an der Schwarzatalbahn, hier fährt schon der Triebwagen der Baureihe VT 641 zur Fahrt nach Rottenbach ein. Bevor die Fahrt weitergeht, kontrolliert der Lokführer aber die Fahrscheine.

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Die Strecke führt durch das Schwarzatal nach Norden, hier mit Blick auf das Schloss Schwarzburg. Der Stammsitz der Grafen von Schwarzburg thront seit dem 12. Jahrhundert auf einem Bergrücken im Tal der Schwarza.

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Auch das Bahnhofsgebäude von Schwarzburg aus dem Jahr 1900 mit den farbig glasierten Ziegeln ist sehenswert. Im weiteren Verlauf führt die Strecke nun über die offene Landschaft einer Hochfläche nach Rottenbach.

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Und hier sind wir nun in Rottenbach angekommen. Wir müssen uns jetzt entscheiden, auf welchem Weg wir nach Hause fahren möchten. Zur Auswahl stehen die „Westroute“ über Frankfurt und die „Ostroute“ über Saalfeld-Augsburg. Bei der Fahrzeit gibt es keine großen Unterschiede – da es mich aber recht selten auf die Frankenwaldbahn verschlägt, fällt die Entscheidung für diese Route.

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Die Fahrt nach Saalfeld ist nun die vierte Fahrt mit einem Regioshuttle von Erfurter Bahn bzw. Süd-Thüringen-Bahn und auch hier gibt es eine neue Variante der Ersten Klasse.

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Eine Viertelstunde dauert die Fahrt mit dem Erfurter Bahn Express (EBx). Wikipedia kennt ganze 13 Schlösser und Burgen mit dem Namen Greifenstein. Eine davon erhebt sich als Ruine einer mittelalterlichen Höhenburg über den Dächern von Bad Blankenburg.

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In Saalfeld endet die Linie EBx 47. Wir könnten hier nun direkt auf einen südfahrenden ICE umsteigen, allerdings habe ich mir etwas anderes überlegt und so steigen wir in den Talent 2, der als Franken-Thüringen-Express verkehrt.

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Unter einer „Gebirgsbahn“ stellt man sich landläufig vielleicht eher eine spektakulärere Strecke wie Brennerbahn oder Gotthardbahn vor, aber auch die Frankenwaldbahn gehört mit ihren zwei Steilrampen über die Höhenzüge des Frankenwalds in diese Kategorie. Hier haben wir den Scheitelpunkt schon überschritten und fahren über die Trogenbachbrücke in Ludwigsstadt.

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Wenn man mit dem ICE auf der Frankenwaldbahn fährt, sieht das Städtchen Kronach mit der Festungsanlage und der Altstadt ganz nett aus. Und im Gegensatz zum ICE haben wir heute nun die Möglichkeit, hier mal auszusteigen und die über 1000 Jahre alte Stadt zu besuchen.

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Hier einige Eindrücke der Altstadt mit Fachwerkhäusern, Plätzen, Mauern und Türmen.

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Über der Stadt liegt die Festung Rosenberg mit Wurzeln aus dem 13. Jahrhundert. Sie gilt als eine der besterhaltenen Festungsanlagen Deutschlands. Die ehemalige Bischofsburg und Landesfestung wurde nie von Feinden eingenommen. Von oben bietet sich den Besuchern ein schöner Blick über die Stadt.

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Es geht gleich weiter...

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